{"id":1110730,"date":"2026-06-21T10:45:16","date_gmt":"2026-06-21T10:45:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1110730\/"},"modified":"2026-06-21T10:45:16","modified_gmt":"2026-06-21T10:45:16","slug":"machbarkeitsstudie-zur-bahnstrecke-chemnitz-leipzig-initiativen-sehen-keine-loesung-fuer-die-ueberlastete-strecke-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1110730\/","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie zur Bahnstrecke Chemnitz\u2013Leipzig: Initiativen sehen keine L\u00f6sung f\u00fcr die \u00fcberlastete Strecke \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p class=\"translation-notice\">This article is also available in English: <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/en\/economy\/metropolitan-region\/2026\/06\/feasibility-study-on-the-chemnitz-leipzig-railway-line-campaign-groups-see-no-solution-for-the-congested-line-661254\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Read this article in English<\/a>.<\/p>\n<p>Am Dienstag, dem 16. Juni, wurde im Chemnitzer Rathaus die Machbarkeitsstudie des Freistaates Sachsen und der DB InfraGO zum Ausbau des Nordabschnitts (Geithain \u2013 Bad Lausick \u2013 Leipzig) der Bahnstrecke Chemnitz\u2013Leipzig vorgestellt. Der geplante leistungsf\u00e4hige Ausbau bleibt deutlich hinter den Bed\u00fcrfnissen der Regionen S\u00fcdwestsachsen und Leipzig zur\u00fcck, stellen nun auch die Bahninitiative Chemnitz, der Fahrgastverband PRO Bahn und der Industrieverein Sachsen 1828 e.V. fest. Nicht einmal der Wirtschaft gef\u00e4llt die \u201eabgespeckte\u201c L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Die vorgestellte Machbarkeitsstudie zeigt nicht nur erhebliche Defizite beim Infrastrukturausbau, sondern stellt selbst die Umsetzbarkeit des vorgesehenen Betriebskonzepts infrage, formulieren die drei Initiativen das zentrale Problem. Aus Sicht der <a href=\"http:\/\/www.bahn-initiative.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Bahninitiative Chemnitz<\/a> droht damit eine Entwicklungsblockade f\u00fcr die gesamte Region S\u00fcdwestsachsen.<\/p>\n<p>Dabei werden nach Einsch\u00e4tzung der Bahninitiative zentrale Versprechen der vergangenen Jahre gebrochen. Weder der angek\u00fcndigte fernverkehrstaugliche Ausbau noch das zugesagte Betriebskonzept mit einem durchgehenden Halbstundentakt des Regionalexpress zwischen Chemnitz und Leipzig werden umgesetzt.<\/p>\n<p>Die jetzt bekannt gewordenen Ausbaupl\u00e4ne sehen trotz vollst\u00e4ndiger Elektrifizierung weiterhin lange eingleisige Streckenabschnitte vor. Von den rund 44 Kilometern im Nordabschnitt zwischen Leipzig und Geithain sollen lediglich 24 Kilometer zweigleisig ausgebaut werden. Fast die H\u00e4lfte der Strecke bleibt dauerhaft eingleisig.<\/p>\n<p>Nur ein Stundentakt zwischen Leipzig und Chemnitz<\/p>\n<p>\u201eTrotz vollst\u00e4ndiger Elektrifizierung bleiben die Ausbaupl\u00e4ne weit hinter den urspr\u00fcnglich zugesagten Erwartungen und dem tats\u00e4chlichen Bedarf der Region zur\u00fcck\u201c, fasst Sebastian Drechsler, Sprecher der Bahninitiative Chemnitz, zusammen. Dabei kritisiert er auch das zugrunde liegende Betriebskonzept: \u201eStatt des mehrfach versprochenen Halbstundentakts ist weiterhin lediglich ein Stundentakt mit einzelnen Verst\u00e4rkerz\u00fcgen in den Hauptverkehrszeiten vorgesehen. Ein Halbstundentakt entsteht damit lediglich in den fr\u00fchen Morgenstunden sowie am sp\u00e4ten Nachmittag.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Verbindung zwischen Sachsens gr\u00f6\u00dfter und drittgr\u00f6\u00dfter Stadt, die bereits heute zu rund 140 Prozent ausgelastet ist, wird damit der tats\u00e4chliche Bedarf der Fahrg\u00e4ste klar verfehlt.<\/p>\n<p>\u201eDie \u00d6ffentlichkeit und insbesondere die Fahrg\u00e4ste wurden sowohl beim Infrastrukturausbau als auch beim versprochenen Halbstundentakt mit \u00fcberlagerndem Fernverkehr im Zweistundentakt in die Irre gef\u00fchrt. Die angek\u00fcndigten Verbesserungen werden in dieser Form nicht eintreten\u201c, so Markus Haubold, Vorsitzender des <a href=\"http:\/\/www.pro-bahn.de\/mitteldeutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland<\/a>.<\/p>\n<p>Noch schlimmer, so stellt er fest: Der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung seien eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr eine potenzielle Anbindung an den Fernverkehr.<\/p>\n<p>\u201eMit den vorgestellten, reduzierten Ausbaupl\u00e4nen h\u00e4ngt man Chemnitz auf Jahrzehnte bewusst vom Fernverkehr ab und bricht ein weiteres Versprechen. Denn bisher hie\u00df es stets, dass die einzige realistische Chance auf eine Fernverkehrsanbindung im Ausbau dieser Strecke liege. Das ist der eigentliche Skandal. Vorgesehene einzelne Z\u00fcge haben nichts mit einem attraktiven Fernverkehr zu tun und passt keinesfalls in das Konzept des Deutschlandtaktes.\u201c<\/p>\n<p>Ein anf\u00e4lliges Betriebssystem<\/p>\n<p>Besonders schwer wiegt jedoch ein weiterer Punkt: Nach Informationen, die der Bahninitiative Chemnitz vorliegen, kommt die Machbarkeitsstudie selbst zu dem Ergebnis, dass bereits das vorgesehene reduzierte Betriebskonzept mit Stundentakt und einzelnen Verst\u00e4rkerz\u00fcgen die Leistungsf\u00e4higkeit der Infrastruktur im Nordabschnitt nahezu vollst\u00e4ndig aussch\u00f6pft. Eine hohe Betriebsqualit\u00e4t sowie ein wirksamer Abbau von Versp\u00e4tungen seien laut Machbarkeitsstudie nicht zu erwarten.<\/p>\n<p>\u201eMit den in der Machbarkeitsstudie vorgesehenen Ausbaupl\u00e4nen wird selbst dieses reduzierte Betriebskonzept nicht dauerhaft zuverl\u00e4ssig umsetzbar sein\u201c, erg\u00e4nzt Sebastian Drechsler. \u201eDamit bleibt die St\u00f6ranf\u00e4lligkeit der Infrastruktur bestehen.\u201c<\/p>\n<p>Katrin Hoffman, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des <a href=\"http:\/\/www.industrieverein.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Industrieverein Sachsen 1828 e. V.,<\/a> macht daher deutlich: \u201eBesonders entt\u00e4uschend ist, dass von einem urspr\u00fcnglich angestrebten durchgehend zweigleisigen Ausbau Abstand genommen wird. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig Resilienz und Redundanz in kritischen Infrastrukturen sind. Ein weitgehend eingleisiger Betrieb begrenzt nicht nur zuk\u00fcnftige Entwicklungsm\u00f6glichkeiten, sondern erh\u00f6ht auch die Anf\u00e4lligkeit gegen\u00fcber St\u00f6rungen, Baustellen und steigenden Verkehrsstr\u00f6men.\u201c<\/p>\n<p>In den positiven offiziellen \u00c4u\u00dferungen w\u00fcrden diese Hinweise aus der Machbarkeitsstudie nicht erw\u00e4hnt. Aus Sicht der Bahninitiative entsteht dadurch der Eindruck, dass kritische Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie sowie die erheblichen Zweifel an einem stabilen Betrieb des Betriebskonzepts in der \u00f6ffentlichen Kommunikation bewusst ausgelassen werden. Jetzt k\u00e4me es darauf an, dass die Stadt Chemnitz, der Freistaat Sachsen und der Bund f\u00fcr Transparenz sorgen und die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie ernst nehmen und die Ausbauplanung entsprechend nachbessern.<\/p>\n<p>An der falschen Stelle gespart<\/p>\n<p>\u201eWir d\u00fcrfen die Fehler vergangener Sparl\u00f6sungen bei der Schieneninfrastruktur nicht wiederholen. Wer heute zu knapp baut, verbaut die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten der n\u00e4chsten Jahrzehnte. Gerade deshalb brauchen wir eine leistungsf\u00e4hige und resiliente Infrastruktur\u201c, erkl\u00e4rt Markus Haubold.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend macht Sebastian Drechsler deutlich: \u201eWer mit einer Sparvariante einen leistungsf\u00e4higen Bahnverkehr schaffen will, setzt auf Wunschdenken statt auf eine zukunftsf\u00e4hige Verkehrspolitik.\u201c<\/p>\n<p>Anders als noch beim Bahngipfel im April zugesichert, wurden die Ergebnisse der Studie und die daraus abgeleiteten Ausbaupl\u00e4ne ausschlie\u00dflich einem ausgew\u00e4hlten Teilnehmerkreis pr\u00e4sentiert. Interessenverb\u00e4nde wie der Industrieverein Sachsen 1828 e.V., die Bahninitiative Chemnitz und deren Mitglieder, die den Streckenausbau seit Jahren konstruktiv begleiten, wurden trotz entsprechender Zusagen bewusst au\u00dfen vorgelassen.<\/p>\n<p>\u201eEs ist h\u00f6chst kritisch zu betrachten, wenn bewusst Vertreter der Region ausgeschlossen und gegebene Zusagen nicht eingehalten werden. Ein solches Vorgehen kann durchaus als intransparent und zweifelhaft empfunden werden\u201c, erkl\u00e4rt Sebastian Drechsler, Sprecher der Bahninitiative Chemnitz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"This article is also available in English: Read this article in English. Am Dienstag, dem 16. Juni, wurde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1110731,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[144660,2770,3364,29,12471,123223,30,71,859],"class_list":["post-1110730","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-bahnausbau","tag-chemnitz","tag-de","tag-deutschland","tag-elektrifizierung","tag-geithain","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1110730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1110730"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1110730\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1110731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1110730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1110730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1110730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}