{"id":1112655,"date":"2026-06-22T06:18:26","date_gmt":"2026-06-22T06:18:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1112655\/"},"modified":"2026-06-22T06:18:26","modified_gmt":"2026-06-22T06:18:26","slug":"der-tiger-rechtsruck-in-kolumbien-von-trump-unterstuetzter-de-la-espriella-gewinnt-praesidentschaftswahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1112655\/","title":{"rendered":"\u201eDer Tiger\u201c: Rechtsruck in Kolumbien \u2013 Von Trump unterst\u00fctzter De la Espriella gewinnt Pr\u00e4sidentschaftswahl"},"content":{"rendered":"<p>De la Espriella liegt nach Ausz\u00e4hlung fast aller Stimmen knapp vor seinem linken Kontrahenten. Der 47-j\u00e4hrige Anwalt, der sich selbst \u201eDer Tiger\u201c nennt, will bewaffnete Gruppen mit milit\u00e4rischer Gewalt bek\u00e4mpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella hat die Pr\u00e4sidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Der von US-Pr\u00e4sident Donald Trump unterst\u00fctzte Politik-Neuling setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag knapp gegen den linken Senator Iv\u00e1n Cepeda durch, wie aus offiziellen Wahlergebnissen hervorging. De la Espriella kam nach Ausz\u00e4hlung fast aller Stimmen auf 49,7 Prozent, Cepeda auf 48,7 Prozent.<\/p>\n<p>Damit vollzieht das von Gewalt geplagte s\u00fcdamerikanische Land einen scharfen Rechtsruck. Der linke Amtsinhaber Gustavo Petro konnte nicht erneut antreten. Rund 41 Millionen B\u00fcrger waren zu dem Urnengang aufgerufen. Nach dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse jubelten Anh\u00e4nger von De la Espriella und schwenkten Fahnen.<\/p>\n<p>Trump hatte De la Espriella im Wahlkampf seine \u201evollst\u00e4ndige und totale Unterst\u00fctzung\u201c ausgesprochen. Zugleich warnte Trump vor Konsequenzen f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und Kolumbien bei einem Sieg des \u201eradikal-linken Marxisten\u201c Cepeda. <\/p>\n<p>\u201eIch habe gerade vor ein paar Minuten mit dem Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten gesprochen\u201c, prahlte der wahrscheinliche Wahlsieger. \u201eEr hat seine Unterst\u00fctzung, seine Anerkennung unseres Siegs zum Ausdruck gebracht.\u201c<\/p>\n<p>Der 47-j\u00e4hrige Anwalt De la Espriella <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a1cf6fc411d40cd4c74dc09\/praesidentschaftswahl-dieser-rechtslibertaere-hardliner-will-in-kolumbien-aufraeumen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a1cf6fc411d40cd4c74dc09\/praesidentschaftswahl-dieser-rechtslibertaere-hardliner-will-in-kolumbien-aufraeumen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">will bewaffnete Gruppen mit milit\u00e4rischer Gewalt bek\u00e4mpfen<\/a> und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen. Der Rechtsau\u00dfenkandidat, der sich selbst \u201eDer Tiger\u201c nennt, will ins Drogengesch\u00e4ft verwickelte Guerillagruppen auch mit Luftangriffen bek\u00e4mpfen. Au\u00dferdem will er im Kampf gegen die Kriminalit\u00e4t \u2013 \u00e4hnlich wie in El Salvador \u2013 Mega-Gef\u00e4ngnisse errichten.<\/p>\n<p>In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte De la Espriella vor der Wahl, er werde das Milit\u00e4r eine 90-t\u00e4gige Offensive mit Bombardierungen und Ausr\u00e4ucherung von Koka-Plantagen f\u00fchren lassen. Daf\u00fcr wolle er sich die Unterst\u00fctzung der USA und Israels holen. Kolumbien ist der gr\u00f6\u00dfte Kokainproduzent der Welt.<\/p>\n<p>De la Espriella, der auch die US-Staatsb\u00fcrgerschaft besitzt, war in der ersten Wahlrunde vor drei Wochen mit 44 Prozent \u00fcberraschend auf dem ersten Platz gelandet. Senator Cepeda war auf 41 Prozent gekommen.<\/p>\n<p>Die Wahl fand inmitten der schlimmsten Gewaltwelle in Kolumbien seit einem Jahrzehnt statt. Zehn Jahre nach dem historischen Friedensschluss zwischen der Regierung und der vormals m\u00e4chtigen Guerillaorganisation Farc sind in Kolumbien weiterhin <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article231467021\/Soziale-Konflikte-Warum-es-in-Kolumbien-einfach-keinen-Frieden-gibt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article231467021\/Soziale-Konflikte-Warum-es-in-Kolumbien-einfach-keinen-Frieden-gibt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">viele bewaffnete Gruppen aktiv<\/a>. Das Spektrum reicht von Abspaltungen der fr\u00fcheren Farc \u00fcber rechte paramilit\u00e4rische Gruppierungen bis hin zu Drogenbanden.<\/p>\n<p>Petro hatte sich in seiner auslaufenden vierj\u00e4hrigen Amtszeit durch Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen um eine weitere Befriedung des seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten leidenden Landes bem\u00fcht. Doch gelang ihm kein gr\u00f6\u00dferes weiteres Friedensabkommen.<\/p>\n<p>Stattdessen wurde auch der Wahlkampf von heftiger Gewalt \u00fcberschattet. So wurden mehrere Anschl\u00e4ge mit Autobomben und Drohnen ver\u00fcbt. Im Juni 2025 wurde der rechtsgerichtete Pr\u00e4sidentschaftskandidat Miguel Uribe ermordet.<\/p>\n<p>Petro, selbst ein fr\u00fcherer Guerillero, ist der erste linksgerichtete Staatschef in der Geschichte Kolumbiens. Er durfte nicht erneut kandidieren, da die kolumbianische Verfassung zwei direkt aufeinanderfolgende Amtszeiten nicht erlaubt.<\/p>\n<p>Beziehung zu USA hatte sich unter Petro verschlechtert<\/p>\n<p>Kolumbien war \u00fcber viele Jahre hinweg der wichtigste Verb\u00fcndete der USA in S\u00fcdamerika. Seit dem Amtsantritt Petros verschlechterten sich die Beziehungen jedoch. Einer der Gr\u00fcnde waren die Angriffe des US-Milit\u00e4rs auf angebliche Drogenboote in der Karibik und im \u00f6stlichen Pazifik, bei denen auch kolumbianische Staatsb\u00fcrger get\u00f6tet wurden. Kritiker stufen die Angriffe als au\u00dfergerichtliche Hinrichtungen und v\u00f6lkerrechtswidrig ein.<\/p>\n<p>afp\/saha<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"De la Espriella liegt nach Ausz\u00e4hlung fast aller Stimmen knapp vor seinem linken Kontrahenten. 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