{"id":1112710,"date":"2026-06-22T06:50:18","date_gmt":"2026-06-22T06:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1112710\/"},"modified":"2026-06-22T06:50:18","modified_gmt":"2026-06-22T06:50:18","slug":"kasachstan-und-die-eu-naechste-etappe-der-strategischen-partnerschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1112710\/","title":{"rendered":"Kasachstan und die EU: N\u00e4chste Etappe der strategischen Partnerschaft"},"content":{"rendered":"<p>\n        Die in diesem Artikel ge\u00e4u\u00dferten Meinungen sind die der Autoren und stellen in keiner Weise die redaktionelle Position von Euronews dar.\n            <\/p>\n<p>Zehn Jahre nach dem Verst\u00e4rkten Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (EPCA) von 2015 ist die EU heute Kasachstans wichtigster Handels- und Investitionspartner.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Tausende europ\u00e4ische Unternehmen sind erfolgreich in unserem Land t\u00e4tig und erwirtschaften in Europa Gewinne und Vorteile. Zugleich modernisieren und diversifizieren sie unsere Wirtschaft.<\/p>\n<p>Das war und ist ein gro\u00dfer Erfolg. Doch in einer sich rasant ver\u00e4ndernden Welt reicht er nicht aus.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Zuversicht und fester \u00dcberzeugung kehre ich nach Br\u00fcssel zur\u00fcck: Die Partnerschaft zwischen Kasachstan und der Europ\u00e4ischen Union ist heute wichtiger denn je. Deshalb m\u00fcssen wir sie ausbauen.<\/p>\n<p>Kasachstan und EU: drei gemeinsame strategische Ziele<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Kapitel unserer Zusammenarbeit sollten wir uns auf drei strategische Ziele konzentrieren: erstens die St\u00e4rkung der Widerstandsf\u00e4higkeit, zweitens den Ausbau aller Formen von Konnektivit\u00e4t und drittens die Schaffung neuer Chancen f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger.<\/p>\n<p>Das ist n\u00f6tig, denn fr\u00fchere geopolitische Annahmen gelten nicht mehr. Geografie und Macht kehren zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wieder aufflammender Wettbewerb ver\u00e4ndert Handel, Technologie und Investitionsstr\u00f6me in rasantem Tempo. Globale Lieferketten sind verwundbarer geworden. \u00dcberlegungen der nationalen Sicherheit \u00fcberlagern zunehmend Handel und wirtschaftliche Verflechtungen.<\/p>\n<p>Europa wei\u00df: In solchen Zeiten k\u00f6nnen Staaten sich in rivalisierende Bl\u00f6cke zur\u00fcckziehen. Oder sie bauen neue Partnerschaften auf, die auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Interessen beruhen.<\/p>\n<p>Auch Kasachstan wei\u00df das. Unsere Geografie liegt an der Schnittstelle der Kontinente, unsere Au\u00dfenpolitik will sie miteinander verbinden.<\/p>\n<p>Kasachstans Br\u00fcckenrolle gewinnt wirtschaftlich an Gewicht<\/p>\n<p>Diese Br\u00fcckenrolle wird zunehmend von wirtschaftlicher St\u00e4rke getragen. Im Jahr 2025 wuchs die kasachische Wirtschaft um 6,5 %, das Bruttoinlandsprodukt erreichte 306 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Laut World Economic Outlook des IWF wird es 2026 voraussichtlich mehr als 360 Milliarden US-Dollar betragen. Ein gr\u00f6\u00dferes, dynamischeres Kasachstan ist ein st\u00e4rkerer Partner f\u00fcr Europa im Herzen Eurasiens.<\/p>\n<p>Jede Reisende, jeder Reisende wei\u00df: Je ungewisser die Reise, desto wertvoller sind verl\u00e4ssliche Weggef\u00e4hrten.<\/p>\n<p>In einer Welt mit immer mehr Unsicherheiten sind Kasachstan und Europa bereits gemeinsame Weggef\u00e4hrten. Unser Ansatz in der internationalen Zusammenarbeit bleibt ausgewogen, pragmatisch und konstruktiv.<\/p>\n<p>Wir stehen weiterhin fest zur Charta der Vereinten Nationen. Wir setzen auf Dialog und die friedliche Beilegung von Konflikten. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir kennen einander.<\/p>\n<p>\u201eEnergiesicherheit ist ein klares Beispiel f\u00fcr unser gegenseitiges Vertrauen\u201c<\/p>\n<p>Verflechtung st\u00e4rkt die Widerstandsf\u00e4higkeit. Das zeigt sich beim Thema Energie, in dem Zuverl\u00e4ssigkeit strategisch immer wichtiger wird. Kasachstan liefert inzwischen fast 13 Prozent der Erd\u00f6limporte der EU und 16 Prozent ihres Natururans.<\/p>\n<p>Energiesicherheit steht damit exemplarisch f\u00fcr unser gegenseitiges Vertrauen, f\u00fcr mehr Resilienz und f\u00fcr unsere F\u00e4higkeit, auch in einer volatileren Welt zu liefern.<\/p>\n<p>Warum sollten wir das nicht auch in der Landwirtschaft erreichen? Ern\u00e4hrungssicherheit wird weltweit zu einer immer gr\u00f6\u00dferen strategischen Sorge. Kasachstan geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Getreideproduzenten und -exporteuren der Welt und bietet gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr europ\u00e4ische M\u00e4rkte, die ihre Bezugsquellen breiter aufstellen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig k\u00f6nnen europ\u00e4isches Know-how, Technologie und Investitionen bei uns eine weitergehende Verarbeitung und eine landwirtschaftliche Produktion mit h\u00f6herer Wertsch\u00f6pfung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem globalen \u00dcbergang zu nachhaltigem Wachstum, der ein bislang nicht gekanntes Engagement verlangt. Kritische Rohstoffe, erneuerbare Technologien, Energieeffizienz und neue industrielle \u00d6kosysteme bestimmen immer st\u00e4rker die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von morgen.<\/p>\n<p>Auch hier kann Kasachstan erhebliche Ressourcen und industrielles Potenzial einbringen, wenn Europa seinerseits Expertise, Technologien und Investitionen beisteuert. Beide Volkswirtschaften w\u00fcrden wachsen und widerstandsf\u00e4higer werden.<\/p>\n<p>Sichere und effiziente Verkehrswege als strategische Schlagadern<\/p>\n<p>Nach dem ersten Jahrzehnt unserer Zusammenarbeit ist es an der Zeit, die wirtschaftlichen Beziehungen weiterzuentwickeln. Statt des klassischen Modells \u201eRohstoffexport gegen Investitionen\u201c brauchen wir eine Partnerschaft, die in allen Stufen Wertsch\u00f6pfung schafft \u2013 durch moderne Verarbeitung, Technologietransfer, Forschungskooperationen und gemeinsame Unternehmen.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Konnektivit\u00e4t zeigt das. In Kasachstan wissen wir, dass sichere und effiziente Transportkorridore \u2013 wie einst die Seidenstra\u00dfe \u2013 immer strategische Schlagadern waren.<\/p>\n<p>Deshalb entwickeln wir den Mittleren Korridor zwischen Europa und Asien. Er f\u00fcgt sich nahtlos in die Global-Gateway-Strategie der EU ein.<\/p>\n<p>Doch Konnektivit\u00e4t bedeutet mehr, als Waren schneller \u00fcber Grenzen zu transportieren. Der Mittlere Korridor ist vielmehr das R\u00fcckgrat eines entstehenden Systems, das europ\u00e4ische M\u00e4rkte und Wirtschaftsmetropolen mit den Ressourcen Zentralasiens, seiner wachsenden Industrie und seinem Logistikpotenzial verbindet.<\/p>\n<p>Echte Konnektivit\u00e4t \u2013 man denke an Kan\u00e4le, Seewege und Handelsstra\u00dfen der Antike \u2013 schafft immer durch neue Chancen zus\u00e4tzlichen Wert. Sie integriert M\u00e4rkte, belebt Investitionen, f\u00f6rdert Unternehmertum und bringt Gesellschaften einander n\u00e4her. Sie nutzt Geografie f\u00fcr mehr Produktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>KI, digitale Verwaltung, Innovations\u00f6kosysteme und vertrauensw\u00fcrdige Technologien<\/p>\n<p>Darum muss unsere Partnerschaft nun auch jene Technologien umfassen, die den Wohlstand von morgen sichern. K\u00fcnstliche Intelligenz, digitale Verwaltung, Innovations\u00f6kosysteme und vertrauensw\u00fcrdige Technologien werden rasch zu zentralen Faktoren f\u00fcr wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit und nationale Resilienz.<\/p>\n<p>Kasachstan hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um ein starker digitaler Staat zu werden: durch die Digitalisierung \u00f6ffentlicher Dienstleistungen, datenbasierte Regierungsf\u00fchrung und Investitionen in k\u00fcnstliche Intelligenz.<\/p>\n<p>Wir wollen die enge Zusammenarbeit mit europ\u00e4ischen Technologieunternehmen fortsetzen, damit technologischer Fortschritt inklusiv, sicher und am Menschen orientiert bleibt.<\/p>\n<p>Vor allem muss eine wirklich strategische Partnerschaft den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern konkret zugutekommen. Wir kommen bei einem neuen Visasystem gut voran, das Reisen erleichtern und ausweiten soll und damit Studierenden, Forschenden, Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Familien auf allen Seiten sp\u00fcrbare Vorteile bringt.<\/p>\n<p>Bildung, Wissenschaft und Innovation auf ein neues Niveau heben<\/p>\n<p>Auch in Bildung, Wissenschaft und Innovation m\u00fcssen wir die Messlatte h\u00f6her legen. Kasachstans Beteiligung an Erasmus+ und Horizon Europe zeigt bereits, welches Potenzial darin steckt. Wir brauchen mehr akademische Mobilit\u00e4t und Zusammenarbeit, mehr gemeinsame Innovationen und mehr Chancen f\u00fcr junge Menschen.<\/p>\n<p>Die Zeit steht f\u00fcr niemanden still. Kasachstan geht in das n\u00e4chste Jahrzehnt seiner EU-Partnerschaft als ein Land im Aufbruch, das \u00fcberzeugt ist: Resilienz beginnt im eigenen Zuhause.<\/p>\n<p>Unsere neue Verfassung ist die erste gro\u00dfe Neuausrichtung seit der Unabh\u00e4ngigkeit. Sie spiegelt den Wunsch der n\u00e4chsten Generation wider, in einem gerechten Land zu leben, das auf Rechtsstaatlichkeit beruht und die grundlegenden Menschenrechte und Freiheiten unersch\u00fctterlich achtet und sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Sie st\u00fctzt zugleich umfassende politische und wirtschaftliche Reformen, die mehr \u00f6ffentliche Rechenschaftspflicht und effektivere Institutionen zum Ziel haben \u2013 nach der Formel \u201estarker Pr\u00e4sident, einflussreiches Parlament, rechenschaftspflichtige Regierung\u201c.<\/p>\n<p>Unsere Partner und Investorinnen und Investoren sollen in Kasachstan nicht nur neue M\u00e4rkte finden, sondern auch verl\u00e4ssliche Regeln sowie eine vorhersehbare, faire und transparente Wirtschaftsordnung.<\/p>\n<p>Das vergangene Jahrzehnt hat uns gezeigt, dass wir erfolgreich zusammenarbeiten k\u00f6nnen. Mit Blick auf die n\u00e4chsten zehn Jahre bin ich \u00fcberzeugt, dass unsere Partnerschaft greifbare Ergebnisse liefern muss.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht: Europa und Kasachstan verf\u00fcgen bereits \u00fcber die meisten Instrumente und Voraussetzungen, um ihre Partnerschaft zu vertiefen. Den Rest werden wir gemeinsam entwickeln.<\/p>\n<p>Der kasachische Pr\u00e4sident Qassym-Schomart Toqajew besucht am 22. und 23. Juni Br\u00fcssel zu Gespr\u00e4chen mit den Spitzen der EU.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die in diesem Artikel ge\u00e4u\u00dferten Meinungen sind die der Autoren und stellen in keiner Weise die redaktionelle Position&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1112711,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,937,548,663,158,3934,3935,88589,13,1128,235291,14,15,12],"class_list":["post-1112710","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-bruessel","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-euroviews","tag-headlines","tag-kasachstan","tag-kassym-schomart-tokajew","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116792435092708530","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1112710","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1112710"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1112710\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1112711"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1112710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1112710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1112710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}