{"id":1113081,"date":"2026-06-22T10:33:18","date_gmt":"2026-06-22T10:33:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113081\/"},"modified":"2026-06-22T10:33:18","modified_gmt":"2026-06-22T10:33:18","slug":"krebs-neue-studiendaten-machen-bauchspeicheldruesenkrebs-patienten-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113081\/","title":{"rendered":"Krebs: Neue Studiendaten machen Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs-Patienten Hoffnung"},"content":{"rendered":"<p>Hoffnung f\u00fcr Pankreaskarzinom-Patienten: Ein neuartiger Wirkmechanismus hat sich bei einer bestimmten Gruppe als deutlich effektiver erwiesen als eine Chemotherapie. Experten hoffen auf eine schnelle Zulassung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs geh\u00f6rt zu den gef\u00e4hrlichsten Tumorerkrankungen \u00fcberhaupt. H\u00e4ufig bleibt er lange unbemerkt, weil er zun\u00e4chst keine oder nur unspezifische Beschwerden verursacht. Wenn die Diagnose gestellt wird, hat der Krebs bei vielen Betroffenen bereits gestreut und Metastasen gebildet. Die Behandlung ist dann meist nicht mehr auf Heilung ausgerichtet, sondern darauf, das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen, Beschwerden zu lindern und Lebenszeit zu gewinnen. <\/p>\n<p>F\u00fcr Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom k\u00f6nnten nun neue Studiendaten Hoffnung bedeuten. In einer Phase-III-Studie \u00fcberlebten Erkrankte, die mit dem neuen Wirkstoff Daraxonrasib behandelt wurden, doppelt so lange wie Patienten, die eine Chemotherapie erhielten. Die Ergebnisse sollen an diesem Montag beim Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology vorgestellt und zeitgleich im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2605555\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2605555&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eNew England Journal of Medicine\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Professor Dieter Saur vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg sieht in der Studie \u201eeine der wichtigsten klinischen Entwicklungen beim metastasierten Pankreaskarzinom seit vielen Jahren\u201c. Dietrich Ruess, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Oberarzt und Leiter des zertifizierten Pankreaskarzinomzentrums am Universit\u00e4tsklinikum Freiburg, spricht sogar von einem \u201erevolution\u00e4ren\u201c Durchbruch. <\/p>\n<p>In die Studie wurden 500 bereits vorbehandelte Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs aufgenommen. Sie erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder Daraxonrasib oder eine Chemotherapie. Bei der gro\u00dfen Mehrheit der Teilnehmer lag eine sogenannte RAS-G12-Mutation vor, bei den \u00fcbrigen andere RAS-Mutationen. Gerade diese genetischen Ver\u00e4nderungen spielen beim Pankreaskarzinom eine zentrale Rolle: Bei etwa 90 Prozent der Tumoren finden sich Mutationen im RAS-Gen.<\/p>\n<p>RAS-Gene steuern normalerweise wichtige Wachstums- und Teilungsprozesse in Zellen. Kommt es zu bestimmten Mutationen, kann das entsprechende Protein dauerhaft aktiv bleiben. Dadurch werden Signale ausgel\u00f6st, die Tumorwachstum beg\u00fcnstigen. Daraxonrasib geh\u00f6rt zu einer neuen Gruppe sogenannter RAS-ON-Inhibitoren. Anders als bisherige RAS-Hemmer, die meist nur gegen einzelne Mutationsformen gerichtet sind, soll der Wirkstoff mehrere RAS-Varianten erfassen.<\/p>\n<p>Deutlich l\u00e4ngere \u00dcberlebenszeit<\/p>\n<p>Die nun vorgelegten Daten fallen deutlich aus. In der Untergruppe der Patienten mit RAS-G12-Mutation lag das Gesamt\u00fcberleben unter Daraxonrasib bei 13,2 Monaten. In der Vergleichsgruppe mit Chemotherapie waren es 6,6 Monate. Auch die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung verl\u00e4ngerte sich: Unter dem neuen Medikament blieben die Betroffenen im Median 7,3 Monate progressionsfrei, unter Chemotherapie 3,5 Monate. In der Gesamtauswertung der Studie zeigten sich laut den Autoren sehr \u00e4hnliche Ergebnisse.<\/p>\n<p>Auch bei den Nebenwirkungen schnitt Daraxonrasib in der Studie g\u00fcnstiger ab als die Chemotherapie. Zwar traten Nebenwirkungen bei allen Patientinnen und Patienten in der Daraxonrasib-Gruppe auf, aber schwere Nebenwirkungen waren seltener als unter Chemotherapie. Sie wurden bei 61,8 Prozent der mit Daraxonrasib Behandelten beobachtet, verglichen mit 69,6 Prozent in der Chemotherapie-Gruppe. <\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig ist der Unterschied bei Therapieabbr\u00fcchen: Nur 1,2 Prozent der Patienten brachen die Behandlung mit Daraxonrasib wegen Nebenwirkungen ab, bei der Chemotherapie waren es 11,2 Prozent.<\/p>\n<p>F\u00fcr Betroffene mit metastasiertem Pankreaskarzinom w\u00e4ren diese Ergebnisse klinisch bedeutsam. In diesem Krankheitsstadium sind die therapeutischen M\u00f6glichkeiten begrenzt, und die Prognose ist weiterhin ung\u00fcnstig. Nach Angaben f\u00fcr Deutschland erkrankten im Jahr 2023 knapp 20.000 Menschen neu an Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs. Nur etwa jeder zehnte Betroffene lebt f\u00fcnf Jahre nach der Diagnose noch.<\/p>\n<p>Professor Thomas Seufferlein vom Universit\u00e4tsklinikum Ulm, der an der Studie beteiligt war, rechnet damit, dass das Medikament zugelassen wird.  Ob und wann Daraxonrasib regul\u00e4r verf\u00fcgbar sein wird, h\u00e4ngt von den Zulassungsbeh\u00f6rden ab.\u201eDas Problem ist, wie wir jetzt mit unseren Patienten kommunizieren. Die Daten sind in der Welt, das Medikament ist aber zumindest in Deutschland aktuell nicht verf\u00fcgbar\u201c, sagt Seufferlein. <\/p>\n<p>F\u00fcr die USA sei ein sogenannter Compassionate-Use-Zugang geplant, also eine Anwendung vor der Zulassung in bestimmten Einzelf\u00e4llen.  \u201eWir hoffen, dass dies auch zeitnah in Europa umgesetzt wird, um die Zeit bis zur Zulassung zu \u00fcberbr\u00fccken\u201c, so Seufferlein. Der Hersteller plant Zulassungsantr\u00e4ge in den USA und weltweit.<\/p>\n<p>Sollten sich die Ergebnisse best\u00e4tigen und die Beh\u00f6rden den Nutzen positiv bewerten, k\u00f6nnte Daraxonrasib die Behandlung eines Teils der Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom ver\u00e4ndern. Zugleich d\u00fcrfte der Wirkstoff auch \u00fcber diese Krebsart hinaus Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Da RAS-Mutationen bei vielen Tumorarten eine wichtige Rolle spielen, ist zu erwarten, dass Daraxonrasib auch in weiteren klinischen Studien gepr\u00fcft wird.<\/p>\n<p>dia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hoffnung f\u00fcr Pankreaskarzinom-Patienten: Ein neuartiger Wirkmechanismus hat sich bei einer bestimmten Gruppe als deutlich effektiver erwiesen als eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1113082,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[134],"tags":[188580,175,170,169,29,30,89308,171,174,235435,45,173,172],"class_list":["post-1113081","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-bauchspeicheldruese-ks","tag-business","tag-companies","tag-companies-markets","tag-deutschland","tag-germany","tag-krebserkrankungen-ks","tag-markets","tag-maerkte","tag-pankreas","tag-texttospeech","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116793311762458577","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113081","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1113081"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113081\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1113082"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1113081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1113081"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1113081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}