{"id":1113281,"date":"2026-06-22T12:32:14","date_gmt":"2026-06-22T12:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113281\/"},"modified":"2026-06-22T12:32:14","modified_gmt":"2026-06-22T12:32:14","slug":"leserbriefe-zur-bahn-anschluss-an-europa-verloren-ihre-sz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113281\/","title":{"rendered":"Leserbriefe zur Bahn: Anschluss an Europa verloren &#8211; Ihre SZ"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/deutsche-bahn-frankreich-schweiz-europa-li.3491083\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eRaketen auf Schienen\u201c<\/a> vom 6.\/7. Juni:<\/p>\n<p>Jahrzehntelanges Missmanagement<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als ehemaliger Bahner, also ein Mitarbeiter, welcher hinter der Funktionalit\u00e4t und P\u00fcnktlichkeit unabdingbar stand, liegt es mir am Herzen, die wahren Gr\u00fcnde zum Zustand der Bahn darzulegen.\u00a0Einem in \u00fcber 100-j\u00e4hrigem Betrieb gewachsenen Organismus, in dem jedem Mitarbeiter die Zuverl\u00e4ssigkeit das Wichtigste war, sollte eine Privatisierung \u00fcbergest\u00fclpt werden, um von betriebsfernen Managern zu einem gewinnbringenden Konzern zu wachsen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mit der Folge, dass Schrottbeton in Schwellen verbaut wurde, um Geld zu sparen, dass ein gro\u00dfer Teil der Weichen ausgebaut wurde, um die aufwendige Wartung zu sparen, mit der Folge, unbefahrbaren Strecken nicht mehr ausweichen zu k\u00f6nnen. Allein dieses Managementversagen kostete die Bahn nicht nur Geh\u00e4lter und Bonuszahlungen f\u00fcr Missmanagement, sondern auch unglaublich hohe Milliardensummen f\u00fcr die Beseitigung der Sch\u00e4den, die daraus folgenden Versp\u00e4tungen und Streckensperrungen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Jeder Handwerker und Arbeiter muss sich f\u00fcr schlechte Arbeit verantworten. In Managerkreisen erh\u00f6ht der eine Manager dem anderen die Geh\u00e4lter mittels Bonuszahlungen vor der Entlassung.\u00a0Dieses Bild, ich werde es nicht j\u00e4mmerlich nennen, auch nicht Geldverbrennen oder Unf\u00e4higkeit, stellt die deutsche Wirtschaft dar.\u00a0Manager \u00fcbernehmen das Ruder ohne Steuerung und Wissen \u00fcber die Produkte der einzelnen Branchen. Als Folge droht Stellenabbau, Produktionsverlagerung, Einsparung von Know-how, da kurzfristig Bares beschafft werden muss. Langfristig beseitigt dieses Vorgehen ganze Industrien.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Um aus diesem wirtschaftspolitischen Irrsinn zu entkommen, gibt es eigentlich nur einen vern\u00fcnftigen Schluss. Bahn-Chefin Palla hat es vorgemacht. Sch\u00e4den durch Manager gering halten, indem diese ihren Hut nehmen m\u00fcssen. Hierdurch ist wieder Geld f\u00fcr sinnvolle Investition frei, die Wirtschaft hat die M\u00f6glichkeit, neu zu erbl\u00fchen und Geldverschwendung zu verringern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Christian B\u00f6hme, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Kein europ\u00e4isches Mandat<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vielen Dank f\u00fcr den umfassenden Beitrag zum Schienenpersonenverkehr.\u00a0Leider muss ich hinsichtlich der Erwartung eines kommenden Qualit\u00e4tssprungs viel Wasser in den Wein gie\u00dfen.\u00a0Woher k\u00f6nnte denn eine solche Verbesserung kommen?\u00a0Die Europ\u00e4ische Union hat kein Mandat zum Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) \u2013 sie kann sich lediglich f\u00fcr den Ausbau der Schieneninfrastruktur einbringen (und Finanzzusch\u00fcsse leisten) \u2013 und f\u00e4llt in dieser Hinsicht als gestaltender Akteur aus, um klimafreundliche Fernz\u00fcge in Europa als Alternative zu klimabelastenden Fl\u00fcgen auf die Schiene zu bringen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Hinzu kommt, und erschwerend f\u00fcr das Einrichten eines \u00fcberzeugenden Systems von grenz\u00fcberschreitenden Fernverkehrsz\u00fcgen, dass die EU-Kommission seit Jahrzehnten die Liberalisierung als h\u00f6chste Priorit\u00e4t und Dogma hat (dies gilt f\u00fcr die Elektrizit\u00e4tsversorgung wie auch f\u00fcr den Schienenverkehr). F\u00fcr sie ist also der Markt der optimale Gestalter der Verkehrsangebote, und dies ist die aktuelle Realit\u00e4t im SPFV. Doch \u00fcber den Markt entsteht kein System von Zuglinien (wie etwa ein Deutschlandtakt). Es bedarf daf\u00fcr zentraler Planung, und in diesem Fall eines Aufgabentr\u00e4gers f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Fernz\u00fcge. Ein solcher Aufgabentr\u00e4ger ist derzeit in der EU au\u00dfer Reichweite, auch weil es in Deutschland \u2013 trotz Artikel 87e, Absatz 4 GG \u2013 noch keinen f\u00fcr den SPFV gibt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr ein deutlich besseres Angebot an grenz\u00fcberschreitenden Fernz\u00fcgen in Europa (etwa im Sinne eines Europataktes) bedarf es struktureller \u00c4nderungen in der Europ\u00e4ischen Union, welche sich derzeit nicht abzeichnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dr. Manfred Treber,\u00a0Edenkoben<\/p>\n<p>Fehlender Diskurs<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Bahn w\u00fcrde als Indiz f\u00fcr den Zustand des Landes gesehen, schreibt Nils Minkmar. Journalistische Texte \u00fcber die Bahn sind jedoch gleichfalls ein Indiz\u00a0\u2013 f\u00fcr den Zustand der Meinungsbildung in diesem Land.\u00a0 Als Kunde der Bahn qu\u00e4len mich Unzuverl\u00e4ssigkeit, Schmutz und Arbeitsbedingungen des Personals. Als B\u00fcrger des Landes leide ich unter der Qualit\u00e4t der Diskussion um die Misere der Bahn. So erfahre ich im genannten Artikel neben einigen Symptomen, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/frankreich-eleganz-tgv-kleiderordnung-mitarbeiter-li.3452262\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dass die franz\u00f6sischen Reisenden besser gekleidet sind<\/a> und am Sitzplatz weniger telefonieren; eine andere Art der Bahnfinanzierung wird knapp benannt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ich vermisse jedoch eine Diskussion dar\u00fcber, dass es ja wohl die in den letzten drei Jahrzehnten getroffenen politisch-administrativen Weichenstellungen waren, die die Bahn aufs Abstellgleis gefahren haben. Ich bedauere, dass das Stellwerk-Personal aus Politik und Management nicht kritisch befragt wird. Mir fehlt eine Auseinandersetzung \u00fcber die polit\u00f6konomische Weltsicht, die die Entscheidungstr\u00e4ger auf diese Schiene gesetzt hat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">30 Jahre Bahn-Reform! Wenn Sie heute in der \u201eTagesschau\u201c-App lesen: \u201eMerz fordert Sozialreformen\u201c\u00a0\u2013 Entschuldigen Sie die Laber-Frage, aber: Was macht das mit Ihnen? Verursacht das bei Ihnen auch dieses Gef\u00fchl zwischen Panik und Abscheu?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nils Minkmar hat recht. Der Zustand der Bahn ist ein bedr\u00fcckendes Indiz f\u00fcr den des Landes. Die Weltsicht der Entscheidungstr\u00e4ger f\u00fchrt Schul-, Renten-, Pflege-, Gesundheitssystem, Wasser- und Energieversorgung auf den gleichen Holzweg. Nur: Dar\u00fcber fehlt ein breiter Diskurs in den Medien und unter uns B\u00fcrgern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Klaus F\u00fcller,\u00a0Kassel<\/p>\n<p>Das franz\u00f6sische Schienennetz<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Sie haben sch\u00f6n deutlich gemacht, wie verschlafen das deutsche Bahnnetz im Gegensatz zum franz\u00f6sischen ist. Seit Herr Mehdorn die DB an die B\u00f6rse bringen wollte, wurde nur eingespart und nicht investiert.\u00a0Was allerdings in Ihrem Artikel zu kurz kommt, ist der Hinweis darauf, dass das Hochgeschwindigkeitsnetz in Frankreich ein eigenes Netz ist, was dazu f\u00fchrt, dass in kleineren St\u00e4dten aufgrund der optimierten Streckenf\u00fchrung die TGV-Bahnh\u00f6fe ein gutes St\u00fcck au\u00dferhalb liegen (Avignon, Nimes, Valence zum Beispiel), wo man in TER-Z\u00fcge (Regionalbahn) umsteigen muss, um ins Stadtzentrum zu gelangen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Au\u00dferdem wird man bei der Online-Buchung \u00fcber Paris gef\u00fchrt, wenn man von Barcelona nach Genf fahren m\u00f6chte. Da ist es g\u00fcnstiger, mit dem AVE (Spaniens Schnellzug) nach Valence zu fahren und dort im normalen Bahnhof den TER nach Genf zu nehmen. Besonders eindrucksvoll ist, dass im AVE wie im TGV nur Sitzpl\u00e4tze verkauft werden und in jedem Wagen eine Zugbegleiterin beziehungsweise ein Zugbegleiter ansprechbar ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Hans Heitmann, Bremen<\/p>\n<p>Hinweis<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Leserbriefe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leserbriefe<\/a> sind in keinem Fall Meinungs\u00e4u\u00dferungen der Redaktion, sie d\u00fcrfen gek\u00fcrzt und in allen Ausgaben und Kan\u00e4len der S\u00fcddeutschen Zeitung, gedruckt wie digital, ver\u00f6ffentlicht werden, stets unter Angabe von Vor- und Nachname und des Wohnorts. Schreiben Sie Ihre Beitr\u00e4ge unter Bezugnahme auf die jeweiligen SZ-Artikel an forum@sz.de. Bitte geben Sie f\u00fcr R\u00fcckfragen Ihre Adresse und Telefonnummer an. Postalisch erreichen Sie uns unter S\u00fcddeutsche Zeitung, Forum &amp; Leserdialog, Hultschiner Str. 8, 81677 M\u00fcnchen, per Fax unter 089\/2183-8530.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eRaketen auf Schienen\u201c vom 6.\/7. 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