{"id":1113402,"date":"2026-06-22T13:44:39","date_gmt":"2026-06-22T13:44:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113402\/"},"modified":"2026-06-22T13:44:39","modified_gmt":"2026-06-22T13:44:39","slug":"eine-performance-rund-um-das-schifferklavier-im-pina-bausch-zentrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113402\/","title":{"rendered":"Eine Performance rund um das \u201eSchifferklavier\u201c im Pina Bausch Zentrum"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Noch in vier weiteren St\u00e4dten w\u00fcrde das Projekt sich auf Tour pr\u00e4sentieren: Ein zum Jahresanlass formiertes Kollektiv um die Wuppertaler Akkordeonistin Ute V\u00f6lker (\u201ePartita Radicale\u201c) tritt in jeder davon auf ans\u00e4ssige Ensembles.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Reizvoll, auch ungewohnt waren die Facetten, die das Programm im Foyer an der Bundesallee aufbot. Wenn auch nicht alle: Shantys waren sicher bewusst nicht dabei \u2013 die Begleitung zu Matrosenhits d\u00fcrfte eine der bekanntesten Verwendungen sein. Passend ist \u201eSchifferklavier\u201c ein beliebter Ausdruck, der freilich der Varianz nicht gerecht wird. Wie die Projektseite betont, hat sich das Instrument seit den Achtzigerjahren auch \u201eeinen festen Platz in zeitgen\u00f6ssischer und klassischer Musik erarbeitet\u201c. Zum Feierjahr nur gerecht war da der Beschluss, die weniger pr\u00e4senten Aspekte in den Sinn zu rufen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Genauer: in mehrere Sinne \u2013 denn Teil eins bot eine waschechte Performance mit Schauwert, einstudiert durch Thusnelda Mercy vom Tanztheater. Gespielt wurde eine eigens komponierte Arbeit des uruguayischen Komponisten Osvaldo Bud\u00f3n. Etwa im Jahr 2018 gab es zwischen ihm und V\u00f6lker schon Kooperationen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bewegung durch den Raum z\u00e4hlte denn auch zu den ungewohnten Aspekten: Gut zwanzig Akteure, meist Akteurinnen pr\u00e4sentierten die \u201eZiehharmonika\u201c auf amorph-atmosph\u00e4rische Art.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schreiten, wenden, Platz nehmen, aufstehen: In diesem Stil entsponn sich optisch das Gesamtbild. Mal nahmen zwei Platz und wurden kurz zum Duo, dann wurde es auch musikalisch gern pointiert: Robust und regelrecht laut lie\u00df man sich dann mal vernehmen. Generell war es ein loses daherkommendes Zusammenspiel, das Lautgrenzen auslotete \u2013 und nicht zuletzt ein Aha-Erlebnis bot: Klangen die Akkordeons in ihren Klangpotenzialen nicht fast wie ein Sinfonieorchester?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der mittlere Teil war der gewisserma\u00dfen Wuppertaler Part, auch wenn die Premierenliste weitere Teilnehmer verzeichnete (1. Essener Akkordeonorchester, Ensemble \u201ecisis\u201c Bochum, Akkordeonorchester Ruhr). \u201eVillakkordeon\u201c, das im Jahr 1993 gegr\u00fcndet wurde, tritt oft im Unterbarmer Kulturzentrum Immanuel etwa mit zeitlosen Klassikern auf.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hier fand sich H\u00fcbsch-Handhabbares auch ohne Maritimes: Melodisch und rhythmisch, auch zum Mitwippen bis hin zum Swing war nun zu h\u00f6ren. Den Reigen er\u00f6ffnete ein Bekenntnis zur Region: das \u201eBergische Heimatlied\u201c. Wenn das Projekt demn\u00e4chst etwa in Essen Station macht \u2013 vielleicht wird der dortige Lokalakteur das \u201eSteigerlied\u201c w\u00e4hlen? Und ja: Ohne derlei nahbare Anteile w\u00fcrde einer Gesamt-W\u00fcrdigung des Akkordeons trotz allem etwas fehlen. <br \/>Nur punktuell und eher wohl ironisch war in Teil eins auch Popul\u00e4res eingebaut \u2013 ein-, zweimal huschten f\u00fcr Sekunden T\u00f6ne aus \u201eO Tannenbaum\u201c ins ansonsten abstrakt-komplexe Klanggeb\u00e4ude \u2013 vielleicht auch als witziger Gru\u00df in Richtung der drau\u00dfen betr\u00e4chtlichen Abendhitze.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nebenher konnte man sich im Verlauf des Abends zum Instrument manches bewusst machen. Anders als beim Klavier, so sehr sich beide Tastaturen \u00e4hneln, hat doch der Akkordeonist alles direkt am Leib, auch den \u201eKlangk\u00f6rper\u201c \u2013 unter den Fingern, aber auch um die Schultern oder auf dem Scho\u00df. Der \u201eaccord\u201c, die Angleichung, steckt im Wort und wird im Spiel konkret h\u00f6rbar \u2013 \u00e4hnlich wie die Harmonie im volkst\u00fcmlichen Synonym. Und auch dass dieses, also \u201eZiehharmonika\u201c, auch im ersten Wortbestandteil von praktischer Bedeutung ist, war heute, neben h\u00f6r- zudem sichtbar: Gegen Ende sah man eine der Musikerinnen sitzend ihr Ger\u00e4t gemessen auseinanderziehen, langsam, fast langwierig \u2013 als wolle sie die Dauer bis zur Maximalbreite des Blasebalgs maximal auskosten. Ein Klingen, dessen Andauern man selbst erzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch in vier weiteren St\u00e4dten w\u00fcrde das Projekt sich auf Tour pr\u00e4sentieren: Ein zum Jahresanlass formiertes Kollektiv um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1113403,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[139974,187228,177589,210906,14142,10614,3364,29,30,25414,8255,1209,14141,235503,8980,189852,23677,4418,6226,2036],"class_list":["post-1113402","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-akkordeon","tag-akkordeonist","tag-akkordeonistin","tag-akkordeonorchester","tag-bausch","tag-bewusst","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-instrument","tag-klavier","tag-nordrhein-westfalen","tag-pina","tag-schifferklavier","tag-tritt","tag-villakkordeon","tag-volker","tag-wuppertal","tag-wuppertaler","tag-zug"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116794062734236039","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1113402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1113403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1113402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1113402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1113402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}