{"id":1113615,"date":"2026-06-22T15:40:19","date_gmt":"2026-06-22T15:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113615\/"},"modified":"2026-06-22T15:40:19","modified_gmt":"2026-06-22T15:40:19","slug":"hauptversammlung-porsche-ag-fonds-manager-sieht-einen-scherbenhaufen-aber-glaubt-an-neuen-porsche-chef","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113615\/","title":{"rendered":"Hauptversammlung Porsche AG: Fonds-Manager sieht einen \u201eScherbenhaufen\u201c, aber glaubt an neuen Porsche-Chef"},"content":{"rendered":"<p>Ingo Speich von der Deka Investment kritisiert den Stuttgarter Sportwagenhersteller scharf. Gleichzeitig sieht er auch Lichtblicke und setzt auf den neuen CEO Michael Leiters.<\/p>\n<p> \u201eWir Aktion\u00e4re blicken heute auf <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Porsche\" title=\"Porsche\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Porsche<\/a> und sehen einen Scherbenhaufen&#8220; \u2013 mit dieser drastischen Kritik geht Ingo Speich von der Deka Investment in die virtuelle Porsche-<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Hauptversammlung\" title=\"Hauptversammlung\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hauptversammlung<\/a> am Dienstag, 23. Juni. In seiner Rede, die unserer Zeitung vorab vorliegt, sieht der Fonds-Manager f\u00fcr die Sparkassen trotz der \u00fcblichen Sch\u00e4rfe auch Hoffnungsschimmer: mit dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Porsche_911\" title=\"Porsche 911\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Porsche 911<\/a> und dem CEO Michael Leiters.<\/p>\n<p>Die Porsche-Aktie habe sich seit dem B\u00f6rsengang im Herbst 2022 dramatisch entwickelt: 55 Prozentpunkte schlechter als der Branchenindex Stoxx, 144 Prozentpunkte schlechter als der Dax. Dies sei kein Zufall, so Speich, \u201esondern das Resultat klar verfehlter Zielsetzungen, unzureichender Steuerung und einer Governance, die zu lange nicht eingegriffen hat.&#8220;<\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/China\" title=\"China\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> ist der Absatz von Porsche eingebrochen <\/p>\n<p>Damit zielt Speich auch auf die Doppelbelastung des fr\u00fcheren Porsche-Chefs <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Oliver_Blume\" title=\"Oliver Blume\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oliver Blume<\/a> ab, der bis Ende 2025 sowohl den Sportwagenhersteller aus <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart-Zuffenhausen\" title=\"Stuttgart-Zuffenhausen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart-Zuffenhausen<\/a> f\u00fchrte als auch die Hauptmarke <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Volkswagen\" title=\"Volkswagen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Volkswagen<\/a>. Dies hatte nach Ansicht von Speich \u201evorhersehbare Folgen f\u00fcr Fokus, Geschwindigkeit und Entscheidungsqualit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Drei Kernziele, die Porsche zum B\u00f6rsenstart \u201eals wachstumsstarkes, hochprofitables Luxusunternehmen positionieren sollten\u201c, seien nicht nur verfehlt, sondern h\u00e4tten sich deutlich ins Gegenteil verkehrt. Dazu z\u00e4hlt Speich das Wachstum der Porsche AG, vor allem auf dem so wichtigen chinesischen Markt. 2022 verkaufte Porsche dort noch 93.286 Autos, im Gesch\u00e4ftsjahr 2025 waren es noch 41.938.<\/p>\n<p>Auch die Profitabilit\u00e4t nahm eine Kehrtwende: Stellte der fr\u00fchere CEO noch eine operative Gewinnmarge jenseits der 20 Prozent in Aussicht, lag diese im ersten Quartal dieses Jahres bei 7,1 Prozent. Selbst, so Speich, wenn man den Betrag um Z\u00f6lle und Einmaleffekte bereinigen w\u00fcrde, l\u00e4ge die Marge bei etwa 11 Prozent.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem steht der Strategieschwenk bei der E-Mobilit\u00e4t im Fokus. Bis 2030 sollten 80 Prozent aller verkauften Fahrzeuge elektrisch sein \u2013 ein Ziel, das der damalige Porsche-Chef Oliver Blume vergangenes Jahr wieder einkassierte. Im vergangenen Gesch\u00e4ftsjahr lag der E-Anteil bei nur 26 Prozent. Und erst k\u00fcrzlich stellte der neue CEO Michael Leiters klar: Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgarter-sportwagenbauer-porsche-chef-michael-leiters-911er-wird-es-nicht-elektrisch-geben.f7787065-e672-46db-ab78-19c93fac7756.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sportwagen-Ikone 911 werde es nicht als reines E-Auto geben<\/a>.<\/p>\n<p>Fonds-Manager: \u201eHerr Leiters, Sie sind der richtige Mann\u201c <\/p>\n<p>Speich zeigt zwar Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den R\u00fcckzug von den Elektro-Zielen; die Nachfrage sei schw\u00e4cher als erwartet, E-Autos weniger profitabel. Doch er warnt: \u201eWenn Porsche auf absehbare Zeit keine ausreichenden Skaleneffekte im Elektrobereich erzielt, droht ein struktureller Wettbewerbsnachteil&#8220;, sollte sich der Markt in den kommenden Jahren Richtung E-Mobilit\u00e4t verschieben.<\/p>\n<p>Doch Speich sieht auch Hoffnungsschimmer: Der neue CEO Leiters sei \u201eder richtige Mann&#8220; f\u00fcr die Sanierung. \u201eDie Marke Porsche ist intakt\u201c und verf\u00fcge \u00fcber eine enorme Stahlkraft. Und die Verkaufszahlen des 911er seien so gut wie seit 2010 nicht mehr \u2013 und das ohne Rabattschlachten.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.c09d54f7-cff4-4bf8-bfac-b15347acd009.original1024.media.jpeg\"\/>     Michael Leiters ist seit Anfang 2026 Chef der Porsche AG &#8211; und kehrte damit an seine fr\u00fchere Wirkungsst\u00e4tte zur\u00fcck. Von 2000 bis 2014 arbeitete er bereits bei Porsche &#8211; unter anderem drei Jahre lang als Assistent des damaligen Chefs Wendelin Wiedeking.    Foto: Bernd Wei\u00dfbrod\/dpa    <\/p>\n<p>Am Ende verdichte sich alles auf eine \u201eeinfache aber zentrale Frage: Was soll Porsche sein? Ein Volumenhersteller \u2013 oder ein echtes Luxusg\u00fcterunternehmen? Masse oder Klasse?&#8220; Beides zusammen werde auf Dauer nicht funktionieren, der Kapitalmarkt brauche klare Antworten.<\/p>\n<p> Porsche plant mit niedrigeren Kapazit\u00e4ten <\/p>\n<p>Leiters hat bereits erste Weichen gestellt: \u201eWir planen f\u00fcr die Zukunft mit niedrigeren Kapazit\u00e4ten&#8220;, sagte er der \u201eFAZ&#8220;. Porsche m\u00fcsse auch mit weniger Autos Geld verdienen. Das d\u00fcrfte den Fonds-Manager freuen. Weniger Volumen daf\u00fcr h\u00f6here Exklusivit\u00e4t und h\u00f6here Preise seien aus Sicht der Deka Investment richtig \u2013 und sollten konsequent umgesetzt werden. Die umfassende strategische Ausrichtung der Porsche AG, die \u201eStrategie 2035&#8243;, will der CEO im Oktober am Kapitalmarkttag pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Obwohl Speichs Kritik scharf ist, bleibt sie symbolisch \u2013 die Deka hat, wie alle anderen Fonds-Manager und Kleinaktion\u00e4re, kein Stimmrecht. Eine Besonderheit bei Porsche: Alle Stammaktien mit Stimmrecht liegen bei der Volkswagen AG und der Porsche SE. Die 455,5 Millionen an der B\u00f6rse gehandelten Vorzugsaktien haben kein Stimmrecht \u2013 erhalten daf\u00fcr aber eine minimal h\u00f6here Dividende (1,01 statt 1 Euro).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ingo Speich von der Deka Investment kritisiert den Stuttgarter Sportwagenhersteller scharf. 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