{"id":1113771,"date":"2026-06-22T17:08:16","date_gmt":"2026-06-22T17:08:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113771\/"},"modified":"2026-06-22T17:08:16","modified_gmt":"2026-06-22T17:08:16","slug":"konzert-der-lebensfluss-als-kunstgenuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1113771\/","title":{"rendered":"Konzert: Der Lebensfluss als Kunstgenuss"},"content":{"rendered":"<p>Die lebende Legende Martha Argerich brilliert bei ihrem Festival in der Laeiszhalle mit dem Klavierkonzert Nr. 1 von Ludwig van Beethoven, begleitet von den Symphonikern Hamburg unter Leitung von Sylvain Cambreling. Zwei weitere Stars bereicherten das dreiteilige Konzertereignis.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Martha Argerich sitzt am Fl\u00fcgel auf der B\u00fchne der Laeiszhalle und scheint den Lebensfluss selbst angezapft zu haben, wenn sie das Klavierkonzert Nr. 1 in C-Dur von Ludwig van Beethoven spielt. Da quellen und perlen die L\u00e4ufe mit der Brillanz von im Sonnenschein glitzernden Wassertropfen, flie\u00dfen auch mal etwas langsamer, etwas melancholischer, wo das Flussbett sich weitet, dann sprudeln sie wieder aufgeregt an Hindernissen vorbei und ergie\u00dfen sich ein ums andere Mal in kleinen Wasserf\u00e4llen in den n\u00e4chsten Abschnitt des alles mit sich rei\u00dfenden Stromes. Dessen Ufer aber bestehen aus nicht weniger als einem ganzen Orchester, das der gl\u00e4nzenden Interpretation der weltber\u00fchmten Virtuosin einen Rahmen bietet. <\/p>\n<p>Sylvain Cambreling leitet den Abend mit starker Hand<\/p>\n<p>Begleitet wird die argentinisch-schweizerische Pianistin von den Symphonikern Hamburg unter Leitung des franz\u00f6sischen Dirigenten Sylvain Cambreling, der das letzte Philharmonische Konzert der Saison just am zweiten Abend des Martha Argerich Festivals leitet. Cambreling hat dem Orchester aus Anlass beider Events ein wundervolles Programm auf den Klangk\u00f6rper geschrieben \u2013 und h\u00e4lt den Abend mit starker Hand und klaren Akzenten zusammen. <\/p>\n<p>Vor dem Beethoven mit der mittlerweile 85-j\u00e4hrigen Pianistin, die auf der H\u00f6he ihres Schaffens alles aus diesem Werk herausholt und noch einiges von ihrem Charisma hinzuf\u00fcgt, erklingt an diesem Abend das Doppelkonzert a-Moll von Johannes Brahms mit zwei gl\u00e4nzenden Solisten. Der in New York lebende Stargeiger Gil Shaham zankte und harmonierte musikalisch auf seiner Stradivari \u201eGr\u00e4fin Polignac\u201c \u2013 wie im gl\u00e4nzend vorgetragenen \u201eVers\u00f6hnungswerk\u201c vorgesehen \u2013 hervorragend mit dem f\u00fchrenden japanischen Cellisten Dai Miyata, was beiden sichtlich Vergn\u00fcgen bereitete.<\/p>\n<p>Gegl\u00fcckter, bedr\u00fcckender Bart\u00f3k zum Schluss<\/p>\n<p>Zum Abschluss des dreiteiligen Programms holten Cambreling und die Symphoniker das entr\u00fcckte Publikum dann zur\u00fcck in die Gegenwart. Mit B\u00e9la Bart\u00f3ks Konzert f\u00fcr Orchester aus dem Jahr 1943, seinem dunkel dr\u00e4uenden, letzten Werk, dem der Zweite Weltkrieg ebenso eingeschrieben ist wie das Wissen um den eigenen, sich mit schwerer Krankheit ank\u00fcndigenden Tod. Da gibt es einige gef\u00fchlte Parallelen zum russischen Krieg gegen die Ukraine, zu den Raketen im Nahen Osten, die einschlagen und t\u00f6ten. Den Symphonikern gelang hier mit einer geschlossenen Orchesterleistung ein runder Abschluss von bedr\u00fcckender Aktualit\u00e4t. Cambreling meisterte den Abend hochkonzentriert, bew\u00e4ltigte die F\u00fclle und die Kontraste ausgesprochen souver\u00e4n. <\/p>\n<p>Die Zugaben verliehen dem Ereignis zus\u00e4tzliche Farben. Gil Shahm und Dai Miyata vertieften ihre gemeinsame Unterhaltung mit der Passacaglia in g-Moll von Johan Halvorsen. Der norwegische Geiger und Komponist baute anspruchsvolle Doppelgriffe in seine virtuose, freie Bearbeitung eines Themas von H\u00e4ndel ein, die das Werk zu einem beliebten und technisch schwierigen Duett macht. Martha Argerich erfreute mit der Zugabe \u201eVon fremden L\u00e4ndern und Menschen\u201c aus den \u201eKinderszenen\u201c von Robert Schumann. <\/p>\n<p>Das Konzert im TV und das weitere Argerich-Festival<\/p>\n<p>Die lebende Legende setzt ihr Festival mit vielen K\u00fcnstlerfreunden in mehr als einem Dutzend Konzerten noch bis zum 30. Juni fort. Ein besonderes Highlight ist ein Beethoven-Projekt \u00fcber f\u00fcnf Abende, an denen der Violinist Maxim Vengerov gemeinsam mit Argerich alle Violinsonaten spielt. Die beiden werden das Projekt 2027 gemeinsam in der New Yorker Carnegie Hall pr\u00e4sentieren. Des Weiteren hat Argerich unter anderem die K\u00fcnstler Mischa Maisky, Mikhail Pletnev, Magdalena Ko\u017een\u00e1,Edgar Moreau, Haggai Cohen-Milo und Zhang Jun eingeladen, mit ihr zu musizieren. <\/p>\n<p>Das Klavierkonzert von Martha Argerich in der Arte-Mediathek:<\/p>\n<p>arte.tv\/de\/videos\/131510-001-A\/martha-argerich-spielt-beethovens-klavierkonzert-nr-1\/<\/p>\n<p>Das weitere Festivalprogramm: <\/p>\n<p>symphonikerhamburg.de\/martha-argerich-festival<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die lebende Legende Martha Argerich brilliert bei ihrem Festival in der Laeiszhalle mit dem Klavierkonzert Nr. 1 von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1113772,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[67473,67471,18019,29,30,175024,10926,692,67468,104525,33151,67474,235550,67472,45],"class_list":["post-1113771","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-argerich","tag-cambreling","tag-daniel","tag-deutschland","tag-germany","tag-gil","tag-grund-stefan","tag-hamburg","tag-hamburger-symphoniker","tag-kuehnel","tag-laeiszhalle","tag-martha","tag-shaham","tag-sylvain","tag-texttospeech"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116794864918379285","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1113771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113771\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1113772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1113771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1113771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1113771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}