{"id":1114244,"date":"2026-06-22T21:44:18","date_gmt":"2026-06-22T21:44:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1114244\/"},"modified":"2026-06-22T21:44:18","modified_gmt":"2026-06-22T21:44:18","slug":"salzwolken-im-all-james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-den-pinken-planeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1114244\/","title":{"rendered":"Salzwolken im All: James-Webb-Teleskop l\u00f6st R\u00e4tsel um den \u201ePinken Planeten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das James-Webb-Weltraumteleskop hat die Atmosph\u00e4re des rund 57 Lichtjahre von der Erde entfernten Himmelsk\u00f6rpers GJ 504b im Detail analysiert. Dabei hat ein Team von Wissenschaftler:innen um den Astronomen Aneesh Baburaj von der US-amerikanischen <a href=\"https:\/\/news.northwestern.edu\/stories\/2026\/06\/famous-pink-planet-harbors-a-salty-surprise\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Northwestern University<\/a> tiefliegende Wolken aus Salz nachgewiesen.<\/p>\n<p>Diese Ergebnisse wurden nun in einer Studie in der renommierten Fachzeitschrift <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3847\/1538-3881\/ae6919\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">The Astronomical Journal<\/a> publiziert. Die neuen Daten und Auswertungen l\u00f6sen ein physikalisches R\u00e4tsel, das Astronom:innen seit der ersten direkten Beobachtung des Objekts im Jahr 2013 besch\u00e4ftigt hat.<\/p>\n<p>\n                Ein Grenzg\u00e4nger zwischen den Welten\n            <\/p>\n<p>GJ 504b leuchtet aufgrund seiner restlichen W\u00e4rmestrahlung in einem magentafarbenen Ton, was ihm den popul\u00e4ren Beinamen \u201ePinker Planet\u201c einbrachte. Mit einer Masse, die jene unseres Jupiter um fast das 25-Fache \u00fcbersteigt, ist das Objekt allerdings derart massereich, dass seine exakte astrophysikalische Klassifizierung bislang unklar blieb.<\/p>\n<p>Er gilt als sogenannter Begleiter planetarer Masse, der sich theoretisch genau auf der Grenze zwischen einem massiven Gasriesen und einem Braunen Zwerg bewegt. Letztere gelten in der Astronomie als verhinderte Sterne, denen bei ihrer Entstehung schlicht die n\u00f6tige Masse fehlte, um in ihrem Kern eine dauerhafte Kernfusion zu z\u00fcnden.<\/p>\n<p>Die Oberfl\u00e4chentemperatur von GJ 504b liegt bei vergleichsweise k\u00fchlen 290 Grad Celsius. Diese relative K\u00fchle ist ein Resultat seines fortgeschrittenen Alters, das die Forschung in der aktuellen Studie auf 2,5 bis vier Milliarden Jahre sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Empfohlene redaktionelle Inhalte\n            <\/p>\n<p>            Hier findest du externe Inhalte von <strong>TargetVideo GmbH<\/strong>,<br \/>\n            die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de erg\u00e4nzen.<br \/>\n            Mit dem Klick auf &#8222;Inhalte anzeigen&#8220; erkl\u00e4rst du dich einverstanden,<br \/>\n            dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von <strong>TargetVideo GmbH<\/strong> auf unseren Seiten anzeigen d\u00fcrfen.<br \/>\n            Dabei k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern \u00fcbermittelt werden.<br \/>\n            <br \/>\n            Inhalte anzeigen<\/p>\n<p class=\"u-text-small\">\n                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/datenschutz\/\" target=\"_blank\" title=\"Die externe Seite im neuen Tab\/Fenster \u00f6ffnen\" rel=\"noopener nofollow\"><br \/>\n                    Hinweis zum Datenschutz<br \/>\n                <\/a>\n            <\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Leider ist etwas schief gelaufen&#8230;\n            <\/p>\n<p>            An dieser Stelle findest du normalerweise externe Inhalte von <strong>TargetVideo GmbH<\/strong>,<br \/>\n            jedoch konnten wir deine Consent-Einstellungen nicht abrufen.<br \/>\n            Lade die Seite neu oder passe deine Consent-Einstellungen manuell an.<\/p>\n<p>                Datenschutzeinstellungen verwalten<\/p>\n<p>\n                Der pr\u00e4zise Blick durch das Infrarotauge\n            <\/p>\n<p>F\u00fcr bisherige erdgebundene Teleskope war der Himmelsk\u00f6rper aufgrund seiner niedrigen Temperatur schlicht zu dunkel. Erst die hochsensiblen Instrumente des James-Webb-Weltraumteleskops erm\u00f6glichten nun eine direkte spektroskopische Untersuchung des Objekts.<\/p>\n<p>Die Astronom:innen nutzten den an Bord befindlichen Infrarotspektrografen namens NIRSpec, um das schwache Licht des Begleiters vom extrem hellen Licht seines Muttersterns zu isolieren. Daf\u00fcr wendeten sie aufwendige Bildverarbeitungsverfahren an, bei denen Aufnahmen aus leicht ver\u00e4nderten Winkeln kombiniert wurden, um die St\u00f6rsignale des Sterns rechnerisch zu eliminieren.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend zerlegten sie die verbleibende Strahlung in ihre einzelnen Wellenl\u00e4ngen, um den chemischen Fingerabdruck der Gash\u00fclle zu entziffern. Das Team fand dabei klare Signale einer ganzen Reihe von komplexen Molek\u00fclen. Neben Kohlendioxid, Wasser, Methan und Ammoniak wies die empfindliche Technik auch Schwefelwasserstoff sowie verschiedene Varianten von Kohlenmonoxid nach.<\/p>\n<p>\n                Computersimulationen bringen Klarheit\n            <\/p>\n<p>Die in den Rohdaten gemessenen Signale der Spektroskopie ergaben in den abstrakten Computermodellen jedoch anfangs keinen physikalischen Sinn. Die Strahlung der tief in der Atmosph\u00e4re liegenden Molek\u00fcle wirkte messbar ged\u00e4mpft, was bei einer v\u00f6llig klaren und wolkenfreien Gash\u00fclle nicht der Fall sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung dieses logischen Problems lieferte erst die Integration einer spezifischen Wolkenschicht in die Simulation. W\u00e4hrend Wolken auf der Erde aus fl\u00fcssigem Wasser und auf extrem hei\u00dfen Gasriesen aus geschmolzenem Gestein bestehen, herrschen auf GJ 504b exakt die richtigen Temperaturen f\u00fcr auskristallisierende Salze.<\/p>\n<p>Die abstrakten Computermodelle passten erst fehlerfrei zu den realen Messdaten des Teleskops, als die Forscher:innen Wolken aus kondensiertem Kaliumchlorid und Zinksulfid ber\u00fccksichtigten. Erst diese dichte Salzschicht erkl\u00e4rte die Blockade der tieferen Strahlung in den Messwerten logisch und schl\u00fcssig.<\/p>\n<p>Empfehlungen der Redaktion<\/p>\n<p>${content}<\/p>\n<p>\n                        ${custom_anzeige-badge}<br \/>\n                        ${custom_tr-badge}<br \/>\n                        ${section}\n                    <\/p>\n<p>                    <a class=\"c-crosslinks-title\" href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${url}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">${title}<\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${url}\" class=\"c-crosslinks-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${url}\" class=\"c-crosslinks-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>\n                Konkrete Hinweise auf die Entstehungsgeschichte\n            <\/p>\n<p>Die spektroskopischen Daten lieferten der Wissenschaft zudem elementare Erkenntnisse \u00fcber die allgemeine chemische Zusammensetzung der Atmosph\u00e4re. Das Team stellte fest, dass die Gash\u00fclle ungew\u00f6hnlich stark mit Elementen angereichert ist, die massereicher und schwerer als Wasserstoff und Helium sind.<\/p>\n<p>Im direkten Vergleich zu seinem Mutterstern weist die Gash\u00fclle von GJ 504b eine etwa zweieinhalbfach h\u00f6here Konzentration an Kohlenstoff und eine doppelt so hohe Menge an Sauerstoff auf. Solche schweren Elemente deuten nach g\u00e4ngigen Modellen eher auf eine klassische Planetenentstehung hin, bei der das wachsende Objekt kontinuierlich Feststoffe aus einer rotierenden Staubscheibe um den Stern ansammelt.<\/p>\n<p>Ein Brauner Zwerg w\u00fcrde hingegen direkt aus dem Gravitationskollaps einer reinen Gaswolke entstehen und am Ende eine deutlich stern\u00e4hnlichere chemische Signatur aufweisen. Dennoch weisen die Wissenschaftler:innen kritisch darauf hin, dass die aktuellen Beobachtungen die Theorie des Braunen Zwergs noch nicht mit absoluter Sicherheit ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen, da die grundlegende chemische Datenbasis zu dem alternden Mutterstern ebenfalls noch Unsicherheiten birgt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vgWortPixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/a4d1d9e93aea46c2b01488e49c89e32b.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Top-Artikel<\/p>\n<p>        ${content}<\/p>\n<p>\n                    ${custom_anzeige-badge}<br \/>\n                    ${custom_tr-badge}<br \/>\n                    ${section}\n                <\/p>\n<p>                <a class=\"c-suggestNews-title\" href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${url}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">${title}<\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${url}\" class=\"c-suggestNews-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${url}\" class=\"c-suggestNews-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/james-webb-teleskop-loest-raetsel-um-pinken-planeten-gj504b-1748830\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>            <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das James-Webb-Weltraumteleskop hat die Atmosph\u00e4re des rund 57 Lichtjahre von der Erde entfernten Himmelsk\u00f6rpers GJ 504b im Detail&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1114245,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[135],"tags":[3251,29,30,187059,53871,2311,426,190,189,11748,194,191,61797,193,192],"class_list":["post-1114244","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-astronomie","tag-deutschland","tag-germany","tag-hubble-teleskop","tag-james-webb","tag-kernfusion","tag-raumfahrt","tag-science","tag-science-technology","tag-studie","tag-technik","tag-technology","tag-weltraumforschung","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116795951994697291","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1114244"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114244\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1114245"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1114244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1114244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1114244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}