{"id":111440,"date":"2025-05-15T02:28:21","date_gmt":"2025-05-15T02:28:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/111440\/"},"modified":"2025-05-15T02:28:21","modified_gmt":"2025-05-15T02:28:21","slug":"us-firmen-meiden-deutschland-bei-investitionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/111440\/","title":{"rendered":"US-Firmen meiden Deutschland bei Investitionen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Engagement von US-Unternehmen in Deutschland geht einer Analyse zufolge rapide zur\u00fcck. Im Jahr 2024 sank die Zahl ihrer Investitionsprojekte um 27 Prozent auf 90. \u201eIn anderen L\u00e4ndern fiel das Minus bei den US-Investitionsprojekten deutlich weniger drastisch aus \u2013 unter den Top-Standorten Europas verzeichnete Deutschland den st\u00e4rksten Einbruch\u201c, teilte der Chef der Pr\u00fcfungs- und Beratungsgesellschaft EY, Henrik Ahlers, mit. So sank die Zahl der US-Projekte in ganz Europa etwa nur um elf Prozent.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der Standort USA sei offenbar auf Kosten der europ\u00e4ischen L\u00e4nder gest\u00e4rkt worden. Eine Besserung der Lage sei nicht zu erwarten &#8211; im Gegenteil: \u201eDie aggressive und erratische Zollpolitik der US-Regierung hat zu einer massiven Verunsicherung bei Gro\u00dfunternehmen weltweit gef\u00fchrt, die angesichts der unklaren Rahmenbedingungen vorerst ihre Investitionspl\u00e4ne auf Eis legen.\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zugleich gewinnen nach der Analyse andere Akteure an Bedeutung: Erstmals avancierte China zum wichtigsten Investor in Deutschland. 96 Projekte (minus drei Prozent) von Unternehmen aus der Volksrepublik hat EY im vergangenen Jahr hierzulande gez\u00e4hlt \u2013 und damit mehr als aus den USA. Deutschland war der Studie zufolge das mit Abstand beliebteste Ziel in Europa f\u00fcr chinesische Investoren.<\/p>\n<p>Projektzahl seit 2017 fast halbiert<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Insgesamt sank die Zahl ausl\u00e4ndischer Investitionsprojekte in Deutschland auf 608 \u2013 ein R\u00fcckgang um 17 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2011. Die h\u00f6chste Zahl ausl\u00e4ndischer Investitionen in den Standort verzeichnete EY mit 1124 Vorhaben 2017. Seitdem sei die Zahl kontinuierlich gesunken &#8211; insgesamt um 46 Prozent. Kein anderer gr\u00f6\u00dferer europ\u00e4ischer Standort habe einen derartig starken R\u00fcckgang verzeichnet.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Europaweit sank die Zahl der Neuansiedlungs- und Erweiterungsprojekte, die ausl\u00e4ndische Investoren begonnen oder durchgef\u00fchrt haben, um f\u00fcnf Prozent auf 5.383. Auch in Frankreich und Gro\u00dfbritannien sank die Zahl \u2013 beide L\u00e4nder bleiben in der Rangliste aber deutlich vor Deutschland.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">EY f\u00fchrt die Studie seit 2006 durch. Daf\u00fcr wurden demnach Investitionsprojekte ber\u00fccksichtigt, die zur Schaffung neuer Standorte und neuer Arbeitspl\u00e4tze f\u00fchren. Andere Investitionen wie Beteiligungen, Fusionen und Unternehmensk\u00e4ufe wurden nicht erfasst. Angaben zum Investitionsvolumen macht EY nicht.<\/p>\n<p>Ahlers: Deutschland verliert an Boden<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Aus Ahlers Sicht hat Deutschlands in den vergangenen Jahren massiv an Attraktivit\u00e4t verloren &#8211; und daf\u00fcr gebe es seit Jahren zahlreiche Gr\u00fcnde. \u201eW\u00e4hrend andere europ\u00e4ische L\u00e4nder ihre Hausaufgaben gemacht haben und beispielsweise die Digitalisierung der \u00f6ffentlichen Verwaltung vorangetrieben und an ihrer Willkommenskultur f\u00fcr Unternehmen gearbeitet haben, verliert Deutschland an Boden\u201c, teilte er mit. Hohe Steuern und Arbeitskosten, teure Energie, B\u00fcrokratie und nun auch die nachhaltig schw\u00e4chelnden Konjunktur schreckten Investoren aus dem Ausland zunehmend ab.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der EY-Chef sieht Reformen als zentralen Hebel, um den Standort Deutschland wieder zu st\u00e4rken. Das milliardenschwere Investitionspaket der neuen schwarz-roten Bundesregierung und B\u00fcrokratieabbau k\u00f6nnten \u201edie aktuelle Abw\u00e4rtsspirale stoppen und wieder eine Aufbruchstimmung erzeugen\u201c. Entscheidend seien aber vor allem verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen, niedrigere Steuern und schnellere Genehmigungen.<\/p>\n<p>Deutsche Firmen in Mittel- und Osteuropa aktiv<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">W\u00e4hrend ausl\u00e4ndisches Kapital Deutschland zunehmend meidet, investieren deutsche Unternehmen der Studie zufolge verst\u00e4rkt im europ\u00e4ischen Ausland \u2013 besonders in Mittel- und Osteuropa. Die Zahl deutscher Investitionsprojekte in dieser Region stieg 2024 um 22 Prozent. Insgesamt t\u00e4tigten deutsche Firmen 633 Investitionsprojekte in Europa \u2013 ein Plus von zwei Prozent. Mit 942 schoben demnach nur US-Unternehmen mehr Projekte an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Engagement von US-Unternehmen in Deutschland geht einer Analyse zufolge rapide zur\u00fcck. 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