{"id":1114593,"date":"2026-06-23T01:12:22","date_gmt":"2026-06-23T01:12:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1114593\/"},"modified":"2026-06-23T01:12:22","modified_gmt":"2026-06-23T01:12:22","slug":"taliban-belgien-erteilt-einreiseerlaubnis-fuer-eu-abschiebegespraeche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1114593\/","title":{"rendered":"Taliban: Belgien erteilt Einreiseerlaubnis f\u00fcr EU-Abschiebegespr\u00e4che"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Erstmals seit der Macht\u00fcbernahme der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/taliban\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Taliban<\/a> in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/afghanistan\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afghanistan<\/a> vor f\u00fcnf Jahren erhalten Vertreter der Islamisten wieder Visa in der Europ\u00e4ischen Union. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/belgien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Belgien<\/a> erteilte einer Taliban-Delegation die Dokumente f\u00fcr die Teilnahme an einem EU-Treffen zum Thema Abschiebungen in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bruessel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Br\u00fcssel<\/a>. Die Visa seien aber geografisch und zeitlich stark eingeschr\u00e4nkt und erlaubten lediglich eine eint\u00e4gige Reise nach Belgien, teilte ein Sprecher des belgischen Au\u00dfenministeriums am Montag mit. Aus Sicherheitsgr\u00fcnden nannte er kein genaues Datum. Zwei EU-Vertretern zufolge gelten die Papiere ausschlie\u00dflich f\u00fcr Dienstag, den 23. Juni.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/eu-kommission\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Kommission<\/a> hatte Vertreter der in Afghanistan herrschenden Taliban im Mai eingeladen, um \u00fcber die Abschiebung afghanischer Migranten zu sprechen. Die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde betonte, es handele sich um ein technisches Treffen, das keine Anerkennung der Taliban-Regierung darstelle. Die Mitgliedsstaaten suchten nach Wegen, Personen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die schwere Straftaten begangen h\u00e4tten und ein Sicherheitsrisiko darstellten k\u00f6nnten. Dieses Ziel verfolge die Kommission nun.<\/p>\n<p>Menschenrechtsorganisationen fordern Rechenschaftspflicht als Oberthema bei jedem Taliban-Kontakt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Menschenrechtsorganisationen forderten die EU auf, die Pl\u00e4ne aufzugeben. Jeder Kontakt mit den Taliban m\u00fcsse den Schutz der Menschenrechte und die Rechenschaftspflicht in den Vordergrund stellen und d\u00fcrfe nicht dazu f\u00fchren, Menschen in Gefahr abzuschieben, hie\u00df es bei Human Rights Watch. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/amnesty-international\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Amnesty International<\/a> erkl\u00e4rte, die verzweifelten Szenen von Menschen, die aus Afghanistan flohen, seien noch in lebhafter Erinnerung. Es sei gewissenlos, dass die EU nun versuche, Menschen in das Land zur\u00fcckzuschicken, das in der Zwischenzeit noch gef\u00e4hrlicher geworden sei.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Schreiben an den Sprecher des afghanischen Au\u00dfenministeriums zufolge sollen sich die Gespr\u00e4che auf die R\u00fcckkehr und R\u00fcck\u00fcbernahme von afghanischen Staatsb\u00fcrgern ohne Bleiberecht in der EU konzentrieren. Abschiebungen nach Afghanistan waren zuletzt wegen fehlender diplomatischer Beziehungen kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Europ\u00e4ische Regierungen, darunter die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bundesregierung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesregierung<\/a> hatten ihre Botschaften in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kabul\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kabul<\/a> geschlossen, als die Taliban 2021 wieder die Macht \u00fcbernommen hatten und ihre radikale Auslegung des islamischen Rechts durchsetzten. Erst Mitte Juni haben Taliban-Sicherheitskr\u00e4fte mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen, die f\u00fcr Frauenrechte auf die Stra\u00dfe gegangen waren. Dabei sei \u201emindestens ein Mensch, ein Junge, durch Sch\u00fcsse get\u00f6tet worden\u201c, berichtet die UN-Mission in Afghanistan. Demnach gebe es Berichte \u00fcber einen zweiten Toten und mehrere Verletzte \u201edurch Schl\u00e4ge mit St\u00f6cken\u201c.<\/p>\n<p>Deutschland holt mindestens vier Taliban ins Land      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch die Bundesregierung erkennt die De-facto-Regierung der Taliban politisch nicht als legitime Regierung Afghanistans an. Die deutsche Botschaft Kabul ist seit August 2021 geschlossen. Allerdings unterh\u00e4lt die Bundesregierung technische Kontakte mit Taliban-Vertretern, bei denen es etwa um Abschiebungen, um Zugang f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe und um Menschenrechte geht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bis zu vier weitere Diplomaten der islamistischen Taliban sollen nun nach Deutschland kommen. Dies begr\u00fcndet die Bundesregierung damit, sie wolle mehr Abschiebungen in das Land am Hindukusch erm\u00f6glichen. Es m\u00fcssten mehr Identit\u00e4ten festgestellt und P\u00e4sse ausgestellt werden, so dass zus\u00e4tzliche afghanische Konsularbeamte ben\u00f6tigt w\u00fcrden, sagte ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amtes in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/berlin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a>. Die Bundesregierung werde die Vertreter in Afghanistan genau \u00fcberpr\u00fcfen, bevor sie ihnen Visa erteile.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ziel sei es, zun\u00e4chst mehr Straft\u00e4ter und Gef\u00e4hrder abzuschieben, sagte der Sprecher weiter. Wann genau die Taliban-Beamten nach Deutschland kommen, stehe bisher nicht fest. Bei Gespr\u00e4chen in der vergangenen Woche h\u00e4tten sich die Bundesregierung und die Taliban auf mehr R\u00fcckf\u00fchrungen geeinigt.<\/p>\n<p>Abschiebeflug an Taliban gescheitert      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zuvor war ein urspr\u00fcnglich f\u00fcr Ende Mai geplanter Abschiebeflug abgesagt worden, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/deutschland\/sammelabschiebung-nach-afghanistan-abgesagt-das-ist-der-grund_aid-149420847\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">weil die Taliban-Machthaber nicht kooperiert hatten<\/a>. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hatten sich die de-facto-Herrscher in Kabul zuvor unzufrieden gezeigt hatten \u00fcber die aus ihrer Sicht mangelnde Gespr\u00e4chsbereitschaft von Vertretern des Ausw\u00e4rtigen Amts.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten. Seit ihrer R\u00fcckkehr an die Macht haben die Taliban die Rechte der Bev\u00f6lkerung drastisch eingeschr\u00e4nkt. Unter anderem endet die Bildung f\u00fcr M\u00e4dchen in Afghanistan nun im Alter von zw\u00f6lf Jahren. Frauen m\u00fcssen sich fast vollst\u00e4ndig verschleiern, wenn sie das Haus verlassen. Eine Vielzahl \u00f6ffentlicher Orte d\u00fcrfen sie nicht betreten. Zudem steckt das Land in einer tiefen humanit\u00e4ren Krise: Dem UN-Weltern\u00e4hrungsprogramm zufolge leiden mehr als 17 Millionen Afghanen unter Lebensmittelknappheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erstmals seit der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan vor f\u00fcnf Jahren erhalten Vertreter der Islamisten wieder Visa in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1114594,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[414,7451,331,332,1423,1173,29,548,663,158,3934,3935,13,13773,3414,14,15,12,9905,15451,21435,415],"class_list":["post-1114593","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-abschiebung","tag-afghanistan","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-belgien","tag-bundesregierung","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-kabul","tag-land","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-sprecher","tag-taliban","tag-vertreter","tag-visa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116796768112529725","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1114593"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114593\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1114594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1114593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1114593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1114593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}