{"id":1114852,"date":"2026-06-23T03:51:17","date_gmt":"2026-06-23T03:51:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1114852\/"},"modified":"2026-06-23T03:51:17","modified_gmt":"2026-06-23T03:51:17","slug":"wiesbaden-berlin-unfreiwillig-single-was-gegen-einsamkeit-hilft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1114852\/","title":{"rendered":"Wiesbaden\/Berlin | Unfreiwillig Single? Was gegen Einsamkeit hilft"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Selbstbestimmt, flexibel und unabh\u00e4ngig \u2013 ein Image, das viele mit Singles verbinden. Doch hinter diesem Bild verbirgt sich oft eine andere Realit\u00e4t: Wer \u00fcber lange Zeit unfreiwillig solo lebt, also ohne festen Partner oder feste Partnerin, berichtet einer <a href=\"https:\/\/psycnet.apa.org\/doiLanding?doi=10.1037%2Fpspp0000595\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Studie der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/a> zufolge h\u00e4ufiger von Einsamkeit, wenig Lebenszufriedenheit und depressiven Symptomen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Untersuchung wurden \u00fcber 17.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 aus Deutschland und Gro\u00dfbritannien \u00fcber mehrere Jahre begleitet. Das Ergebnis: Bereits nach zwei Jahren ohne Partnerschaft sinkt die Lebenszufriedenheit messbar, ab Mitte zwanzig kommen auch verst\u00e4rkt depressive Symptome hinzu.<\/p>\n<p>Dabei muss Alleinsein nicht zwangsl\u00e4ufig Einsamkeit bedeuten. \u00abViele entscheiden sich bewusst daf\u00fcr, nicht in einer Partnerschaft zu leben und genie\u00dfen ihr Leben\u00bb, sagt Sabine Diabat\u00e9. Die Wissenschaftlerin beim Bundesinstitut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden forscht zu Familie, Elternschaft und gesellschaftlichem Wandel und ist Mitautorin einer Studie zu Einsamkeit bei jungen Erwachsenen und sagt, es komme also entscheidend darauf an, ob man freiwillig oder unfreiwillig Single ist.<\/p>\n<p>Wer sich jedoch eine romantische Partnerschaft w\u00fcnscht und sie nicht findet, leide h\u00e4ufig. \u00abEin solches Zusammensein erf\u00fcllt das grundlegende menschliche Bed\u00fcrfnis nach N\u00e4he auch k\u00f6rperlicher Art, Vertrauen und Geborgenheit\u00bb, sagt Diabat\u00e9. Viele Menschen empf\u00e4nden eine Partnerschaft als sicheren Hafen, in dem man gemeinsam den Tag Revue passieren lasse und Unterst\u00fctzung finde.<\/p>\n<p>Welche Faktoren Einsamkeitsgef\u00fchle st\u00e4rken k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Wer dauerhaft ohne feste Beziehung lebt, f\u00fchlt sich oft allein und schutzlos. \u00abDieses Gef\u00fchl von Einsamkeit wird h\u00e4ufig noch gest\u00e4rkt, wenn Betroffene keinen engen Kontakt zur Familie und keinen stabilen Freundeskreis haben\u00bb, sagt Martin Gibson-Kunze, Forscher im Kompetenznetz Einsamkeit des Instituts f\u00fcr Sozialarbeit und Sozialp\u00e4dagogik in Berlin.<\/p>\n<p>Dazu kommen gesellschaftliche Erwartungen \u2013 etwa in Form von Aussagen wie: \u00abDu musst dir doch mal langsam jemanden suchen und eine Familie gr\u00fcnden.\u00bb Auch der Blick in die eigene Umgebung kann belasten: Freunde, die heiraten und Kinder bekommen, romantische Paarbeziehungen in Werbung, Filmen und sozialen Medien.<\/p>\n<p>Paarbeziehungen w\u00fcrden da oft als Lebensziel dargestellt, wie Diabat\u00e9 sagt: \u00abDort wird h\u00e4ufig suggeriert, dass das Singledasein nur eine \u00dcbergangsphase ist\u00bb. Das k\u00f6nne Menschen, die seit langem allein sind, verunsichern und Einsamkeitsgef\u00fchle st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Was gegen Einsamkeitsgef\u00fchle hilft<\/p>\n<p>Wer seine Situation als belastend empfindet, kann der Einsamkeit aber aktiv etwas entgegensetzen. Dabei hilft zum Beispiel:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Freundschaften pflegen: \u00abEmotionale Stabilit\u00e4t l\u00e4sst sich erreichen, wenn Singles Freundschaften pflegen\u00bb, sagt Gibson-Kunze. Wer nur wenige enge Kontakte hat, kann sich etwa gem\u00e4\u00df den eigenen Interessen und Hobbys in einem Verein anmelden und so mit Gleichgesinnten zusammenkommen.<\/li>\n<li>Feste Strukturen schaffen: Hilfreich kann es auch sein, die Freizeit bewusst zu strukturieren. \u00abBeispielsweise montags spielt man mit anderen Volleyball, mittwochs steht die Teilnahme am Chor an, freitags ist Kino- oder Theaterabend\u00bb, so Diabat\u00e9.<\/li>\n<li>Bewegung in den Alltag einbauen: Regelm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t tut gut \u2013 auch schon im Kleinen: statt des Aufzugs die Treppe nehmen oder kurze Strecken zu Fu\u00df zur\u00fccklegen. \u00abK\u00f6rperliche Bewegung kann dazu beitragen, dass der K\u00f6rper Gl\u00fcckshormone aussch\u00fcttet\u00bb, so Gibson-Kunze. Im Ergebnis hellt sich die Stimmung auf.<\/li>\n<li>Mit Medien achtsam umgehen: Diabat\u00e9 empfiehlt, sowohl Social Media als auch Online-Medien insgesamt bewusst zu nutzen. Sie r\u00e4t, gezielt zu pr\u00fcfen, welche Inhalte einem guttun \u2013 und Accounts, die eher runterziehen, zu meiden. Wichtig sei auch, feste Zeiten f\u00fcr den Medienkonsum zu setzen, um eine gesunde Balance zwischen digitaler und analoger Welt zu wahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie man als Single mit dem Dating-Druck umgeht<\/p>\n<p>Denn gerade Social Media und Dating-Apps sind es, die bei vielen unfreiwilligen Singles zus\u00e4tzlichen Druck erzeugen: den Druck, endlich jemanden zu finden. Zwischen perfekt inszenierten Beziehungsbildern im Netz und dem scheinbar unendlichen Angebot auf Dating-Plattformen f\u00fchlen sich viele Singles wie in einem Hamsterrad.<\/p>\n<p>Verlief ein Date schlecht oder gab es eine Absage, kann das Selbstzweifel sch\u00fcren und den Druck erh\u00f6hen, endlich den richtigen Partner oder die richtige Partnerin zu finden. \u00abWichtig ist hier, den Selbstwert vom Dating zu entkoppeln\u00bb, sagt Gibson-Kunze. Ein Nein von der anderen Seite oder eine wenig harmonisch verlaufende Dating-Erfahrung bedeute zumeist nicht, dass man unattraktiv ist, sondern dass es einfach nicht passt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem hilft es, mit weniger Erwartungen in ein Date zu gehen. \u00abEs ist eine Gelegenheit, einen potenziellen Partner oder eine potenzielle Partnerin zu treffen und ihn oder sie kennenzulernen\u00bb, so Gibson-Kunze: Passt es, ist es gut. Passt es nicht, ist es auch gut.<\/p>\n<p>Wann Einsamkeit problematisch wird<\/p>\n<p>Einsamkeitsgef\u00fchle entstehen laut Diabat\u00e9 oft, wenn Singles nach N\u00e4he suchen, sie aber nicht bekommen. Was man aber auch bedenken sollte: Eine Partnerschaft k\u00f6nne helfen, sei aber kein Garant gegen Einsamkeit. Auch Beziehungen erforderten Zeit und Arbeit.<\/p>\n<p>\u00abMan muss sich auch hier verletzlich zeigen, um echte N\u00e4he und Vertrautheit entstehen zu lassen\u00bb, sagt die Wissenschaftlerin. Manche Menschen sind zudem introvertierter und ben\u00f6tigen mehr Zeit und Raum f\u00fcr sich als andere, das ist ebenso ein g\u00fcltiger Lebensweg.<\/p>\n<p>Wer trotz allem merkt, dass der Druck und das Gef\u00fchl der Einsamkeit nicht nachlassen, sollte gut auf sich selbst h\u00f6ren. \u00abProblematisch wird Einsamkeit, wenn junge Singles ihr Alleinsein als stark belastend empfinden und sie Kontakte aus Scham aufgrund ihrer Lebenssituation vermeiden\u00bb, sagt Gibson-Kunze.\u00a0<\/p>\n<p>Weitere Warnsignale sind laut Diabat\u00e9 Energielosigkeit sowie ein Gef\u00fchl der Hoffnungslosigkeit. \u00abIn solchen F\u00e4llen macht es oft Sinn, sich professionelle Hilfe zu suchen.\u00bb Akut-Hilfe und Beratung in gibt es im ersten Schritt zum Beispiel bei der Telefonseelsorge (anonym und vertraulich unter der Telefonnummer 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) oder etwa \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.caritas.de\/hilfeundberatung\/onlineberatung\/onlineberatung\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Online-Beratung der Caritas<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wiesbaden\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Selbstbestimmt, flexibel und unabh\u00e4ngig \u2013 ein Image, das viele mit Singles verbinden. Doch hinter diesem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1114853,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1847],"tags":[12004,2632,3364,29,13112,548,663,3934,553,30,141,13,2052,14,15,5272,13353,624,12,6362,1458,20900,4544],"class_list":["post-1114852","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wiesbaden","tag-beziehungen","tag-brcmj","tag-de","tag-deutschland","tag-einsamkeit","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-familie","tag-germany","tag-gesundheit","tag-headlines","tag-hessen","tag-nachrichten","tag-news","tag-partnerschaft","tag-psychologie","tag-ratgeber","tag-schlagzeilen","tag-single","tag-soziales","tag-tmn0305","tag-wiesbaden"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116797393527219478","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1114852"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1114852\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1114853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1114852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1114852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1114852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}