{"id":1115322,"date":"2026-06-23T08:21:32","date_gmt":"2026-06-23T08:21:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1115322\/"},"modified":"2026-06-23T08:21:32","modified_gmt":"2026-06-23T08:21:32","slug":"flughafen-koeln-bonn-vier-jahre-gewinn-elf-neue-ct-spuren-und-990-euro-pro-passagier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1115322\/","title":{"rendered":"Flughafen K\u00f6ln\/Bonn: Vier Jahre Gewinn, elf neue CT-Spuren und 9,90 Euro pro Passagier"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herr Schmid, der Flughafen K\u00f6ln\/Bonn baut seine gesamte Sicherheitskontrolle um. Wann hat dieser Prozess begonnen und was war der eigentliche Ausl\u00f6ser?<\/strong><\/p>\n<p>Thilo Schmid*: Die Entscheidung fiel im Mai 2024, ausgel\u00f6st durch zwei Faktoren. Zum einen signalisierte die Bundespolizei, dass sie vorerst keine fl\u00e4chendeckende Ausstattung mit neuen CT-Spuren umsetzen k\u00f6nne. Gleichzeitig liefen die 18 alten Ger\u00e4te auf Verschlei\u00df, fielen immer mal wieder aus. Zum anderen lief ein Dienstleistervertrag, der sich aus Sicht des Flughafens zunehmend als nachteilig erwies. Die Konsequenz: Wir haben entschieden, die Verantwortung f\u00fcr die Sicherheitskontrolle komplett selbst zu \u00fcbernehmen. Denn das Schwierigste w\u00e4re eine Mischoperation gewesen, in der alte R\u00f6ntgenger\u00e4te und neue CT-Scanner parallel laufen. Das h\u00e4tte sowohl die Mitarbeitenden als auch die Passagiere verwirrt.<\/p>\n<p><strong>Kann jeder Flughafen das selbst entscheiden?<\/strong><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ja. Der Flughafen wird vom Bund beliehen, das hei\u00dft, ihm wird eine staatliche Aufgabe \u00fcbertragen, und er kann dann eigenst\u00e4ndig Vertr\u00e4ge mit Sicherheitsdienstleistern schlie\u00dfen und investieren. Berlin macht das, Frankfurt macht das, Stuttgart hat es jetzt auch entschieden. Der Trend geht klar zum Selbermachen, weil es gr\u00f6\u00dfere eigene Flexibilit\u00e4t bringt. Wenn man wartet, bis der Staat alles umr\u00fcstet, dauert es einfach l\u00e4nger, als wenn man es selbst in die Hand nimmt. Das ist eine tragf\u00e4higere L\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>Und wie schnell ist es bei Ihnen am Flughafen vom Beschluss zur Inbetriebnahme gegangen<\/strong>?<\/p>\n<p>Von der Entscheidung bis zur Verantwortungs\u00fcbernahme hat es kein Jahr gedauert. Das funktioniert aber nur, wenn man die Sache selbst in die Hand nimmt. Am 1. Januar 2025 haben wir die Verantwortung f\u00fcr die Organisation und Steuerung \u00fcbernommen und danach sowohl die Vertr\u00e4ge f\u00fcr den Dienstleister als auch f\u00fcr die Technik ausgeschrieben. Die Scanner wurden Mitte 2025 beauftragt, im Herbst begannen die vorbereitenden Bauarbeiten, und seit Januar dieses Jahres werden die neuen Spuren eingebaut. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/ticker\/flughafen-koelnbonn-startet-mit-fuenf-ct-kontrollspuren-und-angepasster-wegefuehrung\/ybvlz7c\" id=\"15a45aaa-dea7-49f8-ab58-0c0cf1a9c00b\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mitte Februar ging die erste neue Spur in Betrieb<\/a>. Zum Start der Sommerferien werden alle CT-Spuren fertig sein.<\/p>\n<p><strong>Was \u00e4ndert sich f\u00fcr den Passagier am Kontrollprozess?<\/strong><\/p>\n<p>Das Layout wird grundlegend anders. Wir ersetzen 18 alte durch elf hochmoderne CT-Scanner-Spuren. Die neuen Spuren sind deutlich l\u00e4nger, was banal klingt, aber entscheidend ist. Die alten Spuren waren etwa f\u00fcnf Meter k\u00fcrzer, weshalb wir auch in den Baukern eingreifen mussten, um die neue L\u00e4nge abzubilden. Im Auflegebereich k\u00f6nnen nun aber gleichzeitig drei Personen ihr Gep\u00e4ck auflegen, mit deutlich mehr Platz als bisher. Und die Nachkontrolle wird auf eine separate Seite ausgelagert, beeintr\u00e4chtigt also nicht den Hauptfluss. Wer nicht zur Nachkontrolle muss, geht einfach geradeaus durch. Dieses Layout kennt man aus Frankfurt und Amsterdam, dort schaffen die Spuren 250 Passagiere pro Stunde. Eine alte Spur kommt auf etwa 100.<\/p>\n<p><strong>Gibt es besondere Spuren f\u00fcr bestimmte Passagiergruppen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, zwei. Eine reine Family Lane mit Tritthilfen, damit Kinder ihre Sachen selbst auflegen k\u00f6nnen. Da ist der Durchsatz etwas langsamer, aber das ist bewusst so gewollt, damit es f\u00fcr Familien mit Kindern entspannt durch die Siko geht. Und eine Priority-Spur f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisende mit reinem Handgep\u00e4ck. Der Schnelle \u00fcberholt dort den, der noch seine Jacke ausziehen muss. Das ist ein Komfortgewinn f\u00fcr alle.<\/p>\n<p> <a class=\"\" href=\"https:\/\/ocdn.eu\/pulscms\/MDA_\/a991c6d8b5014d9644ea3dffe1d9b7bd.jpg\" target=\"_blank\" data-pswp-src=\"https:\/\/ocdn.eu\/pulscms\/MDA_\/a991c6d8b5014d9644ea3dffe1d9b7bd.jpg\" data-pswp-width=\"1200\" data-pswp-height=\"800\" rel=\"nofollow noopener\"> <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/P97k9lBaHR0cHM6Ly9vY2RuLmV1L3B1bHNjbXMvTURBXy9hOTkxYzZkOGI1MDE0ZDk2NDRlYTNkZmZlMWQ5YjdiZC5qcGeRkwXNA.jpeg\" alt=\"Kids Lane im Terminal 1: Hier soll es bewusst entspannter zugehen.\" transform=\"resizeCropAuto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"680\" height=\"453\" class=\"RingImage _RingImage_km0le_1 \"\/> <\/a> <\/p>\n<p> Kids Lane im Terminal 1: Hier soll es bewusst entspannter zugehen. Flughafen K\u00f6ln\/Bonn <\/p>\n<p><strong>Und wann f\u00e4llt bei Ihnen die ber\u00fchmte 100-Milliliter-Regel weg?<\/strong><\/p>\n<p>Die letzten neuen Spuren werden aktuell eingebaut, aber wir haben bereits jetzt eine reine CT-Anlage. Damit steigt die Grenze auf zwei Liter. Das hei\u00dft: keine Nachkontrolle mehr f\u00fcr eine kleine Flasche Mineralwasser, die noch im Handgep\u00e4ck steckt. Das ist ein echter Gamechanger f\u00fcr die Geschwindigkeit. Nachkontrollen hierf\u00fcr entfallen.<\/p>\n<p><strong>Apropos Nachkontrollen. Wie anf\u00e4llig ist das neue System daf\u00fcr? Es hei\u00dft, dass an manchen Flugh\u00e4fen mehr als die H\u00e4lfte aller Gep\u00e4ckst\u00fccke ein zweites Mal kontrolliert werden m\u00fcssen. <\/strong><\/p>\n<p>Das kommt auf den Betrieb an. Ich habe die Anlage ja schon mehrfach selbst erlebt. Im Sommer kann es erfahrungsgem\u00e4\u00df h\u00e4ufiger vorkommen, weil mehr Leute zum ersten Mal in ihrem Leben reisen und Dinge einpacken, die nicht ins Handgep\u00e4ck geh\u00f6ren. Aber grunds\u00e4tzlich: Wir haben auch baulich schon R\u00e4ume f\u00fcr dezentrale Sichterarbeitspl\u00e4tze vorgesehen. Die Idee ist, dass Kontrolleure konzentriert an einem separaten Ort die Bilder auswerten. Das macht die Arbeit fokussierter als direkt an der Spur.<\/p>\n<p><strong>Das klingt nach Zukunft. Reichen die Spuren f\u00fcr die kommenden Jahre?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, und das ist das Sch\u00f6ne daran. Mit elf Spuren k\u00f6nnen wir theoretisch 15 Millionen Passagiere abfertigen. Wir hatten bisher rechnerisch 18 Spuren mit je 100 Passagieren pro Stunde, also 1.800 in der Spitzenstunde. Mit elf neuen Spuren \u00e0 250 kommen wir auf 2750. Das reicht. Und je mehr Passagiere kommen, desto g\u00fcnstiger wird die Kontrolle pro Kopf, der Fixkostenblock bleibt gleich. Das ist neben der erheblichen Steigerung des Komforts f\u00fcr Reisende auch ein Hebel des ganzen Projekts.<\/p>\n<p>\u00abDas muss man ehrlich sagen: Das ist schlecht gelaufen\u00bb<\/p>\n<p><strong>Kommen wir zu einem anderen Thema: Es gab im Fr\u00fchjahr einen Vorfall mit Ausfall und Terminalr\u00e4umung. Was ist da genau passiert?<\/strong><\/p>\n<p>Das muss man ehrlich sagen: Das ist schlecht gelaufen. Es gab einen Netzwerkfehler an der Software-Schnittstelle, aber das eigentliche Problem f\u00fcr den Betrieb war dann die Entscheidung der Bundespolizei, das Terminal r\u00e4umen zu m\u00fcssen. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/sicherheit\/flughafen-koeln-bonn-musste-flugbetrieb-wegen-sicherheitsvorfall-einstellen-jetzt\/zvy014v\" id=\"98557c14-16e7-48d7-a58b-9b62e4ffff7f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">900 Leute mussten raus, das war mitten im Morgenpeak.<\/a> Das war sehr \u00e4rgerlich. Wir haben haben wir uns daf\u00fcr bei unseren Passagieren entschuldigt.<\/p>\n<p><strong>War das ein akutes Problem oder eine Verkettung ungl\u00fccklicher Umst\u00e4nde?<\/strong><\/p>\n<p>Beides. Wir befanden uns in der gef\u00e4hrlichsten Phase des Umbaus: wenige neue Spuren, kaum noch alte Redundanz. Wenn in dieser Phase genau das passiert, gibt es kaum Reserven. Das war das Dilemma. Aber das hat sich jetzt nahezu Woche f\u00fcr Woche ge\u00e4ndert: Die letzten Spuren gehen in den n\u00e4chsten Wochen in Betrieb \u2013 und im Juli ist dann die gesamte Anlage inklusive Wartebereichen fertig.<\/p>\n<p><strong>Die Ma\u00dfnahmen dienen ja sicher mehreren Zwecken: Zum einen wird der Ablauf f\u00fcr die Passagiere komfortabler, zum anderen gibt es auch eine wirtschaftliche Dimension. K\u00f6nnen Sie das erl\u00e4utern?<\/strong><\/p>\n<p>Es geht auch um die Kosten f\u00fcr die Luftsicherheitskontrolle pro Passagier. Wir konnten die Kosten um vier Euro senken und liegen jetzt bei 9,90 Euro. Das klingt technisch, ist aber f\u00fcr unsere Airline-Partner ein Riesenthema. Viele schauen sehr genau auf die Kosten jeden Standorts. In der alten Welt, so nennen wir die alte Technik, war unsere Prognose: Wir gehen Richtung 20 Euro pro Passagier. Das w\u00e4re fatal gewesen. Airlines wie Ryanair h\u00e4tten das irgendwann nicht mehr mitgemacht.<\/p>\n<p><strong>Ist es denn m\u00f6glich, die Kosten noch weiter zu senken? <\/strong><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ja. Das ginge \u00fcber zwei Hebel. Erstens: Die Dienstleisterkosten bleiben weitgehend fix, werden aber auf immer mehr Passagiere verteilt. Je mehr Passagiere, desto g\u00fcnstiger der Quotient. Mit unseren elf Spuren k\u00f6nnen wir ja theoretisch bis zu 15 Millionen Passagiere abfertigen, ohne die Grundkosten wesentlich zu erh\u00f6hen. Zweitens: Dieses Jahr sind wir noch in der \u00dcbergangsphase mit gemischtem Betrieb in den ersten Monaten. N\u00e4chstes Jahr haben wir zum ersten Mal alle Effekte der neuen Welt, wie wir die reinen CT-Scanner nennen. Ich gehe davon aus, dass wir dann noch g\u00fcnstiger werden.<\/p>\n<p><strong>Bleiben wir mal bei den jetzt 9,90 Euro. Schl\u00e4gt sich das schon konkret in der Vermarktung neuer Strecken nieder?<\/strong><\/p>\n<p>Definitiv. Wir haben zw\u00f6lf neue Ziele f\u00fcr den Sommer. Ryanair fliegt zum Beispiel ab Anfang Juni neu nach Rimini, <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/flughaefen\/wizz-air-kehrt-zurueck-an-den-flughafen-koelnbonn\/4fd49dp\" id=\"aa4cd06a-de2b-452e-b40c-7a45ed2efdc9\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wizz Air w\u00e4chst, und das sind nur zwei Beispiele<\/a>. Wir haben zus\u00e4tzlich seit dem 1. Januar eine neue Entgeltordnung, die Wachstum explizit f\u00f6rdert. Und wir bieten alles aus einer Hand: eigene Sicherheitskontrolle, eigenes Ground Handling. Gerade Low-Cost-Airlines wollen Einfachheit, am liebsten einen Pauschalbetrag pro Passagier. Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6ln\/Bonn hat noch einen eigenen Groundabefertiger. Ist das heute noch ein Vorteil? Es hei\u00dft an anderen Flugh\u00e4fen: Lass das mal die Profis machen.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, und ein erheblicher. Wir sind mit knapp 70 bis 75 Prozent Marktanteil selbst mit Abstand der gr\u00f6\u00dfte Anbieter und k\u00f6nnen Airlines ein echtes Gesamtpaket anbieten. Es gibt seit der Liberalisierung noch einen zweiten Anbieter, aber das eigene Ground Handling ist f\u00fcr uns ein klares Qualit\u00e4tsmerkmal. Seit es einen Branchen-Tarifvertrag gibt, zahlen alle das Gleiche, also ist der Unterschied nicht mehr der Preis, sondern die Qualit\u00e4t. Und die k\u00f6nnen wir nur garantieren, wenn wir es selbst machen. Wer es auslagert, gibt diesen Einfluss ab.<\/p>\n<p><strong>Und welche neuen Ziele kommen konkret im Sommer?<\/strong><\/p>\n<p>Wizz Air bringt mehrere neue Verbindungen:Tuzla, Belgrad, Skopje, Podgorica, Bukarest. Eurowings er\u00f6ffnet Tiflis und Belgrad. Auf der T\u00fcrkei-Seite kommt zum Beispiel Sivas als neues Ziel hinzu, von Ajet. Insgesamt sind es zw\u00f6lf neue Ziele.<\/p>\n<p> <a class=\"\" href=\"https:\/\/ocdn.eu\/pulscms\/MDA_\/f783b00ad2ccc05e4fb62f194ae4610c.jpg\" target=\"_blank\" data-pswp-src=\"https:\/\/ocdn.eu\/pulscms\/MDA_\/f783b00ad2ccc05e4fb62f194ae4610c.jpg\" data-pswp-width=\"3636\" data-pswp-height=\"2426\" rel=\"nofollow noopener\"> <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/3VQk9lBaHR0cHM6Ly9vY2RuLmV1L3B1bHNjbXMvTURBXy9mNzgzYjAwYWQyY2NjMDVlNGZiNjJmMTk0YWU0NjEwYy5qcGeRkwXNA.jpeg\" alt=\"Ryanir und Eurowings am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn.\" transform=\"resizeCropAuto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"680\" height=\"454\" class=\"RingImage _RingImage_km0le_1 \"\/> <\/a> <\/p>\n<p> Ryanir und Eurowings am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn. Flughafen K\u00f6ln\/Bonn <\/p>\n<p><strong>Der Iran-Konflikt hat zuletzt \u00dcberflugr\u00e4ume eingeschr\u00e4nkt und Flugzeiten verl\u00e4ngert. Sp\u00fcren Sie das in K\u00f6ln konkret?<\/strong><\/p>\n<p>Auch in <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/tags\/flughafen-koelnbonn\" id=\"240eeea7-9460-44ab-96eb-6568a768a512\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">K\u00f6ln\/Bonn<\/a> hat der Konflikt im Iran in den vergangenen Wochen zu Streichungen von Fl\u00fcgen gef\u00fchrt, etwa nach Dubai oder Erbil. Auch die Stilllegung der Lufthansa Cityline in diesem Kontext hat Auswirkungen auf uns. Grunds\u00e4tzlich bleibt die Reiselust unserer Flugg\u00e4ste hoch. Wir beobachten, dass die Nachfrage nach kurzfristigen Reisen in einzelne Destinationen wie \u00c4gypten oder die T\u00fcrkei etwas verhaltener ist. Gleichzeitig sehen wir eine steigende Auslastung auf Fl\u00fcgen in andere Urlaubsregionen am Mittelmeer. Verschiebungen in der Nachfrage haben wir mit unseren Airline-Partnern im Blick und reagieren flexibel. Das zeigt sich auch im Angebot: So nimmt Freebird Europe kurzfristig f\u00fcr den Sommer zus\u00e4tzliche Strecken ab K\u00f6ln\/Bonn etwa nach Griechenland und Spanien auf.<\/p>\n<p><strong>Es gibt ja die klassische K\u00f6lner Konkurrenz zu D\u00fcsseldorf. Eurowings ist in beiden St\u00e4dten gro\u00df. Sp\u00fcren Sie da Konkurrenz?<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich m\u00f6chten sie an beiden Standorten wachsen, was aufgrund der aktuellen Marktlage allerdings schwierig ist und Eurowings zudem auf Flugzeuge wartet. Wichtig ist, das ist kein entweder-oder. K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf bedienen unterschiedliche Nachfragesegmente.<\/p>\n<p>\u00abDie k\u00fcrzlich beschlossene Absenkung ist ein erster Schritt, den wir begr\u00fc\u00dfen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Die Branche hat lange auf eine Absenkung der Luftverkehrssteuer gewartet. Nun f\u00e4llt die Reduzierung wohl geringer aus als erhofft. Sp\u00fcren Sie dennoch Auswirkungen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welche politischen Rahmenbedingungen w\u00fcrden dem Standort K\u00f6ln wirklich helfen?<\/strong><\/p>\n<p>Ein absoluter Gamechanger w\u00e4re die vollst\u00e4ndige Abschaffung der Luftverkehrssteuer. Ein Beispiel: Auch Airlines aus dem Ausland k\u00f6nnten dann anfangen, innerdeutsche Strecken zu fliegen, so wie es in Italien, Frankreich oder Spanien l\u00e4ngst passiert. Bergamo ist ein gutes Beispiel: Von dort fliegt Ryanair mehr als 20 inneritalienische Ziele an. Wenn sich das hier entwickeln w\u00fcrde, w\u00e4re das ein v\u00f6llig anderes Spiel f\u00fcr den Standort.<\/p>\n<p><strong>Das wird eher nicht passieren. Wo wird das Wachstum dann in den n\u00e4chsten Jahren herkommen?<\/strong><\/p>\n<p>In Europa wachsen aktuell fast nur die Low-Cost-Carrier. Ryanair baut bei uns aus, Wizz Air ist seit Herbst mit einer gro\u00dfen Zahl an Fl\u00fcgen zu uns zur\u00fcckgekehrt. Dazu kommt der T\u00fcrkeiverkehr, der f\u00fcr K\u00f6ln eine echte Sondergr\u00f6\u00dfe ist: Wir haben zahlreiche t\u00fcrkische Carrier, sie fliegen zum Beispiel teilweise insgesamt zehnmal t\u00e4glich nach Istanbul. Damit sind wir in NRW, vielleicht sogar deutschlandweit, f\u00fchrend. In Richtung Golfstaaten haben sich Dubai und Jeddah mit Eurowings vor dem Ausbruch des Iran-Konflikts sehr gut entwickelt. Was nicht zur\u00fcckkommen wird, ist ein nennenswerter Inlandsverkehr. Vor Corona hatten wir dreieinhalb Millionen innerdeutsche Passagiere, heute sind es gut eine halbe Million. Ich sehe keinen Grund, warum sich das \u00e4ndern sollte.<\/p>\n<p><strong>Und Langstrecke. Die gab es ja mal in K\u00f6ln. Ist das ein realistisches Szenario?<\/strong><\/p>\n<p>Man muss ehrlich sein. Langstrecke ist nett zu haben und sicher auch Prestige, aber nichts, das wir auf Biegen und Brechen realisieren werden. K\u00f6ln lebt von Preiswertigkeit. Was realistisch ist: eine Ausweitung Richtung Golf. Dubai, Jeddah, Abu Dhabi, Amman, vielleicht Oman und weitere Ziele in Saudi-Arabien. Das sind Destinationen in sechs Stunden Reichweite mit echtem Markt. F\u00fcr interkontinentale Verbindungen nach Asien oder Amerika sehe ich derzeit keinen Anbieter, der das in K\u00f6ln anbieten w\u00fcrde, weil sie die gro\u00dfen Drehkreuze bevorzugen.<\/p>\n<p><strong>Passage ist ja das eine Standbein. Das andere ist Fracht. K\u00f6ln\/Bonn gilt als eine der wichtigsten Frachtdrehscheiben Europas. Wie gro\u00df ist dieser Teil tats\u00e4chlich?<\/strong><\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis bei den Bewegungen liegt je nach Jahreszeit bei 60 zu 40 oder 70 zu 30, immer zugunsten der Passage. Wir haben jede Nacht 50 bis 60 gro\u00dfe Frachtmaschinen. UPS allein bewegt rund eine halbe Million Pakete pro Nacht. K\u00f6ln ist der Europa-Hub von UPS, seit 40 Jahren. Das ist kein Zufall, das ist historisch gewachsen und strukturell fest verankert.<\/p>\n<p><strong>Erg\u00e4nzen sich Fracht und Passagierverkehr gut im Tagesablauf?<\/strong><\/p>\n<p>Hervorragend. Die UPS-Maschinen kommen zwischen 22 Uhr und Mitternacht rein und gehen zwischen 3 und 5 Uhr morgens wieder raus. Die Passagierfl\u00fcge gehen vorwiegend tags\u00fcber. Es kommt sich selten in die Quere. Was auch hilft: Der Frachtpeak ist in der Zeit vor Weihnachten, Black Friday bis zum 24. Dezember, w\u00e4hrend das f\u00fcr Passagiere einer der schw\u00e4cheren Monate ist. Und im Sommer, wenn der Passagierverkehr explodiert, ist es in der Fracht eher ruhiger. Die Kurven sind gegenl\u00e4ufig, das ist fast ideal.<\/p>\n<p><strong>Wie wichtig ist die Fracht finanziell f\u00fcr den Flughafen?<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Drittel unserer Immobilienerl\u00f6se kommen aus dem Frachtgesch\u00e4ft. Dank langfristiger Miet- und Pachtvertr\u00e4ge mit UPS, DHL, Fedex und anderen. Das ist ein kontinuierlicher Einkommensstrom. Ich beschreibe es immer so: Fracht ist die Basisauslatung, Passagier ist das, was man dar\u00fcber hinaus entwickelt. UPS hat angek\u00fcndigt, in den n\u00e4chsten zehn Jahren \u00fcber 200 Millionen Euro investieren zu wollen. DHL will ebenfalls ausbauen, weil sie Leipzig nicht als einzigen Standort haben wollen. Das gibt uns eine Stabilit\u00e4t f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p> <a class=\"\" href=\"https:\/\/ocdn.eu\/pulscms\/MDA_\/08bf01a6f5fa8c5e20b9e0aab38ca1cb.jpg\" target=\"_blank\" data-pswp-src=\"https:\/\/ocdn.eu\/pulscms\/MDA_\/08bf01a6f5fa8c5e20b9e0aab38ca1cb.jpg\" data-pswp-width=\"3755\" data-pswp-height=\"2504\" rel=\"nofollow noopener\"> <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/X6bk9lBaHR0cHM6Ly9vY2RuLmV1L3B1bHNjbXMvTURBXy8wOGJmMDFhNmY1ZmE4YzVlMjBiOWUwYWFiMzhjYTFjYi5qcGeRkwXNA.jpeg\" alt=\"Boeing 747 von UPS am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn.\" transform=\"resizeCropAuto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\" width=\"680\" height=\"453\" class=\"RingImage _RingImage_km0le_1 \"\/> <\/a> <\/p>\n<p> Boeing 747 von UPS am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn. Flughafen K\u00f6ln\/Bonn <\/p>\n<p><strong>Und macht das Frachtgesch\u00e4ft in der Nacht Probleme mit den Anwohnenden? <\/strong><\/p>\n<p>Wir haben eine unbefristete Nachtfluggenehmigung, die mehrfach h\u00f6chstrichterlich best\u00e4tigt wurde. Im Jahr 2030 l\u00e4uft eine Betriebsbeschr\u00e4nkung aus, es geht hier um keine Grundgenehmigung, sondern um Auflagen in der Nacht. Wir wollen diese Beschr\u00e4nkung aktiv und dauerhaft akzeptieren und haben im M\u00e4rz einen entsprechenden Antrag beim Verkehrsministerium in Nordrhein-Westfalen gestellt. Und der L\u00e4rm wird ohnehin weniger: Eine Boeing 747-8 ist deutlich leiser als \u00e4ltere Modelle. Wir erh\u00f6hen zudem die L\u00e4rmzuschl\u00e4ge in der Entgeltordnung in den n\u00e4chsten drei Jahren fast auf das Dreifache- einvernehmlich mit den Airlines, weil sie wissen, wie ihre Flottenentwicklung aussieht.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6ln\/Bonn ist einer der wenigen deutschen Flugh\u00e4fen, die Gewinn machen. Wie gelingt das?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/ticker\/flughafen-koelnbonn-erzielt-2025-erneut-gewinn\/fm47fv9\" id=\"c8cb80cd-64e8-4f8c-a03a-993e4a4a3b5a\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wir machen das vierte Jahr in Folge Gewinn und mehr als vor Corona.<\/a> In den letzten vier Jahren kommen wir auf knapp 50 Millionen nach Steuern. Das funktioniert, weil wir die Fracht als stabile Basis haben, weil wir alles selbst steuern und weil wir \u00fcber g\u00fcnstige Standortkosten Wachstum anziehen. Die Gesellschafter lassen das Geld im Unternehmen, weil wir es investieren: Allein das Sicherheitsprojekt zahlen wir komplett selbst.<\/p>\n<p>*Thilo Schmid, geboren in G\u00f6ppingen, startete seine Karriere bei Lufthansa, war dann zehn Jahre am Flughafen D\u00fcsseldorf t\u00e4tig und ist seit M\u00e4rz 2022 Chef des Airports K\u00f6ln\/Bonn. Der fr\u00fchere Hobbyhandballer ist Vater von drei Kindern, heute 49 Jahre alt und hat f\u00fcr den Karneval unter anderem ein Gorilla-Kost\u00fcm im Schrank.<\/p>\n<p>Gute Geschichten brauchen Freiraum. Ihre Unterst\u00fctzung gibt uns diesen Freiraum \u2013 und Sie lesen aeroTELEGRAPH ganz ohne Werbung. F\u00fcr weniger als ein Getr\u00e4nk am Flughafen. Jetzt hier klicken und abonnieren. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/insider\" id=\"1a9f4808-30d0-4348-a5c8-404ed69faa2d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>Jetzt hier klicken und abonnieren<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Schmid, der Flughafen K\u00f6ln\/Bonn baut seine gesamte Sicherheitskontrolle um. Wann hat dieser Prozess begonnen und was war&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1115323,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1842],"tags":[1741,3364,29,2031,11487,30,1209,79430],"class_list":["post-1115322","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bonn","tag-bonn","tag-de","tag-deutschland","tag-flughafen-koeln-bonn","tag-fracht","tag-germany","tag-nordrhein-westfalen","tag-passagier"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116798456630563954","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1115322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1115322"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1115322\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1115323"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1115322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1115322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1115322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}