{"id":1115672,"date":"2026-06-23T11:46:14","date_gmt":"2026-06-23T11:46:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1115672\/"},"modified":"2026-06-23T11:46:14","modified_gmt":"2026-06-23T11:46:14","slug":"hamburg-wohl-schon-750-millionen-euro-die-muellverbrennungsanlage-wird-immer-teurer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1115672\/","title":{"rendered":"Hamburg: Wohl schon 750 Millionen Euro \u2013 die M\u00fcllverbrennungsanlage wird immer teurer"},"content":{"rendered":"<p>Die neue M\u00fcllverbrennungsanlage ZRE ger\u00e4t zur Dauerbaustelle. Die Rede ist von einer \u201edeutlich anderen Projektsituation\u201c, Umweltsenatorin Katharina Fegebank spricht von \u201eerheblichen Kostensteigerungen\u201c \u2013 nun r\u00fcckt die pers\u00f6nliche Haftung fr\u00fcherer Entscheider in den Fokus.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die neue Hamburger M\u00fcllverbrennungsanlage, genannt \u201eZentrum f\u00fcr Ressourcen und Energie\u201c (ZRE), k\u00e4mpft mit steigenden Kosten und deutlichen Verz\u00f6gerungen. Vor diesem Hintergrund l\u00e4sst der Aufsichtsrat nach WELT-Informationen nun m\u00f6gliche Schadenersatzanspr\u00fcche gegen den fr\u00fcheren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Stadtreinigung sowie gegen weitere Projektverantwortliche pr\u00fcfen. <\/p>\n<p>Der Aufsichtsrat beschloss demnach in dieser Woche die Beauftragung einer externen Kanzlei, um zu kl\u00e4ren, ob fr\u00fchere Entscheidungstr\u00e4ger in der Stadtreinigung f\u00fcr die Entwicklung haftbar gemacht werden k\u00f6nnen. Solche Anspr\u00fcche kommen in der Regel nur dann in Betracht, wenn Entscheidungstr\u00e4gern Pflichtverletzungen nachgewiesen werden k\u00f6nnen, etwa bei unzureichendem Risikomanagement oder fehlerhafter Information des Aufsichtsrats. Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne). Die Umweltbeh\u00f6rde (BUKEA) wollte sich auf Anfrage zu dem Beschluss nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr \u00e4u\u00dferten sich Fegebank und die neue Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung allgemein zum Projektverlauf. \u201eKommuniziert wurde dem Aufsichtsrat noch Ende vergangenen Jahres, dass alles im Plan ist\u201c, sagte Fegebank. Das Zentrum f\u00fcr Ressourcen und Energie, das moderne Abfallsortierung und M\u00fcllrecycling unter anderem mit der Auskopplung von Fernw\u00e4rme und Strom verbinden soll, ist seit 2017 in Planung. 2023 erfolgte der Baustart auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen M\u00fcllverbrennungsanlage Stellinger Moor im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld, unmittelbar angrenzend an die Autobahn A7. <\/p>\n<p>Bei Baustart hie\u00df es, das ZRE werde im Jahr 2025 in den Betrieb gehen k\u00f6nnen. Der letzte offiziell vom Aufsichtsrat beschlossene Zeitplan sah eine Inbetriebnahme 2026 vor \u2013 m\u00f6glicherweise mit einer leichten Verschiebung bis ins Jahr 2027 hinein.<\/p>\n<p>Mit dem Wechsel an der Spitze der Stadtreinigung sei die Lage neu bewertet worden. \u201eMit unserem Amtsantritt zu Jahresbeginn haben wir eine deutlich andere Projektsituation vorgefunden, als zuletzt berichtet worden war\u201c, erkl\u00e4rte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Daniela Enslein. Weder die geplante Inbetriebnahme noch die Annahme, mit dem freigegebenen Budget auszukommen, h\u00e4tten den tats\u00e4chlichen Gegebenheiten entsprochen.<\/p>\n<p>Fegebank k\u00fcndigte eine vollst\u00e4ndige Aufarbeitung an. \u201eSeit die neue Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und ich von der neuen Situation erfahren haben, hat es f\u00fcr uns gemeinsam oberste Priorit\u00e4t, diese Diskrepanz zu pr\u00fcfen und l\u00fcckenlos aufzukl\u00e4ren\u201c, sagte sie. Zugleich betonte sie: \u201eNicht der F\u00fchrungswechsel hat diese Kosten verursacht \u2013 er hat sie sichtbar gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Erst im weiteren Verlauf wurde das Ausma\u00df der Probleme deutlich. Urspr\u00fcnglich war das Projekt mit rund 234 Millionen Euro veranschlagt, sp\u00e4ter stiegen die Kosten auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. Zuletzt war in Medienberichten von weiter steigenden Kosten die Rede, das \u201eHamburger Abendblatt\u201c berichtete von Summen von mehr als 750 Millionen Euro. <\/p>\n<p>Offiziell hei\u00dft es, es gebe noch keine belastbaren Summen, was die Mehrkosten angeht. \u201eKlar ist aber, dass wir von erheblichen Kostensteigerungen ausgehen\u201c, erkl\u00e4rt Fegebank. \u201eWir fangen jetzt nicht an zu flicken, sondern setzen ab sofort eine v\u00f6llig neue Steuerung des Projekts, standardisierte Berichtswege und eine integrierte Projektsteuerung um, damit wir wieder die volle Kontrolle und Nachvollziehbarkeit erlangen.\u201c<\/p>\n<p>Verbunden ist damit offenbar auch ein neuer Zeitplan. Inzwischen wird erst mit den einer Inbetriebnahme in den Jahren 2029 bis 2030 gerechnet. Die Anlage wird dabei zeitversetzt ihre Funktionen in Betrieb nehmen. Der erste M\u00fcll wird beispielsweise schon verbrannt werden, bevor W\u00e4rme ins st\u00e4dtische Fernw\u00e4rmenetz geliefert werden kann.<\/p>\n<p>Das ZRE gilt als eines der wichtigen Infrastrukturprojekte der Stadt. \u201eDas Gelingen dieses Projekts ist f\u00fcr die Entsorgungssicherheit wie auch f\u00fcr die W\u00e4rmewende in unserer Stadt von herausgehobener Bedeutung\u201c, sagte Fegebank. Gleichzeitig versicherte sie: \u201eDie Hamburger W\u00e4rmewende steht. Die Fernw\u00e4rmeversorgung ist absolut sicher.\u201c<\/p>\n<p>B\u00fcrgerschaft befasst sich am Dienstag mit dem Projekt<\/p>\n<p>Hamburg stellt seine W\u00e4rmeversorgung in der Fernw\u00e4rme neu auf. Zun\u00e4chst wird das Kohlekraftwerk in Wedel ersetzt. K\u00fcnftig kommt Fernw\u00e4rme aus dezentralen, unterschiedlichen Quellen, etwa einer Abwasserw\u00e4rmepumpe oder industrieller Abw\u00e4rme. In einem zweiten Schritt soll auch das Kraftwerk Tiefstack durch kleinere, mit erneuerbaren Energien belieferten Einheiten ersetzt werden. Das ZRE soll perspektivisch an den Energiepark Hafen angeschlossen werden. <\/p>\n<p>Politisch wird sich die B\u00fcrgerschaft zeitnah mit dem Projekt befassen. Der zust\u00e4ndige Ausschuss will sich am Dienstag in nicht \u00f6ffentlicher Sitzung mit dem ZRE besch\u00e4ftigen. Zudem hat die CDU ein Aktenvorlageersuchen angek\u00fcndigt, dem sich nach bisherigen Signalen auch die SPD anschlie\u00dfen will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die neue M\u00fcllverbrennungsanlage ZRE ger\u00e4t zur Dauerbaustelle. 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