{"id":1117567,"date":"2026-06-24T06:21:14","date_gmt":"2026-06-24T06:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1117567\/"},"modified":"2026-06-24T06:21:14","modified_gmt":"2026-06-24T06:21:14","slug":"koeln-bremen-ard-setzt-jetzt-auf-eine-teenie-soap-bei-tiktok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1117567\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln\/Bremen | ARD setzt jetzt auf eine Teenie-Soap bei TikTok"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln\/Bremen (dpa) &#8211; \u00abNicht schw\u00e4cheln, mach\u2018 sie stolz \u2013 das will ich\u00bb: So motiviert sich die angehende Primaballerina Sara (Gio Yoo) t\u00e4glich f\u00fcr ihr Balletttraining, denn ihre Eltern erwarten Gro\u00dfes von ihr. Dabei tr\u00e4umt die Sch\u00fclerin von einer Karriere als K-Pop-T\u00e4nzerin und einem Leben in Seoul.\u00a0<\/p>\n<p>Als sie sich dann auch noch in Musiktalent Daniel (Alexander Schmidt) verliebt, k\u00f6nnten alle W\u00fcnsche wahr werden &#8211; w\u00e4ren die Familien der beiden nicht extrem verfeindet.\u00a0<\/p>\n<p>26-teilige Teenie-Soap<\/p>\n<p>Das alles zeigen die ersten zwei Folgen der ARD-Serie \u00abBetween the Beats\u00bb in nur dreieinhalb Minuten. Im Fernsehen wird die 26-teilige Teenie-Soap allerdings nicht zu sehen sein, sondern nur auf der aus China stammenden Plattform TikTok oder auf einer \u00abRadio-Bremen-Landingpage\u00bb \u2013 kostenfrei versteht sich.\u00a0<\/p>\n<p>Mit dieser Serie (Start: 25. Juni) sind die \u00d6ffentlich-Rechtlichen hierzulande zugleich Trendsetter, was das Genre \u00abVertical-Drama\u00bb angeht (auch \u00abMicro-Drama\u00bb genannt).\u00a0<\/p>\n<p>Diese Serien mit Episoden in einer L\u00e4nge zwischen einer Minute und drei Minuten sind ganz im Social-Media-Stil als Hochkant-Format produziert. Damit sind solche Inhalte, die \u00fcber Plattformen oder Apps abrufbar sind, in erster Linie f\u00fcr den Konsum via Smartphone konzipiert.<\/p>\n<p>Episoden von weniger als drei Minuten im Hochkant-Format\u00a0<\/p>\n<p>In den USA und vor allem in Asien werden diese Schmalspurvideos schon massenhaft konsumiert \u2013 vor allem von einem j\u00fcngeren weiblichen Publikum, das nach den ersten kostenlosen Episoden oft so angefixt ist, dass es bereit ist, f\u00fcr die dramaturgisch radikal komprimierten Seifenopern zu bezahlen.<\/p>\n<p>\u00abIf loving you is a sin\u00bb, \u00abI married a mafioso\u00bb, \u00abMy secret lover is his brother\u00bb oder \u00abOh no I slept with my boss\u00bb \u2013 Das ist nur eine kleine Auswahl solcher haupts\u00e4chlich in China preiswert produzierten Titel, die aktuell das Internet fluten. Expertensch\u00e4tzungen zufolge werden 2026 weltweit voraussichtlich 14 Milliarden US-Dollar in diesem Segment umgesetzt, Tendenz steigend.<\/p>\n<p>Dass ausgerechnet die ARD in Deutschland nun mit einem Vertical startet, hat einen klaren Grund. Man will junge Leute gewinnen, denn der Gro\u00dfteil des Publikums der \u00d6ffentlich-Rechtlichen befindet sich im Rentenalter.\u00a0<\/p>\n<p>Die ARD will Teens und Twens (zur\u00fcck-)gewinnen<\/p>\n<p>\u00abWir glauben, dass wir damit die Zielgruppe der 14- bis 29-J\u00e4hrigen gut ansprechen k\u00f6nnen, also Menschen in einem Alter, die unser Programm nicht so oft schauen\u00bb, sagt die Leiterin Fiktion und Unterhaltung von Radio Bremen, Annette Strelow, der Nachrichtenagentur dpa. Inhaltlich wolle man ein h\u00f6heres Niveau bieten als viele andere bisherige Produktionen dieser Art.<\/p>\n<p>Neben der Unterst\u00fctzung von den Influencern Blond Minh und Feng Yi Lu soll es TikTok \u00abquasi allein\u00bb hinbekommen, dass die junge Community auf \u00abBetween the Beats\u00bb \u00fcberhaupt aufmerksam wird.\u00a0<\/p>\n<p>Der Algorithmus der Plattform bewertet und rankt Inhalte haupts\u00e4chlich \u00fcber die bereits vorhandenen Nutzerdaten, um dann der Nutzerschaft wieder entsprechend individuelle Angebote zu unterbreiten.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt d\u00fcrften die Kurzform-Videos wohl die ersten fiktionalen Inhalte sein, bei denen K\u00fcnstliche Intelligenz und Algorithmen f\u00fcr Konzeption und Produktion entscheidend zum Einsatz kommen: zum Beispiel, wenn es um die Synchronisation, Dramatisierung oder die Verschlagwortung geht.\u00a0<\/p>\n<p>Begriffe wie \u00abMilliard\u00e4r\u00bb, \u00abBoss\u00bb, \u00abHeirat\u00bb, \u00abGeheimnisse\u00bb oder \u00abBetrug\u00bb sind in den meisten der Titel enthalten, weil dann das Interesse an den entsprechenden Angeboten besonders hoch ist.<\/p>\n<p>Ganz neue Logik, was die Vermarktung von Inhalten angeht<\/p>\n<p>Bei diesem Genre kommen Technologie und Fiction zusammen, analysiert Gregor Sauter die Situation. \u00abAlles hat mit den Daten zu tun, die von Menschen kommen\u00bb, sagt Sauter der dpa. Er ist Chef der Produktionsfirma Red Pony, bei der auch \u00abBetween the Beats\u00bb entstand.<\/p>\n<p>Verticals seien eine Infrastruktur, betont er \u2013 und das mit einer komplett entgegengesetzten \u00abPlattform-Logik\u00bb zu den herk\u00f6mmlichen Gesch\u00e4ftsmodellen gro\u00dfer Medienkonzerne. Diese versuchten bislang zuerst, erfolgreiche Inhalte-Marken zu schaffen, um diese dann \u00fcber die verschiedensten Kan\u00e4le zu distribuieren.\u00a0<\/p>\n<p>Der Unterhaltungsriese Disney nutzt das neue Genre allerdings jetzt auch, um Kurzfassungen bereits bekannter Serien im Social-Media-Universum zu verbreiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sauter jedenfalls ist klar: Streaming und Social Media sind dabei, das klassische Fernsehen zu ersetzen. Dennoch sieht er Unterschiede zum Markt in Asien oder Amerika: \u00abIn Europa werden wohl eher anspruchsvollere Inhalte erfolgreich sein, aber auch hier m\u00fcssen wir zuerst die Daten verstehen.\u00bb<\/p>\n<p>Fakt ist: Derzeit denken viele Sender und Streamer in Deutschland dar\u00fcber nach, ob und wie sie Kurzform-Inhalte in ihre Angebote einbinden k\u00f6nnen. Das Fernsehen einer neuen Generation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln\/Bremen (dpa) &#8211; \u00abNicht schw\u00e4cheln, mach\u2018 sie stolz \u2013 das will ich\u00bb: So motiviert sich die angehende Primaballerina&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1117568,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,441,30,12793,198,62,1897,3795,6406,111083],"class_list":["post-1117567","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bremen","tag-bremen","tag-de","tag-deutschland","tag-fernsehen","tag-germany","tag-handy","tag-internet","tag-medien","tag-streaming","tag-telekommunikation","tag-tv-ausblick","tag-vertical"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116803645379196768","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1117567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1117567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1117567\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1117568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1117567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1117567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1117567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}