{"id":1118312,"date":"2026-06-24T13:29:13","date_gmt":"2026-06-24T13:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1118312\/"},"modified":"2026-06-24T13:29:13","modified_gmt":"2026-06-24T13:29:13","slug":"was-der-neueste-op-roboter-in-der-muenchen-klinik-kann-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1118312\/","title":{"rendered":"Was der neueste OP-Roboter in der M\u00fcnchen Klinik kann &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Im OP m\u00fcsste eigentlich ein Patient liegen. Doch auf dem OP-Bett ist niemand. In einer Art Plastikk\u00e4stchen liegen nur Stoffblumen. Die Blumen sind nur Zierde, aber mitten in der k\u00fcnstlichen Blumenwiese liegt eine runde Scheibe mit unterschiedlich gro\u00dfen Gumminoppen. Diese Scheibe ist ein Dummy, die Noppen der Gewebe-Ersatz: um mit \u201eShurui\u201c zu \u00fcben und zu zeigen, was der j\u00fcngste Roboter-Zugang in der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> Klinik <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bogenhausen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bogenhausen<\/a> alles kann.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-speiseroehre-krebs-operation-roboter-lux.UXUMhtpZ5ZyobuqZZj8hEE?reduced=true\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ein bew\u00e4hrter Da-Vinci-Roboter namens \u201eLeo\u201c ist dort schon l\u00e4nger in Betrieb,<\/a> mit ihm wurden bereits Tausende Operationen erfolgreich ausgef\u00fchrt. Sein neuer chinesischer Kollege ist nun seit dem 20. Mai im Einsatz.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Shurui \u2013 einen Spitznamen gibt es f\u00fcr den Roboter bisher nicht \u2013 hat vier gro\u00dfe Arme. In vier speziellen Geh\u00e4usen werden die sterilen Instrumente eingef\u00fchrt, vier d\u00fcnne, schwarze Greifarme gelangen durch ein einziges Portal nach au\u00dfen in das K\u00e4stchen, den simulierten Bauchraum.\u00a0Dann bewegen sich die Arme pl\u00f6tzlich. Schlangenartig.\u00a0 Wie bei einer Krake k\u00f6nnen sich die sogenannten \u201eSnake Lines\u201c in alle Richtungen bewegen. \u00c4u\u00dferst biegsam, mit weichen Bewegungen und sehr pr\u00e4zise.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/c76d06e4-b549-4e11-98d0-038d7b9f60e6.jpg\"   alt=\"Die sogenannten \u201eSnake Line\u201c bewegen sich schlangenartig: Scheren und Zangen k\u00f6nnen pr\u00e4zise schneiden, ver\u00f6den und Gewebe zur Seite schieben.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Die sogenannten \u201eSnake Line\u201c bewegen sich schlangenartig: Scheren und Zangen k\u00f6nnen pr\u00e4zise schneiden, ver\u00f6den und Gewebe zur Seite schieben. M\u00fcnchen Klinik<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Eine sehr scharfe Schere, die auch Gef\u00e4\u00dfe ver\u00f6den kann, zwei Haltezangen und eine winzige Kamera sind am Ende der Arme angebracht. Die Instrumente schieben die Noppen des Dummys beiseite, schneiden St\u00fccke ab, halten fest. Die Kamera \u00fcbertr\u00e4gt das Geschehen mit einer hochaufl\u00f6senden 3-D-Technik auf gro\u00dfe Monitore.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Johannes Bodner beschreibt den Roboter als eine \u201eRevolution auf dem Gebiet der minimalinvasiven <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Chirurgie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chirurgie<\/a>\u201c. \u201eDenn mit nur einem Schnitt von zwei bis 2,5 Zentimeter gelangen alle vier Arme in den Brust- oder Bauchraum\u201c, erkl\u00e4rt der Chefarzt der Klinik f\u00fcr Thoraxchirurgie. Das Da-Vinci-System ben\u00f6tige im Vergleich dazu bis zu f\u00fcnf kleine Schnitte. F\u00fcr die Patienten ein gro\u00dfer Unterschied:\u00a0 Ein einziger Schnitt bedeutet eine schnellere Heilung, weniger postoperative Schmerzen, kleinere Narben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Schlangenarme haben einen weiten Radius. Bis zu 25 Zentimeter k\u00f6nnen sie in die H\u00f6he oder in die Tiefe gehen. Aber die Arme bewegen sich nicht durch Zauberhand, dahinter stecken K\u00f6nnen, Pr\u00e4zision und eine ausgesprochen ruhige Hand.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ayman Agha sitzt an einer gro\u00dfen Konsole. Er hat den Bildschirm vor sich, mit den Fingern kann er mithilfe von sensiblen Griffen die \u201eSchlangenarme\u201c bewegen. \u201eHierbei ben\u00f6tigt man alles, Hirn, H\u00e4nde, Herz und auch die F\u00fc\u00dfe\u201c, sagt er. Denn es m\u00fcssen auch Pedale bedient werden. Agha hat seine Schuhe ausgezogen, damit er noch mehr Gef\u00fchl daf\u00fcr hat. Bei Druck auf die gelben Pedale schneidet die Schere. Druck auf die blauen Pedale hei\u00dft: ver\u00f6den. Auch sagt das System \u00fcber den Monitor, ob der Operateur noch tiefer schneiden muss. \u201eEin unwahrscheinlich pr\u00e4zises Arbeiten ist dadurch m\u00f6glich\u201c, erkl\u00e4rt der Chefarzt f\u00fcr Allgemein- und Viszeralchirurgie.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein Operateur, ein Assistent, der sich um die Instrumente k\u00fcmmert, und eine pflegerische OP-Kraft sind bei einer OP mit Shurui dabei. Daf\u00fcr brauche es viel Vorarbeit, sagt Aleksandra Ristic. Denn die langen Instrumente m\u00fcssen steril sein, alles genau passen, sagt die 55-J\u00e4hrige. Sie ist die pflegerische Leitung im OP.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Noch etwas ist wichtig: Der Patient muss laut Bodner exakt liegen, damit Shurui den ersten Schnitt pr\u00e4zise ausf\u00fchren kann. \u201eDas bedeutet f\u00fcr uns die genaue \u00dcberlegung, wie der Schnitt zu legen ist\u201c, sagt Bodner. Das sei oft Millimeterarbeit. Deswegen bereite man die OP auch akribisch vor.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">1,5 Millionen Euro kostet Shurui. Bodner machte seine erste Bekanntschaft mit dem Roboter-System in einem Krankenhaus in China. \u201eIch war sofort fasziniert von dem Ger\u00e4t\u201c, erz\u00e4hlt er. Aber es dauerte, bis Shurui als deutschlandweit einziges Ger\u00e4t an die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen_Klinik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen Klinik<\/a> kam.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Anfang des Jahres war es soweit, Shurui wurde installiert. Bis dahin hatte das OP-Team an einer Testkonsole ge\u00fcbt und Erfahrungen gesammelt. Am 20. Mai fand die erste Thorax-OP statt. Aufgeregt sei er am Vorabend schon gewesen. \u201eDas Schlafen war nicht so leicht\u201c, gesteht Chefarzt Bodner. Aber die ganze Arbeit, alle Schulungen h\u00e4tten sich gelohnt. Der Eingriff sei ein voller Erfolg gewesen. Die Patientin habe am dritten Tag nach Hause gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Seitdem war Shurui schon 20-mal im Einsatz.\u00a0 Zun\u00e4chst bei weniger komplexen Eingriffen. Zwei Monate will man laut Ayman Agha noch mehr Erfahrung mit Shurui gewinnen. Dann sollen gr\u00f6\u00dfere Eingriffe folgen. Die beiden Chef\u00e4rzte in Bogenhausen sind jedenfalls davon \u00fcberzeugt, dass die Zukunft der roboterassistierten Chirurgie geh\u00f6ren wird. In China ist Shurui schon in der Allgemeinchirurgie, der Urologie, der Gyn\u00e4kologie, der Kopf- und Halschirurgie im Einsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im OP m\u00fcsste eigentlich ein Patient liegen. Doch auf dem OP-Bett ist niemand. 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