{"id":1118759,"date":"2026-06-24T17:37:17","date_gmt":"2026-06-24T17:37:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1118759\/"},"modified":"2026-06-24T17:37:17","modified_gmt":"2026-06-24T17:37:17","slug":"block-prozess-in-hamburg-ich-dachte-du-glaubst-mir-sowieso-nicht-tochter-soll-ermittlerin-von-hilferufen-berichtet-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1118759\/","title":{"rendered":"Block-Prozess in Hamburg: \u201eIch dachte, Du glaubst mir sowieso nicht\u201c \u2013 Tochter soll Ermittlerin von Hilferufen berichtet haben"},"content":{"rendered":"<p>Beim ersten Besuch bei Block im Januar 2024 sah die Hauptermittlerin keine Anzeichen, dass die Kinder nicht dort sein wollten. Sp\u00e4ter soll die 13-j\u00e4hrige Tochter ihr geschildert haben, sie habe vergeblich um Hilfe gebeten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im Block-Prozess hat die Verteidigung die Hauptermittlerin der Hamburger Polizei zu ihrem ersten Besuch bei der angeklagten Mutter nach der Entf\u00fchrung befragt. Am 3. Januar 2024 war die Polizei gemeinsam mit dem Jugendamt zum Wohnhaus der Unternehmerin Christina Block gefahren, um zu sehen, wie es dem zehnj\u00e4hrigen Jungen und dem 13-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen geht. An dem Tag habe sie keine Hinweise gehabt, dass die Kinder nicht an diesem Ort sein wollen, sagte die Zeugin auf Nachfrage.<\/p>\n<p>Die 44-J\u00e4hrige f\u00fcgte aber hinzu, dass die Tochter in einem sp\u00e4teren Gespr\u00e4ch in D\u00e4nemark am Rande einer Vernehmung einmal ge\u00e4u\u00dfert habe, warum sie damals nichts gesagt habe. \u201eIch dachte, Du glaubst mir sowieso nicht\u201c, habe das M\u00e4dchen ihr berichtet, erkl\u00e4rte die Hauptermittlungsf\u00fchrerin. Das Kind habe angegeben, schon vorher andere um Hilfe gebeten zu haben, sie sei entf\u00fchrt worden, sie wolle \u201ehier raus\u201c. Aber niemand habe etwas getan.<\/p>\n<p>Die Verteidigung erinnerte daraufhin daran, dass eine Mitarbeiterin des Jugendamtes als Zeugin bestritten habe, wie von dem M\u00e4dchen berichtet im Wohnhaus der Mutter um Hilfe gebeten worden zu sein. Auch ein Kinderpsychologe hatte das als Zeuge verneint.<\/p>\n<p>Kinder sagen im Prozess nicht aus<\/p>\n<p>Die Kinder selbst m\u00f6chten im Prozess nach Angaben ihrer Anw\u00e4ltin nicht aussagen. Auf die Frage der Verteidiger, warum sich zu diesem Gespr\u00e4ch mit der Tochter nichts in den Akten der Ermittler finde, r\u00e4umte die Zeugin ein: \u201eJa, h\u00e4tte ich verschriftlichen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Christina Block wird vorgeworfen, nach einem langen Sorgerechtsstreit einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entf\u00fchrung ihrer beiden j\u00fcngsten Kinder vom Wohnort des Vaters in D\u00e4nemark erteilt zu haben. Die Kinder waren in der Silvesternacht 2023\/24 in ein Auto gezerrt, erst auf einen Hof nach S\u00fcddeutschland und dann nach Hamburg gebracht worden.<\/p>\n<p>In dem Prozess gibt es sechs Mitangeklagte. Darunter ist Blocks Lebensgef\u00e4hrte, der Ex-Sportmoderator Gerhard Delling. Alle Angeklagten bestreiten, etwas Unrechtes getan zu haben. Nur ein Israeli hat seine Beteiligung an der Entf\u00fchrung gestanden. Der 36-J\u00e4hrige ist der einzige Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt.<\/p>\n<p>\u201eMeinem Mandanten ging es nur um die Kinder\u201c, sagte sein Verteidiger, Sascha B\u00f6ttner, am 58. Prozesstag. Es sei vom Chef der mutma\u00dflichen Entf\u00fchrer, David Barkay, \u201emassiver emotionaler Druck\u201c ausge\u00fcbt worden. Er habe dem Angeklagten das Gef\u00fchl vermittelt, dass ohne ihn die Kinder nicht gerettet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Notizbuch in Plastikt\u00fcte \u00fcberreicht<\/p>\n<p>Die Kriminalbeamtin schilderte eine Besichtigung des Hofes in S\u00fcddeutschland, die laut Anklage im Februar 2025 war. Ein Vertreter der Familie habe den Staatsanwalt allein sprechen wollen und eine Plastikt\u00fcte mit einem Notizbuch \u00fcberreicht. Dieses soll Barkay geh\u00f6ren. \u201eVon dem Notizbuch waren wir auf jeden Fall \u00fcberrascht\u201c, berichtete die 44-J\u00e4hrige. Ein Verteidiger merkte an: \u201eEine Frage w\u00e4re ja auch gewesen: Warum gebt Ihr uns das erst jetzt?\u201c<\/p>\n<p>Die Ermittlungen gegen die Familie auf dem Hof in der Region Pforzheim waren 2025 eingestellt worden. Alle Vorw\u00fcrfe h\u00e4tten damals sinnvoll erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen, sagte die Zeugin. Vor zwei Wochen dann hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft best\u00e4tigt, dass die Ermittlungen gegen drei der Familienmitglieder wieder aufgenommen worden seien. Im Zuge der laufenden Hauptverhandlung habe es weitere Erkenntnisse gegeben, hie\u00df es. F\u00fcr alle Beschuldigten im Fall Block gilt die Unschuldsvermutung.<\/p>\n<p>Streit um Aussagegenehmigung<\/p>\n<p>Die Verteidiger wollten der Zeugin zahlreiche Fragen zu parallelen Verfahren rund um die Kindesentf\u00fchrung stellen. Dabei ging es unter anderem um ein Verfahren gegen Blocks Ex-Mann Stephan Hensel und dessen neue Frau Astrid Have. Hintergrund war, dass die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch in D\u00e4nemark nicht zur\u00fcck nach Hamburg gebracht worden waren.<\/p>\n<p>Doch immer wieder sagte die Kriminalbeamtin, laut ihrer Aussagegenehmigung d\u00fcrfe sie dazu nichts sagen. Das stie\u00df bei den Verteidigern auf Ver\u00e4rgerung. Ihren Antrag, dass die Kammer auf eine Erweiterung der Aussagegenehmigung hinwirken solle, lehnten die Richter ab. Die Befragung der Hauptermittlungsf\u00fchrerin wird am Donnerstag (25. Juni) fortgesetzt.<\/p>\n<p>dfe, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beim ersten Besuch bei Block im Januar 2024 sah die Hauptermittlerin keine Anzeichen, dass die Kinder nicht dort&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1118760,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[39334,7038,77899,1160,29,6149,30,692],"class_list":["post-1118759","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-block","tag-block-house","tag-christina-tochter","tag-daenemark","tag-deutschland","tag-fengler-denis","tag-germany","tag-hamburg"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116806303608319536","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1118759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1118759"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1118759\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1118760"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1118759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1118759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1118759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}