{"id":111939,"date":"2025-05-15T07:20:09","date_gmt":"2025-05-15T07:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/111939\/"},"modified":"2025-05-15T07:20:09","modified_gmt":"2025-05-15T07:20:09","slug":"enzym-als-wichtiger-tumorhemmer-bei-t-zell-lymphomen-identifiziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/111939\/","title":{"rendered":"Enzym als wichtiger Tumorhemmer bei T-Zell-Lymphomen identifiziert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lymphome z\u00e4hlen zur Gruppe der malignen Erkrankungen des Immunsystems und betreffen haupts\u00e4chlich die Organe des lymphatischen Systems. Das anaplastische gro\u00dfzellige Lymphom (ALCL) geh\u00f6rt zur Untergruppe der Non-Hodgkin-Lymphome und stellt eine seltene, jedoch aggressive Form eines T-Zell-Lymphoms dar, das zumeist bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt. Forschungsteams der Medizinischen Universit\u00e4t Wien am Comprehensive Cancer Center von MedUni Wien und AKH Wien konnten nun in Zusammenarbeit unter anderen mit dem European Institute of Oncology (Turin, IT), dem Boston Children&#8217;s Hospital and Harvard Medical School (US) und der University of Cambridge (UK) die Funktion epigenetischer Ver\u00e4nderungen bei der Entstehung dieser Krebserkrankung belegen. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Leukemia erschienen.<\/strong><\/p>\n<p>Epigenetische Prozesse, wie zum Beispiel Ver\u00e4nderungen der DNA-Methylierung oder der Chromatin-Struktur, sind ma\u00dfgeblich an der Entstehung unterschiedlicher Krebserkrankungen beteiligt, und Mutationen epigenetischer Faktoren z\u00e4hlen zu den h\u00e4ufigsten genetischen Ver\u00e4nderungen in Tumoren. Inhibitoren, die auf epigenetische Enzyme abzielen, sind bereits in der klinischen Anwendung und zeigen speziell bei Lymphomerkrankungen eine vielversprechende Wirkung.<\/p>\n<p><strong>Blockade verz\u00f6gert Lymphomentwicklung<\/strong><\/p>\n<p>In der aktuellen Studie konnten die Forschungsteams unter der Leitung von Gerda Egger und Erstautorin Ma\u0161a Zrim\u0161ek, beide Klinisches Institut f\u00fcr Pathologie, die Rolle von Histondeazetylasen (HDACs) bei der ALCL-Lymphomentstehung entschl\u00fcsseln. HDACs sind Enzyme, die die Genaktivit\u00e4t regulieren und als Zielstruktur f\u00fcr moderne Krebstherapien gelten. Im Mausmodell wurde der Einfluss des Wirkstoffs Entinostat untersucht, ein sogenannter HDAC-Hemmer, der derzeit in klinischer Erprobung ist. Die pharmakologische Blockade der HDAC-Aktivit\u00e4t konnte die Lymphomentwicklung stark verz\u00f6gern oder in manchen F\u00e4llen sogar ganz verhindern. Auch bei Lymphomzellen von drei Patient:innen, die gegen fr\u00fchere Therapien resistent waren, zeigte Entinostat eine effektive Wirkung.<\/p>\n<p><strong>Enzym zeigt sch\u00fctzende Funktion <\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberraschenderweise beschleunigte hingegen die gezielte genetische Ausschaltung von HDAC1 in T-Zellen das Tumorwachstum im Mausmodell deutlich \u2013 ein Hinweis auf eine bislang untersch\u00e4tzte sch\u00fctzende Funktion des Enzyms in bestimmten Krankheitsstadien.<\/p>\n<p>Molekulare Analysen zeigten, dass der Verlust von HDAC1 die Verpackung des Erbguts und die Genaktivit\u00e4t in T-Zellen tiefgreifend ver\u00e4ndert und insbesondere Signalwege wie PDGFRB-STAT5 oder T-Zell-Rezeptor-assoziierte Mechanismen verst\u00e4rkt. Diese Ver\u00e4nderungen stehen im Verdacht, die Entstehung und Ausbreitung der Lymphome zu f\u00f6rdern. <\/p>\n<p>\u201eObwohl die Heilungschancen beim ALK-positiven ALCL aufgrund spezifischer Behandlungen sehr gut sind, kommt es h\u00e4ufig zu Therapieresistenzen und zus\u00e4tzliche Behandlungsm\u00f6glichkeiten sind daher dringend notwendig. Die vorliegenden Ergebnisse geben Hoffnung f\u00fcr den Einsatz von HDAC-Hemmern als zus\u00e4tzliche Therapieoption in der nahen Zukunft\u201c, so Studienleiterin Gerda Egger von der Medizinischen Universit\u00e4t Wien.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse entstanden unter Zusammenarbeit mit Teams der MedUni Wien (Zentrum f\u00fcr Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie; Zentrum f\u00fcr Anatomie und Zellbiologie), dem European Institute of Oncology (Turin, IT), dem Boston Children&#8217;s Hospital and Harvard Medical School (US) und der University of Cambridge (UK).<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Anaplastische gro\u00dfzellige Lymphome sind seltene, aber aggressive T-Zell-Lymphome. Etwa 60\u201380 % der F\u00e4lle tragen eine Genfusion des ALK-Gens, die das Tumorwachstum antreibt. Histon-Deacetylasen (HDACs) sind Enzyme, die die Genaktivit\u00e4t regulieren und als Zielstruktur f\u00fcr moderne Krebstherapien gelten. <\/p>\n<p><strong>Publikation: Leukemia<\/strong><\/p>\n<p>HDAC1 acts as a tumor suppressor in ALK-positive anaplastic large cell lymphoma: implications for HDAC inhibitor therapy.<\/p>\n<p>Ma\u0161a Zrim\u0161ek, Kristina Dragani\u0107, Anna Malzer, Verena Doblmayr, Katarina Mi\u0161ura, Rafael de Freitas E Silva, Jamie D Matthews, Fabio Iannelli, Sabrina Wohlhaupter, Carlos Uziel P\u00e9rez Malla, Heinz Fischer, Helga Schachner, Ana-Iris Schiefer, Raheleh Sheibani-Tezerji, Roberto Chiarle, Suzanne Dawn Turner, Wilfried Ellmeier, Christian Seiser, Gerda Egger.<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41375-025-02584-9\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41375-025-02584-9<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lymphome z\u00e4hlen zur Gruppe der malignen Erkrankungen des Immunsystems und betreffen haupts\u00e4chlich die Organe des lymphatischen Systems. Das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":111940,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[14456,14457,29,597,30,141,232,837,1666,5162,6296],"class_list":{"0":"post-111939","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-apa","9":"tag-apa-ots","10":"tag-deutschland","11":"tag-forschung","12":"tag-germany","13":"tag-gesundheit","14":"tag-health","15":"tag-medizin","16":"tag-ots","17":"tag-universitaet","18":"tag-wien"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111939"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111939\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/111940"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=111939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}