{"id":1119824,"date":"2026-06-25T03:51:20","date_gmt":"2026-06-25T03:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1119824\/"},"modified":"2026-06-25T03:51:20","modified_gmt":"2026-06-25T03:51:20","slug":"binance-stellt-kryptowaehrungs-handel-im-europaeischen-wirtschaftsraum-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1119824\/","title":{"rendered":"Binance stellt Kryptow\u00e4hrungs-Handel im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum ein"},"content":{"rendered":"<p>Der zwielichtige Markt f\u00fcr den Handel mit Kryptow\u00e4hrungen wird im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum (EWR) zum 1. Juli teilweise bereinigt. Laut Branchenbeobachtern gibt es derzeit mehr als 1.200 Anbieter, doch nur gut 200 haben eine Lizenz erworben. Prominentester Abgang ist Binance, das als weltweit gr\u00f6\u00dfte Kryptow\u00e4hrungsb\u00f6rse gilt.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Seit Ende 2024 gibt es EWR-weit g\u00fcltige Lizenzen nach der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-Parlament-fuer-starke-Regulierung-von-Kryptomaerkten-8983408.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Verordnung 2023\/1114 \u00fcber M\u00e4rkte f\u00fcr Kryptowerte<\/a> (bekannt als MiCA, f\u00fcr Markets in Crypto-Assets). Anbieter m\u00fcssen nur in einem Land eine Lizenz erwerben, die dann im gesamten EWR gilt. Allerdings sind die Vorgaben \u00fcberall die gleichen: Weil hohe Geldbetr\u00e4ge von Spekulanten auf dem Spiel stehen, m\u00fcssen die Betreiber zeigen, dass sie ausreichend Eigenkapital haben, wie sie ihre Plattformen f\u00fchren, wie sie Kundenguthaben sch\u00fctzen und, nicht zuletzt, wie sie Geldw\u00e4sche verhindern.<\/p>\n<p>Daran ist <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Kryptoboerse-Binance-koennte-ab-Juli-Betriebsverbot-in-der-EU-bekommen-11334949.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Binance gescheitert<\/a>: Das US-Unternehmen wollte eine griechische Lizenz, hat seinen Antrag jedoch zur\u00fcckgezogen, nachdem die griechische Beh\u00f6rde vorige Woche eine Ablehnung signalisierte. Daraufhin aufgenommene Gespr\u00e4che mit Beh\u00f6rden einiger anderer L\u00e4nder d\u00fcrften nicht gefruchtet haben \u2013 die Vorschriften sind ja jetzt einheitlich. Bislang ist Binance in allen EWR-Staaten au\u00dfer den Niederlanden und Liechtenstein t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Bis Ende Juni l\u00e4uft noch eine \u00dcbergangsfrist: \u00c4ltere, nach national unterschiedlichen Vorschriften erteilte Lizenzen verlieren dann ihre G\u00fcltigkeit. Dennoch setzte Binance zun\u00e4chst auf Durchhalteparolen: \u201eBinance verl\u00e4sst Europa nicht\u201d, <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/finance\/binance-vows-stay-europe-despite-licence-setback-2026-06-24\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zitierte Reuters<\/a> noch am Mittwoch Binances Europamanagerin Gillian Lynch. Sie suche nach einem \u201eanderen Weg\u201d zur Zulassung, wisse aber nicht, warum Griechenland den Antrag ablehnen wollte. Wie sich eine neue Lizenz in wenigen Tagen ausgehen kann, lie\u00df sie offen.<\/p>\n<p>C&#8217;est la Fin<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich hat Binance noch am selben Tag europ\u00e4ische Kunden \u00fcber die bevorstehende Einstellung des Gesch\u00e4ftsbetriebes zum 30. Juni informiert: Online kursiert eine an franz\u00f6sische Kunden ergangene Mitteilung. Neukunden nimmt Binance demnach ab sofort nicht mehr auf, Bestandskunden werden gem\u00e4\u00df den Vorgaben der MiCA-Verordnung schrittweise abgewickelt. Etwaige Guthaben bleiben damit erhalten.<\/p>\n<p>Am 1. Juli werden alle offenen Order betroffener Kunden automatisch gel\u00f6scht, ihre Handelsbots deaktiviert. Verk\u00e4ufe von Kryptow\u00e4hrungseinheiten gegen Euro sowie der Tausch gegen USDC-Stablecoins bleiben m\u00f6glich. Frisches Geld nimmt Binance dann nicht mehr an, aber Geldguthaben werden auf Antrag ausgezahlt.<\/p>\n<p>Angebote, die Spekulanten mit m\u00f6glichen Zinszahlungen oder anderen Gewinnen locken sollen, werden ebenfalls getilgt. Das betrifft beispielsweise Staking und Cloud-Mining-Produkte. Diese Guthaben schreibt Binance dem Kundenkonto zu, etwaige Guthaben in dem Zinsen zahlenden Coin RWUSD werden automatisch in USDC gewechselt. Ebenfalls storniert werden Wetten auf neue Kryptow\u00e4hrungen durch die Angebote Launchpad und Launchpool.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Ein bisschen mehr Zeit gibt es f\u00fcr die Tilgung von Schulden: Wer offene Binance Loans oder Flexible Loans hat, sollte diese sp\u00e4testens im September zur\u00fcckzahlen. Denn sonst werden die Au\u00dfenst\u00e4nde durch automatischen Verkauf der hinterlegten Sicherheiten zum 1. Oktober getilgt, egal, welcher Kurs dann gerade erzielt werden kann.<\/p>\n<p>Drei M\u00f6glichkeiten, 200 Alternativen<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sollte es bei den kleineren, rund 1.000 Anbietern laufen, die entweder keine Lizenz beantragt oder die Voraussetzungen nicht erf\u00fcllt haben. Kontoinhaber haben drei M\u00f6glichkeiten: Sie k\u00f6nnen ihre Kryptow\u00e4hrungseinheiten in ein selbst gehostetes Wallet \u00fcbertragen, sie verkaufen oder zu einem der gut 200 lizenzierten Anbieter \u00fcbertragen lassen. Doch Obacht: Der gro\u00dfe Wechsel d\u00fcrfte Betr\u00fcger anlocken, weshalb Transaktionen und Empf\u00e4nger besonders genau gepr\u00fcft werden sollten.<\/p>\n<p>Binance hat Erfahrung mit solchen Abwicklungen. Es hat sich schon aus mehreren L\u00e4ndern zur\u00fcckziehen m\u00fcssen, weil es die Vorschriften nicht einhalten kann oder m\u00f6chte. In den USA haben sich sowohl das Unternehmen als auch sein kanadischer Eigent\u00fcmer Changpeng Zhao (CZ) zu Geldw\u00e4schevergehen schuldig bekannt. Er kam daf\u00fcr 2023 f\u00fcr vier Monate ins Gef\u00e4ngnis. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Das-ist-Korruption-Trump-Firma-profitiert-von-Milliardeninvestment-in-Binance-10369330.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nach Milliardengesch\u00e4ften<\/a> mit <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Bidens-Krieg-gegen-Krypto-ist-vorbei-Donald-Trump-begnadigt-Binance-Gruender-10830473.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump begnadigte dieser CZ<\/a> sp\u00e4ter. In Kanada hat <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Binance-Millionenstrafe-in-Kanada-wegen-Geldwaescheverstoessen-9713578.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Binance eine Millionenstrafe wegen Geldw\u00e4scheverst\u00f6\u00dfen<\/a> ausgefasst und den Betrieb eingestellt.<\/p>\n<p>Das Unternehmen hat Besserung gelobt, CZ musste sich zur\u00fcckziehen. Dass er sich dennoch \u00f6ffentlich einmischt und zudem angibt, weiterhin der Eigent\u00fcmer zu sein, hat die Bem\u00fchungen um eine MiCA-Lizenz sicher nicht unterst\u00fctzt. Und im Februar wurde ruchbar, dass <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Binance-Angestellte-finden-Hinweise-auf-illegale-Transaktionen-werden-gefeuert-11187369.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Binance Mitarbeiter gefeuert hat, die potenziell illegale Transaktionen in Milliardenh\u00f6he untersuchten<\/a>.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:ds@ct.de\" title=\"Daniel AJ Sokolov\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ds<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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