{"id":1120112,"date":"2026-06-25T06:32:23","date_gmt":"2026-06-25T06:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1120112\/"},"modified":"2026-06-25T06:32:23","modified_gmt":"2026-06-25T06:32:23","slug":"raumsonde-blickt-tief-ins-all-euclid-sendet-superscharfe-bilder-vom-zentrum-der-milchstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1120112\/","title":{"rendered":"Raumsonde blickt tief ins All: \u201eEuclid\u201c sendet superscharfe Bilder vom Zentrum der Milchstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>\ufeff Die europ\u00e4ische Raumsonde \u201eEuclid\u201c hat ein besonderes Bild vom inneren Bereich der Milchstra\u00dfe geliefert. <\/p>\n<p>Es sei das bisher gr\u00f6\u00dfte und detaillierteste Foto des Zentrums unserer Galaxie im sichtbaren Licht, schreibt die Europ\u00e4ische Weltraumorganisation (Esa). Darauf seien mehr als 60 Millionen Sterne im Herzen der Milchstra\u00dfe abgebildet. Hinzu k\u00e4men Sternenhaufen und kosmische Nebel.<\/p>\n<p> Bulge f\u00fcr 26 Stunden beobachtet <\/p>\n<p>Wie die Esa mit Sitz in Paris mitteilt, nahm \u201eEuclid\u201c diese auch Bulge genannte Zone Ende M\u00e4rz vergangenen Jahres f\u00fcr etwa 26 Stunden in den Blick. Der Bulge im Zentrum der Milchstra\u00dfe ist sehr hell, dort befinden sich vor allem \u00e4ltere und k\u00fchlere Sterne. Doch \u201eEuclids\u201c Kamera ist der Esa zufolge empfindlich genug, um dennoch einzelne Sterne abzubilden.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.9132059b-a9b1-4ff5-bc19-b53c1a638631.original1024.media.jpeg\"\/>     Chile, Atacamaw\u00fcste: Die Milchstra\u00dfe erstreckt sich \u00fcber den Nachthimmel, gesehen von der Atacama-W\u00fcste. \ufeff    Foto: Esteban Felix\/AP\/dpa    <\/p>\n<p>Das Bild ist demnach eine Zusammensetzung aus neun einzelnen Aufnahmen der Sonde. F\u00fcr die Farben wurden auch Aufnahmen eines weiteren Teleskops hinzugezogen.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.ce973080-2be9-48f9-9040-fa0a06943e43.original1024.media.jpeg\"\/>     Ein dichtes Feld winziger Sterne f\u00fcllt dieses quadratische Bild, das vom Weltraumteleskop \u201eEuclid\u201c der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation aufgenommen wurde. Der untere und der mittlere Bereich werden von leuchtendem Gelb und Gold dominiert, die einen strukturierten Hintergrund bilden, der an feinen Glitzer oder Sand erinnert. Dunkelbraune und schwarze Flecken durchziehen unregelm\u00e4\u00dfig die gelben Bereiche, wie Tintenflecken oder Rauchwolken. Dies ist das gr\u00f6\u00dfte hochaufl\u00f6sende Foto, das jemals im sichtbaren Licht vom Zentrum unserer Milchstra\u00dfe aufgenommen wurde. Es wurde am 23. M\u00e4rz 2025 vom Weltraumteleskop \u201eEuclid\u201c der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation aufgenommen. \ufeff    Foto: <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/ESA\" title=\"ESA\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ESA<\/a>\/Euclid\/Euclid Consortium\/NASA\/dpa    <\/p>\n<p>Die Beobachtungen k\u00f6nnten Forschern helfen, eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die Existenz weiterer Exoplaneten zu finden und deren Masse zu bestimmen. Exoplaneten sind Planeten au\u00dferhalb unseres Sonnensystems, die andere Sterne umkreisen. Erstmals wurden solche Himmelsk\u00f6rper 1995 beobachtet. Seitdem wurden mehrere Tausend von ihnen identifiziert.<\/p>\n<p>   \u201eEuclid\u201c soll 3D-Karte des Alls erstellen <\/p>\n<p>\u201eEuclid\u201c war im Sommer 2023 ins All gestartet und begann vor gut einem Jahr seine eigentliche Arbeit. Die 1,9 Milliarden Euro teure Mission soll bis mindestens 2029 dauern oder \u2013 wenn alles gut geht \u2013 auch noch l\u00e4nger. Die Sonde ist etwa 4,7 Meter gro\u00df, 3,5 Meter breit und wiegt knapp unter zwei Tonnen.<\/p>\n<p>Herzst\u00fcck der Sonde, die Dunkle Materie und Dunkle Energie nachforschen soll, ist ein hochaufl\u00f6sendes Teleskop, das mit zwei Kameras ausgestattet ist: eine f\u00fcr den sichtbaren Wellenl\u00e4ngenbereich und eine f\u00fcr den Nah-Infrarotbereich. Sie sollen die Bewegungen und Formen von Galaxien abbilden beziehungsweise dabei helfen, auf die Entfernung von Galaxien zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.f8c13e0f-859f-4ac7-8e9b-f22dfc4fa100.original1024.media.jpeg\"\/>     Die 1,9 Milliarden Euro teure Mission soll bis mindestens 2029 dauern oder \u2013 wenn alles gut geht \u2013 auch noch l\u00e4nger.    Foto: Imago\/Cover-Images    <\/p>\n<p>Sie sollen die Formen von Galaxien abbilden beziehungsweise dabei helfen, auf die Entfernung von Galaxien zu schlie\u00dfen. F\u00fcr die Nah-Infrarot-Kamera haben das Max-Planck-Institut f\u00fcr extraterrestrische Physik in Garching bei M\u00fcnchen und das Max-Planck-Institut f\u00fcr Astronomie in Heidelberg wichtige Teile beigesteuert.<\/p>\n<p>Sie sollen die Formen von Galaxien abbilden beziehungsweise dabei helfen, auf die Entfernung von Galaxien zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Esa will so einen Blick in die Vergangenheit des Universums werfen und dessen Entwicklung innerhalb der letzten zehn Milliarden Jahre erforschen. Insgesamt sollen Daten zu Milliarden Galaxien gesammelt werden und eine 3D-Karte des Alls mit der Zeit als zus\u00e4tzlicher Komponente entstehen.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.8ccd1094-3592-4643-8193-0eaf3597cb2f.original1024.media.jpeg\"\/>     Diese Aufnahme von \u201eEuclid\u201c zeigt den ber\u00fchmten Pferdekopfnebel.    Foto: Imago\/Cover-Images      So ist die Milchstra\u00dfe aufgebaut <\/p>\n<p>Die Milchstra\u00dfe besteht unter anderem aus einer dicken und einer d\u00fcnnen Scheibe. Die meisten Sterne befinden sich in der d\u00fcnnen Scheibe und folgen einer organisierten Rotation um das galaktische Zentrum.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.c01ccc71-bc44-4aa7-8521-033402344e91.original1024.media.jpeg\"\/>     \u201eEuclid\u201c-Schnappschuss: Spiralgalaxie \u201eNGC 6744\u201c. Foto: Imago\/CoverImages    Foto: Imago\/Cover-Images    <\/p>\n<p> <b>Aufbau: <\/b> Das Milchstra\u00dfensystem hat die Form einer flachen Scheibe mit spiralf\u00f6rmigen Armen und einer Verdickung in der Mitte. Der Durchmesser dieser Scheibe betr\u00e4gt etwa 120.000 Lichtjahre. Die Anzahl aller Sterne im Milchstra\u00dfensystem wird auf rund 200 Milliarden gesch\u00e4tzt. <\/p>\n<p> <b>Komponenten: <\/b> Wie alle Spiral- und Balkenspiralgalaxien besteht das Milchstra\u00dfensystem aus drei Komponenten: Bulge, Halo und Scheibe. <\/p>\n<p> <b>Bulge: <\/b> Der Kern besteht haupts\u00e4chlich aus \u00e4lteren Sternen und enth\u00e4lt 33 Prozent der sichtbaren Materie. <\/p>\n<p> <b>Halo: <\/b> Der galaktische Au\u00dfenbereich besteht aus weit verstreuten, \u00e4lteren Sternen und Kugelsternhaufen, welche die Galaxie langsam umkreisen. Der Halo beinhaltet 1 Prozent der sichtbaren Materie, aber 95 Prozent der Dunklen Materie. <\/p>\n<p> <b>Scheibe mit Spiralarmen: <\/b> Die d\u00fcnne Scheibe (Thin Disk) erstreckt sich 700 Lichtjahre ober- und unterhalb der galaktischen Ebene, die viel Gas und neugebildete Sterne enth\u00e4lt. Die dicke Scheibe (Thick Disk) erstreckt sich bis zu einem Abstand von etwa 2500 Lichtjahren ober- und unterhalb der galaktischen Ebene, die vorwiegend \u00e4ltere Sterne enth\u00e4lt. Die d\u00fcnne Scheibe enth\u00e4lt 65 Prozent der sichtbaren Masse der Galaxie, die dicke Scheibe nur 5 Prozent <\/p>\n<p> <b>Schwarzes Loch: <\/b> Im Zentrum der Milchstra\u00dfe befindet sich \u2013 wie in wohl jeder Galaxie \u2013 ein supermassives Schwarzes Loch. <\/p>\n<p> Massemonster in der Mitte der Milchstra\u00dfe <\/p>\n<p>Im Zentrum der Milchstra\u00dfe geht es turbulent zu. Wie Beobachtungen eines Forscherteams aus den USA und Australien mit dem Weltraumteleskop James Webb zeigen, flackert die Strahlung aus der Umgebung des supermassereichen Schwarzen Lochs Sagittarius A* auf \u00fcberraschende Art und Weise.<\/p>\n<p>Sagittarius A* ist das der Erde am n\u00e4chsten gelegene supermassereiche Schwarze Loch. Es bietet Astronomen daher die Chance, durch genaue Beobachtungen die Prozesse in der Umgebung solcher Objekte zu erforschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\ufeff Die europ\u00e4ische Raumsonde \u201eEuclid\u201c hat ein besonderes Bild vom inneren Bereich der Milchstra\u00dfe geliefert. 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