{"id":1121037,"date":"2026-06-25T15:09:14","date_gmt":"2026-06-25T15:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1121037\/"},"modified":"2026-06-25T15:09:14","modified_gmt":"2026-06-25T15:09:14","slug":"sie-haben-die-firma-ausgehoehlt-im-millionen-prozess-um-eine-familien-gmbh-ist-das-urteil-gefallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1121037\/","title":{"rendered":"\u201eSie haben die Firma ausgeh\u00f6hlt\u201c: Im Millionen-Prozess um eine Familien-GmbH ist das Urteil gefallen"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Leicht gemacht hat es sich das Amtsgericht <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/aichach\/ort\/aichach\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Aichach<\/a> wahrlich nicht. Amtsrichter Axel Hellriegel ging Kontoausz\u00fcge und Bilanzen durch und rief Steuerberater als Zeugen auf. Warum das alles? <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/aichach\/prozess-in-aichach-45-jaehrige-geschaeftsfuehrerin-soll-familien-gmbh-um-rund-eine-million-euro-geschaedigt-haben-114370299\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Eine 45-J\u00e4hrige war angeklagt, als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin einer im Landkreis ans\u00e4ssigen Firma \u00fcber eine Million Euro Schaden verursacht zu haben.<\/a>\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Frau soll Kunden des Unternehmens, einer Familien-GmbH, zwischen August 2022 und Februar 2023 angewiesen haben, Rechnungen auf ein von ihr kontrolliertes Konto zu bezahlen. Sie war deshalb wegen Untreue angeklagt. Beim Urteil des Gerichts am dritten Verhandlungstag spielten auch Entscheidungen des Bundesgerichtshofs eine Rolle.\n  <\/p>\n<p>            Familienstreit steht im Hintergrund des Prozesses gegen eine Gesch\u00e4ftsfrau<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/aichach\/prozess-in-aichach-wollte-eine-frau-millionen-aus-der-firma-der-familie-abzweigen-oder-war-sie-das-opfer-114453139\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Der Hintergrund des Prozesses ist offenbar ein seit Jahren schwelender Familienstreit.<\/a> Beide Parteien w\u00fcrden sich gegenseitig mit Klagen \u00fcbersch\u00fctten. Es tue ihr leid, wie es gelaufen sei, aber sie habe keinen anderen Ausweg gesehen, sagte die Angeklagte. Sie war Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin in der Familien-GmbH, in der ihre Eltern gro\u00dfe Anteile halten. Parallel gr\u00fcndete sie eine eigene Firma. Das Brisante daran: Beide Unternehmen handelten mit der gleichen Ware und bedienten den gleichen Kundenkreis. Das Konto, das die Frau den Kunden der Familien-GmbH f\u00fcr die Begleichung der Rechnungen nannte, war allerdings das der neu gegr\u00fcndeten Firma. Verteidiger Felix Egner sagte, alle \u00dcberweisungen w\u00fcrden auf neuen Vertr\u00e4gen mit diesen Kunden beruhen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Vater der Angeklagten hatte erst von der neuen Firma bei der Polizei erfahren. Er hatte Anzeige erstattet, weil ihm und seiner Frau \u201ediverse Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten\u201c aufgefallen waren. Vor Gericht sagte er als Zeuge, dass er privates Geld in die Firma stecken musste, um eine <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schlagworte\/aa-insolvenz\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Insolvenz<\/a> zu vermeiden. Der Mann hatte im August 2023 den Posten als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer \u00fcbernommen, nachdem die Tochter abgesetzt worden war.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die beiden Steuerberater, die beim dritten Verhandlungstermin als Zeugen aussagten, konnten das nicht best\u00e4tigen. Es habe in dem Jahr wohl Verluste gegeben, es seien aber auch positive Eigenkapitalwerte in der Firma gewesen. Sie h\u00e4tten nicht den Eindruck gehabt, dass das Unternehmen vor der Insolvenz stand, erkl\u00e4rten die Fachleute.\n  <\/p>\n<p>            Prozess um Familien-GmbH: Staatsanw\u00e4ltin sieht Vorwurf best\u00e4tigt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Staatsanw\u00e4ltin Annika Weishaupt sagte, als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin habe die Angeklagte nahezu alles auf ihre neue Firma umgeleitet. Sie sah damit den Vorwurf der Untreue best\u00e4tigt . Die Anklagevertreterin warf der 45-J\u00e4hrigen vor: \u201eSie haben die Firma ausgeh\u00f6hlt.\u201c Im Jahr 2023 habe die Familien-GmbH einen Umsatzr\u00fcckgang und Verluste verzeichnet. Sie stimmte dem Verteidiger zu, dass der Vater \u201euns nicht in allem mit der objektiven Wahrheit bedient hat\u201c. Ob sie deswegen strafrechtlich gegen ihn vorgehen will, wie es der Verteidiger forderte, lie\u00df die Staatsanw\u00e4ltin offen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Weishaupt hielt der Angeklagten zugute, dass die Angelegenheit schon mehrere Jahre zur\u00fcckliegt und sie keine Vorstrafen hat. Sie sah in dem Verfahren \u201edie Spitze des Eisbergs einer Familienstreitigkeit\u201c, die die Angeklagte auch sehr belaste. Als Minuspunkte wertete sie, dass die \u201eschon erheblichen Ums\u00e4tze\u201c der Familien-GmbH weggebrochen waren. Die Staatsanw\u00e4ltin pl\u00e4dierte f\u00fcr eine zweij\u00e4hrige Bew\u00e4hrungsstrafe und eine Geldauflage in H\u00f6he von 500 Euro an eine gemeinn\u00fctzige Einrichtung.\n  <\/p>\n<p>            Rechtsanwalt fordert Freisprung f\u00fcr angeklagte Gesch\u00e4ftsfrau<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Verteidiger Felix Egner pl\u00e4dierte auf Freispruch und nannte als Grund einige Entscheidungen des Bundesgerichtshofs. Unter anderem, weil der Vater den Strafantrag per E-Mail gestellt hatte, was laut damaliger Rechtsprechung nicht ausreichend war. Ein weiterer Grund, warum ein Strafantrag entfalle, war aus seiner Sicht, dass die Existenz der Firma nicht gef\u00e4hrdet war. Egner wies darauf hin, dass der Vater vor einem Zeugen gesagt habe, dass er seine Tochter finanziell und psychisch fertig machen werde.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr Amtsrichter Hellriegel handelte es sich \u201eganz eindeutig um Untreue\u201c. Er betonte in der Urteilsbegr\u00fcndung: \u201eWenn die Sachen stimmen w\u00fcrden, die ihr Vater sagt, dann w\u00fcrden wir \u00fcber drei Jahre Gef\u00e4ngnis reden.\u201c Es gebe aber Defizite im Strafverfahren, sagte der Richter. Der Strafantrag sei unwirksam, weil er nicht unterschrieben sei. Au\u00dferdem habe der Vater bei der Anzeige den Schwerpunkt auf Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde gelegt, die aus der Firma verschwunden waren. \u201eIst es das Gleiche, was Gegenstand des Verfahrens ist?\u201c, fragte sich der Richter und stellte fest: \u201eDa gibt es ganz wenig Rechtsprechung und Literatur dazu, wie so ein Strafantrag auszulegen ist.\u201c Der Richter sah \u201ekeinen Weg, wie man das umschiffen kann\u201c und sprach die Angeklagte frei.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leicht gemacht hat es sich das Amtsgericht Aichach wahrlich nicht. 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