{"id":1122031,"date":"2026-06-26T00:56:38","date_gmt":"2026-06-26T00:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1122031\/"},"modified":"2026-06-26T00:56:38","modified_gmt":"2026-06-26T00:56:38","slug":"nach-insolvenz-millionenkredit-fuer-galeria-dennoch-schliessungen-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1122031\/","title":{"rendered":"Nach Insolvenz: Millionenkredit f\u00fcr Galeria \u2013 dennoch Schlie\u00dfungen geplant"},"content":{"rendered":"<p>Galeria erh\u00e4lt eine neue Kreditlinie \u00fcber bis zu 160 Millionen Euro \u2013 doch der Preis ist hoch. Der Sanierungsplan sieht ein striktes Filialscreening vor, weitere Schlie\u00dfungen gelten als wahrscheinlich.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Galeria verschafft sich Luft: Die angeschlagene Warenhauskette erh\u00e4lt eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Das sagte eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in D\u00fcsseldorf. Nach dpa-Informationen sind zugleich weitere Filialschlie\u00dfungen vorgesehen.<\/p>\n<p>Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit, abgesichert durch die Ware von Galeria. Die Verhandlungen zogen sich \u00fcber Wochen hin. Voraussetzung f\u00fcr die Zusage war ein von der Unternehmensberatung AlixPartners erstelltes Gutachten zur wirtschaftlichen Lage von Galeria. Zuvor hatten auch das \u201eHandelsblatt\u201c und die \u201eWirtschaftswoche\u201c \u00fcber den neuen Kredit berichtet. <\/p>\n<p>Das Geld ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan gekn\u00fcpft, der jetzt umgesetzt werden soll. Der Einzelh\u00e4ndler will dabei unter anderem pr\u00fcfen, welche Standorte rentabel sind, und mit Vermietern \u00fcber Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln. \u201eWir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll k\u00fcnftig wirtschaftlich tragf\u00e4hig sein\u201c, sagt Galeria-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Tilo Hellenbock. Als Grund f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen nennt das Unternehmen unter anderem das anhaltend schwache Konsumklima im station\u00e4ren Einzelhandel.<\/p>\n<p>Bestehender Kredit soll abgel\u00f6st werden<\/p>\n<p>Etwa 30 der derzeit 83 Warenh\u00e4user gelten als Wackelkandidaten und sollen besonders gr\u00fcndlich in den Blick genommen werden. Galeria d\u00fcrfte in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz haben \u2013 das sagten Beteiligte, die \u00fcber die Pl\u00e4ne informiert sind, der dpa. Hellenbock zufolge wird allerdings auch in Betracht gezogen, an fr\u00fcheren Standorten wieder Filialen zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Unklar ist, wie viel von dem neuen Geld f\u00fcr Investitionen, zum Beispiel in die Filialen, \u00fcbrig bleibt. Zun\u00e4chst soll ein Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgel\u00f6st werden. Dem Vernehmen nach geht es dabei um etwa 80 Millionen Euro. <\/p>\n<p>Hinzu kommen noch ausstehende Mietzahlungen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten von Galeria gar nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Das Unternehmen begr\u00fcndete dies mit Liquidit\u00e4tsschwankungen und r\u00e4umte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. Ein Eigent\u00fcmer sagte der dpa, die offenen Positionen seien inzwischen beglichen. Andernorts hie\u00df es hingegen, noch zwei Monatsmieten seien offen. <\/p>\n<p>Zudem wird Geld ben\u00f6tigt, um Ware f\u00fcr die Herbst- und Wintersaison zu bestellen. Zuletzt bem\u00fchte sich Galeria mit gro\u00dfen Rabattaktionen darum, die Ums\u00e4tze anzukurbeln.<\/p>\n<p>Weitere Filialschlie\u00dfungen k\u00f6nnten erhebliche zus\u00e4tzliche Kosten verursachen, etwa f\u00fcr Sozialpl\u00e4ne und Abfindungen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte sowie Entsch\u00e4digungszahlungen an Vermieter. Bereits im M\u00e4rz hatte die Handelskette angek\u00fcndigt, die Mietvertr\u00e4ge von acht Filialen neu verhandeln zu wollen. Schlie\u00dfungen seien nicht ausgeschlossen, hie\u00df es schon damals.<\/p>\n<p>Dritte Insolvenz innerhalb von vier Jahren<\/p>\n<p>Galeria besch\u00e4ftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte der Konzern zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund daf\u00fcr war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem geh\u00f6rt Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Nach Verhandlungen mit den Vermietern konnte die Kette ihre Mietbelastung deutlich senken.<\/p>\n<p>Gordon Brothers ist im Kosmos des Unternehmens kein unbekannter Name. Der Investor organisierte vor Jahren den Abverkauf in Kaufhof- und Karstadt-Filialen vor deren Schlie\u00dfung.<\/p>\n<p>dpa\/nw<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Galeria erh\u00e4lt eine neue Kreditlinie \u00fcber bis zu 160 Millionen Euro \u2013 doch der Preis ist hoch. 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