{"id":112240,"date":"2025-05-15T10:05:08","date_gmt":"2025-05-15T10:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/112240\/"},"modified":"2025-05-15T10:05:08","modified_gmt":"2025-05-15T10:05:08","slug":"voyager-1-mission-drohte-wegen-triebwerksproblemen-das-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/112240\/","title":{"rendered":"Voyager 1: Mission drohte wegen Triebwerksproblemen das Ende"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Voyager 1: Mission drohte wegen Triebwerksproblemen das Ende<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine Heizungsreparatur unter erschwerten Bedingungen ist Mitarbeitern des NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in S\u00fcdkalifornien gelungen. Sie haben aus 25 Milliarden Kilometern Entfernung erfolgreich Triebwerke der Raumsonde Voyager 1 wieder in Betrieb genommen. Diese galten seit dem Jahr 2004 eigentlich als irreparabel und wurden aufgegeben. Weil aber die seither benutzten Reservetriebwerke auch auszufallen drohen und obendrein die Verbindung zur Sonde f\u00fcr einige Monate eingeschr\u00e4nkt ist, pr\u00fcfte man erneut und fand doch eine L\u00f6sung, <a href=\"https:\/\/www.jpl.nasa.gov\/news\/nasas-voyager-1-revives-backup-thrusters-before-command-pause\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">wie das JPL jetzt mitteilte<\/a>.<\/p>\n<p>Die jetzt wieder in Betrieb genommenen Triebwerke und ihre Reservesysteme sind daf\u00fcr n\u00f6tig, um die Sonde so auszurichten, dass ihre Antennen auf die Erde zeigen. Nur auf diese Weise k\u00f6nnen Daten von ihr \u00fcbertragen und umgekehrt Steuerkommandos an sie gerichtet werden. Die Roll-Triebwerke drehen die Sonde hierf\u00fcr um ihre L\u00e4ngsachse, wobei ein Leitstern als Orientierung dient. Zus\u00e4tzlich gibt es noch eine weitere Triebwerksgruppe f\u00fcr Kurs\u00e4nderungen, die f\u00fcr die Vorbeifl\u00fcge an den \u00e4u\u00dferen Planeten des Sonnensystems genutzt wurde. Auch diese wurde 2018\/2019 reaktiviert, kann aber nicht f\u00fcr die Roll-Bewegungen genutzt werden.<\/p>\n<p>Falsch eingestellter Schalter<\/p>\n<p>Die prim\u00e4ren Rolltriebwerke waren urspr\u00fcnglich im Jahr 2004 aufgegeben worden, nachdem die internen Heizungen nicht mehr funktioniert hatten. Nach eingehender Pr\u00fcfung galten diese als irreparabel. Aus heutiger Sicht eine vorschnelle Entscheidung, die aber offenbar getroffen wurde, weil die Backup-Systeme vollkommen ausreichten und keiner bei der NASA vor 20 Jahren erwartete, dass die Sonde noch so lange durchhalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Jetzt war es aber so, dass die Treibstoff-Leitungen der Backup-Triebwerke zunehmend mit Verstopfungen zu k\u00e4mpfen hatten und ein Ausfall drohte. NASA-Ingenieure pr\u00fcften deshalb noch einmal die Prim\u00e4rsysteme und kamen zu der \u00dcberzeugung, dass vielleicht aufgrund einer Stromkreisst\u00f6rung nur ein Schalter in einer falschen Position war. Diesen, so hoffte man, k\u00f6nnte man ferngesteuert wieder in die richtige Position bringen. Das Man\u00f6ver war nicht ohne Risiko. Im schlimmsten Fall h\u00e4tte es zu einer Explosion kommen k\u00f6nnen. Voyager w\u00e4re dadurch wom\u00f6glich zerst\u00f6rt oder zumindest man\u00f6vrierunf\u00e4hig gemacht worden.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/8\/5\/4\/4\/9\/4\/antennapg_dss43_1-e922192bb6dc919e.JPG\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Die Deep Space Station 43 in Canberra\" height=\"533\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 800 \/ 533; object-fit: cover;\" width=\"800\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Die Deep Space Station 43 in Canberra, Australien, wurde 1973 er\u00f6ffnet und hat als einzige Antenne im Deep Space Network der NASA die n\u00f6tige Signalst\u00e4rke, um Kommandos zu Voyager 1 zu senden.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0NASA)\n    <\/p>\n<p>23 Stunden Signallaufzeit<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise war das nicht der Fall, als am 20. M\u00e4rz die Kommandos zur Sonde geschickt wurden. Binnen 20 Minuten wurde ein Temperaturanstieg in den Triebwerksheizungen festgestellt. Aufgrund der Signallaufzeit konnten die Ingenieure auf der Erde aber erst nach 23 Stunden die R\u00fcckmeldung empfangen \u2013 so lange ben\u00f6tigt das Signal von der Sonde zur Erde und umgekehrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr zus\u00e4tzlichen Zeitdruck sorgt ein geplanter Ausfall der Deep Space Station 43 (DSS-43) in Canberra, Australien. Die Antenne mit einem Durchmesser von 70 Metern ist die einzige <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Zahlen-bitte-120-Grad-auf-dem-Globus-verteilt-fuer-stete-Weltraumkommunikation-10268334.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im weltweit verteilten Deep Space Network der NASA<\/a>, die ausreichend Signalst\u00e4rke hat, um die Voyager-Sonden zu erreichen. Da die in den 1970er-Jahren errichtete Anlage fit f\u00fcr geplante neue NASA-Missionen gemacht werden soll, f\u00e4llt sie zwischen Mai 2025 und Februar 2026 bis auf kurze Betriebsfenster weitgehend aus. Folglich musste die Reparatur an Voyager 1 bis dahin erledigt sein, um nicht das Risiko einzugehen, dass die Backup-Triebwerke der Sonde zwischenzeitlich ausfallen und die Sonde nicht mehr erreichbar ist.<\/p>\n<p>Im interstellaren Raum unterwegs<\/p>\n<p>Voyager 1 und ihre Schwestersonde Voyager 2 starteten im Jahr 1977 auf ihre Missionen zur Erkundung des Sonnensystems. Inzwischen sind sie mit 56.000 km\/h <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Ausserhalb-der-Heliosphaere-Voyager-1-entdeckt-Brummen-des-interstellaren-Gases-6043074.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im interstellaren Raum unterwegs<\/a> und trotz einiger Einschr\u00e4nkungen immer noch funktionsf\u00e4hig. Voyager 1 ist aktuell rund 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, Voyager 2 rund 21 Milliarden Kilometer. Es ist nicht die erste spektakul\u00e4re Fernwartung bei Voyager 1: Der NASA gelang es im Jahr 2024 bereits, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Jubel-bei-der-NASA-Voyager-1-sendet-erstmals-nach-Monaten-wieder-korrekte-Daten-9694359.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine L\u00f6sung f\u00fcr einen Speicherdefekt zu finden, der f\u00fcr fehlerhafte \u00dcbertragungen gesorgt hatte<\/a>.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mki@heise.de\" title=\"Malte Kirchner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mki<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Voyager 1: Mission drohte wegen Triebwerksproblemen das Ende Eine Heizungsreparatur unter erschwerten Bedingungen ist Mitarbeitern des NASA Jet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":112241,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[29,30,12934,43731,10581,426,190,189,194,191,43732,193,192],"class_list":{"0":"post-112240","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-journal","11":"tag-jpl","12":"tag-nasa","13":"tag-raumfahrt","14":"tag-science","15":"tag-science-technology","16":"tag-technik","17":"tag-technology","18":"tag-voyager-1","19":"tag-wissenschaft","20":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114511290431762207","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112240"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112240\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/112241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=112240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}