{"id":1122460,"date":"2026-06-26T05:12:27","date_gmt":"2026-06-26T05:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1122460\/"},"modified":"2026-06-26T05:12:27","modified_gmt":"2026-06-26T05:12:27","slug":"was-ueber-die-erdbeben-in-venezuela-bekannt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1122460\/","title":{"rendered":"Was \u00fcber die Erdbeben in Venezuela bekannt ist"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/venezuela-erdbeben-120.jpg\" alt=\"Ein Mann geht zwischen den Tr\u00fcmmern eines Geb\u00e4udes umher, das bei einem Erdbeben in Venezuela eingest\u00fcrzt ist.\" title=\"Ein Mann geht zwischen den Tr\u00fcmmern eines Geb\u00e4udes umher, das bei einem Erdbeben in Venezuela eingest\u00fcrzt ist. | Pedro Mattey\/AP\/dpa\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>FAQ<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 26.06.2026 \u2022 06:28 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>In Venezuela hat es zwei schwere Erdbeben gegeben. Experten rechnen mit sehr hohen Opferzahlen &#8211; und schwerwiegenden Auswirkungen auf die Infrastruktur des s\u00fcdamerikanischen Landes. Was ist bislang bekannt?<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die venezolanische Regierung spricht von Erdbeben noch nie dagewesenen Ausma\u00dfes. Wie gro\u00df die Folgen tats\u00e4chlich sind, ist bislang nicht absehbar. Was bisher bekannt ist.<\/p>\n<p>    Was ist passiert?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwei schwere Erdbeben haben das s\u00fcdamerikanische Land ersch\u00fcttert. Das erste Beben hatte sich am Mittwoch um 18.04 Uhr Ortszeit ereignet, 24 Kilometer \u00f6stlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, st\u00e4rkere Erbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter n\u00f6rdlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe d\u00fcrften die Auswirkungen des zweiten Bebens gr\u00f6\u00dfer sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag mehr als 150 Kilometer \u00f6stlich vom Epizentrum. Am st\u00e4rksten betroffen ist der Bundesstaat La Guaira, wo auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas und ein wichtiger Seehafen liegen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die US-Erdbebenwarte USGS gab die St\u00e4rke der beiden Erdbeben mit 7,2 und 7,5 an. Zwischen beiden Ersch\u00fctterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Es gab demnach schon 20 Nachbeben.<\/p>\n<p>    Wie viele Menschen sind gestorben?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Angaben der Regierung ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 235 gestiegen. Mehr als 4.300 Menschen seien verletzt worden. \u00dcber 10.000 Menschen gelten als vermisst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Experten gehen von noch deutlich h\u00f6heren Opferzahlen aus. Eine automatische Modellrechnung der <a href=\"https:\/\/earthquake.usgs.gov\/earthquakes\/map\/?currentFeatureId=us6000t7zp&amp;extent=-3.66693,-99.646&amp;extent=26.49024,-22.47803\" title=\"Earthquakes | U.S. Geological Survey - USGS.gov\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">US-Erdbebenwarte<\/a> basierend auf der St\u00e4rke des Bebens und der N\u00e4he einiger St\u00e4dte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als tausend Todesopfern nahe. Angaben zu deutschen Todesopfern gab es bisher nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den l\u00e4ndlicheren Regionen, abseits der Hauptstadt Caracas, ist die Situation noch un\u00fcbersichtlicher. Nach Angaben von Janine Lietmeyer von der Hilfsorganisation World Vision Deutschland sind aktuell Erkundungsteams auf dem Weg in abgelegene D\u00f6rfer, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Grunds\u00e4tzlich geht es vor allem um Zeit: Normalerweise entscheiden die ersten 24 Stunden nach einem so schweren Beben dar\u00fcber, ob und wie viele Menschen noch lebend geborgen werden k\u00f6nnen. Bei tropischen Temperaturen in der betroffenen Region k\u00f6nnte dieses Zeitfenster noch deutlich k\u00fcrzer sein, erkl\u00e4rte dazu Sabine Kurtenbach, Lateinamerika-Expertin am GIGA-Institut in Hamburg, im Gespr\u00e4ch mit tagesschau24.<\/p>\n<p>    Wie kam es zu der Katastrophe?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Venezuela liegt in einer seismisch aktiven Zone. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte ist das Erdbeben auf einer Erdplattenverschiebung aufgetreten, und zwar zwischen der karibischen und der s\u00fcdamerikanischen Platte, die sich gegeneinander bewegten. In Fachkreisen wird aktuell diskutiert, ob es in Venezuela nun zwei starke Erdbeben in kurzer Folge gegeben habe oder ob es ein einziger Bruch gewesen sei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Norden Venezuelas war es in der Vergangenheit bereits zu starken Erdbeben gekommen &#8211; allerdings nicht in diesem Ausma\u00df. Die Beben von Mittwochabend sind die st\u00e4rksten seit mehr als einem Jahrhundert. Sie trafen das Land unerwartet &#8211; und unvorbereitet.<\/p>\n<p>    Welche Auswirkungen haben die Beben?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neben der unmittelbaren Folgen f\u00fcr Leib und Leben der Menschen in den betroffenen Gebieten bef\u00fcrchten Expertinnen und Experten auch schwerwiegende langfristige Folgen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/venezuela-nach-maduro-100.html\" title=\"Venezuela nach Maduro: Gerade so viel \u00d6ffnung wie Trump will\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr das gebeutelte Land<\/a>, vor allem f\u00fcr die Infrastruktur. Diese sei schon vor der Naturkatastrophe in einem schlechten Zustand gewesen, berichtet Janine Lietmeyer von World Vision.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Alle lokalen Kapazit\u00e4ten seien schlecht aufgestellt, so Lietmeyer. Dazu z\u00e4hlt zum Beispiel auch die medizinische Versorgung. Bereits jetzt sind Lietmeyer zufolge schon 7,9 Millionen Menschen im Land auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen, diese Zahl d\u00fcrfte sich weiter erh\u00f6hen. Auch der Zugang zu Bildung kann weiter erschwert werden, etwa durch eingest\u00fcrzte Schulen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Venezuela <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/venezuela-wahl-118.html\" title=\"Wahlen in Venezuela: Die ewige Hoffnung auf einen Wechsel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">litt jahrzehntelang unter Missmanagement und Korruption<\/a>. Hinzu kamen US-Sanktionen, bevor <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/maduro-festnahme-usa-trump-100.html\" title=\"US-Angriffe auf Venezuela - Maduro gefangen genommen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die US-Regierung den fr\u00fcheren Machthaber Nicol\u00e1s Maduro<\/a> im Januar 2026 gefangen nahm und Rodr\u00edguez \u00dcbergangspr\u00e4sidentin wurde. Rund 70 Prozent der Menschen leben in Armut &#8211; viele haben das Land verlassen. Die Resilienz der Bev\u00f6lkerung ist laut Lietmeyer entsprechend gering.<\/p>\n<p>    Welche Hilfe braucht das Land?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut Lietmeyer werden vorerst vor allem sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung und Lebensmittel ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die amtierende Pr\u00e4sidentin Rodr\u00edguez hat angek\u00fcndigt, dass f\u00fcr den Wiederaufbau von Infrastruktur, Kranken- und Wohnh\u00e4usern ein Fonds geschaffen werde. Dieser solle ein Volumen von 200 Millionen Dollar haben und aus Mitteln des Internationalen W\u00e4hrungsfonds gespeist werden. Viele internationale Akteure, darunter die USA und Deutschland, versprachen Hilfe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">US-Au\u00dfenminister Marco Rubio erkl\u00e4rte, die US-Regierung bringe sofort Such- und Rettungsmannschaften sowie humanit\u00e4re und medizinische Hilfe auf den Weg. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte, die Bundeswehr stehe mit sechs Transportflugzeugen A400M bereit, um Unterst\u00fctzung zu leisten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Technische Hilfswerk (THW) schickt au\u00dferdem etwa knapp 50 Hilfskr\u00e4fte in das Katastrophengebiet. Im Vordergrund stehe aktuell die Bergung und Rettung von versch\u00fctteten Personen aus zerst\u00f6rten Geb\u00e4uden, teilte das THW mit. Zu der Schnell-Einsatz-Einheit geh\u00f6rten vier Rettungshundef\u00fchrer mit jeweils einem Hund. Der Abflug des THW-Teams ist f\u00fcr Freitagmorgen vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen aus mit einer Bundeswehr-Maschine geplant. Auch Spanien, die EU, El Salvador, China oder Brasilien k\u00fcndigten Hilfe an, ebenso Nichtregierungsorganisationen wie Unicef.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Da der internationale Flughafen aufgrund von Sch\u00e4den gesperrt wurde, m\u00fcssten Teams etwa aus dem Nachbarland Kolumbien \u00fcber die Grenze gelassen werden, erkl\u00e4rt Experten Lietmeyer. Das Grenzgebiet gilt allerdings als schwer zug\u00e4nglich, unter anderem aufgrund von Drogenschmuggel in der Gegend. Nach Angaben von Kurtenbach k\u00f6nnte der Weg \u00fcber kleinere Flugh\u00e4fen m\u00f6glicherweise infrage kommen. Ob und wann dies m\u00f6glich ist, gilt es allerdings abzuwarten.<\/p>\n<p>    Wie geht es weiter?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Erst einmal hat nach wie vor die Suche nach Vermissten Vorrang. Die \u00dcbergangsregierung von Rodr\u00edguez hat den nationalen Notstand ausgerufen, um unter anderem um Polizei, Feuerwehr und Milit\u00e4r leichter mobilisieren zu k\u00f6nnen. Wie lange dieser andauern wird, ist ebenfalls noch unklar. F\u00fcr obdachlos gewordene Menschen wurden Notunterk\u00fcnfte eingerichtet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Informationen von Jenny Barke, ARD-Studio Mexiko.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"FAQ Stand: 26.06.2026 \u2022 06:28 Uhr In Venezuela hat es zwei schwere Erdbeben gegeben. 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