{"id":1122691,"date":"2026-06-26T07:33:43","date_gmt":"2026-06-26T07:33:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1122691\/"},"modified":"2026-06-26T07:33:43","modified_gmt":"2026-06-26T07:33:43","slug":"koeln-leipzig-wut-und-frust-nach-jobverlust-so-blicken-sie-nach-vorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1122691\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln\/Leipzig | Wut und Frust nach Jobverlust? So blicken Sie nach vorn"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln\/Leipzig (dpa\/tmn) &#8211; Wer von seinem Arbeitgeber gek\u00fcndigt wird, ist emotional zun\u00e4chst oft stark beansprucht. Ob Wut, Trauer oder Selbstzweifel &#8211; die Gef\u00fchle sind belastend und k\u00f6nnen eine ganze Weile andauern. Der ein oder andere f\u00fchlt sich damit vielleicht allein, doch in Wirklichkeit geht es vielen so.<\/p>\n<p>So ver\u00e4ndert sich mit einer Entlassung bei fast der H\u00e4lfte (49 Prozent) aller Besch\u00e4ftigten das berufliche Sicherheitsgef\u00fchl, wie eine Umfrage des Software-Anbieters HR Works zeigt. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) verliert demnach an Selbstvertrauen und ungef\u00e4hr jeder F\u00fcnfte (21 Prozent) leidet mindestens ein Jahr nach der K\u00fcndigung noch immer unter den emotionalen Folgen.<\/p>\n<p>Doch auch die Wut der Entlassenen ist gro\u00df. Mehr als die H\u00e4lfte (53 Prozent) versp\u00fcrt der Umfrage zufolge Wut auf den Ex-Arbeitgeber \u2013 49 Prozent sogar auf die direkte F\u00fchrungskraft. Selbst die Kollegen sind dabei nicht sicher, denn mehr als ein Viertel (29 Prozent) der Befragten gaben an, auf ihre Arbeitskollegen w\u00fctend zu sein, so die Umfrage.<\/p>\n<p>Wie gehe ich mit der Entlassung um?<\/p>\n<p>\u00abEs ist wichtig, Gef\u00fchle der Kr\u00e4nkung nicht zu verdr\u00e4ngen, sondern es sich selbst zu erlauben, diese Gef\u00fchle wahrzunehmen und einzuordnen\u00bb, erkl\u00e4rt Hannes Zacher, Professor f\u00fcr Arbeits- und Organisationspsychologie am Wilhelm-Wundt-Institut f\u00fcr Psychologie der Universit\u00e4t Leipzig. Zudem sollte die K\u00fcndigung nicht als Urteil \u00fcber den eigenen Wert oder die F\u00e4higkeiten gesehen werden, da es sich oft eher um betriebliche oder wirtschaftliche Gr\u00fcnde handelt. Um diese Gef\u00fchle etwas zu lindern, kann es helfen, mit einer vertrauten Person \u00fcber die Entlassung zu sprechen und sich fr\u00fchere Erfolge in Erinnerung zu rufen.<\/p>\n<p>Auch wenn es wichtig ist, seinen Gef\u00fchlen Raum zu geben, sollten Entlassene nicht ewig an negativen Emotionen festhalten. So ist etwa Wut eine verst\u00e4ndliche Reaktion, doch wenn sie dauerhaft anh\u00e4lt oder zu impulsivem Verhalten verleitet, kann sie zum Problem werden, so der Professor.\u00a0<\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Vorw\u00fcrfe oder emotionale Nachrichten an Vorgesetzte sorgen vielleicht erst einmal f\u00fcr Erleichterung, k\u00f6nnen allerdings zur Belastung f\u00fcr die berufliche Zukunft werden. Stattdessen sollten Gek\u00fcndigte mit etwas Abstand dar\u00fcber reflektieren, warum sie eigentlich Wut empfinden. Neben Konversationen mit vertrauten Personen kann es auch helfen, sich k\u00f6rperlich zu bewegen oder die Gedanken aufzuschreiben, empfiehlt Hannes Zacher.<\/p>\n<p>Den Blick auf die Zukunft richten<\/p>\n<p>Wer die unmittelbaren Emotionen nach der Entlassung \u00fcberstanden hat, sollte den Blick nach und nach wieder auf die Zukunft richten. \u00abWer nach einer K\u00fcndigung aktiv bleibt, Routinen aufrechterh\u00e4lt und konkrete n\u00e4chste Schritte plant, st\u00e4rkt das Gef\u00fchl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit\u00bb, so der Professor. Auch die Energie, die Wut freisetzt, kann f\u00fcr die Planung und Umsetzung der Zukunft Verwendung finden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig kann eine K\u00fcndigung ein Ansporn sein, sich selbst weiterzubilden oder einen neuen Job zu finden, der besser zu einem passt. Es hilft also dar\u00fcber nachzudenken, was einem beruflich wichtig ist, ob der vorherige Beruf wirklich zu den eigenen Interessen und F\u00e4higkeiten gepasst hat, und welche St\u00e4rken man in Zukunft verst\u00e4rkt einsetzen m\u00f6chte, so Zacher. Die K\u00fcndigung kann eine Chance auf pers\u00f6nliches Wachstum sein \u2013 etwa in der Form einer gr\u00f6\u00dferen Selbstkenntnis, Anpassungsf\u00e4higkeit oder eines gest\u00e4rkten Selbstvertrauens in die Bew\u00e4ltigungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln\/Leipzig (dpa\/tmn) &#8211; Wer von seinem Arbeitgeber gek\u00fcndigt wird, ist emotional zun\u00e4chst oft stark beansprucht. 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