{"id":1123290,"date":"2026-06-26T13:20:30","date_gmt":"2026-06-26T13:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1123290\/"},"modified":"2026-06-26T13:20:30","modified_gmt":"2026-06-26T13:20:30","slug":"auftakt-der-muenchner-opernfestspiele-als-kaempferische-frauen-durchs-siegestor-reiten-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1123290\/","title":{"rendered":"Auftakt der M\u00fcnchner Opernfestspiele: Als k\u00e4mpferische Frauen durchs Siegestor reiten &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Das Opernpublikum tobt vor Vergn\u00fcgen. Mitten hinein in die Musik des so sattsam bekannten Walk\u00fcrenritts von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Richard_Wagner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Richard Wagner<\/a> klatschen, lachen, jubeln und johlen sie, als sei man in der Arena von Verona. Der Grund: In einem Video-Einspieler peitschen die k\u00e4mpferischen Frauen mit Schild und Speer in wildem Ritt durchs Siegestor und durch den Englischen Garten bis ins Nationaltheater. Und erobern \u2013 inspiriert vom Hollywood-Blockbuster \u201eApocalypse Now\u201c \u2013 per Helikopter die Stadt. Da staunt nicht nur der Pr\u00e4sident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Hans-Joachim He\u00dfler, der sich in der Filmsequenz als Komparse verdingt hat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Minutenlang k\u00f6nnen sich die G\u00e4ste der Premiere \u201eDie Walk\u00fcre\u201c, mit der die diesj\u00e4hrigen M\u00fcnchner Opernfestspiele er\u00f6ffnet werden, kaum mehr einkriegen. Sodass Vladimir Jurowski und das Bayerische Staatsorchester bei allem Fortissimo ihre liebe M\u00fche haben, die akustische Oberhand zu behalten. Aber was f\u00fcr ein toller Einfall von Regisseur Tobias Kratzer, der damit den Festspielen einen echt m\u00fcnchnerischen Wagner-Moment beschert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/abb8696e-8a95-4fc8-9ce7-328c62dd08e9.jpg\"   alt=\"Ist dann doch ganz sch\u00f6n hei\u00df drau\u00dfen am Roten Teppich, zu Beginn der Oper.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Ist dann doch ganz sch\u00f6n hei\u00df drau\u00dfen am Roten Teppich, zu Beginn der Oper. Catherina Hess<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Inzwischen haben sich die Premiereng\u00e4ste auch wieder auf Normaltemperatur gebracht. Denn zu Beginn um 17 Uhr verweilen nur die Hartgesottenen bei hitzigen 33 Grad auf dem Roten Teppich, um ein Erinnerungsfoto zu machen. Die meisten fl\u00fcchten stattdessen lieber eiligst in die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Oper\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oper<\/a>, wo es angenehm temperiert ist. Anders in der zweiten Pause zwischen 20 und 21 Uhr. Da posieren die Damen und Herren, viele in Abendgarderobe, gerne auf den Stufen und zwischen den von US-K\u00fcnstler Jeff Koons gestalteten S\u00e4ulen der Staatsoper, deren Giebel um diese Zeit spektakul\u00e4r golden leuchtet. Oder sie flanieren um das Koons\u2019sche BMW-Art-Car, das daneben in einer k\u00e4seglockenartigen Schutzh\u00fclle steht und den die Hitze nicht scheuenden Radlern die Stellpl\u00e4tze f\u00fcr ihre Zweir\u00e4der\u00a0wegnimmt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/892b593b-ba57-49ce-b76b-9801f10426c6.jpg\"   alt=\"Autorin Katja Eichinger findet die Inszenierung \u201eeinfach toll\u201c.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Autorin Katja Eichinger findet die Inszenierung \u201eeinfach toll\u201c. Catherina Hess<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/dd2dcf8b-83f7-40b0-aec4-25a2bd53fb26.jpg\"   alt=\"Opernintendant Serge Dorny mit Franz Herzog von Bayern.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Opernintendant Serge Dorny mit Franz Herzog von Bayern. Catherina Hess<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Pin-Vorst\u00e4ndin Dorothee Wahl findet es bis dahin \u201esehr gut\u201c, sehnt aber den Walk\u00fcrenritt herbei, der zu diesem Zeitpunkt noch bevorsteht. Und so drehen sich die Gespr\u00e4che mehr um die, wie manche es nennen, \u201eH\u00e4nsel und Gretel Geschichte\u201c rund um die Blockh\u00fctte im Wald (erhellend trotz D\u00fcsternis), den alten Lada auf der B\u00fchne (Russen-Alarm!) und den Video-Einsatz in der Inszenierung (wohldosiert). Ein paar kritische Stimmen gibt es nat\u00fcrlich auch. Die K\u00fcnstlerin Caro Jost und ihr Mann, der Galerist Walter Storms, finden die Inszenierung schlicht \u201efurchtbar\u201c. Ein \u00e4lterer Herr schimpft am Ende beim Hinausgehen lautstark dar\u00fcber, dass (wieder in einem Video) die Blockh\u00fctte mit einem Feuerzeug angez\u00fcndet wird: \u201ealter Hut\u201c, \u201etausendfach gesehen\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Viele andere aber sind hellauf begeistert. Die Autorin Katja Eichinger jubelt \u201eeinfach toll\u201c. M\u00e4zen Georg von Werz am\u00fcsiert sich schon in der ersten Pause, wie der Regisseur dank \u201eAlpenh\u00fcttenkitsch\u201c die hehre G\u00f6tterwelt zerlegt. Brainlab-Gr\u00fcnder und Opern-Aficionado Stefan Vilsmeier seziert sofort Musik und Inszenierung und kommt zu dem Schluss: \u201eWunderbar\u00a0\u2013 so noch nicht geh\u00f6rt und gesehen.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/766a8eca-d688-472d-9dc2-774dfc7091d8.jpg\"   alt=\"Bayerns Staatsminister f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, mit seiner Ehefrau Aurelia Blume.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Bayerns Staatsminister f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, mit seiner Ehefrau Aurelia Blume. Catherina Hess<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Beim anschlie\u00dfenden Staatsempfang im Kaisersaal der Residenz lobt Kunstminister Markus Blume die \u201esensationelle Neuinszenierung\u201c, die er auch als \u201eHommage an die Leistungsf\u00e4higkeit des Repertoiretheaters\u201c versteht. Vor allem der Beginn des dritten Aktes hat es ihm angetan. Das sei \u201eganz gro\u00dfes Kino\u201c gewesen: ein \u201eBlockbuster-Feeling, nicht made in Hollywood, sondern made in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a>\u201c. Sein Fazit: \u201eSo hei\u00df war\u2019s noch nie. So lang war\u2019s noch nie. So gut war\u2019s noch nie.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Opernpublikum tobt vor Vergn\u00fcgen. 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