{"id":1123737,"date":"2026-06-26T17:29:24","date_gmt":"2026-06-26T17:29:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1123737\/"},"modified":"2026-06-26T17:29:24","modified_gmt":"2026-06-26T17:29:24","slug":"mug-preise-fuer-dissertationen-und-habilitationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1123737\/","title":{"rendered":"MUG-Preise f\u00fcr Dissertationen und Habilitationen"},"content":{"rendered":"\n<p>Jedes Jahr zeichnet die <a href=\"https:\/\/unigesellschaft.de\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">M\u00fcnchener Universit\u00e4tsgesellschaft (MUG)<\/a> Nachwuchsforschende aus den verschiedensten Fachbereichen mit F\u00f6rderpreisen f\u00fcr ihre herausragenden Promotionen und Habilitationen aus. In diesem Jahr reicht die Themenvielfalt von t\u00f6dlichen Katzenkrankheiten \u00fcber die Geschichte der bayerischen Landst\u00e4nde bis zu Hochtemperatur-Supraleitern.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mug-preise_gruppenbild_3_2_format_s.jpg\" alt=\"\" title=\"\u00a9 LMU\/Jan Greune\" data-\/><\/p>\n<p class=\"big-image__image-description-text\">Die mit einem F\u00f6rderpreis ausgezeichneten LMU-Forschenden zusammen mit (vorne links) Beatrice Lugger, Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Kommunikation, und Professor Peter H\u00f6ppe, Vorsitzender der M\u00fcnchener Universit\u00e4tsgesellschaft, sowie (hinten rechts) Professorin Carola Metzner-Nebelsick, Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Geistes- und Kulturwissenschaften der LMU, und LMU-Pr\u00e4sident Matthias Tsch\u00f6p (beide rechts)<\/p>\n<p>\t\t\t\t\u00a9 LMU\/Jan Greune<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/prof.-dr.-carola-metzner-nebelsick_id341671_1_1_format_s.jpg\" alt=\"\" title=\"\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>Professorin <b><a href=\"https:\/\/www.lmu.de\/de\/die-lmu\/struktur\/organisation\/vizepraesidenten\/vizepraesidentin-fuer-geistes-und-kulturwissenschaften\/\" class=\"is-internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Carola Metzner-Nebelsick<\/a><\/b>, Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Geistes- und Kulturwissenschaften der LMU und Mitglied der Preisjury:<\/p>\n<p>\u201eIch gratuliere den Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4gern herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung. Mit ihren herausragenden wissenschaftlichen Leistungen haben sie nicht nur ihre jeweiligen Fachgebiete bereichert, sondern auch eindrucksvoll gezeigt, wie Forschung neue Erkenntnisse schafft, gesellschaftliche Herausforderungen und naturwissenschaftliche Fragestellungen auf h\u00f6chstem Niveau adressiert. Die Verleihung der Promotions- und Habilitationspreise w\u00fcrdigt ihr au\u00dfergew\u00f6hnliches Engagement, ihre Kreativit\u00e4t und ihre wissenschaftliche Exzellenz. Die LMU darf sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, solche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in ihren Reihen zu haben.\u201c<\/p>\n<p>Professor <a href=\"https:\/\/unigesellschaft.de\/ueber-uns\/vorstand\/\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Peter H\u00f6ppe<\/a>, erster Vorsitzender der M\u00fcnchener Universit\u00e4tsgesellschaft: \u201eIn der nun \u00fcber 100-j\u00e4hrigen Historie der MUG gibt es eine lange Tradition der Vergabe von F\u00f6rderpreisen f\u00fcr herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Preise sollen Anreize f\u00fcr den wissenschaftlichen Nachwuchs an der LMU zu besonderen Leistungen geben, aber auch Anerkennung f\u00fcr besondere Leistungen ausdr\u00fccken. Ich w\u00fcnsche allen Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4gern viel Erfolg bei Ihren weiteren wissenschaftlichen Karrieren.\u201c<\/p>\n<p>\tDie Promotionsf\u00f6rderpreise<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zwicklbauer_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Dr. Katharina Zwicklbauer\" title=\"Dr. Katharina Zwicklbauer | \u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Katharina Zwicklbauer | \u00a9 privat<\/p>\n<p>\t\t<b>Coronaviren bei Katzen und Menschen bek\u00e4mpfen<\/b><\/p>\n<p><b>Dr. Katharina Zwicklbauer<\/b>, Tier\u00e4rztliche Fakult\u00e4t, erh\u00e4lt einen Promotionsf\u00f6rderpreis f\u00fcr ihre Arbeit \u201eUntersuchungen zu klinischen, labordiagnostischen, virologischen und immunologischen Parametern bei Katzen mit feliner infekti\u00f6ser Peritonitis w\u00e4hrend und nach antiviraler Therapie\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr Millionen von Katzenbesitzerinnen und -besitzern weltweit war eine Diagnose der durch Coronaviren verursachten felinen infekti\u00f6sen Peritonitis (FIP) lange gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Bis vor wenigen Jahren gab es keine wirksame Therapie. Katharina Zwicklbauer hat mit ihrer Dissertation einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, das zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>In ihren Studien konnte sie zeigen, dass der antivirale Wirkstoff GS-441524 Katzen mit FIP vollst\u00e4ndig und dauerhaft heilen kann, ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. F\u00fcr betroffene Tierhalterinnen und -halter ist das eine lebensver\u00e4ndernde Botschaft.<\/p>\n<p>Die Arbeit geht dabei weit \u00fcber die Tiermedizin hinaus. FIP \u00e4hnelt in ihrem klinischen Erscheinungsbild und ihrem Verlauf einem Krankheitsbild bei Kindern, das im Zusammenhang mit SARSCoV-2 bekannt wurde. Katharina Zwicklbauer hat ihre Forschung deshalb in enger Zusammenarbeit mit dem Haunerschen Kinderspital der LMU durchgef\u00fchrt. Diese Br\u00fccke zwischen Tier- und Humanmedizin zeigt, wie veterin\u00e4rmedizinische Forschung auch dem Menschen zugutekommen kann.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/kunte_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Sebastian Thomas Kunte\" title=\"Sebastian Thomas Kunte | \u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Sebastian Thomas Kunte | \u00a9 privat<\/p>\n<p>\t\t<b>Hirnzellen im lebenden Organismus untersuchen<\/b><\/p>\n<p><b>Dr. Sebastian Thomas Kunte<\/b>, Tier\u00e4rztliche Fakult\u00e4t, wird f\u00fcr seine Dissertation \u201eUntersuchung der relativen zellul\u00e4ren Glukoseaufnahme von Mikrogliazellen im regul\u00e4ren Hirnmilieu\u201c ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Demenz und Morbus Alzheimer geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Bildgebende Verfahren wie die Positronen-Emissions-Tomographie \u2014 kurz PET \u2014 k\u00f6nnen heute bereits Stoffwechselver\u00e4nderungen im Gehirn aufsp\u00fcren, lange bevor strukturelle Sch\u00e4den sichtbar werden. Welche Zellen im Gehirn zu diesen Signalen beitragen und welche Rolle sie dabei spielen, war bislang jedoch kaum verstanden.<\/p>\n<p>Sebastian Kunte war im Zuge seines Dissertationsprojekts an der Etablierung einer neuen Methodik \u2014 dem sogenannten Single-Cell-Radiotracing \u2014 beteiligt, um eine Momentaufnahme des Zuckerstoffwechsel einzelner Hirnzelltypen im lebenden Organismus zu messen. Sein zentrales Ergebnis ist \u00fcberraschend: Mikrogliazellen, die Immunzellen des Gehirns, ver\u00e4ndern ihren Stoffwechsel drastisch, sobald sie aus ihrem nat\u00fcrlichen Umfeld herausgel\u00f6st werden. Unter Laborbedingungen zeigen sie daher ein v\u00f6llig anderes Bild als im lebenden Organismus.<\/p>\n<p>Zuverl\u00e4ssige Aussagen \u00fcber den Hirnstoffwechsel sind also nur m\u00f6glich, wenn man die Zellen in ihrem nat\u00fcrlichen Umfeld betrachtet. Diese Erkenntnisse sind wichtig, um die Ergebnisse diagnostischer Verfahren besser zu verstehen und neue therapeutische Ansatzpunkte f\u00fcr Morbus Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen zu identifizieren.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/silvia_fernandez_castro_1_1_format_s.jpg\" alt=\"\" title=\"\u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Silvia Castro | \u00a9 privat<\/p>\n<p>\t\t<b>Menstruation: Mit Sprechen die Scham \u00fcberwinden<\/b><\/p>\n<p><b>Dr. Silvia Castro<\/b>, Volkswirtschaftliche Fakult\u00e4t, erh\u00e4lt einen Promotionspreis f\u00fcr ihre Dissertation \u201eManaging Culture\u201c.<\/p>\n<p>Im Zuge ihrer Doktorarbeit untersuchte Silvia Castro unter anderem, wie Kultur und soziale Normen die Gesundheitsentscheidungen von Frauen pr\u00e4gen. Der Schwerpunkt lag dabei auf Menstruationsgesundheit \u2013 ein in den Wirtschaftswissenschaften nach wie vor ein vergleichsweise vernachl\u00e4ssigtes Thema, obwohl es rund die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung \u00fcber weite Teile ihres Erwachsenenlebens betrifft.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand ein Feldexperiment in einer Textilfabrik in Bangladesch Das Experiment stellte eine einfache Frage: Warum messen Frauen speziell f\u00fcr die Menstruation entwickelten Produkten nur einen geringen Wert bei und greifen nicht darauf zur\u00fcck, selbst wenn diese Produkte verf\u00fcgbar und erschwinglich sind?<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr sind Stigmatisierung und Scham. Sie sind nicht nur eine Begleiterscheinung von Armut oder Ressourcenknappheit, sondern wirken als eigenst\u00e4ndige Hindernisse. Sie bestehen auch dann fort, wenn Produkte leicht erh\u00e4ltlich sind, da deren Beschaffung in der \u00d6ffentlichkeit mit sozialen Kosten verbunden ist. Um zu pr\u00fcfen, ob sich diese Kosten senken lassen, f\u00fchrte Castro eine bewusst zur\u00fcckhaltende Ma\u00dfnahme ein: moderierte Gruppendiskussionen, um das Thema zu enttabuisieren. Der Effekt war erheblich. Die Frauen waren bereit, mehr f\u00fcr Damenbinden zu zahlen, und griffen vermehrt auf innovative Produkte zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Studie macht erstmals systematisch sichtbar, wie Scham und Stigma als strukturelle Hindernisse wirken, und zeigt zugleich konkrete Wege zu deren \u00dcberwindung auf. Damit liefert sie nicht nur einen wissenschaftlichen Beitrag zur Entwicklungs\u00f6konomik, sondern auch handlungsleitende Erkenntnisse f\u00fcr Politik, NGOs und Unternehmen in einkommensschwachen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/promotionspreis_leonbollmann_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Dr. Leon Bollmann\" title=\"Dr. Leon Bollmann | \u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Leon Bollmann | \u00a9 privat<\/p>\n<p>\t\t<b>Neuer mathematischer Mechanismus <\/b><\/p>\n<p><b>Dr. Leon Bollmann<\/b>, Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik, Informatik und Statistik, erh\u00e4lt einen Promotionspreis f\u00fcr seine Dissertation \u201eSzeg\u00f6-type asymptotics for the free Dirac operator\u201c.<\/p>\n<p>Mit seiner Dissertation hat Leon Bollmann wichtige Fortschritte in einem anspruchsvollen Forschungsgebiet an der Schnittstelle von Pseudodifferentialoperatoren, Spektraltheorie und Mathematischer Physik erzielt, den sogenannten Szeg\u00f6-Asymptotiken. Das Themenfeld gewann neue Bedeutung, nachdem die lange offene Widom-Vermutung 2013 durch A . V. Sobolev bewiesen worden war und damit auch mathematische Erkl\u00e4rungen f\u00fcr Verst\u00e4rkungen von Oberfl\u00e4chengesetzen f\u00fcr Verschr\u00e4nkungsentropien quantenmechanischer Systeme m\u00f6glich wurden.<\/p>\n<p>Bollmann erweiterte die Arbeiten von Sobolev auf matrixwertige Symbole und schuf damit die Grundlage f\u00fcr Anwendungen auf relativistische quantenmechanische Systeme. Zudem gelang es ihm erstmals, den Mechanismus hinter Verst\u00e4rkungen von Termen niedrigerer Ordnung in den Szeg\u00f6-Asymptotiken zu erkl\u00e4ren. Daf\u00fcr entwickelte er eine neue Methode, die besonders gew\u00fcrdigt wurde. Die Arbeit erschlie\u00dft neues mathematisches Terrain und d\u00fcrfte laut Einsch\u00e4tzung der Gutachter das Forschungsgebiet nachhaltig pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mitto-querformat_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Tonio Mitto\" title=\"Tonio Mitto | \u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>\t\t<b>Erforschung antiker Autorschaft und Schriftkultur <\/b><\/p>\n<p><b>Dr. des. Tonio Mitto<\/b>, Fakult\u00e4t f\u00fcr Geschichts- und Kunstwissenschaften, erh\u00e4lt einen Promotionspreis f\u00fcr seine Dissertation \u201eDie historisch-literarische Bilingue Zamim Ene und ihre Rolle bei der Rezeption Nebukadnezars I. in der mesopotamischen Gelehrtentradition\u201c.<\/p>\n<p>Zamim Ene ist eine bedeutende zweisprachige Komposition aus dem alten Mesopotamien, \u00fcberliefert in den Sprachen Sumerisch und Akkadisch. Im Mittelpunkt stehen die Taten des babylonischen K\u00f6nigs Nebukadnezar I. F\u00fcr seine Dissertation konnte Tonio Mitto den bekannten Textbestand dieser zentralen mesopotamischen Komposition von 59 auf 108 Zeilen fast verdoppeln und identifizierte einen Gro\u00dfteil der herangezogenen Handschriften selbst. Damit erschloss er den Gro\u00dfteil des Materials, auf dem seine Untersuchungen zum Entstehungskontext des Werks und seiner sp\u00e4teren Rezeption beruhen. Dar\u00fcber hinaus entwarf er eine systematische Methode zur Datierung sp\u00e4tbabylonischer Tafeln, die erstmals Tausenden bislang nicht einzuordnenden Schriftzeugnissen einen historischen Kontext geben kann.<\/p>\n<p>Laut seiner Gutachter setzte Tonio Mitto dabei neue Ma\u00dfst\u00e4be in der altorientalistischen Philologie und z\u00e4hlt trotz seines jungen Alters bereits zu den einflussreichen Forschern der internationalen Assyriologie. Die drei Gutachter aus M\u00fcnchen und Jerusalem bezeichneten die Arbeit als \u201eReferenzpunkt f\u00fcr die Keilschriftphilologie\u201c. Mit mehr als 2.100 digitalen Editionen und 14 Fachaufs\u00e4tzen gelangen Mitto zudem wichtige Entdeckungen, darunter die Identifizierung des mesopotamischen Autors R\u012bm\u016bt-Gula sowie der bislang sp\u00e4testen datierten nicht-astronomischen Tafel aus Mesopotamien. Beide Funde sind von nachhaltiger Bedeutung f\u00fcr die Erforschung antiker Autorschaft und Schriftkultur. Tonio Mitto gilt als Wissenschaftler, der die Altorientalistik langfristig pr\u00e4gen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/schloemer_privat_1_1_format_s.png\" alt=\"Henning Schl\u00f6mer\" title=\"Henning Schl\u00f6mer | \u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Henning Schl\u00f6mer | \u00a9 privat<\/p>\n<p>\t\t<b>Ordnungsph\u00e4nomene in Quantensystemen <\/b><\/p>\n<p><b>Dr. Henning Schl\u00f6mer<\/b>, Fakult\u00e4t f\u00fcr Physik, erh\u00e4lt einen Promotionspreis f\u00fcr seine Dissertation \u201eExploring the low-temperature regime of doped Hubbard models: Theoretical insights leveraging quantum simulation\u201c.<\/p>\n<p>Im Zentrum der Dissertation von Henning Schl\u00f6mer stehen mehrere wissenschaftliche Durchbr\u00fcche auf dem Gebiet stark korrelierter Quantensysteme und der Hochtemperatur-Supraleitung. Kurz nach der Entdeckung neuer nickelbasierter Hochtemperatur-Supraleiter leistete er wesentliche Beitr\u00e4ge zu deren Verst\u00e4ndnis und entwickelte eine der ersten \u00fcberzeugenden mikroskopischen Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Supraleitung in diesen Materialien.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Untersuchung sogenannter Spin-Ladungs-Stripes, komplexer Ordnungsph\u00e4nomene in Quantensystemen. Schl\u00f6mer zeigte, wie sich diese Strukturen gezielt in Quantensimulatoren erzeugen und experimentell nachweisen lassen. Die im Fachmagazin Nature ver\u00f6ffentlichten Ergebnisse gelten als wichtiger Meilenstein des Fachgebiets. Dar\u00fcber hinaus entwickelte er eine neue Messmethode, mit der supraleitende Korrelationen in solchen Systemen erstmals direkt untersucht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zudem schlug Schl\u00f6mer eine neue theoretische Beschreibung der sogenannten Pseudol\u00fccke in kupferbasierten Supraleitern vor. Sein Ansatz liefert konkrete Vorhersagen, die in k\u00fcnftigen Experimenten mit Quantensimulatoren \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen. Schl\u00f6mer verbindet numerische Simulationen, analytische Theorie und moderne Verfahren des maschinellen Lernens.<\/p>\n<p>\tDie Habilitationsf\u00f6rderpreise<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/rejeski_lmu_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Privatdozent Dr. Kai Rejeski\" title=\"Privatdozent Dr. Kai Rejeski | \u00a9 LMU Klinikum\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Kai Rejeski | \u00a9 LMU Klinikum<\/p>\n<p>\t\t<b>Neue Modelle f\u00fcr T-Zell-basierte Immuntherapien<\/b><\/p>\n<p><b>PD Dr. Kai Rejeski<\/b>, Medizinische Fakult\u00e4t, wird f\u00fcr seine Habilitationsschrift \u201eT-Zell basierte Immuntherapien in h\u00e4matologischen Neoplasien: Pathophysiologie und Risikomodelle von Immuntoxizit\u00e4t und Ansprechen\u201c ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit steht die integrative Analyse des komplexen Zusammenspiels von Effektivit\u00e4t und Nebenwirkungen neuartiger T-Zell-basierter Immuntherapien, insbesondere der revolution\u00e4ren CAR-T-Zelltherapie. Rejeski hat dabei ein innovatives Forschungsparadigma etabliert: Statt Wirksamkeit und Toxizit\u00e4t isoliert zu betrachten, entwickelt er mechanistisch fundierte, klinisch anwendbare Modelle, die beide Dimensionen gemeinsam erfassen und vorhersagen.<\/p>\n<p>Ein zentrales Beispiel ist die Entwicklung des mittlerweile international etablierten CAR-HEMATOTOX Score zur Vorhersage von Zytopenien und Infektionen nach der CAR-T-Zelltherapie. Dieses Risikomodell verbindet klinische Parameter mit biologischen Mechanismen und stellt einen gro\u00dfen Fortschritt hinsichtlich der personalisierten Steuerung dieser Therapien dar.<\/p>\n<p>In seiner Arbeit adressiert er ein hochaktuelles und klinisch \u00e4u\u00dferst relevantes Forschungsfeld an der Schnittstelle von Immunologie, H\u00e4matologie und datengetriebener Modellierung und leistet grundlegende Beitr\u00e4ge zum Verst\u00e4ndnis und zur Vorhersage von Therapieerfolgen und Immuntoxizit\u00e4t.<\/p>\n<p>Seit Februar 2025 leitet er die Arbeitsgruppe f\u00fcr Pr\u00e4zisionsimmuntherapie an der Medizinischen Klinik III des LMU Klinikums.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mueller_portraet_1_1_format_s.jpg\" alt=\"PD Dr. Markus Christopher M\u00fcller\" title=\"PD Dr. Markus Christopher M\u00fcller | \u00a9 privat\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Markus Christopher M\u00fcller | \u00a9 privat<\/p>\n<p>\t\t<b>Verfassungsentwicklung in Bayern, Salzburg und Tirol<\/b><\/p>\n<p><b>PD Dr. Markus Christopher M\u00fcller<\/b>, Fakult\u00e4t f\u00fcr Geschichts- und Kunstwissenschaften, erh\u00e4lt einen Preis f\u00fcr seine Habilitationsschrift \u201eLand und Freiheit. Landschaft, Landst\u00e4nde und Landesfreiheiten in Bayern, Salzburg und Tirol 1520 bis 1300\u201c.<\/p>\n<p>Die bisherige Forschung leitete die Geschichte der bayerischen Landst\u00e4nde aus einer 1514 gedruckten Sammlung der Landesfreiheiten ab und verortete ihre Urspr\u00fcnge bereits im fr\u00fchen 14. Jahrhundert. Markus C. M\u00fcller widerspricht dieser Sicht in seiner Habilitationsschrift.<\/p>\n<p>Auf Grundlage einer umfassenden Quellenanalyse untersucht er die \u00dcberlieferungs- und Rezeptionsgeschichte von Landesfreiheiten und Privilegien und zeichnet die Verfassungsentwicklung in Bayern, Salzburg und Tirol neu nach. Dabei zeigt er, dass sich die landschaftliche Verfasstheit vor allem im 15. Jahrhundert herausbildete und die Landst\u00e4nde erst am Ende des 15. sowie zu Beginn des 16. Jahrhunderts institutionalisiert wurden. Zugleich arbeitet M\u00fcller \u201eLand\u201c und \u201eFreiheit\u201c als zentrale Kategorien zeitgen\u00f6ssischer politischer Aushandlungsprozesse heraus.<\/p>\n<p>Seine Studie verbindet die Diskussion grundlegender methodischer Fragen mit der sorgf\u00e4ltigen Auswertung zahlreicher bislang unbeachteter Archivquellen und entwickelt daraus weitreichende Thesen zur Politik- und Verfassungsgeschichte der Regionen im Heiligen R\u00f6mischen Reich. Seine Ergebnisse korrigieren die bisherige Forschung grundlegend und f\u00fchren sie zugleich weiter.<\/p>\n<p>\n\t<a href=\"https:\/\/www.lmu.de\/de\/newsroom\/newsuebersicht\/news\/stiftungsfest-der-lmu-wissenschaft-mit-verantwortung-64ce5937.html\" class=\"is-internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stiftungsfest der LMU: Wissenschaft mit Verantwortung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jedes Jahr zeichnet die M\u00fcnchener Universit\u00e4tsgesellschaft (MUG) Nachwuchsforschende aus den verschiedensten Fachbereichen mit F\u00f6rderpreisen f\u00fcr ihre herausragenden Promotionen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1123738,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1827],"tags":[772,29,597,30,20294,20295,20293,1268,5162],"class_list":["post-1123737","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-muenchen","tag-bayern","tag-deutschland","tag-forschung","tag-germany","tag-lehrangebot","tag-lmu","tag-ludwig-maximilians-universitaet","tag-muenchen","tag-universitaet"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116817598810039942","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1123737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1123737"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1123737\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1123738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1123737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1123737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1123737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}