{"id":1123868,"date":"2026-06-26T18:49:19","date_gmt":"2026-06-26T18:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1123868\/"},"modified":"2026-06-26T18:49:19","modified_gmt":"2026-06-26T18:49:19","slug":"kessel-festival-in-stuttgart-ausverkauft-trotz-bruetender-hitze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1123868\/","title":{"rendered":"Kessel-Festival in Stuttgart: Ausverkauft \u2013 trotz br\u00fctender Hitze"},"content":{"rendered":"<p>Der Wasen kochte und brodelt. Buchst\u00e4blich. Nina Chuba f\u00fcllte das Gel\u00e4nde. 30\u2009000 Menschen sind am Freitag zum Kessel-Festival gekommen.<\/p>\n<p> Die Stadt am Fluss. Vielbeschworen ist sie, selten gelebt. Doch an diesem Freitag entdecken die Stuttgarter den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Neckar\" title=\"Neckar\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neckar<\/a>. Noch ist es einige Stunden hin, bis Nina Chuba auftritt. Wer sich am fr\u00fchen Nachmittag \u00fcberhaupt schon auf den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Cannstatter_Wasen\" title=\"Wasen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wasen<\/a> wagt, steuert zielsicher den Kanuverein ein, diese gr\u00fcne Oase am Neckar.<\/p>\n<p>Der Cannstatter Wasen ist ja praktisch, weil so sch\u00f6n wandelbar. Als Parkplatz dient er, f\u00fcr Volksfeste, Konzerte, Zirkusse, oder eben das Kessel-Festival. Diese Wandlungsf\u00e4higkeit ist aber auch sein gr\u00f6\u00dfter Nachteil. Eben muss er daf\u00fcr sein, ohne B\u00e4ume, ohne Zeug, was dem Aufbau im Weg steht. Und der Asphalt ergibt ja auch Sinn. F\u00fcr Fahrzeuge und Zelte und B\u00fchnen. F\u00fcr Menschen schon weniger. Vor allem, wenn es 40 Grad hat. Er speichert die Sonne und heizt noch zus\u00e4tzlich. Wie also macht man das schw\u00e4bische Death-Valley lebenswert?<\/p>\n<p>Volleyball wird unverdrossen gespielt <\/p>\n<p>Indem man Sonnenschirme aufstellt, so viele wie m\u00f6glich. Trinkwasserbrunnen installiert, drei waren urspr\u00fcnglich geplant, acht sind es geworden. Auch acht Wassersprinkler sind \u00fcberall verteilt, auch auf dem Weg zur und vor der Hauptb\u00fchne. Dem Platz davor gilt auch die gr\u00f6\u00dfte Sorge der Organisatoren. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kessel-festival-in-stuttgart-ein-kessel-buntes-von-nina-chuba-bis-rollstuhl-rugby.2d064cd7-d94f-4a68-9cf2-820463e749d7.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Die Fans von Nina Chuba sind eher j\u00fcnger<\/a>, m\u00f6glich, dass die Aussicht dem Star nahe zu sein wichtiger ist als die Vernunft. Und so manche und mancher l\u00e4nger vor der B\u00fchne in der Sonne ausharrt, als guttut. Ge\u00f6ffnet wird gegen 16 Uhr, das w\u00e4ren bis zum Auftritt von Chuba satte viereinhalb Stunden. Deshalb sind auch mehr Sanit\u00e4ter im Einsatz.<\/p>\n<p>Doch gegen 15 Uhr sind noch nicht sehr viele Menschen auf dem Wasen. Die einen spielen unverdrossen Basketball oder Volleyball, die geplanten Turniere finden statt. Der Volleyball Landesverband W\u00fcrttemberg tr\u00e4gt ein Beach-Turnier der zweiten Liga aus, eine Kategorie unterhalb der German Beach Tour. 16 Herren- und Frauenteams sind dabei. Inklusive Bundesligaspielern. Man wisse, worauf man sich einlasse, sagen die Akteure. Regelm\u00e4\u00dfig duschen, sich selbst und den Sand, viel trinken. Zun\u00e4chst einmal kollabierten aber die Tablets, sie mussten f\u00fcnf Minuten in den K\u00fchlschrank, um wieder arbeitsf\u00e4hig zu sein.<\/p>\n<p>Und auch die Sportvereine zeigen, was sie k\u00f6nnen. Die Wilden Schwaben bleiben auch bei der Hitze wild. Das Rollstuhl-Rugby-Team des TSV Schmiden ist erstmals dabei und zeigt seinen Sport. Unter erschwerten Bedingungen, denn wie Michael Wolfinger sagt, \u201eQuerschnittgel\u00e4hmte k\u00f6nnen nicht schwitzen\u201c. Das hei\u00dft, sie m\u00fcssen sich st\u00e4ndig mit <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Wasser\" title=\"Wasser\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wasser<\/a> \u00fcbergie\u00dfen. Dennoch k\u00e4mpfen sie auf einem eigens verlegten Feld um den Ball und lassen die Rollst\u00fchle gegeneinander krachen.<\/p>\n<p>Den Spruch hat er offenbar schon \u00f6fter geh\u00f6rt, denn Matthias G\u00f6ttfert von den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> Rebels hat die Antwort bereits parat. Das sp\u00f6ttische \u201eEishockey?\u201c kontert er mit \u201eHei\u00dfhockey, passt doch!\u201c Doch bei aller Liebe zur Sonne, die Monturen ziehen sie nicht an. Eishockey wird heute nur als Tischspiel dargeboten oder Airhockey. Aber sie verteilen Freikarten f\u00fcr die Vorbereitungsspiele in der Oberliga, und in den Vorjahren habe das gut funktioniert, sagt G\u00f6ttfert. Das Interesse h\u00e4lt offenbar an, auch wenn Hei\u00dfhockey wieder auf der Waldau zu Eishockey wird.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.05daf296-22d1-41ad-bb15-08dd22f14ec9.original1024.media.jpeg\"\/>     Rollstuhl-Rugby geht auch bei 40 Grad.    Foto: Lichtgut\/Julian Rettig    <\/p>\n<p>Zum Abk\u00fchlen noch ein Abstecher an den Neckar. Dort kann man mit der Kanugesellschaft Drachenboot fahren. Aber auch auf dem Neckar wird es hei\u00df, \u201ewir fahren auf der Schattenseite\u201c, sagt Isolde Herrmann. Sie und ihre Kollegen haben wohl mit den besten Job beim Kessel-Festival. Der n\u00e4chste Schattenplatz ist nie weit entfernt, anders als f\u00fcr die vielen Ordner und Mitarbeiter an den Gastrost\u00e4nden. Die Mitarbeiter vom Awareness-Team haben immerhin ihre Spr\u00fchpistolen dabei. Die kann man auch mal an sich selbst ausprobieren.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.45c2d54a-c29c-478c-be7d-bafb65f0f8a7.original1024.media.jpeg\"\/>     Isolde Herrmann von der Kanugesellschaft wartet auf Mitruderer f\u00fcrs Drachenboot.    Foto: Lichtgut\/Julian Rettig    <\/p>\n<p>Doch bei allem Klagen \u00fcber die Hitze, Isolde Herrmann erinnert sich an das Festival vor zwei Jahren. \u201eDa stand hier \u00fcberall das Wasser, wir sind mit den Fahrzeugen kaum rausgekommen.\u201c Da war es dann zu viel Wasser. Und heute wird jeder Tropfen gesucht und gesch\u00e4tzt. <\/p>\n<p>Mittlerweile ist es 18 Uhr, das Gel\u00e4nde f\u00fcllt sich. Carli singt, einige Tausend Leute stehen vor der B\u00fchne, tanzen im Moshpit im Kreis. Manchen ist noch nicht warm genug. F\u00fcr die anderen gibt es von der B\u00fchne immer wieder der Hinweis, den Schatten zu suchen, sich auch mal hinzusetzen, genug zu trinken. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.fa5c8f89-5749-4b6b-ac21-62f182be4bbe.original1024.media.jpeg\"\/>     Viel trinken war die Devise.    Foto: Lichtgut\/Julian Rettig    <\/p>\n<p>Was auch die allermeisten machen. Das Ordnungsamt schaut auch genau hin, funktioniert das Konzept mit dem Hitzeschutz. Lief gut, so weit ist man sich dann am Abend einig. Als um 19.30 Uhr dann der Zuruf kommt, ausverkauft, alle 25.000 Tickets f\u00fcr die Hauptb\u00fchne sind weg, damit sind 30.000 Leute auf dem Gel\u00e4nde, wird es vor der B\u00fchne langsam voll. Und fast jeder l\u00e4uft auf dem Weg dorthin durch die Sprinkler. Eine letzte Dusche noch, bevor Nina Chuba ihren \u201eWildberry Lillet\u201c serviert. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Wasen kochte und brodelt. Buchst\u00e4blich. 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