{"id":1125224,"date":"2026-06-27T07:53:16","date_gmt":"2026-06-27T07:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1125224\/"},"modified":"2026-06-27T07:53:16","modified_gmt":"2026-06-27T07:53:16","slug":"lukratives-sommergeschaeft-wie-geschaeftemacher-an-fake-klimaanlagen-verdienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1125224\/","title":{"rendered":"Lukratives Sommergesch\u00e4ft: Wie Gesch\u00e4ftemacher an Fake-Klimaanlagen verdienen"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Lukratives Sommergesch\u00e4ft: Wie Gesch\u00e4ftemacher an Fake-Klimaanlagen verdienen<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Sommerhitze hat Europa fest im Griff. Aufgeheizte Innenr\u00e4ume sorgen nicht nur f\u00fcr Schwei\u00dfperlen auf der Stirn, sie k\u00f6nnen auch gesundheitssch\u00e4dlich sein. Da finden Klimaanlagen und andere K\u00fchlger\u00e4te rei\u00dfenden Absatz. Aggressive Anzeigen auf Youtube und in Online-Magazinen bewerben Ger\u00e4te wie Epicooler, Cooling Ace und Breezamax als \u201erevolution\u00e4r\u201c. Doch was davon kann wahr sein?<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Luftige Versprechungen<\/p>\n<p>Vor allem die Videos versprechen Wundertaten, die mit den Gesetzen der Thermodynamik schwer in Einklang zu bringen sind. \u201eDiese von der NASA entwickelte Klimaanlage k\u00fchlt dein Zimmer in 90 Sekunden herunter\u201c, hei\u00dft es da und \u201ebeim ersten Test sank die Temperatur in unter 2 Minuten von 34 \u00b0C auf 17 \u00b0C\u201c. Und das bei geradezu l\u00e4cherlich niedrigem Stromverbrauch: \u201eDie Leistung ist mit einer herk\u00f6mmlichen Klimaanlage vergleichbar, aber er [sic!] verbraucht bis zu 90[]% weniger Strom\u201c, behauptet eine KI-Stimme, w\u00e4hrend im Hintergrund vereiste Kupferspulen und diverse Raumfahrttechnologien auftauchen.<\/p>\n<p>Das so beworbene Zauberger\u00e4t namens \u201eEpicooler\u201c kostet knapp 140 Euro und ist laut verschiedener \u2013 nat\u00fcrlich frei erfundener \u2013 Testberichte in der Lage, ein Schlafzimmer im Spitzboden binnen 20 Minuten von 29 auf 23 Grad herabzuk\u00fchlen. Ein herk\u00f6mmliches Klimager\u00e4t, etwa eine <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/tests\/Billige-Klimaanlage-aus-dem-Baumarkt-im-Test-Abkuehlung-fuer-unter-200-Euro-11293234.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Monoblock-Klimaanlage aus dem Baumarkt<\/a>, genehmigt sich f\u00fcr vergleichbare Ergebnisse eine Stromaufnahme von etwa 700 Watt. Epicooler hingegen habe in acht Stunden Betriebszeit lediglich 0,38 kWh verbraucht, also lediglich 47 Watt Leistung geschluckt, behauptet das \u201eAdvertorial\u201c.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/0\/7\/7\/2\/4\/Bildschirmfoto_2026-06-26_um_15.23.56-4889602bb0586406.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Produktversprechen von Epicooler\" height=\"1362\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1552 \/ 1362; object-fit: cover;\" width=\"1552\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>K\u00fchle KI-Kammer: Das angebliche Testzimmer ist ebenso ernstzunehmen wie die Messungen.<\/p>\n<p>Schwer vorstellbar, denn das entspr\u00e4che bei vergleichbarer K\u00e4lteleistung einer Leistungszahl von \u00fcber 40 \u2013 und das w\u00e4re effizienter als eine fest im Geb\u00e4ude verbaute und entsprechend isolierte Klimal\u00f6sung. Epicooler hingegen setzt auf eine spezielle \u201eLuftf\u00fchrungs-Geometrie\u201c und k\u00f6nne so auf K\u00fchlmittel verzichten. Der Energieerhaltungssatz ist f\u00fcr dieses Ger\u00e4t offenbar optional und kein physikalisches Gesetz.<\/p>\n<p>Was ist dran an den Ger\u00e4ten?<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Auch andere Ger\u00e4te wie Cooling Ace, Coolzy, BreezaMax Pro und AiraBreeze geizen nicht mit vollmundigen Versprechungen: Allesamt seien sie schneller und effizienter als herk\u00f6mmliche Klimaanlagen, beliebt bei den Kunden und nat\u00fcrlich einfach in der Montage. Zumindest letzteres stimmt bisweilen, denn der BreezaMax etwa ist nichts weiter als <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?is=acgHlMLvzbkQj-uK&amp;v=JZ4vlMZlCj8&amp;feature=youtu.be\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">ein Akku-Ventilator<\/a>.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/0\/7\/7\/2\/4\/Bildschirmfoto_2026-06-26_um_17.15.48-f32389f7945120ee.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Teardown des BreezaMax \" height=\"1393\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 2337 \/ 1393; object-fit: cover;\" width=\"2337\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Das ist drin im BreezaMax: Haupts\u00e4chlich Plastik, Akkus und ein winziger Motor.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Youtube \/ JDub Adventures)\n    <\/p>\n<p>Der Epicooler und seine optischen Zwillingsbr\u00fcder Coolizi Coolzy sowie BrezyMaxx hingegen sind ganzj\u00e4hrig einsetzbar und k\u00f6nnen nicht nur k\u00fchlen, sondern auch heizen. Die Namen bergen einige Verwechslungsgefahren, was Absicht sein d\u00fcrfte. Denn auch echte Klimaanlagen wie der 7000-BTU-Monoblock \u201eBreezy Cool 2.0\u201c von Comfee hei\u00dfen so \u00e4hnlich wie die wenig n\u00fctzlichen China-P\u00fcster.<\/p>\n<p>Bei der Recherche nach den wahren Herstellern der Ger\u00e4te auf der Gro\u00dfhandelsplattform Alibaba f\u00e4llt auf, dass es sich bei Epicooler offenbar nicht um ein Klimager\u00e4t, sondern um einen <a href=\"https:\/\/www.alibaba.com\/search\/page?spm=a2700.product_home_fy25.home_login_first_screen_fy23_pc_search_bar.multiImage&amp;SearchScene=imageTextSearch&amp;imagePath=https%3A%2F%2Ficbu-picture.oss-us-west-1.aliyuncs.com%2Ficbuimgsearch%2FimageBase64_18193b9017bd46d68648b21465741d09.jpeg&amp;regions=%5B%2229%2C329%2C125%2C235%22%2C%2294%2C222%2C244%2C339%22%2C%22224%2C266%2C275%2C339%22%2C%2227%2C330%2C7%2C235%22%5D&amp;tab=all&amp;from=pcHomeContent\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Heizl\u00fcfter mit 1.800 Watt Leistung<\/a> handelt. Eines der Produktbilder von Alibaba findet sich in einem \u201eKundenbericht\u201c auf der Epicooler-Bestellseite wieder. Im \u201eK\u00fchlbetrieb\u201c schaltet Epicooler das PTC-Heizelement offenbar ab und wird zu einem Ventilator.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/0\/7\/7\/2\/4\/review-screenshots-bd166b7aff3fee25.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Review vs. Produktseite\" height=\"1245\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1498 \/ 1245; object-fit: cover;\" width=\"1498\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Verd\u00e4chtig \u00e4hnlich: Die Fotos der Alibaba-Produktseite (oben links) und der angeblichen Kundenrezension (unten rechts) sind identisch. Dieselbe Landeseite gibt es auch mit dem Markennamen \u201eEpicooler\u201c.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Montage: heise medien)\n    <\/p>\n<p>Der \u201eLuftk\u00fchler der n\u00e4chsten Generation zur Bek\u00e4mpfung von Hitzewellen\u201c namens AiraBreeze (\u201ekleiner als eine Brotdose\u201c, \u201e98,7 Prozent weniger Stromverbrauch\u201c) verf\u00fcgt \u00fcber einen Einf\u00fcllstutzen f\u00fcr Wasser, das dann mittels Kapillareffekt von einigen Lamellen aus Pappe oder Baumwolle aufgesogen wird und den Luftstrom des Mini-Ventilators durch Verdunstungsk\u00e4lte abk\u00fchlen soll. Das funktioniert in der Theorie, in der Praxis d\u00fcrfte sich der K\u00fchleffekt jedoch in Grenzen halten.<\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr alle als \u201erevolution\u00e4r\u201c beworbenen Apparate. Keines der beworbenen Ger\u00e4te l\u00e4sst vermuten, dass es nennenswerte K\u00fchlleistung erbringen kann. Nur der Luftzug der Ventilatoren (deren Leistung h\u00e4ufig wenige Watt betr\u00e4gt) erfrischt den Nutzer, K\u00fchlgeheimnisse der NASA sind nicht zu erwarten. Allenfalls in direkter N\u00e4he des Anwenders mag sich ein K\u00fchleffekt einstellen. Die Werbeversprechen in den Videos, gef\u00e4lschten Testberichten und auf den Produktseiten sind also teilweise schlicht ein Fantasieprodukt.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/0\/7\/7\/2\/4\/IMG_0010-8e9b8e6ebed3d8c0.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Falsche Werbeversprechen f\u00fcr Luftk\u00fchler\" height=\"1620\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 2160 \/ 1620; object-fit: cover;\" width=\"2160\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p class=\"a-caption__text\">\n<p>        Auch f\u00fcr Luftk\u00fchler aus China gelten die Gesetze der Physik. Werbeversprechen wie diese sind pure Fantasie.<\/p>\n<p>Kosten gerechtfertigt?<\/p>\n<p>Der \u201eTestbericht\u201c zu AiraBreeze wirft eine interessante These auf: \u201eTragbare Luftk\u00fchler sind oft \u00fcberteuert\u201c, t\u00f6nt die Werbeseite, das eigene Produkt sei nat\u00fcrlich eine r\u00fchmliche Ausnahme. Doch stimmt das? Wir haben den Verkaufspreis einiger Ger\u00e4te mit dem Gro\u00dfhandelspreis bei Alibaba verglichen. Die oft unver\u00e4nderten Produktbilder waren dabei au\u00dferordentlich behilflich \u2013 die Bequemlichkeit der Verk\u00e4ufer spielte uns in die Karten.<\/p>\n<p>Hinter AiraBreeze steckt offenbar ein batteriebetriebener Verdunstungsk\u00fchler mit 3 Watt Leistung und einem Gro\u00dfhandelspreis von etwas mehr als 5 Euro. Auf der Bestellseite von AiraBreeze kostet dasselbe Ger\u00e4t pl\u00f6tzlich das Vierzehnfache. Auch der Epicooler (Verkaufspreis 137,99 Euro, Gro\u00dfhandelspreis 12 Euro) und BreezaMax (87 Euro vs. 8 Euro) sind en detail etwa zehnmal so teuer wie bei Direktbestellung im chinesischen Gro\u00dfhandel.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/0\/7\/7\/2\/4\/Bildschirmfoto_2026-06-26_um_16.44.18-f46b1d8387624e32.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Luftk\u00fchler en Masse bei Alibaba\" height=\"1435\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1574 \/ 1435; object-fit: cover;\" width=\"1574\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Freie Auswahl: Eine Vielzahl chinesischer Hersteller bietet die Luftk\u00fchler zu Preisen ab 3 Euro an.<\/p>\n<p>Windige Testbestellung mit Einzugsverfahren<\/p>\n<p>Die Ger\u00e4te kosten also das Vielfache des Gro\u00dfhandelspreises, doch werden sie wenigstens kostenlos versandt? Eine Testbestellung per Paypal soll es zeigen. Direkt nach dem Login werden wir stutzig: Wieso sollen wir Zahlungen im Einzugsverfahren \u2013 also einem \u00fcber Paypal abgewickelten Abonnement \u2013 zustimmen? Und wo ist der Gesamtpreis? Einige Klicks sp\u00e4ter sind wir schlauer: Statt den ohnehin schon sportlichen 69,95 Euro schl\u00e4gt \u201eUAB Commerce Core\u201c aus Litauen noch 6,90 Euro f\u00fcr den Versand und eine Garantieerweiterung f\u00fcr 9,99 Euro auf den Kaufpreis auf. Insgesamt wechseln 86,84 Euro den Besitzer. Und \u00fcber nachgelagerte \u201eUpsell\u201c-Seiten m\u00f6chte uns der Verk\u00e4ufer noch K\u00fchlpads, -t\u00fccher und weiteres Sommerzubeh\u00f6r andrehen.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/0\/7\/7\/2\/4\/Bildschirmfoto_2026-06-26_um_16.09.40-f5bfc59f7fc27ea8.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Bestellbest\u00e4tigung Luftk\u00fchler\" height=\"447\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 641 \/ 447; object-fit: cover;\" width=\"641\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Testbestellung bei AiraBreeze: Nanu, wo kommt denn die erweiterte Garantie her? Und wieso wurden die Versandkosten zuvor nicht erw\u00e4hnt?<\/p>\n<p>Das Abo ist nat\u00fcrlich Nepp, also flugs gek\u00fcndigt, einen Fall bei Paypal er\u00f6ffnet \u2013 da erscheint ein Warnhinweis: Man m\u00f6ge vor einem Disput bei Paypal doch bitte das Unternehmen direkt kontaktieren \u2013 so k\u00e4me man schneller wieder an sein Geld. Gleichzeitig flattert eine Bestellbest\u00e4tigung ins Postfach: Unser AiraBreeze trudele in gf\u00fcnf bis neun Werktagen ein. Immerhin ist dies eine z\u00fcgige Erfrischung im Vergleich zu der beliebten, aber <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Hitzewelle-in-Deutschland-Wo-bekommt-man-noch-eine-Midea-Portasplit-11341308.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ausverkauften Split-Klimaanlage Midea Portasplit<\/a>. Und mal sehen, ob der Zoll ebenfalls die Hand aufhalten wird. Wir vermuten, dass das Testger\u00e4t direkt vom chinesischen Hersteller ausgeliefert wird.<\/p>\n<p>Werbeflut per Affiliate-Programm<\/p>\n<p>Bei der Recherche zu den tats\u00e4chlichen Verk\u00e4ufern der Ger\u00e4te sto\u00dfen wir stets auf dieselben drei Unternehmen: \u201eCommerce Core\u201c aus dem litauischen Vilnius, die ecom7 Ltd. und die Cola Technology International, beide in Hongkong ans\u00e4ssig. Die drei Unternehmen vertreiben die folgenden Produkte:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li>Commerce Core, UAB: Epicooler, AiraBreeze<\/li>\n<li>Cola Technology: Solyball Cooling Ace, Coolizi Coolzy, BreezyMax Pro<\/li>\n<li>ecom7 Ltd.: Breezamax<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle drei Unternehmen setzen haupts\u00e4chlich Produkte chinesischer Hersteller ab. Sie wickeln die Bestellungen ab, nehmen die Zahlungen entgegen und k\u00fcmmern sich laut eigenen Aussagen auch um den Kundendienst.<\/p>\n<p>Commerce Core wirbt auf seiner Webseite mit prominenten Partnern: Die Logos von Outbrain, Taboola, Hotjar, Facebook und Stripe tummeln sich in der \u00dcbersicht. Outbrain (mit denen auch heise Medien zusammenarbeitet) und Taboola sind Marketingunternehmen, die f\u00fcr die Platzierung der aggressiven Werbeanzeigen in ihrem weltweiten Netzwerk verantwortlich sind. Auch Facebook d\u00fcrfte mit der litauischen Agentur haupts\u00e4chlich als Werbepartner zusammenarbeiten, Stripe hingegen d\u00fcrfte f\u00fcr die Abwicklung von Kreditkartenzahlungen verantwortlich zeichnen.<\/p>\n<p>Commerce Core setzte im Jahr 2025 \u00fcber 120 Millionen Euro um, wie ein Blick in die Gesch\u00e4ftszahlen zeigt. Das ist gegen\u00fcber dem Vorjahr ein Plus von \u00fcber 50 Prozent, die Gesch\u00e4fte mit Billigl\u00fcftern laufen offenbar pr\u00e4chtig. Viel Gewinn macht das Unternehmen allerdings nicht, lediglich knapp 400.000 Euro im Jahr 2025. Das sind nur 0,3 Prozent des Umsatzes.<\/p>\n<p>Wo bleibt das Geld? Wir vermuteten, dass Commerce Core viel Geld f\u00fcr Werbung ausgibt, da diese so h\u00e4ufig auf verschiedenen Kan\u00e4len auftaucht. Doch als Werbetreibende sind sowohl bei Youtube als auch bei den Werbeanzeigen in den Google-Suchergebnissen stets andere Namen und Firmen angegeben (bei Outbrain &amp; Co. l\u00e4sst sich das nicht ganz so einfach ermitteln). Die nervige Werbung schalten vermutlich Mittelsm\u00e4nner.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/0\/7\/7\/2\/4\/Bildschirmfoto_2026-06-26_um_14.46.11-0e998ca0a60e68c1.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Affiliate Marketing f\u00fcr Coolzi\" height=\"545\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 719 \/ 545; object-fit: cover;\" width=\"719\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p class=\"a-caption__text\">\n<p>        Hohe Provisionen f\u00fcr Vermittler: Zwei Drittel des Kaufpreises vom Coolizi Coolzy gehen an den Affiliate-Partner.<\/p>\n<p>Offenbar funktioniert das Gesch\u00e4ftsmodell so, dass Commerce Core mit verschiedenen Partnern ein Affiliate-Programm betreibt und diesen pro Bestellung eines Epicooler eine Fangpr\u00e4mie von bis zu 90 US-Dollar auszahlt. Die tats\u00e4chlichen Werbetreibenden arbeiten also auf eigene Rechnung, buchen Video- und andere Werbepl\u00e4tze und leiten Besucher auf die Bestellseiten von Commerce Core, Cola Technology und ecom7 weiter.<\/p>\n<p>Fazit: Finger weg!<\/p>\n<p>Es zeigt sich: Die billigen China-K\u00fchler taugen zum Lehrst\u00fcck f\u00fcr Internet-Marketing. Zum Spottpreis beim Hersteller eingekauft und mit aggressiver KI-generierter Online-Werbung durch eine Armee von Vertriebspartnern in den Markt gedr\u00fcckt, finden die Ger\u00e4te allein durch den Werbedruck ihre Abnehmer.<\/p>\n<p>Doch sie taugen allenfalls f\u00fcr einen seichten Windhauch, die vollmundigen Werbeversprechen sind extrem \u00fcbertrieben und teilweise schlicht gelogen. Wer bei der aktuellen Hitze Linderung ben\u00f6tigt, sollte zu einem Ventilator aus dem Baumarkt greifen und sich nicht von Epicooler und Co. \u00fcbert\u00f6lpeln lassen.<\/p>\n<p>Hinweis in eigener Sache: Die Werbung f\u00fcr die hier beschriebenen K\u00fchler taucht auch auf heise online h\u00e4ufig auf \u2013 wom\u00f6glich direkt unter diesem Artikel. Wir haben darauf nur bedingt Einfluss, sind uns des Problems aber bewusst.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/mailto:cku@heise.de\" title=\"Dr. Christopher Kunz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">cku<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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