{"id":112610,"date":"2025-05-15T13:29:10","date_gmt":"2025-05-15T13:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/112610\/"},"modified":"2025-05-15T13:29:10","modified_gmt":"2025-05-15T13:29:10","slug":"dresden-zeigt-prima-facie-theaterstueck-ueber-sexualisierte-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/112610\/","title":{"rendered":"Dresden zeigt &#8222;Prima Facie&#8220;: Theaterst\u00fcck \u00fcber sexualisierte Gewalt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nDer Titel des <a name=\"neuen\">neuen<\/a> Theaterst\u00fccks am Schauspiel Dresden, &#8222;Prima Facie&#8220;, ist ein juristischer Begriff und bedeutet &#8222;dem ersten Anschein nach&#8220; oder so viel wie &#8222;bis auf Widerruf&#8220;, weil Beweise fehlen. Bei Sexualdelikten spielt das eine Rolle, wenn es um die Frage geht, ob der Sex einvernehmlich war oder nicht. Dann steht oft Aussage gegen Aussage. <\/p>\n<p>Die australische Autorin Suzie Miller hat in ihrem Theaterst\u00fcck solch einen Gerichtsprozess zum Thema gemacht und einen &#8222;<a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/alltag\/familie\/sexismus-sexuelle-gewalt-metoo-frauenbewegung-100.html\" title=\"Sexismus und sexuelle Gewalt in der DDR\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">MeeToo<\/a>&#8222;-Monolog f\u00fcr die B\u00fchne geschrieben, in dem sich die Debatten um sexuelle Selbstbestimmung und den Grundsatz &#8222;<a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/nord-thueringen\/nordhausen\/prozess-vergewaltigung-straftat-100.html\" title=\"Nach Freispruch wegen fehlendem &quot;Nein&quot;: Vergewaltigungsprozess wird neu verhandelt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nein hei\u00dft nein<\/a>&#8220; abbilden.\n<\/p>\n<p>Anw\u00e4ltin verteidigt Sexualstraft\u00e4ter und wird selbst zur <a name=\"Betroffenen\">Betroffenen<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nSeit der Urauff\u00fchrung 2019 ist das St\u00fcck &#8222;Prima Facie&#8220; ein Theaterhit, auch auf deutschen B\u00fchnen. Miller, die selbst Strafverteidigerin war, erz\u00e4hlt darin die Geschichte von Tessa, der jungen Star-Anw\u00e4ltin, die bevorzugt mutma\u00dfliche Sexualstraft\u00e4ter verteidigt \u2013 bis zu dem Tage, an dem sie selbst von einem Kollegen vergewaltigt wird und sich pl\u00f6tzlich auf der anderen Seite, im Zeugenstand, wiederfindet.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Dresdner Schauspielerin Henriette H\u00f6lzel sagt \u00fcber ihre Rolle im Gespr\u00e4ch mit MDR KULTUR: &#8222;Ich habe das Gef\u00fchl, ich habe eine andere Verantwortung.&#8220; Als Tessa spreche sie f\u00fcr viel mehr Frauen und Menschen als in anderen Figuren.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ich habe das Gef\u00fchl, ich spreche f\u00fcr sehr viel mehr Frauen, Menschen, als vielleicht in anderen Figuren.<\/p>\n<p>Henriette H\u00f6lzel, Schauspielerin<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nEs sei immer schwer, sich an solche Themen heranzuwagen, weil man nicht wisse: &#8222;Wie ist es richtig, wann geht man \u00fcber eine Grenze oder bleibt man unter einer Grenze, wo muss es viel extremer sein, viel deutlicher, viel mehr &#8218;in your face&#8216; und nicht so nett, und das versucht man so herauszufinden.&#8220;\n<\/p>\n<p>Aufw\u00fchlend inszeniert: Tortur von <a name=\"Frauen\">Frauen<\/a> nach einer Vergewaltigung<\/p>\n<p class=\"text\">\nWie ergeht es einer Frau, die vergewaltigt wurde, monate-, ja jahrelang darauf wartet, dass der Prozess beginnt und dann \u2013 traumatisiert \u2013 als Ankl\u00e4gerin erleben muss, wie Aussage gegen Aussage steht und ihre Glaubw\u00fcrdigkeit permanent in Frage gestellt wird? So eindringlich und aufw\u00fchlend wie m\u00f6glich wollen Henriette H\u00f6lzel, Regisseurin Monique Hamelmann und Dramaturgin Lea Aupperle das immer wieder aufs Neue Durchleben-M\u00fcssen dieser Verletzung auf die B\u00fchne bringen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Ich habe mich das ganze Jahr auf dieses Projekt gefreut, weil das wirklich ein Projekt ist, was extrem wichtig ist, in einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/dresden-radebeul\/staatschauspiel-dresden-spielzeit-klement-kultur-news-100.html\" title=\"Pl\u00e4ne f\u00fcr Dresdens Theater: Rainald Grebe ehrt Tanzikone Palucca und 19 St\u00fccke mehr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spielplan<\/a>, an einem Haus, dass man Menschen hat, die hinter so einem Projekt stehen, die sagen: Das muss raus, das m\u00fcssen Leute h\u00f6ren, diese Erfahrung m\u00fcssen Leute mitkriegen, es darf nicht besch\u00f6nigt werden&#8220;, findet Henriette H\u00f6lzel. <\/p>\n<p>Tessa halte am Ende ein Pl\u00e4doyer \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/halle\/halle\/nt-sexismus-vorwurf-theater-kultur-news-100.html\" title=\"Halle: Sexismus-Vorw\u00fcrfe am Neuen Theater\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sexismus<\/a>, T\u00e4ter-Opfer-Umkehr und <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/land-leute\/albanien-frauen-emanzipation-militaerfahrzeug-truppentransporter-shota-frauenmuseum-tirana-100.html\" title=\"Albanien: Mit dem Panzer gegen das Patriarchat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Patriarchat<\/a>. &#8222;Und ich glaube schon, dass das Theater dann ein Raum sein k\u00f6nnte, jemanden dazu zu bringen, danach zu sagen: &#8218;Krass, das war mir nicht klar&#8216; \u2013 und ins Gespr\u00e4ch zu kommen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBesonders ist &#8222;Prima Facie&#8220; f\u00fcr Henriette H\u00f6lzel aber auch deshalb, weil die Schauspielerin gut anderthalb Stunden allein die B\u00fchne bespielen wird. Nicht immer nur als Tessa, sondern sie schl\u00fcpft stellenweise auch in deren Gegen\u00fcber. Die Schauspielerin findet diese Herausforderung nach jahrelanger Berufserfahrung wichtig. &#8222;Es ist auch \u00fcberfordernd und eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr mich, um auch aus meiner Komfortzone herauszukommen.&#8220;\n<\/p>\n<p>Schauspielerin Henriette H\u00f6lzel in Dresden beliebt<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuf der B\u00fchne in Dresden feiert sie immer wieder Erfolge und erntet f\u00fcr ihre Rollen oft Szenenapplaus und Standing Ovations. Henriette H\u00f6lzel, Jahrgang 1993, hat das Dresdner Publikum, man m\u00f6chte fast sagen, im Sturm erobert. Seit 2019 geh\u00f6rt sie zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden. Doch auch schon zuvor hat sie hier auf der B\u00fchne gestanden, unter anderem als Kriemhild in den &#8222;Nibelungen&#8220;, der ersten Inszenierung der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/dresden-radebeul\/theater-premiere-droge-faust-buergerbuehne-kultur-news-100.html\" title=\"B\u00fcrgerb\u00fchne Dresden: Goethes &quot;Faust&quot; als Theater \u00fcber Drogen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dresdner B\u00fcrgerb\u00fchne<\/a> 2009. Ob sie, die in Radebeul nahe Dresden aufgewachsen ist, dar\u00fcber nachdenkt, an ein anderes Haus zu wechseln? Anfragen gebe es gelegentlich, erz\u00e4hlt sie.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBis zur Ende der Intendanz von <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/dresden-radebeul\/audio-staatsschauspiel-neue-spielzeit-joachim-klement100.html\" title=\"Intandant des Staatsschauspiel Dresdens \u00fcber neue Spielzeit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Joachim Klement<\/a> 2027 will sie noch bleiben und dann schauen. Sie w\u00fcrde gern mehr Filme drehen. Vielleicht sei sie da auch manchmal naiv, sagt H\u00f6lzel und denkt, wenn sie nochmal woanders hingehe, dass wird dann schon: &#8222;Aber nat\u00fcrlich ist es gef\u00fchlt ein Wahnsinn, wieder von vorne anzufangen.&#8220; Aber auch jedes neue St\u00fcck, jede neue Rolle, ist irgendwie ein Neuanfang: Das Solo f\u00fcr Henriette H\u00f6lzel in &#8222;Prima Facie&#8220; ganz bestimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Titel des neuen Theaterst\u00fccks am Schauspiel Dresden, &#8222;Prima Facie&#8220;, ist ein juristischer Begriff und bedeutet &#8222;dem ersten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":112611,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[5503,3502,96,3364,29,2386,2690,30,43862,43863,80,66,81,43861,1920,1269,859,6903,822,43860,23084,94,1921],"class_list":{"0":"post-112610","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-metoo","9":"tag-belaestigung","10":"tag-buehne","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-dresden","14":"tag-gericht","15":"tag-germany","16":"tag-henriette","17":"tag-hoelzel","18":"tag-kultur","19":"tag-kulturnachrichten","20":"tag-mdr","21":"tag-me-too","22":"tag-missbrauch","23":"tag-prozess","24":"tag-sachsen","25":"tag-schauspiel","26":"tag-sex","27":"tag-sexuelle","28":"tag-stueck","29":"tag-theater","30":"tag-vergewaltigung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114512092480720563","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112610\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/112611"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=112610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}