{"id":1127266,"date":"2026-06-28T04:25:17","date_gmt":"2026-06-28T04:25:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1127266\/"},"modified":"2026-06-28T04:25:17","modified_gmt":"2026-06-28T04:25:17","slug":"juechen-tierheim-wechsel-fundtiere-sollen-nach-bettikum-gebracht-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1127266\/","title":{"rendered":"J\u00fcchen: Tierheim-Wechsel Fundtiere sollen nach Bettikum gebracht werden"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kinderbuchfigur <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/pippi-langstrumpf\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pippi Langstrumpf<\/a> d\u00fcrfte mit Pferd und Affen im Gep\u00e4ck allgemein als tierlieb gelten. Aber ihr lustiges Liedchen \u201eIch mach&#8216; mir die Welt \/ widdewidde wie sie mir gef\u00e4llt\u201c bringt Benjamin Pasternak, Vorstand des Tierheims Oekoven, derzeit auf die Palme. Er summt es vor sich hin, um seinem Groll gegen die Stadt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/juechen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">J\u00fcchen<\/a> eine komische Note zu geben. Aber eigentlich ist er stinksauer: \u201eDie Stadt J\u00fcchen rechnet sich alles gerade sehr sch\u00f6n.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gut anderthalb Jahre schwelt der Streit um die Finanzierung des Tierheims, nachdem es den angeschlossenen Kommunen \u2013 neben J\u00fcchen auch <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/rommerskirchen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rommerskirchen<\/a>, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/grevenbroich\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Grevenbroich<\/a>, Kaarst, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/meerbusch\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Meerbusch<\/a> und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/korschenbroich\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Korschenbroich<\/a> \u2013 mitgeteilt hatte, dass das Heim seine Kosten decken will. Dazu geh\u00f6ren neben Unterbringung und Personal auch Futter- und Tierarztkosten bei Fundtieren \u2013 f\u00fcr diese haben die Kommunen eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Pro Einwohner veranschlagte Pasternak drei Euro pro Jahr. Die Preise f\u00fcr Futter und Tierarztbesuche, aber auch die Personalkosten stiegen kr\u00e4ftig. Zahlte J\u00fcchen 2019 noch rund 14.000 Euro, waren es 74.119  Euro im Jahr 2025. \u00dcber eine halbe Million Euro bekommt das Team aus Spenden, Mitgliedsbeitr\u00e4gen und Schenkungen, um die j\u00e4hrlichen Kosten zu stemmen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Stadt J\u00fcchen wechselte Mitte des Monats nun zum <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/tierheim\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tierheim<\/a> Bettikum in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/neuss\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neuss<\/a>, das fortan Anlaufstelle f\u00fcr B\u00fcrger ist, die ein Fundtier abgeben wollen. Der dortige Tierschutzverein Katzenhilfe l\u00e4dt f\u00fcr den 12. Juli zum Tag der offenen T\u00fcr, den die Stadt J\u00fcchen schon mit Kinderschminken und Tombola bewirbt. F\u00fcr Pasternak ist aber noch ungekl\u00e4rt, ob die K\u00fcndigung \u00fcberhaupt rechtens ist. \u201eDer Vertrag mit uns wurde vor mehr als 50 Jahren mit dem Kreis abgeschlossen\u201c, sagt er. Vor der kommunalen Neugliederung also. Und weil die Konditionen ebenso alt waren, wollte er Dinge wie Futter- oder Tierarztkosten auf eine neue Basis stellen. \u201eWir sind Dienstleister und decken mit Tierheim und Gnadenhof auch ganz viele andere soziale Aufgaben f\u00fcr die Stadt ab, darunter Jugendarbeit, Hundetraining oder Ferienfreizeiten.\u201c F\u00fcr 18 Besch\u00e4ftigte, darunter die neue Auszubildende Leonie Schmelter, sei der Wechsel nach Bettikum eine Ohrfeige.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDie Stadt J\u00fcchen hat verschiedene M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die k\u00fcnftige Unterbringung von Fundtieren gepr\u00fcft\u201c, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. \u201eHintergrund waren die seit l\u00e4ngerer Zeit laufenden Verhandlungen \u00fcber die zuk\u00fcnftige Vertragsgestaltung und Kostenstruktur.\u201c Dabei habe es unterschiedliche Auffassungen \u00fcber die k\u00fcnftige Ausgestaltung und Finanzierung einzelner Leistungen gegeben. \u201eAus diesem Grund wurden alternative Angebote eingeholt und die genannten Aspekte bei der Angebotspr\u00fcfung ber\u00fccksichtigt. Die Verhandlungen mit dem Tierheim Bettikum konnten erfolgreich abgeschlossen werden, sodass ein neuer Fundtiervertrag geschlossen wurde\u201c, so die Stadt. Der Kreis sei fr\u00fchzeitig informiert worden. \u201eUnd hat keine Bedenken ge\u00e4u\u00dfert.\u201c Auch die \u00fcbrigen Kommunen seinen informiert worden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der neue Vertrag sei wirtschaftlicher als das zuletzt vorliegende Angebot des Tierheims Oekoven. Benjamin Pasternak r\u00e4umt ein, dass er das Raunen schon vernommen habe, als er die Kommunen \u00fcber die Einbeziehung von Tierarzt- und Futterkosten informiert habe. \u201eIch sehe, dass die Krawatte bei den Kommunen mittlerweile sehr eng ist\u201c, sagt der Tiersch\u00fctzer auch mit Blick auf die j\u00fcngst von K\u00e4mmerin Annette Gratz verh\u00e4ngte Haushaltssperre.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAber die K\u00fcndigung war jetzt ein ganz roter Knopf\u201c, sagt Pasternak. Gespr\u00e4che \u00fcber kommunale Pflichtaufgaben sollten nach seiner Auffassung nicht so abrupt und intransparent abgebrochen werden. Die Stadt wiederum beteuert, dass der neue Fundtiervertrag mit dem 17 Kilometer entfernten Bettikum die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Fundtieren aus dem J\u00fcchener Stadtgebiet regele. \u201eDie Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorgaben sowie die tiermedizinische Versorgung liegen in der Verantwortung des Tierheims und werden gew\u00e4hrleistet.\u201c Die Stadt sei verpflichtet, die Wirtschaftlichkeit ihres Handelns zu ber\u00fccksichtigen und \u00f6ffentliche Mittel verantwortungsvoll einzusetzen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Pasternak bleibt skeptisch: J\u00fcchen habe ein spezielles Problem mit wachsenden Populationen von Stra\u00dfen- und Streunerkatzen. Auch hier knirschte es zuletzt zwischen dem Tierheim und der Stadt \u2013 aber auch mit dem Kreisveterin\u00e4ramt. So hatte das J\u00fcchener Ordnungsamt in einer Verwaltungsvorlage erkl\u00e4rt, dass das Kreisveterin\u00e4ramt r\u00fcckwirkend 19.700 Euro f\u00fcr die Versorgung von Streunerkatzen \u00fcbernommen habe. Das sieht Benjamin Josephs, Sprecher des Rhein-Kreises Neuss, anders: \u201eDas waren Haushaltsmittel zur Unterst\u00fctzung von Ma\u00dfnahmen an Katzenhotspots.\u201c Die Verwaltung sagt jetzt: \u201eDie Stadt hatte darauf hingewiesen, dass die Kosten eines Streunerkatzen-Hotspots zun\u00e4chst in die Abrechnung der Stadt einflie\u00dfen sollten, obwohl diese Ma\u00dfnahmen dem Aufgabenbereich des Veterin\u00e4ramtes zuzuordnen waren. Dies wurde anschlie\u00dfend ber\u00fccksichtigt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Stra\u00dfen- und Streunerkatzen hat J\u00fcchen laut Pasternak in zunehmender Zahl, richtig viele gebe es am <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kraftwerk-neurath\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kraftwerk Neurath<\/a>. Sie tauchten aber auch in Wohngebieten oder Schreberg\u00e4rten auf. \u201eDas hat mittlerweile eine Gr\u00f6\u00dfenordnung angenommen, die eine Gefahr f\u00fcr die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung darstellt\u201c, sagt er. Viele Nachkommen der verwilderten Hauskatzen seien krank. Um die Hinterlassenschaften in Sandk\u00e4sten zum Beispiel auf Spielpl\u00e4tzen zu beseitigen, m\u00fcsste der Bauhof ausr\u00fccken. Das m\u00fcsse dieser auch, wenn nachts ein B\u00fcrger ein Fundtier hat, das abgeholt werden soll.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr Oekoven hatten die Mitarbeiter des Bauhofs einen Schl\u00fcssel. Beim Vertrag mit Bettikum sieht die Verwaltung J\u00fcchen kein Problem. \u201eAuch k\u00fcnftig besteht die M\u00f6glichkeit, Fundtiere au\u00dferhalb der regul\u00e4ren Gesch\u00e4ftszeiten direkt im Tierheim unterzubringen. W\u00e4hrend der \u00d6ffnungszeiten werden Fundtiere durch das Tierheim abgeholt.\u201c F\u00fcr Pasternak steht indes fest: \u201eDie Leidtragenden in J\u00fcchen sind die Tiere.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf d\u00fcrfte mit Pferd und Affen im Gep\u00e4ck allgemein als tierlieb gelten. 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