{"id":1127393,"date":"2026-06-28T05:52:17","date_gmt":"2026-06-28T05:52:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1127393\/"},"modified":"2026-06-28T05:52:17","modified_gmt":"2026-06-28T05:52:17","slug":"friedenspreistraeger-kermani-im-iran-herrscht-fassungslosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1127393\/","title":{"rendered":"Friedenspreistr\u00e4ger Kermani: Im Iran herrscht Fassungslosigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Der Iran und die USA haben vor gut einer Woche ein <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/usa-und-iran-einigen-sich-auf-friedensabkommen,VMaGaAv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rahmenabkommen geschlossen<\/a>, einen Fahrplan f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Monate, um in dieser Zeit zu einem Abkommen nach dem Ende Februar begonnenen Krieg zu kommen. Das alte Regime ist im Iran weiter an der Macht, verhandelt jetzt sogar aus einer starken Position heraus mit den USA und geht parallel mit gro\u00dfer Brutalit\u00e4t gegen die eigene Bev\u00f6lkerung vor. Die Zahl der Hinrichtungen steigt, Regimekritiker werden verfolgt, gefoltert und ermordet.<\/p>\n<p>Trump und die Mullahs in einem Boot<\/p>\n<p>Fassungslosigkeit sei angesichts dieser Lage das vorherrschende Gef\u00fchl bei vielen der Menschen im Iran, die dem Regime kritisch gegen\u00fcberstehen und zu denen er Kontakt habe. So beschreibt es der Schriftsteller Navid Kermani im Gespr\u00e4ch mit dem Bayerischen Rundfunk. Navid Kermani, dessen Eltern aus dem Iran stammen, erz\u00e4hlt, dass es viele Iranerinnen und Iraner gar nicht glauben k\u00f6nnten, wie die Dinge jetzt gelaufen seien. Es gebe zahlreiche Witze, die kursierten, und Karikaturen, die Trump und das Regime in einem Boot zeigten.  <\/p>\n<p>Als er das erz\u00e4hlt, lacht Kermani kurz sarkastisch auf und unterstreicht damit, dass auch er es nicht richtig fassen kann, dass das alte Regime in Teheran nun wohl fester im Sattel sitzt als vor dem Krieg. Das schreibt er dem Verlauf des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran zu. Die USA h\u00e4tten zum zweiten Mal unfreiwillig das Regime in Teheran gerettet. Das erste Mal sei 2003 gewesen, als die USA Krieg gegen den Irak f\u00fchrten und so m\u00f6glich machten, dass der Iran seine Vormacht im Nahen Osten ausbauen konnte. <\/p>\n<p>Krieg habe das Regime zum zweiten Mal gerettet<\/p>\n<p>Der jetzige Krieg Israels und der USA gegen den Iran habe das Regime ein zweites Mal gerettet. Auch, weil US-Pr\u00e4sident Trump sein Versprechen gegen\u00fcber den Regimekritikern nicht eingehalten habe. &#8222;Help is on the way&#8220;, hatte Trump den Demonstranten auf den Stra\u00dfen der iranischen St\u00e4dte versprochen und sie per Social Media sogar aufgefordert, ihre Proteste fortzusetzen. Das Regime reagierte <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/iran-so-brutal-geht-das-regime-gegen-die-eigene-bevoelkerung-vor,V8TeQst\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit \u00e4u\u00dferster Brutalit\u00e4t<\/a>. Zehntausende bezahlten den Widerstand gegen die Mullahs mit dem Leben. Denn Hilfe kam nur aus der Luft. Zwar wurde unter anderem der Oberste F\u00fchrer Ajatollah Chamenei get\u00f6tet, doch sein Sohn ist inzwischen an dessen Stelle ger\u00fcckt, die Hardliner haben sich behauptet. <\/p>\n<p>F\u00fcr Kermani sei es absehbar gewesen, dass dieser Krieg ein &#8222;Fiasko&#8220; werde. Ein Krieg, gegen den er sich von Anfang an gestellt hat. Anders als viele Iranerinnen und Iraner, die durch die Bombardierungen auf ein Ende des Regimes gehofft hatten und heute vor allem kritisieren, dass er nicht zu Ende gef\u00fchrt worden sei. <\/p>\n<p>Unr\u00fchmliche Rolle Europas<\/p>\n<p>Der Friedenspreistr\u00e4ger des Deutschen Buchhandels 2015 fragt sich heute, warum von keinem der Politiker, die den Krieg anfangs bef\u00fcrworteten und unterst\u00fctzten, nun nicht wenigstens ein Wort des Bedauerns komme und das Eingest\u00e4ndnis, dass die Strategie falsch gewesen sei. Auch Europa spiele dabei eine unr\u00fchmliche Rolle, weil es sein wirtschaftliches Gewicht und sein Ansehen nicht einbringe. Es fehle der EU, so Kermani, an einer konsistenten Au\u00dfenpolitik.  <\/p>\n<p>&#8222;Verzweifelte Hoffnung&#8220; auf friedliche Entwicklung<\/p>\n<p>Trotz der Bitterkeit seiner Analyse will der Schriftsteller die Hoffnung nicht aufgeben. Er sei sich bei aller gerade herrschenden Resignation im Iran sicher, dass die Menschen dort auch k\u00fcnftig ihre Unzufriedenheit zeigen werden. Moderate, regimenahe Iraner, mit denen er in Kontakt stehe, beteuerten ihm gegen\u00fcber, das Regime k\u00f6nne nicht weiter mit so viel Gewalt wie bisher agieren. Navid Kermani r\u00e4umt ein, es sei eine &#8222;verzweifelte Hoffnung&#8220;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Iran und die USA haben vor gut einer Woche ein Rahmenabkommen geschlossen, einen Fahrplan f\u00fcr die n\u00e4chsten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1127394,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[13,345,14,45305,132889,15,12,9976,10,8,9,11,103,104],"class_list":["post-1127393","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-headlines","tag-iran","tag-nachrichten","tag-nahostkrieg","tag-navid-kermani","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-teheran","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-welt","tag-world"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116826180549081689","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1127393","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1127393"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1127393\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1127394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1127393"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1127393"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1127393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}