{"id":1128185,"date":"2026-06-28T14:00:22","date_gmt":"2026-06-28T14:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1128185\/"},"modified":"2026-06-28T14:00:22","modified_gmt":"2026-06-28T14:00:22","slug":"lintorfer-schueler-praesentieren-einen-klassiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1128185\/","title":{"rendered":"Lintorfer Sch\u00fcler pr\u00e4sentieren einen Klassiker"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Die B\u00fchne in der Aula des Lintorfer Kopernikus Gymnasiums verwandelte sich in eine \u201eSchaub\u00fchne als moralische Anstalt\u201c, wie es schon Friedrich Schiller 1785 in einer Rede f\u00fcr das Theater forderte. \u201eWir sind sehr stolz darauf, eine sehr anspruchsvolle Produktion zu pr\u00e4sentieren. \u00dcber ein Jahr Arbeit, unz\u00e4hlige Proben, stundenlanges Textlernen, eine Fahrt der Arbeitsgemeinschaft und Ausfl\u00fcge in einen gro\u00dfen Kost\u00fcmverleih f\u00fchren uns zum heutigen Abend. Wir waren mutig und haben uns an einen echten Klassiker getraut\u201c, sagte Regisseur Christoph Jensen, der am Lintorfer Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtet, nach der ersten Vorstellung.<\/p>\n<p>Der scheinheilige Fr\u00f6mmler Tartuffe      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zahlreiche Eltern, Gro\u00dfeltern, Lehrer. Ehemalige und Freunde der jungen Schauspieler verfolgten trotz des extrem hei\u00dfen Wetters, wie auf der B\u00fchne der scheinheilige Fr\u00f6mmler Tartuffe die religi\u00f6se Gutgl\u00e4ubigkeit des wohlhabenden Familienvaters Orgon ausnutzt und sich in die Familie einschleicht, um an das Verm\u00f6gen und die Hand der Tochter zu gelangen. Die ganze Familie sieht, dass Tartuffe ihn nur ausnehmen will, nur Orgon selber sieht es nicht. Allein seine Mutter steht noch an seiner Seite. Selbst die Ratschl\u00e4ge des Schwagers und die Einw\u00e4nde der Zofe werden in den Wind geschlagen. Doch egal wie erdr\u00fcckend die Argumente und Beweise sind, Orgon will glauben, was er glauben will, n\u00e4mlich dass sein Gast ein Held ist. Daf\u00fcr wirft er sogar seinen Sohn aus dem Haus und m\u00f6chte, dass seine Tochter Tartuffe heiratet. Doch der Schwindel fliegt auf, leider zu sp\u00e4t. Orgon hat sein gesamtes Hab und Gut bereits an den Hochstapler verschenkt, und der Gerichtsvollzieher fordert die sofortige R\u00e4umung des Hauses. Zum Gl\u00fcck wurde Tartuffe schlussendlich vom K\u00f6nig als Betr\u00fcger entlarvt und vom Richter verhaftet. Orgon bekommt sein Verm\u00f6gen zur\u00fcck und seine Tochter darf ihren eigentlichen Geliebten heiraten.<\/p>\n<p>Zwei kurzweilige Vorstellungen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Rund zwei Stunden dauerte die Inszenierung, die von einer kurzen Pause, \u201eHydration-Break\u201c, wie Jensen scherzhaft sagte, unterbrochen wurde. In der Pausenhalle der Schule gab es k\u00fchle Getr\u00e4nke, Eis und Laugengeb\u00e4ck und viele angeregte Gespr\u00e4che zwischen den Zuschauern, die allesamt die Darbietung lobten, auch wenn nicht immer alles perfekt lief. Aber es ist ja schlie\u00dflich eine Sch\u00fclertruppe, die viel Zeit und M\u00fche investierte, um zwei sehr kurzweilige Vorstellungen auf hohem Niveau geboten hatte und sich in dieser neuen Zusammensetzung auch erst mal wieder finden musste.<\/p>\n<p>Neuer Kooperationspartner der Schule      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neben den stolzen Eltern und Gro\u00dfeltern, interessierten Lehrern und Freunden, war an beiden Tagen in der Pause auch der neue Kooperationspartner der Schule, der Lintorfer Heimatverein, mit einem kleinen Stand vertreten, an dem die Besucher unter anderem Fragen aus dem Lintorf-Quiz beantworten oder in der noch aktuellen Quecke st\u00f6bern konnten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach der kurzen Pause ging es dann mit der seinerzeit von Moli\u00e8re als F\u00fcnfakter in Versform geschrieben Kom\u00f6die weiter. Sie wurde vor rund 360 Jahren in einer ersten Version unter dem Titel Der Tartuffe oder Der Heuchler (Le Tartuffe ou L\u2019Hypocrite) im Beisein des Sonnenk\u00f6nigs Ludwig XIV. im Schloss Versailles uraufgef\u00fchrt. Sie l\u00f6ste aufgrund ihrer drastischen und f\u00fcr die damalige Zeit revolution\u00e4ren Kritik an religi\u00f6sem Heuchlertum einen Theaterskandal aus, der zum Verbot des St\u00fccks f\u00fchrte. Auch eine zweite Version wurde nicht geduldet. Erst eine erneute \u00dcberarbeitung erhielt damals schlie\u00dflich die Unterst\u00fctzung des K\u00f6nigs und hat sich bis heute gehalten, samt der noch immer vorherrschenden Brisanz des Themas. Wie hei\u00dft es dazu im Programm Flyer? \u201eDie moderne politische Interpretation d\u00fcrfte nicht allzu schwerfallen\u2026 Im Zweifel helfen die Inszenierung und der Schlussmonolog des Richters gerne nach!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die B\u00fchne in der Aula des Lintorfer Kopernikus Gymnasiums verwandelte sich in eine \u201eSchaub\u00fchne als moralische Anstalt\u201c, wie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1128186,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1838],"tags":[3364,29,3715,1459,237740,30,60833,237742,19113,59066,1209,237739,25279,229169,237741,237738,12468],"class_list":["post-1128185","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-duisburg","tag-de","tag-deutschland","tag-duisburg","tag-eltern","tag-froemmler","tag-germany","tag-grosseltern","tag-jensen","tag-lintorf","tag-lintorfer","tag-nordrhein-westfalen","tag-orgon","tag-pause","tag-pausenhalle","tag-scheinheilige","tag-tartuffe","tag-tochter"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116828099629836590","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1128185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1128185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1128185\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1128186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1128185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1128185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1128185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}