{"id":1131826,"date":"2026-06-30T03:45:24","date_gmt":"2026-06-30T03:45:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1131826\/"},"modified":"2026-06-30T03:45:24","modified_gmt":"2026-06-30T03:45:24","slug":"skatestadt-leipzig-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1131826\/","title":{"rendered":"Skatestadt Leipzig \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig soll eine Skatestadt werden. \u00dcberall in der Stadt werden deshalb neue Skateanlagen gebaut. Einer der neuen Skatepl\u00e4tze soll auf dem neu zu gestaltenden Wilhelm-Leuschner-Platz entstehen. 325 Quadratmeter sind daf\u00fcr vorgesehen. Doch die Stadtverwaltung hat sich nicht nur vorgenommen, neue Anlagen zu bauen und alte regelm\u00e4\u00dfig zu warten, sondern m\u00f6chte die neuen Skatepl\u00e4tze unter Beteiligung der lokalen Szene planen. Zu Besuch bei einem Workshop, bei dem genau das gemacht wird.<\/p>\n<p>Im Stadtb\u00fcro am Burgplatz treffen sich an einem fr\u00fchen Donnerstagabend Skatebegeisterte jungen und mittleren Alters. Um 17.30 Uhr sind ungef\u00e4hr 15 Leute in dem gro\u00dfen, hellen Raum mit Blick auf die Stra\u00dfe um einen gro\u00dfen Tisch versammelt. Einer der Workshopleiter freut sich \u00fcber die vielen Menschen, die gekommen sind. Ein Teilnehmer ist anderes gewohnt: \u00bbIch w\u00fcrde sagen es sind nicht so viele\u00ab, entgegnet er. Zu Zufriedenheit aller kommen w\u00e4chst die Gruppe nach und nach auf rund 30 Personen. Am Ende passen nicht mehr alle um den Tisch und m\u00fcssen auf St\u00fchlen im Raum verteilt sitzen. Die Neuen werden herzlich begr\u00fc\u00dft. Viele der Teilnehmenden kennen sich schon aus der Szene oder vom letzten Beteiligungsverfahren, bei dem der gro\u00dfe Skateplatz am Heizhaus in Gr\u00fcnau entworfen wurde.<\/p>\n<p>Es folgt eine kurze Einf\u00fchrung in das Begr\u00fcnungskonzept des Wilhelm-Leuschner-Platzes. Der Skatepark soll direkt vor dem s\u00fcdlichen S-Bahnausgang entstehen. Anschlie\u00dfend bekommen die Teilnehmenden ein Papier mit der vorgesehenen Form des Parks, ein paar Stifte und die Anweisung, ihre Traumskateanlage aufzumalen. In Gruppen beginnen sie, den Plan mit K\u00e4sten, Linien und Kurven zu f\u00fcllen. Die meisten kennen sich aus und haben konkrete Vorstellungen, welche Skateelemente in Leipzig noch fehlen und wie eine gute Anlage auszusehen hat. Doch das die Vorstellung deutlich auseinandergehen, wird bei der anschlie\u00dfenden Pr\u00e4sentation deutlich.<\/p>\n<p>Die Kinder, unterst\u00fctzt von ihren Eltern, pl\u00e4dieren f\u00fcr einen Anf\u00e4nger- und Anf\u00e4ngerinnenfreundlichen Park mit kleinen Elementen. Dieser Wunsch steht im krassen Gegensatz zu Vorschl\u00e4gen mit Namen wie \u00bbFette Rampe\u00ab oder \u00bbHalfpipehausen\u00ab, der Leipzig durch die erste Halfpipe in entsprechender Gr\u00f6\u00dfe olympiafitt machen m\u00f6chte. Beim \u00bbPlateau\u00ab k\u00f6nnen sowohl regular als auch f\u00fcr goofy Fahrer und Fahrerinnen ihr K\u00f6nnen unter Beweis stellen \u2013 also egal, ob sie den linken oder den rechten Fu\u00df auf dem Brett vorne haben. Au\u00dferdem soll er auch f\u00fcr Rollerskates befahrbar sein. Ansonsten kommen diese Sportger\u00e4te wie auch Roller und Mountainbikes nicht sehr gut weg beim skatebegeisterten Publikum. Deren Sportlerinnen und Sportler w\u00fcrden auf den Anlagen oft st\u00f6ren.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/photo_2026-06-29_14-25-33_800.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1067\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>So k\u00f6nnte der Skatepark <\/p>\n<p>aussehen <\/p>\n<p>(Foto: Hans Paul Koch)<\/p>\n<p>Zuletzt pr\u00e4sentiert eine Gruppe nicht einen Plan f\u00fcr den Skateplatz, sondern ein Gespr\u00e4chsangebot: Die drei Vortragenden betreiben Parkour, einen Sport, der wie das Skaten von der Stra\u00dfe kommt, aber noch nicht die hohe Anerkennung eines Entwicklungskonzepts durch die Stadt Leipzig erfahren hat. Daher wollen sie sich neben allgemeiner Aufmerksamkeit f\u00fcr ihren Sport auch einen Teil des Skateplatzes f\u00fcr sich reservieren. Der Vorschlag wird gemischt aufgenommen. Grunds\u00e4tzlich gibt es Solidarit\u00e4t zwischen den verschiedenen Sportarten, die von der Stra\u00dfe kommen, auch wenn es keine konkreten Zusicherungen an die Stra\u00dfenakrobaten gibt.<\/p>\n<p>Gegen 19.00 Uhr geht der Abend zu Ende und die Menschen nach Hause. Bemerkenswert an dem Abend ist die hohe Beteiligung, die gemessen an den St\u00fchlen offenbar so nicht erwartet wurde. Die Teilnehmenden hatten nicht nur die M\u00f6glichkeit ihre eigenen Vorstellungen zur Entwicklung des Skateplatzen einzubringen, sondern konnten auch erfahren, was es bedeutet, Kompromisse im \u00f6ffentlichen Raum einzugehen. Die Ergebnisse des Nachmittags sollen in die finale Konzeption der Skateanlage einflie\u00dfen. Prozesse wie diese k\u00f6nnten zu einem h\u00f6heren gegenseitigen Verst\u00e4ndnis auf dem voraussichtlich bis 2030 fertiggestellten Skatepark am Wilhelm-Leuschner-Platz f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig soll eine Skatestadt werden. \u00dcberall in der Stadt werden deshalb neue Skateanlagen gebaut. 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