{"id":1133742,"date":"2026-06-30T22:08:25","date_gmt":"2026-06-30T22:08:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1133742\/"},"modified":"2026-06-30T22:08:25","modified_gmt":"2026-06-30T22:08:25","slug":"klimawandel-das-ende-der-klassischen-europaeischen-stadt-entwicklungsstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1133742\/","title":{"rendered":"Klimawandel: Das Ende der klassischen europ\u00e4ischen Stadt? | ENTWICKLUNGSSTADT"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Klimawandel stellt eines der erfolgreichsten Stadtmodelle Europas auf den Pr\u00fcfstand. Muss die dichte europ\u00e4ische Stadt k\u00fcnftig mehr Platz f\u00fcr Gr\u00fcn, Wasser und Freifl\u00e4chen schaffen?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/EWS-EROeFFNUNG-MAUERPARK.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-37385\" class=\"lazyload wp-image-37385 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/EWS-EROeFFNUNG-MAUERPARK.jpg\" alt=\"\" width=\"1150\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-37385\" class=\"wp-caption-text\">Am Berliner Rathausforum wird \u00fcber die Zukunft der europ\u00e4ischen Stadt gestritten: Rekonstruktion historischer Quartiere oder klimaresiliente Freir\u00e4ume? Beispiele wie der Mauerpark (Bild) zeigen, warum Gr\u00fcnfl\u00e4chen in Innenst\u00e4dten k\u00fcnftig eine noch gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen k\u00f6nnten. \/ \u00a9 Foto: Gr\u00fcn Berlin GmbH<\/p>\n<p>\u00a9 Visualisierung Titelbild: Gr\u00fcn Berlin<\/p>\n<p class=\"PDq2pG_selectionAnchorContainer\" data-start=\"66\" data-end=\"432\">\u00dcber Jahrhunderte entwickelte sich die <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/mobilitaet-neu-denken-was-berlin-von-europa-lernen-kann\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">europ\u00e4ische Stadt<\/a> unter vergleichsweise stabilen klimatischen Bedingungen. Dichte Blockrandbebauung, steinerne Pl\u00e4tze und schmale Stra\u00dfenr\u00e4ume entstanden in einer Zeit, in der langanhaltende Hitzewellen, tropische N\u00e4chte oder extreme Trockenperioden nur selten auftraten. Heute ver\u00e4ndern sich diese Voraussetzungen grundlegend.<\/p>\n<p data-start=\"434\" data-end=\"672\">Der Klimawandel ist l\u00e4ngst nicht mehr nur eine \u00f6kologische oder energiepolitische Herausforderung. Er entwickelt sich zunehmend zu einer der entscheidenden Fragen der Stadtplanung; insbesondere f\u00fcr dicht besiedelte Metropolen wie Paris, Barcelona, Rom oder Berlin.<\/p>\n<p>Klimawandel: Europ\u00e4ische Metropolen stehen vor neuen Herausforderungen<\/p>\n<p data-start=\"740\" data-end=\"961\">Der Bedarf an Wohnraum w\u00e4chst in vielen Gro\u00dfst\u00e4dten kontinuierlich. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an klimaangepasste Quartiere, widerstandsf\u00e4hige Infrastruktur und \u00f6ffentliche R\u00e4ume mit hoher Aufenthaltsqualit\u00e4t.<\/p>\n<p data-start=\"963\" data-end=\"1168\">Damit r\u00fcckt eine grunds\u00e4tzliche Frage in den Mittelpunkt der Debatte: Ist die klassische, kompakte europ\u00e4ische Stadt auch unter den klimatischen Bedingungen des 21. Jahrhunderts noch das richtige Leitbild?<\/p>\n<p>Klimaprognosen bis zum Jahr 2100 werden zunehmend konkreter<\/p>\n<p data-start=\"1238\" data-end=\"1572\">Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel haben sich in den vergangenen Jahren weiter verdichtet. Zwar unterscheiden sich die verschiedenen Klimamodelle hinsichtlich des Ausma\u00dfes der Erw\u00e4rmung, ihre Kernaussage ist jedoch eindeutig: Die globale Durchschnittstemperatur wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts weiter ansteigen.<\/p>\n<p data-start=\"1574\" data-end=\"1755\">Entscheidend ist inzwischen weniger die Frage, ob sich das Klima ver\u00e4ndert, sondern vielmehr, wie stark die Erw\u00e4rmung ausfallen wird und welche regionalen Folgen daraus entstehen.<\/p>\n<p>Mitteleuropa: Hitzewellen, Trockenheit und Starkregen nehmen zu<\/p>\n<p data-start=\"1815\" data-end=\"2094\">F\u00fcr Mitteleuropa erwarten Klimaforschende deutlich h\u00e4ufigere und l\u00e4ngere Hitzeperioden, steigende Durchschnittstemperaturen sowie eine Zunahme extremer Wetterereignisse. Sommer werden voraussichtlich trockener, gleichzeitig k\u00f6nnten lokale Starkregenereignisse h\u00e4ufiger auftreten.<\/p>\n<p data-start=\"2096\" data-end=\"2307\">Hinzu kommen mehr sogenannte Tropenn\u00e4chte, in denen die Temperaturen selbst nachts kaum noch unter 20 Grad Celsius sinken. Dadurch k\u00f6nnen sich Geb\u00e4ude, Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze deutlich schlechter abk\u00fchlen als bisher.<\/p>\n<p>Drei Grad Erw\u00e4rmung gelten nicht mehr als unrealistisch<\/p>\n<p data-start=\"2373\" data-end=\"2639\">W\u00e4hrend das Pariser Klimaabkommen eine Begrenzung der globalen Erw\u00e4rmung auf m\u00f6glichst 1,5 Grad vorsieht, gehen zahlreiche wissenschaftliche Szenarien inzwischen davon aus, dass ein Temperaturanstieg um rund drei Grad bis zum Jahr 2100 keineswegs ausgeschlossen ist.<\/p>\n<p data-start=\"2641\" data-end=\"2924\">Welche Entwicklung letztlich eintritt, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, wie schnell und konsequent die weltweiten Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahrzehnten reduziert werden. Selbst bei ambitionierten Klimaschutzma\u00dfnahmen gilt eine weitere Erw\u00e4rmung inzwischen als geradezu unausweichlich.<\/p>\n<p>St\u00e4dte verst\u00e4rken die Auswirkungen des Klimawandels<\/p>\n<p data-start=\"2986\" data-end=\"3290\">F\u00fcr urbane R\u00e4ume haben diese Entwicklungen besondere Bedeutung. Dicht bebaute Innenstadtbereiche speichern W\u00e4rme \u00fcber viele Stunden und geben sie w\u00e4hrend der Nacht nur langsam wieder ab. Der sogenannte W\u00e4rmeinseleffekt f\u00fchrt dazu, dass St\u00e4dte h\u00e4ufig deutlich h\u00f6here Temperaturen aufweisen als ihr Umland oder l\u00e4ndliche Fl\u00e4chen.<\/p>\n<p data-start=\"3292\" data-end=\"3531\">Versiegelte Fl\u00e4chen, Asphalt, Beton und eine geringe Durchl\u00fcftung verst\u00e4rken diesen Effekt zus\u00e4tzlich. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an ausreichend Vegetation, die durch Verschattung und Verdunstung f\u00fcr nat\u00fcrliche K\u00fchlung sorgen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Klimawandel wird die Stadtplanung dauerhaft ver\u00e4ndern<\/p>\n<p data-start=\"3599\" data-end=\"3884\">Die Folgen reichen weit \u00fcber die reine Hitzebelastung hinaus. Wasserknappheit, Sch\u00e4den durch Starkregen, steigende Anforderungen an die technische Infrastruktur und zunehmende Gesundheitsrisiken werden die Entwicklung europ\u00e4ischer St\u00e4dte in den kommenden Jahrzehnten ma\u00dfgeblich pr\u00e4gen.<\/p>\n<p data-start=\"3886\" data-end=\"4209\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Damit stellt sich immer dringlicher die Frage, ob die klassischen Leitbilder der europ\u00e4ischen Stadt auch unter den Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels uneingeschr\u00e4nkt Bestand haben k\u00f6nnen; oder ob neue Formen des St\u00e4dtebaus erforderlich werden, um lebenswerte Quartiere auch f\u00fcr kommende Generationen zu sichern.<\/p>\n<p>Das Rathausforum als Gegenentwurf zur historischen Stadt?<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/EWS-RATHAUSFORUM-BERLIN.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-25853\" class=\"lazyload wp-image-25853 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/EWS-RATHAUSFORUM-BERLIN.jpg\" alt=\"Visualisierung des Rathausforums.\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-25853\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcber Jahrzehnte galt die dichte europ\u00e4ische Stadt als planerisches Ideal. Doch Projekte wie das Rathausforum werfen mittlerweile die Frage auf, ob Freifl\u00e4chen k\u00fcnftig zur wichtigsten Infrastruktur europ\u00e4ischer Innenst\u00e4dte werden. \/ \u00a9 Visualisierung: Gr\u00fcn Berlin GmbH<\/p>\n<p data-start=\"65\" data-end=\"681\">Kaum ein Projekt steht derzeit so sinnbildlich f\u00fcr die Debatte \u00fcber die Zukunft der Berliner Innenstadt wie das <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/rathausforum-in-mitte-neue-uferkante-an-der-spree-nimmt-gestalt-an\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rathausforum<\/a> zwischen Alexanderplatz, Spree und Marx-Engels-Forum. Dort setzt das Land Berlin auf eine umfassende landschaftsplanerische Neugestaltung mit neuen Baumgruppen, gro\u00dfz\u00fcgigen Rasenfl\u00e4chen, entsiegelten Bereichen, zus\u00e4tzlichen Versickerungsfl\u00e4chen sowie einer neu gestalteten Uferpromenade an der Spree.<\/p>\n<p data-start=\"65\" data-end=\"681\">Ziel des Umbaus ist es laut Senat, einen klimaresilienten Stadtraum zu schaffen, der Hitze reduziert, Regenwasser besser aufnehmen kann und die Aufenthaltsqualit\u00e4t im Zentrum der Hauptstadt nachhaltig verbessert.<\/p>\n<p>Berlin-Mitte: Soll die historische Altstadt zur\u00fcckkehren?<\/p>\n<p data-start=\"735\" data-end=\"1137\">Gleichzeitig wird seit Jahren \u00fcber eine v\u00f6llig andere Zukunft f\u00fcr diesen Ort diskutiert. Zahlreiche Initiativen und Stadtplaner w\u00fcnschen sich eine st\u00e4rkere Orientierung an den historischen Strukturen der Berliner Altstadt. Rekonstruierte Stra\u00dfenz\u00fcge, schmale Gassen, kleinteilige Parzellen und geschlossene Blockr\u00e4nder sollen den Bereich wieder st\u00e4rker an das Leitbild der europ\u00e4ischen Stadt ankn\u00fcpfen.<\/p>\n<p data-start=\"1139\" data-end=\"1438\">Auch politisch wurde diese Debatte bereits aufgegriffen. Im Jahr 2023 sprachen sich CDU und SPD f\u00fcr einen neuen Masterplan f\u00fcr die historische Berliner Innenstadt aus, der die langfristige Entwicklung des Zentrums neu ordnen und dabei auch historische Stadtstrukturen st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen sollte.<\/p>\n<p>Ist die gr\u00fcne L\u00f6sung die Antwort auf den Klimawandel?<\/p>\n<p data-start=\"1502\" data-end=\"1912\">Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel stellt sich jedoch eine grundlegende Frage. W\u00e4re eine erneute dichte Bebauung an dieser Stelle tats\u00e4chlich noch die richtige Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts? Oder entsteht mit dem Rathausforum gerade ein Stadtraum, der langfristig deutlich widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber Hitze, Trockenheit und Starkregen sein k\u00f6nnte?<\/p>\n<p data-start=\"1914\" data-end=\"2283\">Jede zus\u00e4tzliche Gr\u00fcnfl\u00e4che im Zentrum einer Millionenstadt \u00fcbernimmt heute mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie verbessert das Mikroklima, speichert Regenwasser, reduziert die Aufheizung versiegelter Fl\u00e4chen und schafft dringend ben\u00f6tigte Aufenthaltsr\u00e4ume f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Gerade in hochverdichteten Innenst\u00e4dten gewinnen solche Freifl\u00e4chen zunehmend an Bedeutung.<\/p>\n<p>Mauerpark und Gleisdreieck: Berlin setzt bereits auf gro\u00dfe innerst\u00e4dtische Freir\u00e4ume<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mauerpark-Pankow-\u00a9-Wikimedia-Commons-Traktorminze-CC-BY-3.0-.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-59659\" class=\"lazyload wp-image-59659 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Mauerpark-Pankow-\u00a9-Wikimedia-Commons-Traktorminze-CC-BY-3.0-.jpg\" alt=\"Mauerpark in Berlin Pankow, Menschen sitzen bei Sonnenschein auf der Wiese, im Hintergrund der Fernsehturm in der Ferne\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-59659\" class=\"wp-caption-text\">Auch die fast fertige Vergr\u00f6\u00dferung des Mauerparks hat gezeigt, welchen Wert gro\u00dfz\u00fcgige Freifl\u00e4chen f\u00fcr eine Millionenstadt besitzen. \/ \u00a9 Foto: Wikimedia Commons, Traktorminze (CC-BY-3.0)<\/p>\n<p data-start=\"2350\" data-end=\"2772\">Das Rathausforum w\u00e4re dabei keineswegs ein Einzelfall. Auch an anderen Stellen der Hauptstadt wurde in den vergangenen Jahren bewusst auf gro\u00dffl\u00e4chige Gr\u00fcnr\u00e4ume gesetzt, obwohl dort ebenfalls eine Bebauung denkbar gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p data-start=\"2350\" data-end=\"2772\">Die <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/pankow-noerdlicher-umbau-des-mauerparks-vorzeitig-abgeschlossen\/#\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erweiterung des Mauerparks<\/a> in Pankow verfolgt denselben Ansatz: Statt weiterer Versiegelung entstanden zus\u00e4tzliche Parkfl\u00e4chen, die sowohl der Naherholung als auch der Klimaanpassung dienen. Mittlerweile ist die innerst\u00e4dtische Gr\u00fcnfl\u00e4che 15 Hektar gro\u00df, im Zuge der letzten Erweiterung wurde die Fl\u00e4che ziemlich genau verdoppelt.<\/p>\n<p data-start=\"2774\" data-end=\"3109\">Ein \u00e4hnliches Beispiel ist schon traditionell der Park am Gleisdreieck. Wo in den 1990er Jahren \u00fcber eine bauliche Entwicklung diskutiert wurde, befindet sich heute einer der beliebtesten innerst\u00e4dtischen Parks Berlins.<\/p>\n<p>Streitapfel Tempelhofer Feld: Jegliche Versuche zur Bebauung werden kritisch be\u00e4ugt<\/p>\n<p data-start=\"2774\" data-end=\"3109\">Die weitl\u00e4ufigen Gr\u00fcnfl\u00e4chen \u00fcbernehmen inzwischen wichtige \u00f6kologische Funktionen und gelten als bedeutender Baustein der Berliner Freiraumplanung. Die geplante Verdichtung durch das Projekt \u201e<a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/urbane-mitte-sued-am-gleisdreieck-das-plant-projektentwickler-periskop\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Urbane Mitte<\/a>\u201c allerdings wird von vielen Beobachtern kritisch gesehen. Vor diesem Hintergrund werden von der Berliner Stadtbev\u00f6lkerung auch jegliche Versuche kritisch bewertet, das <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/plaene-fuer-das-tempelhofer-feld-21400-wohnungen-am-rand\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tempelhofer Feld<\/a> (teilweise) zu bebauen.<\/p>\n<p data-start=\"3161\" data-end=\"3901\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Vielleicht liegt genau hierin die eigentliche Herausforderung f\u00fcr die Stadtplanung der kommenden Jahrzehnte. \u00dcber Jahrhunderte galt die dichte europ\u00e4ische Stadt als st\u00e4dtebauliches Ideal \u2013 funktional, urban und ressourcenschonend.<\/p>\n<p>Am Gendarmenmarkt wurde die Chance auf eine klimaorientierte Gestaltung des Platzes verpasst<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Gendarmenmarkt-\u00a9-Foto-ENTWICKLUNGSSTADT-11-3.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47852\" class=\"lazyload wp-image-47852 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Gendarmenmarkt-\u00a9-Foto-ENTWICKLUNGSSTADT-11-3.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-47852\" class=\"wp-caption-text\">Viel Stein, wenig Gr\u00fcn: Der k\u00fcrzlich fertiggestellte Gendarmenmarkt wurde nach historischem Vorbild rekonstruiert, doch die Schaffung zus\u00e4tzlicher Gr\u00fcnfl\u00e4chen h\u00e4tte zumindest diskutiert werden k\u00f6nnen. \/ \u00a9 Foto: ENTWICKLUNGSSTADT<\/p>\n<p data-start=\"3161\" data-end=\"3901\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Auch die k\u00fcrzlich abgeschlossene Neugestaltung des Gendarmenmarkts wirft vor diesem Hintergrund Fragen auf. Der weitgehend steinerne Platz orientiert sich bewusst an seinem historischen Erscheinungsbild und bietet nur wenige zus\u00e4tzliche Gr\u00fcn- oder Versickerungsfl\u00e4chen.<\/p>\n<p data-start=\"3161\" data-end=\"3901\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Angesichts zunehmender Hitzeperioden stellt sich jedoch die Frage, ob ein derart stark versiegelter Stadtraum heutigen klimatischen Anforderungen noch gerecht werden kann. M\u00f6glicherweise werden \u00e4hnliche Projekte k\u00fcnftig st\u00e4rker zwischen denkmalpflegerischen Anspr\u00fcchen und klimaresilienter Stadtplanung abw\u00e4gen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Verschieben sich die Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr den Weiterbau europ\u00e4ischer St\u00e4dte?<\/p>\n<p data-start=\"3161\" data-end=\"3901\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Doch unter den Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels k\u00f6nnten sich die Ma\u00dfst\u00e4be verschieben. Nicht jede unbebaute Fl\u00e4che muss zwangsl\u00e4ufig geschlossen werden. Gerade in den Zentren europ\u00e4ischer Metropolen k\u00f6nnten gro\u00dfz\u00fcgige Gr\u00fcn- und Freir\u00e4ume k\u00fcnftig zu einer ebenso wertvollen Infrastruktur werden wie Stra\u00dfen, Pl\u00e4tze oder Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p data-start=\"3161\" data-end=\"3901\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Das Rathausforum w\u00e4re damit nicht Ausdruck eines Verzichts auf Stadt, sondern m\u00f6glicherweise ein Vorbild daf\u00fcr, wie sich Innenst\u00e4dte an ein neues Klima anpassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische St\u00e4dte \u00fcberdenken ihre historischen Leitbilder<\/p>\n<p data-start=\"121\" data-end=\"596\">Auch andere europ\u00e4ische Metropolen stehen inzwischen vor \u00e4hnlichen Fragestellungen. Paris entsiegelt Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze, schafft neue Gr\u00fcnachsen und pflanzt zehntausende zus\u00e4tzliche B\u00e4ume, obwohl die Stadt traditionell von einer \u00e4u\u00dferst dichten Blockstruktur gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p data-start=\"121\" data-end=\"596\">Kopenhagen und Rotterdam integrieren Regenwasserspeicher, begr\u00fcnte Freir\u00e4ume und sogenannte Schwammstadt-Konzepte gezielt in bestehende Quartiere, ohne allerdings deren historische Identit\u00e4t vollst\u00e4ndig aufzugeben.<\/p>\n<p>Transformation statt Rekonstruktion? Wie bauen wir zuk\u00fcnftig unsere St\u00e4dte?<\/p>\n<p data-start=\"598\" data-end=\"1098\">Der Wandel zeigt sich damit nicht nur am Stadtrand, sondern zunehmend im Herzen historischer Zentren. Die europ\u00e4ische Stadt wird vielerorts nicht ersetzt, sondern behutsam weiterentwickelt<\/p>\n<p data-start=\"598\" data-end=\"1098\">Dabei m\u00fcssen jahrhundertealte Vorstellungen von Dichte und Versiegelung teilweise aufgebrochen werden, um Raum f\u00fcr B\u00e4ume, Wasser und klimaresiliente Freifl\u00e4chen zu schaffen. Vielleicht besteht die Zukunft der europ\u00e4ischen Stadt deshalb nicht in ihrer Rekonstruktion, sondern in ihrer behutsamen Transformation.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Ufer-Rathausforum-Berlin-Mitte-0526-_-\u00a9-Foto_-ENTWICKLUNGSSTADT.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-96736\" class=\"lazyload wp-image-96736 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20viewBox%3D%270%200%201280%20720%27%3E%3Crect%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Ufer-Rathausforum-Berlin-Mitte-0526-_-\u00a9-Foto_-ENTWICKLUNGSSTADT.jpg\" alt=\"Auf der Baustelle am Rathausforum sind inzwischen zahlreiche Baufahrzeuge und laufende Erdarbeiten zu beobachten.\" width=\"1280\" height=\"720\"\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-96736\" class=\"wp-caption-text\">Die Umgestaltung des Rathausforums ist inzwischen auch im Stadtraum deutlich sichtbar: Auf dem Gel\u00e4nde laufen umfangreiche Bauarbeiten mit schwerem Ger\u00e4t. Anstelle einer m\u00f6glichen Altstadt-Rekonstruktion wird hier allerdings ein innerst\u00e4dtischer Park errichtet. \/ \u00a9 Foto: ENTWICKLUNGSSTADT<\/p>\n<p>Quellen: wirmachen.wien, ecologic, Europ\u00e4ische Kommission, DIE ZEIT, DIE WELT, Climate Service Center Germany, RMP Stephan Lenzen, Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Klimawandel stellt eines der erfolgreichsten Stadtmodelle Europas auf den Pr\u00fcfstand. 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