{"id":1133772,"date":"2026-06-30T22:28:17","date_gmt":"2026-06-30T22:28:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1133772\/"},"modified":"2026-06-30T22:28:17","modified_gmt":"2026-06-30T22:28:17","slug":"portraet-von-merkel-fuer-ahnengalerie-im-kanzleramt-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1133772\/","title":{"rendered":"Portr\u00e4t von Merkel f\u00fcr Ahnengalerie im Kanzleramt vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/merkel-3712.jpg\" alt=\"Angela Merkel gestikuliert, hinter ihr J\u00e8r\u00e8mie Queyras und sein Portr\u00e4t von ihr.\" title=\"Angela Merkel gestikuliert, hinter ihr J\u00e8r\u00e8mie Queyras und sein Portr\u00e4t von ihr. | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 30.06.2026 \u2022 21:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Angela Merkel hat nun auch ein Portr\u00e4t f\u00fcr die Ahnengalerie im Kanzleramt. Das Werk des Freiburger K\u00fcnstlers J\u00e9r\u00e9mie Queyras wurde nun \u00f6ffentlich vorgestellt, es h\u00e4ngt aber erstmal woanders. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/anke-hahn-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Anke Hahn (RBB)\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ankehahn-ts-104.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Da steht sie im blauen Blazer vor einem golden-lichten Hintergrund und schaut uns an. Ernst sieht sie aus, deutlich ernster als die echte Angela Merkel bei dieser Vernissage ihres Portr\u00e4ts im Bode-Museum. Das Bild zeigt eine Frau, die mit sich zufrieden ist. Vielleicht ein bisschen mitgenommen von 16 Jahren Regierungszeit mit vielen Krisen. Ein Portr\u00e4t im klassischen Sinne, wenig \u00fcberraschend. Es sei denn, genau das ist die \u00dcberraschung: ein so junger Maler, und dann ein eher konventioneller Stil?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es war spekuliert worden, wen die erste und einzige Kanzlerin, erste und einzige Ostdeutsche f\u00fcr ihr Portr\u00e4t ausw\u00e4hlen w\u00fcrde. Von Neo Rauch, dem ber\u00fchmten Leipziger war die Rede oder von einer ostdeutschen Frau, Gabriele St\u00f6tzer, Cornelia Schleime &#8211; alles gro\u00dfe Namen in der internationalen Kunstszene. Aber Merkel hat sich f\u00fcr den jungen unbekannten Deutsch-Franzosen J\u00e8r\u00e8mie Queyras entschieden.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        K\u00fcnstler J\u00e8r\u00e8mie Queyra: Portr\u00e4tsitzungen mit der Altkanzlerin\n                    <\/p>\n<p>    Prozess ist ihr fast wichtiger als das Werk<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der geb\u00fcrtige Freiburger hatte sich selbst beworben und h\u00e4tte nie im Traum daran gedacht, dass die Ex-Kanzlerin einen wie ihn engagieren k\u00f6nnte. Jugendlicher \u00dcbermut, k\u00f6nnte man sagen. Queyras ist 28 Jahre alt, stammt aus einer Musikerfamilie, spielt selbst Cello, hat sich aber f\u00fcr die Bildende Kunst entschieden. Sein Stil ist nicht festgelegt, von gegenst\u00e4ndlich bis abstrakt. Er malt auch bei Musiksessions live auf der B\u00fchne. Nun also die Altkanzlerin f\u00fcr ein offizielles Portr\u00e4t. Seit Sommer 2025 hat er Merkel immer wieder getroffen und sie in einem eigens eingerichteten Atelier in Berlin portr\u00e4tiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Warum aber hat sie ausgerechnet ihn ausgesucht? Ein &#8222;typischer Merkel&#8220;, hei\u00dft es jetzt. Sie wollte sich Erwartungen widersetzen, etwas Eigenes dagegenhalten. Der Wochenzeitung Die Zeit hat sie erz\u00e4hlt, dass ihr der Prozess des Malens fast wichtiger gewesen sei als das Werk, das daraus hervorging. Angeblich kannte sie kein einziges Original von ihm. Sie fand ihn sympathisch, war neugierig auf den jungen Mann, seine Sicht auf das Leben und die Welt. Und so seien die Portr\u00e4tsitzungen immer angeregte Gespr\u00e4che gewesen. Heute sagt sie, es habe sie gereizt zu sehen, wie so ein 40 Jahre j\u00fcngerer Mensch auf sie schaut, die &#8222;mehr als 70 Lebensjahre und 30 Jahre aktive Politik auf dem Buckel hat&#8220;.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        So sah es aus &#8211; das Model und der K\u00fcnstler.\n                    <\/p>\n<p>    Blazer ja &#8211; Raute nein<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die beiden haben auch lange dar\u00fcber gesprochen, wie Merkel sich dargestellt sehen m\u00f6chte. Stehend oder sitzend? Mit Blazer? Welche Farbe? Nun also steht sie, weil sie das dynamischer, beweglicher findet als die sitzenden Portr\u00e4ts ihrer Vorg\u00e4nger. Und ja, sie tr\u00e4gt einen ihrer typischen Blazer, in Blau. Lange haben Maler und Portr\u00e4tierte \u00fcber die Farbe diskutiert. Strahlendes Gelb war lange in \u00dcberlegung, aber das Blau setzte sich durch. Es strahlt auch, leuchtet geradezu. Merkel mag dieses Blau. Sie findet, es wirke staatstragend. Schon auf dem Cover ihres Buches entschied sie sich f\u00fcr Blau.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein privater Aspekt ist die Bernsteinkette, die sie hier tr\u00e4gt. Sie liebt sie sehr. Es ist eine Erinnerung an die Ostsee, mit der sie viele sch\u00f6ne Erlebnisse verbindet. Und wer gedacht hatte, das Ebenbild der Altkanzlerin werde auf jeden Fall an der Merkelraute &#8211; also ihrer typischen Handhaltung &#8211; erkennbar sein, wird entt\u00e4uscht werden. Das war ihr dann doch zu plakativ.<\/p>\n<p>    Die \u00d6ffentlichkeit soll teilhaben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So individuell wie die Wahl des K\u00fcnstlers ist auch der organisatorische Aspekt dieses Kanzlerinnenportr\u00e4ts. Merkel hat es in Auftrag gegeben, sie bezahlt es und bleibt Eigent\u00fcmerin. Deshalb wird es jetzt auch erst einmal bis zum 4. Oktober im Berliner Bode-Museum gezeigt, auf dass alle Interessierten einen Blick darauf werfen k\u00f6nnen. Merkel hat sich an das Museum gewandt, weil sie es seit ihrer Jugend als Museum sch\u00e4tzt und &#8211; so nebenbei &#8211; direkt gegen\u00fcber wohnt, sie sieht es jeden Tag.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Bode-Museum wurde extra im Franz\u00f6sischen Saal, der sonst Werke franz\u00f6sischer K\u00fcnstler aus dem 18. Jahrhundert versammelt, eine Wand f\u00fcr das Merkel-Portr\u00e4t freiger\u00e4umt. Auch als Hommage an den deutsch-franz\u00f6sischen Hintergrund von Queyras. Hier will die ehemalige Kanzlerin mit jungen Menschen \u00fcber das Bildnis ins Gespr\u00e4ch kommen. Es sind schon einige Veranstaltungen geplant.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        &#8222;So, jetzt ist es ihr&#8217;s&#8220; &#8211; Merkel enth\u00fcllt selbst.\n                    <\/p>\n<p>    Auch in der Kanzlergalerie etwas Besonderes<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach dem 4. Oktober wandert das Bild dann als Leihgabe in die sogenannte Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt. Dort h\u00e4ngt es dann neben den Bildnissen ihrer sieben Vorg\u00e4nger. Die Galerie geht auf eine Anregung von Helmut Schmidt aus dem Jahr 1976 zur\u00fcck. Der empfand das Bonner Kanzleramt als zu n\u00fcchtern, sagte, es &#8222;\u00e4hnele einer Sparkassenhauptverwaltung&#8220; und wollte es durch Kunst aufwerten. Deshalb wurden Portr\u00e4ts seiner Vorg\u00e4nger aufgekauft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schmidt selbst lie\u00df sich zehn Jahre sp\u00e4ter von dem ostdeutschen Maler Bernhard Heisig darstellen. Das Werk gilt bei vielen Kunstexperten neben dem Bildnis von Gerhard Schr\u00f6der, das dessen Freund J\u00f6rg Immendorff schuf und das ihn in Gold &#8211; ikonengleich &#8211; zeigt, als k\u00fcnstlerisch herausragend. Die anderen f\u00fcnf Portr\u00e4ts von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl werden eher als konventionell bewertet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nun also Angela Merkel, so wie J\u00e9r\u00e9mie Queyras sie sieht. Das Bild wird hervorstechen, es ist gr\u00f6\u00dfer als die anderen Portr\u00e4ts, und die stehende Ex-Kanzlerin wirkt pr\u00e4senter als die sitzenden Herren. Auch das strahlende Blau des Blazers wird seine Wirkung entfalten auf der Betonwand des Kanzleramtes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Merkel jedenfalls macht im Bode-Museum einen sehr zufriedenen Eindruck mit Blick auf ihr Ebenbild. Sie strahlt und verl\u00e4sst den Saal mit den Worten: &#8222;So, jetzt ist es ihr&#8217;s!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 30.06.2026 \u2022 21:32 Uhr Angela Merkel hat nun auch ein Portr\u00e4t f\u00fcr die Ahnengalerie im Kanzleramt. 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