{"id":11349,"date":"2025-04-06T20:53:35","date_gmt":"2025-04-06T20:53:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/11349\/"},"modified":"2025-04-06T20:53:35","modified_gmt":"2025-04-06T20:53:35","slug":"berufung-buergermeisteramt-karrierepfade-und-gesellschaftliche-verantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/11349\/","title":{"rendered":"Berufung B\u00fcrgermeisteramt Karrierepfade und gesellschaftliche Verantwortung"},"content":{"rendered":"<p>Am 14. September 2025 finden in Nordrhein-Westfalen <strong>Kommunalwahlen<\/strong> statt. Neben weiteren Positionen werden dann auch die (Ober-)B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt. Grund f\u00fcr Johannes C. Mayer, Lehrender der HSPV NRW am Studienort Herne, gemeinsam mit Studierenden ein <strong>Symposium<\/strong>\u00a0zum Amt des Stadtoberhauptes zu organisieren. Seine Kurse im Kommunalrecht und im Wahlpflichtmodul \u201eKommunale Selbstverwaltung\u201c, unter anderem aus den Einstellungsbeh\u00f6rden der St\u00e4dte Bochum, Bottrop, Dorsten Essen, Gelsenkirchen, Herne sowie Recklinghausen, haben dabei umfangreich \u2013 neben Studierenden der Abteilung Duisburg \u2013 aktiv vor Ort mitgewirkt.<\/p>\n<p>An der Veranstaltung waren nicht nur Experten als Referenten, sondern auch mehrere B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister beteiligt, die von ihren pers\u00f6nlichen Erfahrungen berichten konnten.<\/p>\n<p>Aus dem einf\u00fchrenden Vortrag von <strong>Christof Sommer<\/strong>, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des St\u00e4dte- und Gemeindebundes NRW, wurde deutlich: Die drei Kernfunktionen des B\u00fcrgermeisteramts \u2013 Verwaltungsleitung, Repr\u00e4sentation der Gemeinde und Ratsvorsitz \u2013 pr\u00e4gen das Berufsbild ma\u00dfgeblich. Etwa 80\u202f% der T\u00e4tigkeiten entfallen laut Sommer auf den Bereich der Verwaltungsf\u00fchrung. In kleineren Kommunen geh\u00f6ren dazu h\u00e4ufig auch klassische Sachbearbeitung, eigenst\u00e4ndige Social-Media-Arbeit und pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che mit B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern bei konkreten Anliegen. Eine F\u00fclle an Aufgaben, die eine einzelne Person in sich vereinen und gewissenhaft ausf\u00fchren muss, um dem Amt gerecht zu werden. Trotzdem stand am Ende seines Vortrags folgende Aussage (in Abwandlung eines Zitats von Franz M\u00fcntefering): \u201eDas sch\u00f6nste Amt nach dem Papst ist das des B\u00fcrgermeisters.\u201c<\/p>\n<p><strong>POR Andr\u00e9 Niew\u00f6hner<\/strong> (Polizei NRW) hob die wachsenden Bedrohungen gegen\u00fcber B\u00fcrgermeisterinnen, B\u00fcrgermeistern und kommunalen Besch\u00e4ftigten hervor und machte deutlich: Der Schutz im Amt \u2013 rechtlich, organisatorisch und pr\u00e4ventiv \u2013 wird zunehmend zur Kernaufgabe. \u201eFehler in der Vorbereitung sind vorbereitete Fehler\u201c, machte er den Anwesenden klar. Auch wenn noch kein Bedrohungsgef\u00fchl vorliegen sollte, m\u00fcsse man sich in einem solchen Amt \u00fcber gewissen Vorkehrungen Gedanken machen.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Impuls von <strong>Prof. Dr. Frank B\u00e4tge<\/strong> verwies auf die komplexen rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen des Amtes (W\u00e4hlbarkeit und Wahlverfahren, beamtenrechtliche Pflichten und Neutralit\u00e4tspflicht der B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister).<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen des \u00f6ffentlichen Dienstes \u2013 wie der HSPV NRW \u2013 ergibt sich hier ein passgenauer beruflicher Zugang. Das zeigen unter anderem die Werdeg\u00e4nge von B\u00fcrgermeister (BM) <strong>Thomas Kerkhoff<\/strong> (Bocholt, NRW), BM <strong>Erik Lierenfeld<\/strong> (Dormagen, NRW) \u2013 beide mit HSPV-Background \u2013 sowie BM <strong>Timur \u00d6zcan<\/strong> (Walzbachtal, Baden-W\u00fcrttemberg), Absolvent der Hochschule f\u00fcr Finanzen und Verwaltung Ludwigsburg, die zusammen mit Oberb\u00fcrgermeister <strong>Felix Heinrichs<\/strong> (M\u00f6nchengladbach, NRW), BM <strong>Sandra Pietschmann<\/strong> (Mettmann, NRW), BM <strong>Alexandra Gau\u00df<\/strong> (Windeck, NRW) und BM <strong>Dennis Eberle<\/strong> (Salach, Baden-W\u00fcrttemberg) im abschlie\u00dfenden Podium diskutierten. Dies verdeutlichten auch zahlreiche anwesende Absolventinnen und Absolventen, die aktuell mit HSPV-Studienabschluss und Verwaltungserfahrung f\u00fcr B\u00fcrgermeisterposten kandidieren.<\/p>\n<p>Eine zentrale Herausforderung bleibt \u2013 neben der fachlichen Steuerung der Verwaltung \u2013 die F\u00e4higkeit, tragf\u00e4hige politische Mehrheiten im Rat zu organisieren. Ohne diesen R\u00fcckhalt lassen sich die kommunalen Aufgaben der Daseinsvorsorge nicht umsetzen.<\/p>\n<p>Die Beispiele der beteiligten B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister zeigen die gro\u00dfe inhaltliche Spannbreite des Amtes \u2013 unabh\u00e4ngig von der Gemeindegr\u00f6\u00dfe. Themen wie Arbeitsmarktintegration, Wirtschaftsf\u00f6rderung, nachhaltige Stadtentwicklung, neue Beteiligungsformate (zum Beispiel \u201eRent a B\u00fcrgermeister\u201c, Jugenddialoge) sowie konkrete R\u00fcckholaktionen, etwa zur Ansiedlung der einzigen Metzgerei in der Gemeinde, verdeutlichen die Breite der kommunalen Verantwortung.<\/p>\n<p>Immer wieder wurde betont: Erfolgreiches kommunalpolitisches Handeln erfordert partei\u00fcbergreifendes, sachorientiertes und pragmatisches Arbeiten mit Rat und Stadtgesellschaft. Ebenso zentral sind eine werteorientierte Haltung, Nahbarkeit und eine authentische, empathische Pers\u00f6nlichkeit \u2013 idealerweise mit einer echten Zuwendung zu den Menschen vor Ort (\u201eMan muss die Menschen m\u00f6gen \u2013 vielleicht sogar lieben\u201c).<\/p>\n<p>Das Symposium hat eindrucksvoll gezeigt: Engagierte, kompetente und zugleich empathisch-kommunikative B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister sind ein zentrales Element funktionierender lokaler Demokratie. Besonders deutlich wurde: Es braucht dringend mehr Frauenpower im B\u00fcrgermeisteramt.<\/p>\n<p>Die anwesenden B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister konnten nicht nur die Bedeutung kommunaler Selbstverwaltung verdeutlichen, sondern auch neue Begeisterung daf\u00fcr wecken. Sie wirken als reale Vorbilder \u2013 insbesondere f\u00fcr Studierende und Nachwuchskr\u00e4fte \u2013 und machen Mut, das B\u00fcrgermeisteramt als realistisches Karriereziel in Betracht zu ziehen.<\/p>\n<p>Die Inhalte und Erkenntnisse flie\u00dfen in das Wahlpflichtmodul \u201eKommunale Selbstverwaltung\u201c sowie in das Fach Kommunalrecht des hauptamtlichen Dozenten <strong>Johannes C. Mayer<\/strong> am Studienort Herne ein. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und soll interessierten Lehrenden und Studierenden als Podcast zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p>Das Symposium soll zudem als dauerhaftes, hochschulweit und hochschul\u00fcbergreifend angelegtes Forum der HSPV NRW durch die Abteilung Gelsenkirchen (Studienort Herne) etabliert werden \u2013 f\u00fcr den Austausch zwischen Verwaltungspraxis, Lehre und Ausbildung. Ziel ist die st\u00e4rkere Vernetzung von Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften, Einstellungsbeh\u00f6rden, Studierenden und Lehrenden \u2013 auch unter Einbeziehung interdisziplin\u00e4rer und polizeilicher Perspektiven. Alumni k\u00f6nnen so ebenfalls in Kontakt mit der Hochschule bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 14. September 2025 finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. 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