{"id":1135410,"date":"2026-07-01T14:18:23","date_gmt":"2026-07-01T14:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1135410\/"},"modified":"2026-07-01T14:18:23","modified_gmt":"2026-07-01T14:18:23","slug":"pilotprojekt-in-wuppertal-wenn-ki-die-baeume-giesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1135410\/","title":{"rendered":"Pilotprojekt in Wuppertal: Wenn KI die B\u00e4ume gie\u00dft"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn B\u00e4ume berichten k\u00f6nnten, wie sie unter der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/hitze\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hitze<\/a> und der Trockenheit leiden, g\u00e4be es wohl allerorts ein gro\u00dfes Wehklagen. So aber m\u00fcssen die Mitarbeiter der st\u00e4dtischen Gr\u00fcnfl\u00e4chen- und Forst\u00e4mter selbst entscheiden, wie gro\u00df im Einzelfall der Trockenstress ist und wann gehandelt werden muss. In <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wuppertal\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wuppertal<\/a> ist man schon deutlich weiter: Dort errechnet in einem bundesweiten Pilotprojekt demn\u00e4chst K\u00fcnstliche Intelligenz (KI), welcher Baum wie viel Wasser ben\u00f6tigt. \u201eWir wollen Stadtplanung so ver\u00e4ndern, dass sie effizienter ist\u201c, sagt Projektleiterin Christine Pohl, \u201eund dass wir die Stadt k\u00fcnftig mit besseren Entscheidungen lebenswerter gestalten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDigiTal Zwilling\u201c hei\u00dft das Projekt, bei dem vereinfacht gesagt ein digitales Abbild der Stadt geschaffen wird, aber sozusagen lebendig, also in vielen F\u00e4llen in Echtzeit ablesbar. \u201eEine Stadt ist ja, wenn man so will, ein sich st\u00e4ndig ver\u00e4nderndes \u00d6kosystem\u201c, sagt Pohl. Dazu geh\u00f6rten neben der Vegetation beispielsweise auch die aktuelle Verkehrssituation oder stra\u00dfengenaue Angaben \u00fcber Hochwasserrisiken. Durch das \u00dcbereinanderlegen der Daten lie\u00dfen sich dann R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen. Alles das mache der digitale Zwilling transparent und f\u00fcr die B\u00fcrger nachvollziehbar, weil \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Pohl: \u201eAbgesehen nat\u00fcrlich von kritischer Infrastruktur oder Daten, die Einzelpersonen betreffen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine derartige Vermessung einer Stadt f\u00f6rdert fast zwangsl\u00e4ufig bislang ungeahnte Erkenntnisse zutage. Im Fall der st\u00e4dtischen B\u00e4ume etwa zun\u00e4chst mal eine \u00fcberw\u00e4ltigende Zahl: Mehr als 1,4 Millionen B\u00e4ume stehen auf dem Wuppertaler Stadtgebiet, zuvor waren im Stra\u00dfenbaumkataster nur rund 30.000 Stra\u00dfenb\u00e4ume h\u00e4ndisch dokumentiert, weil diese der Sicherungspflicht unterliegen. Ermittelt wurde die neue Zahl durch die Auswertung von Luft- und Satellitenbildern aus dem Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Durch spezielles Training ist die KI in der Lage, auf diesen Bildern Baumkronen von anderen Objekten zu unterscheiden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nicht nur das: Auf Basis der Baumkronenfl\u00e4chen l\u00e4sst sich auch die Baumart bestimmen. \u201eWir wissen jetzt, wo die B\u00e4ume stehen, wir wissen, was es f\u00fcr B\u00e4ume sind und wir wissen, welche Form die B\u00e4ume haben\u201c, sagt Pohl. Das etwa sei wichtig, um Aussagen dar\u00fcber zu treffen, wieviel Schatten ein Baum spendet, was sich wiederum auf das Stadtklima auswirken kann. Noch entscheidender aber sind Erkenntnisse \u00fcber die Vitalit\u00e4t der B\u00e4ume. Buchen etwa w\u00fcrden mit dem <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/klimawandel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klimawandel<\/a> nicht gut zurechtkommen und durch widerstandsf\u00e4higere Baumarten ersetzt, um weiterhin belaubte und schattenspendende B\u00e4ume in der Stadt zu haben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr die Vitalit\u00e4t der B\u00e4ume ist der Wassergehalt ein entscheidender Faktor. Dazu greift das Projekt auf eine Echtzeitsensorik zur\u00fcck, die mit \u00fcber im Boden des gesamten Stadtgebiets in unterschiedlichen Tiefen verteilten Sensoren die Bodenfeuchte und die Wasserverf\u00fcgbarkeit misst. Zudem wurden schon zuvor Bodenfeuchtesensoren an Jungb\u00e4umen in der Innenstadt angebracht, um deren Wachstum zu \u00fcberwachen. \u201eSolche B\u00e4ume, die oft auf komplett versiegelten Fl\u00e4chen stehen, haben nicht viel Raum f\u00fcr ihre Wurzeln und sind sehr empfindlich\u201c, erkl\u00e4rt Pohl. Deshalb sei es wichtig zu wissen, ob sie gew\u00e4ssert werden m\u00fcssen oder ob sie alleine klarkommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wichtig bei der Bodenfeuchte ist dabei der Zeitfaktor, also die Entwicklung \u00fcber Monate hinweg, um f\u00fcr kommende Trockenperioden gewappnet zu sein. So k\u00f6nne man schon vorausschauend dort w\u00e4ssern, wo es perspektivisch kritisch werde \u2013 ein wichtiger Faktor, um sparsam mit der kostbaren Ressource Wasser umzugehen. Bislang wurde in anhaltenden Trockenperioden meist auf Verdacht gew\u00e4ssert. Auf der anderen Seite lie\u00dfen sich auch potenzielle Risikofaktoren aus den Messwerten ablesen, n\u00e4mlich, wenn der Boden ges\u00e4ttigt sei und kein weiteres Wasser mehr aufnehmen k\u00f6nne. Damit erh\u00f6he sich die Gefahr von \u00dcberflutungen. \u201eUnsere Vision ist es, k\u00fcnftig bei Hochwasser solche genauen Risikovorhersagen treffen zu k\u00f6nnen, damit niemand in Gefahr ger\u00e4t\u201c, sagt Pohl.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Noch ist das Projekt aber nicht komplett abgeschlossen, lassen sich bislang nur begrenzt R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen. Die Sensoren seien im Boden, sagt Pohl, das Messnetzwerk damit fast komplett, aber nicht aktiv geschaltet. Vor-Ort-Messungen k\u00f6nne man einsehen, es existiere aber noch keine komplette Bodenfeuchtekarte. Was noch fehle, sei eine Verbindung mit den Satellitendaten, um wirklich fl\u00e4chendeckend die Situation im Boden und bei den B\u00e4umen zu verkn\u00fcpfen. Wichtig sei das auch deshalb, weil man erst dann zeitliche Entwicklungen ablesen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten k\u00f6nne. Wobei sich schon jetzt Konsequenzen aus den neuen Daten ergeben h\u00e4tten. So habe das Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt angesichts des \u00fcberw\u00e4ltigenden Baumbestands neue Baumkontrolleure bekommen, sagt Pohl. Und man k\u00f6nne die vorhandenen Ressourcen etwa beim Beschnitt effizienter einsetzen, weil man nun genau wisse, welcher Baum wo stehe und wie es ihm gehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn B\u00e4ume berichten k\u00f6nnten, wie sie unter der Hitze und der Trockenheit leiden, g\u00e4be es wohl allerorts ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1135411,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[11036,239004,81171,185871,9180,123143,94976,238999,3483,12738,239000,239002,238998,5398,3364,29,96761,29460,30,239003,1209,36761,98662,2202,127605,143489,10070,22172,239001,238997,4418],"class_list":["post-1135410","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-baum","tag-baumart","tag-baumarten","tag-baumbestands","tag-baeume","tag-baumkontrolleure","tag-baumkronen","tag-baumkronenflaechen","tag-boden","tag-bodenfeuchte","tag-bodenfeuchtekarte","tag-bodenfeuchtesensoren","tag-bodensensoren","tag-daten","tag-de","tag-deutschland","tag-effizienter","tag-flaechen","tag-germany","tag-jungbaeumen","tag-nordrhein-westfalen","tag-pilotprojekt","tag-pohl","tag-projekt","tag-projektleiterin","tag-satellitendaten","tag-sensoren","tag-strassenbaeume","tag-strassenbaumkataster","tag-wisse","tag-wuppertal"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116845157317101625","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1135410","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1135410"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1135410\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1135411"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1135410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1135410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1135410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}