{"id":1135490,"date":"2026-07-01T15:02:33","date_gmt":"2026-07-01T15:02:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1135490\/"},"modified":"2026-07-01T15:02:33","modified_gmt":"2026-07-01T15:02:33","slug":"krisenmanagement-resilienz-ist-wichtig-hochbahn-stellt-sich-auf-neue-risiken-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1135490\/","title":{"rendered":"Krisenmanagement: \u201eResilienz ist wichtig\u201c \u2013 Hochbahn stellt sich auf neue Risiken ein"},"content":{"rendered":"<p>Die Hamburger Hochbahn r\u00fcstet sich f\u00fcr den Ernstfall \u2013 von Notstrom \u00fcber gesch\u00fctzte Leitstellen bis zu neuen Dieselbussen als Reserve. Das Unternehmen baut ein \u201eriesiges Paket\u201c f\u00fcr den Verkehr in Krisenzeiten auf.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Stromausf\u00e4lle, Sabotage, Cyberangriffe, Extremwetter: Die Hamburger Hochbahn besch\u00e4ftigt sich inzwischen mit Risiken, die lange eher als Problem von Energieversorgern, Sicherheitsbeh\u00f6rden oder Katastrophensch\u00fctzern galten. Bei der Bilanzvorlage f\u00fcr das Jahr 2025 ging es deshalb nicht nur um Fahrgastzahlen, Investitionen und neue U-Bahn-Strecken. Einen Schwerpunkt bildete die Frage, wie der Betrieb auch in Krisenf\u00e4llen aufrechterhalten werden kann. \u201eDie letzten Monate haben gezeigt: Resilienz ist wichtig\u201c, sagte Jens-G\u00fcnter Lang, Sprecher des Vorstands und Technikvorstand der Hochbahn.<\/p>\n<p>Hinter dem Begriff steckt die Frage, wie Busse und U-Bahnen auch dann weiterfahren k\u00f6nnen, wenn zentrale Systeme ausfallen oder au\u00dfergew\u00f6hnliche Krisenlagen eintreten. Die Hochbahn untersucht daf\u00fcr ihre gesamte Infrastruktur neu. Im Fokus stehen Betriebsh\u00f6fe, Leitstellen, Energieversorgung, digitale Systeme und Verkehrsabl\u00e4ufe. Gepr\u00fcft wird, wo Schwachstellen liegen und wie sich der Betrieb auch unter erschwerten Bedingungen aufrechterhalten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Lang verwies auf Entwicklungen, die vor wenigen Jahren kaum eine Rolle gespielt h\u00e4tten. Stromausf\u00e4lle, Probleme kritischer Infrastruktur, Extremwetterlagen oder Ausf\u00e4lle technischer Systeme seien Risiken, auf die sich Betreiber heute einstellen m\u00fcssten. Das Unternehmen habe deshalb begonnen, das Thema systematisch zu bearbeiten. Die Hochbahn habe vier Schwerpunkte definiert: den Schutz ihrer Infrastruktur, einen robusteren Betrieb, den Ausbau des Krisenmanagements sowie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.<\/p>\n<p>Dabei geht es um weit mehr als zus\u00e4tzliche Sicherheitstechnik. Nach Angaben des Unternehmens werden Betriebsh\u00f6fe, Abstellanlagen und technische Einrichtungen auf neue Schutzstandards \u00fcberpr\u00fcft. Gleichzeitig besch\u00e4ftigt sich die Hochbahn mit Fragen der Notstromversorgung, der Absicherung von Lieferketten, dem Schutz digitaler Systeme sowie der Widerstandsf\u00e4higkeit ihrer Leitstellen. \u201eWir stellen uns Situationen vor, mit denen wir fr\u00fcher gar nicht gerechnet haben, dass sie kommen\u201c, sagte Lang.<\/p>\n<p>Auch die Folgen des Klimawandels spielen dabei eine gr\u00f6\u00dfere Rolle. Die Hochbahn untersucht nach eigenen Angaben, wie U-Bahn-Anlagen auf Starkregen vorbereitet werden k\u00f6nnen, welche Auswirkungen extreme Hitze auf Fahrzeuge und Infrastruktur hat und wie sich Betriebsabl\u00e4ufe bei zunehmenden Wetterextremen absichern lassen. Lang sprach von einem \u201eriesigen Paket\u201c, das in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden m\u00fcsse. F\u00fcr erste Ma\u00dfnahmen seien bereits rund 20 Millionen Euro eingeplant worden. <\/p>\n<p>R\u00fcckendeckung erh\u00e4lt das Unternehmen dabei von Verkehrssenator Anjes Tjarks (Gr\u00fcne), der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Hochbahn ist. Die Rahmenbedingungen h\u00e4tten sich ver\u00e4ndert, sagte er mit Verweis auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Deshalb m\u00fcsse man neue Risiken bewerten und entsprechende Vorsorge treffen. Ziel sei es, die Mobilit\u00e4t auch unter schwierigen Bedingungen sicherzustellen.<\/p>\n<p>Welche Folgen diese \u00dcberlegungen bereits haben, zeigt sich an der Busflotte. Die Hochbahn plant die Beschaffung von bis zu 150 neuen Dieselbussen. Diesen Plan, der noch unter dem alten Vorstandsvorsitzenden Robert Henrich getroffen worden war, bekr\u00e4ftigte Lang bei der Bilanz-PK. Die Verbrennerbusse sollen f\u00fcr Szenarien wie gro\u00dffl\u00e4chige Stromausf\u00e4lle oder andere Krisenlagen vorgehalten werden und m\u00fcssen nach Angaben des Unternehmens bis sp\u00e4testens 2029 bestellt werden, weil sp\u00e4tere Beschaffungen regulatorisch kaum noch m\u00f6glich w\u00e4ren. Alle neuen Dieselbusse werden mit dem emissionsarmen Treibstoff HVO100 betrieben. Schon jetzt werde die H\u00e4lfte der Dieselbusse mit dem Kraftstoff betankt, der aus biogenen Rest- und Abfallstoffen hergestellt wird. Die Hochbahn hat zur Lieferung von HVO Vertr\u00e4ge geschlossen, die eine ausreichende Versorgung f\u00fcr mindestens f\u00fcnf Jahre sicherstellt.<\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne stehen im Kontrast zum bisherigen Kurs der Hochbahn, die seit Jahren auf die Elektrifizierung ihrer Flotte setzt. Urspr\u00fcnglich sollten ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse, zuletzt kamen daf\u00fcr nahezu ausschlie\u00dflich Elektrobusse infrage, beschaffen werden. F\u00fcr bestimmte Einsatzszenarien gebe es derzeit jedoch noch keine vollst\u00e4ndig elektrische L\u00f6sung, sagten sowohl Lang als auch Tjarks. Ihm, so der Senator, seien Elektrobusse auch lieber als Verbrenner. Aber die Flotte w\u00e4re mit rein elektrischen Bussen nicht gut genug auf Krisen vorbereitet. Deshalb stehe der Senat hinter der Abkehr von der bisherigen Elektrifizierungsvorgabe. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Krisenvorsorge einen gro\u00dfen Teil der Pressekonferenz bestimmte, ging es auch um die klassischen Bilanzzahlen. Die Hochbahn investierte 2025 insgesamt 938,5 Millionen Euro brutto, also auch mit Geld direkt aus dem Hamburger Haushalt. Damit waren die Investitionen so hoch wie nie zuvor. \u201eWir setzen aktuell die gr\u00f6\u00dfte Investitionsoffensive unserer Unternehmensgeschichte um\u201c, sagte Lang. Die Investitionen seien gegen\u00fcber dem Vorjahr um 43 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil des Geldes floss in den Ausbau des U-Bahn-Netzes. Zu den gr\u00f6\u00dften Projekten geh\u00f6ren die neue Linie U5, die Verl\u00e4ngerung der U4 sowie die Beschaffung der neuen Fahrzeuggeneration DT6. Beim ersten U5-Abschnitt zwischen City Nord und Sengelmannstra\u00dfe soll Ende 2027 der Testbetrieb beginnen.<\/p>\n<p>Auch bei den Fahrgastzahlen erreichte die Hochbahn einen H\u00f6chstwert. 552 Millionen Menschen nutzten 2025 die Busse und Bahnen des Unternehmens. Zwar blieb die Nachfrage gegen\u00fcber dem Vorjahr weitgehend stabil, sie liegt inzwischen aber deutlich \u00fcber dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Tjarks sprach von einer \u201esehr erfreulichen Entwicklung\u201c.<\/p>\n<p>Zugleich verweist die Hochbahn auf eine hohe Betriebsqualit\u00e4t. Die U-Bahn erreichte nach Unternehmensangaben eine P\u00fcnktlichkeit von 98 Prozent. Die Zuverl\u00e4ssigkeit lag sogar bei knapp 100 Prozent. <\/p>\n<p>Wirtschaftlich bleibt das Unternehmen dennoch auf \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung angewiesen. Der Jahresfehlbetrag lag 2025 bei 316,2 Millionen Euro. Darin enthalten ist erstmals auch das Ergebnis der gemeinsam mit der Hochbahn bilanzierten F\u00e4hrgesellschaft HADAG. Finanzvorst\u00e4ndin Merle Schmidt-Brunn sprach von einem \u201egewollten Verlust\u201c. Aufgabe eines \u00f6ffentlichen Verkehrsunternehmens sei es, langfristig in Infrastruktur und Mobilit\u00e4t zu investieren. Der Fehlbetrag bewege sich seit mehreren Jahren auf einem vergleichbaren Niveau.<\/p>\n<p><b>Redakteurin <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/julia-witte\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/julia-witte\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Julia Witte genannt Vedder<\/b><\/a><b> arbeitet in der <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Hamburg-Redaktion<\/b><\/a><b> von WELT und WELT AM SONNTAG. Seit 2011 berichtet sie \u00fcber <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/hamburg-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/hamburg-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Hamburger Politik.<\/b><\/a><b> Einer ihrer Schwerpunkte sind die st\u00e4dtischen Unternehmen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Hamburger Hochbahn r\u00fcstet sich f\u00fcr den Ernstfall \u2013 von Notstrom \u00fcber gesch\u00fctzte Leitstellen bis zu neuen Dieselbussen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1135491,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[111942,29,30,692,13864,64077,45,111941,28995],"class_list":["post-1135490","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-anjes","tag-deutschland","tag-germany","tag-hamburg","tag-hamburger-hochbahn","tag-oeffentlicher-personennahverkehr-oepnv-ks","tag-texttospeech","tag-tjarks","tag-witte-genannt-vedder-julia"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116845330363433795","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1135490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1135490"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1135490\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1135491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1135490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1135490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1135490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}