{"id":1137106,"date":"2026-07-02T09:16:37","date_gmt":"2026-07-02T09:16:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1137106\/"},"modified":"2026-07-02T09:16:37","modified_gmt":"2026-07-02T09:16:37","slug":"foo-fighters-in-berlin-rekord-konzert-im-olympiastadion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1137106\/","title":{"rendered":"Foo Fighters in Berlin: Rekord-Konzert im Olympiastadion"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/rs-badge-recommendation.png\" alt=\"ROLLING STONE Badge\"\/><\/p>\n<p>Empfehlungen der\u00a0Redaktion<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/fe4a2896c7fd4d50a402f755d9dfc69d.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Der Start in den ersten Abend des Julis war ein denkbar schwieriger. Denn nachdem bereits Fat Dog und Idles das Olympiastadion so weit vorbereitet hatten, dass man sich in der Masse durchs Aneinandertanzen langsam weniger anonym und mehr wie ein gem\u00fctliches Crowd-Kn\u00e4uel empfand, musste schon vom Feier- in den Survival-Modus geschaltet werden: Eine Gewitterwarnung wurde ausgesprochen.<\/p>\n<p>Im Eiltempo r\u00e4umte man kurzzeitig den Innenraum. W\u00e4hrend sich die Menschen auf die R\u00e4nge dr\u00e4ngten, war vor allem das Rascheln der ausgepackten Regencapes zu h\u00f6ren. Ungewissheit machte sich breit, und Nervosit\u00e4t kam hinzu, als selbst so mancher Bierverk\u00e4ufer kein Bier mehr zur \u00dcberbr\u00fcckung anzubieten hatte. Es war also klar: Wenn die <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/foo-fighters-your-favorite-toy-single-album-tour-3100387\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Foo Fighters<\/a> erst einmal die Berliner B\u00fchne betreten, muss das Publikum ganz neu eingefangen werden.<\/p>\n<p>Aber wenn Dave Grohl eine Sache kann, dann ist es, die Leute abzuholen. Rund 40 Minuten sp\u00e4ter als erwartet durften die Foo Fighters zum Opener ansetzen. Grund genug f\u00fcr die 1994 gegr\u00fcndete Band, direkt mit einer XL-Hitdichte ins Konzert einzusteigen. \u201eAll My Life\u201c gr\u00f6lte Grohl aus rotem Nebel hervor, schob mit gleicher Intensit\u00e4t und vielen \u201eMotherfuckers\u201c-Zwischenrufen \u201eThe Pretender\u201c hinterher und lie\u00df bei \u201eTimes Like These\u201c die Menschen, neu vereint im Stadion, einander in die Arme fallen.<\/p>\n<p>Der Setlist-Aufbau funktionierte so gut ge\u00f6lt wie die Band selbst. Die Foos \u00fcberzeugten mit einer Soundwand, die ihr versiertes Zusammenspiel unterstrich, sie dabei aber eben auch nicht steinalt wirken lie\u00df. So wie es Grohl der Menge entgegenschrie: Sie hatten etwas f\u00fcr die Oldschool-Fans dabei, wollten aber auch die anwesenden Neulinge unbedingt f\u00fcr sich gewinnen. Mit \u201eechtem Rock \u2019n\u2019 Roll\u201c, wie der 57-J\u00e4hrige gerne kaugummikauend betonte.<\/p>\n<p>H\u00e4nde hoch, mitsingen, mitklatschen, mittanzen: Das Showkonzept kennt er eben auswendig. So teaserte Grohl gekonnt immer wieder an, dass die Masse kein gew\u00f6hnliches Konzert bekommen w\u00fcrde, sondern das l\u00e4ngste \u00fcberhaupt. Schlie\u00dflich sei der Hauptstadt-Gig auch ihr bislang gr\u00f6\u00dfter in Deutschland. So geht Spannung erzeugen im Gro\u00dfformat: mit Superlativen und direkter Ansprache.<\/p>\n<p>Dazu passte auch, dass viele Besucher:innen Merch der US-Rocker trugen und nur wenige andere Bandshirts zu sehen waren. Die Foo Fighters bedachten die Anwesenden entsprechend mit Liedern aus den verschiedensten \u00c4ren \u2013 darunter auch Tracks, die bereits \u00fcber 20 oder sogar 30 Jahre alt sind. Die Euphorie beim Wiedererkennen der ersten Akkorde von \u201eBig Me\u201c, \u201eMonkey Wrench\u201c, \u201eLearn to Fly\u201c oder \u201eMy Hero\u201c hielt \u00fcber die gesamten zweieinhalb Stunden an.<\/p>\n<p>F\u00fcr zus\u00e4tzliche H\u00f6hepunkte sorgte das Sextett, indem es zwischenzeitlich von der Main Stage auf eine kleinere B\u00fchne wechselte, die weiter ins Stadion hineinragte. Dort wurde auch einmal von den schnellen, druckvollen Songs in einen akustischen Moment \u00fcbergegangen. Ein Gef\u00fchl von N\u00e4he und Kennenlernen bei einer Veranstaltung dieser Gr\u00f6\u00dfe zu erzeugen, ist schon eine Kunst. Die Foos beherrschten sie.<\/p>\n<p>Insbesondere als Dave Grohl alle Mitglieder vorstellte, indem er zun\u00e4chst salbungsvolle Worte f\u00fcr sie fand und anschlie\u00dfend gemeinsam mit ihnen St\u00fccke aus ihren fr\u00fcheren Bandkarrieren anstimmte. So wurden Songs von No Use for a Name oder Sunny Day Real Estate pl\u00f6tzlich einem zigtausendk\u00f6pfigen Publikum n\u00e4hergebracht. Das hatte schon was. Genauso wie das Drumsolo des neuen Schlagzeugers Ilan Rubin, der trotz minutenlangen Gekl\u00f6ppels zu fesseln wusste.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, dass es kein Halten mehr auf den Sitzen gab, als Rubin und Grohl f\u00fcr einen Song die Pl\u00e4tze tauschten und beim Blick auf den Drumhocker Erinnerungen an Nirvana-Zeiten aufkamen. Wie ein wirklich kollektives Ausrasten im besten Sinne aussieht, war dann aber in Vollendung beim allerletzten Song des Abends zu erleben.<\/p>\n<p>\u201eEverlong\u201c war der Song, den die Foos noch spielen durften, bevor ihnen von der Location angeblich der Stecker gezogen werden w\u00fcrde. Schlie\u00dflich war es schon weit nach 22 Uhr. Aber die Gruppe hatte eben Bock aufs Livespielen. Damit das auch die Besucher:innen auf den hinteren R\u00e4ngen sp\u00fcren konnten, z\u00fcndeten sie ein Feuerwerk, das weit \u00fcber die Bezirksgrenzen hinaus zu sehen gewesen sein muss. Silvestergeruch lag in der Luft, die Crowd sang entweder mit geschlossenen Augen den Ohrwurm mit oder filmte das Geschehen als Erinnerung f\u00fcr sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>In jedem Fall hatten es die Foo Fighters geschafft, dass alle ganz im Moment zu sein schienen. In diesem Riesenstadion. Mit dieser Band, die gro\u00dfz\u00fcgig ihre Legacy-Songs auspackte und teilte und damit nachhaltig verdeutlichte, dass selbst bei Rockmusik noch einiges geht.<\/p>\n<p>PS: Und das Gewitter? Verschonte das Olympiastadion letztendlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Empfehlungen der\u00a0Redaktion Der Start in den ersten Abend des Julis war ein denkbar schwieriger. 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