{"id":1138013,"date":"2026-07-02T17:56:17","date_gmt":"2026-07-02T17:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138013\/"},"modified":"2026-07-02T17:56:17","modified_gmt":"2026-07-02T17:56:17","slug":"deutschlandtrend-merz-stuerzt-auf-neuen-tiefstwert-union-so-schwach-wie-seit-fast-fuenf-jahren-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138013\/","title":{"rendered":"Deutschlandtrend: Merz st\u00fcrzt auf neuen Tiefstwert \u2013\u00a0Union so schwach wie seit fast f\u00fcnf Jahren nicht"},"content":{"rendered":"<p>Eine riesige Mehrheit der Deutschen zeigt sich unzufrieden mit der Arbeit des Kanzlers. Neben der Wirtschaftsschw\u00e4che treibt vor allem ein anderes Thema eine Mehrheit der B\u00fcrger um.<\/p>\n<p data-external=\"Article.FirstParagraph\">\u201eDeutschland kommt voran. Dies ist ein gro\u00dfer Schritt nach vorne\u201c, verk\u00fcndete Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag mit Bezug auf das schwarz-rote Reformpaket \u201ef\u00fcr Aufschwung und Besch\u00e4ftigung\u201c. Auch der Regierungschef pers\u00f6nlich k\u00f6nnte einen \u201eAufschwung\u201c gebrauchen: Im Deutschlandtrend, der im Auftrag von ARD-\u201eTagesthemen\u201c und WELT erfasst wurde, st\u00fcrzt Merz auf ein neues Rekordtief ab. <\/p>\n<p>In der Erhebung, die vor der Verk\u00fcndung der Reformvorhaben abgeschlossen wurde, \u00e4u\u00dfern sich nur 13 Prozent der Befragten \u201ezufrieden\u201c oder \u201esehr zufrieden\u201c mit dem Kanzler. Das sind drei Prozentpunkte weniger als im Vormonat. 84 Prozent hingegen geben an, sie seien \u201eweniger\u201c oder \u201egar nicht zufrieden\u201c. Unter Unionsanh\u00e4ngern verh\u00e4lt es sich ausgewogener: 51 Prozent sind mit Merz unzufrieden, 48 Prozent hingegen zeigen sich von seiner Arbeit \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Unbeliebter als Merz sind in der Gesamtbev\u00f6lkerung nur Gr\u00fcnen-Chefin Franziska Brantner und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit je elf Prozent Zustimmung sowie Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner mit neun. Deutlich besser als der Kanzler schneidet die SPD-Spitze ab: Arbeitsministerin B\u00e4rbel Bas und Finanzminister Lars Klingbeil landen bei ihren Vormonatswerten: 18 beziehungsweise 21 Prozent. Knapp dar\u00fcber liegt Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), mit dessen Arbeit 22 Prozent der B\u00fcrger zufrieden sind. <\/p>\n<p>AfD-Chefin Alice Weidel schafft es mit 27 Prozent in die Top drei des Rankings, sie liegt einen Punkt hinter Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU). An der Spitze mit weitem Abstand: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) \u2013\u00a0er ist der einzige Politiker, mit dem sich eine Mehrheit (52 Prozent) zufrieden \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Schlechte Nachrichten h\u00e4lt der Deutschlandtrend nicht nur f\u00fcr Merz pers\u00f6nlich, sondern auch f\u00fcr seine Union bereit: In der Sonntagsfrage gibt die CDU\/CSU im Vergleich zum Vormonat einen Punkt ab und kommt aktuell auf 22 Prozent \u2013\u00a0das ist laut Infratest Dimap ihr niedrigster Stand seit November 2021. Beim Koalitionspartner l\u00e4uft es ebenfalls schlecht, die SPD verliert einen Punkt und landet bei zw\u00f6lf Prozent. <\/p>\n<p>Wie im Vormonat ist die AfD mit 27 Prozent st\u00e4rkste Kraft. Gr\u00fcne und Linke legen je einen Punkt zu, sie kommen auf 15 beziehungsweise elf Prozent.<\/p>\n<p>Mehrheit sieht Klimaschutz als Priorit\u00e4t<\/p>\n<p>Welche Sorgen treiben die Deutschen aktuell am meisten um? Klar dominiert hier die schw\u00e4chelnde Wirtschaft: 78 Prozent der Befragten geben an, sich \u201esehr gro\u00dfe\u201c oder \u201egro\u00dfe\u201c Sorgen um den Standort Deutschland zu machen. Auf Platz zwei findet sich die Bef\u00fcrchtung, \u201edass der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen zerst\u00f6rt\u201c\u00a0\u2013 zwei Drittel der B\u00fcrger \u00e4u\u00dfern sich entsprechend. <\/p>\n<p>Knapp mehr als die H\u00e4lfte \u00e4u\u00dfern sich besorgt, \u201edass zu viele Fremde nach Deutschland kommen\u201c. 48 Prozent bef\u00fcrchten laut Erhebung Geldprobleme im Alter. Die Sorge unter den befragten Erwerbst\u00e4tigen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, ist eher gering: Fast drei Viertel besch\u00e4ftigt das Thema kaum oder gar nicht.<\/p>\n<p>Das Thema Klimaschutz wurde von den Demoskopen noch n\u00e4her beleuchtet. Eine Mehrheit von 58 Prozent findet, es sollte \u201eangesichts der aktuellen Krisen und Herausforderungen\u201c dennoch \u201enicht hintenanstehen\u201c. 36 Prozent hingegen sind der Auffassung, der Klimaschutz sollte niedrige Priorit\u00e4t haben. Nach Parteianh\u00e4ngern betrachtet, vertreten nur AfD-Anh\u00e4nger letztere Einstellung mehrheitlich.<\/p>\n<p>F\u00fcr 89 Prozent der B\u00fcrger steht fest, dass die Politik mehr Geld bereitstellen solle, \u201eum die Infrastruktur wie Verkehrswege, Schulen und Krankenh\u00e4user besser auf k\u00fcnftige Hitzephasen vorzubereiten\u201c. Zugleich sagt eine Mehrheit von 59 Prozent, dass sie bei dem Thema \u201eeher die Industrie in der Pflicht als einzelne Konsumenten\u201c s\u00e4hen. Dass die \u201e\u00f6kologischen Kosten f\u00fcr Produkte, G\u00fcter und Dienstleistungen\u201c st\u00e4rker in den Preis einflie\u00dfen sollten, bef\u00fcrworten 38 Prozent.<\/p>\n<p>Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Bewertung von Reformvorschl\u00e4gen der Rentenkommission. Dass der fr\u00fche Renteneintritt ohne Abschl\u00e4ge nach 45 Beitragsjahren \u2013 die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus6a3bbad403b2c4af362761e8\/nicht-besonders-schuetzenswert-so-schnell-laesst-sich-die-rente-mit-63-abschaffen.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus6a3bbad403b2c4af362761e8\/nicht-besonders-schuetzenswert-so-schnell-laesst-sich-die-rente-mit-63-abschaffen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">sogenannte Rente mit 63<\/a> \u2013\u00a0wegfallen soll, ist f\u00fcr 70 Prozent der Deutschen \u201edie falsche Richtung\u201c. Eine \u201eKoppelung des regul\u00e4ren Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung\u201c st\u00f6\u00dft bei 63 Prozent auf Ablehnung. <\/p>\n<p>Positiv aufgenommen wird eine \u201eEinbeziehung von Selbstst\u00e4ndigen, Politikern und Vorst\u00e4nden von Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rentenversicherung\u201c \u2013 84 Prozent \u00e4u\u00dfern sich entsprechend. 56 Prozent begr\u00fc\u00dfen \u201eeine kapitalgedeckte Zusatzrente, bei der die Beitragss\u00e4tze f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitgeber leicht erh\u00f6ht werden und dieser Teil verpflichtend am Kapitalmarkt angelegt wird\u201c. In dem schwarz-roten Beschlusspapier steht, die Koalition werde die Empfehlungen der Kommission in einem Gesetzespaket umsetzen. \u201eDieses wird bis Ende 2026 im Deutschen Bundestag verabschiedet.\u201c<\/p>\n<p><b>F\u00fcr den repr\u00e4sentativen Deutschlandtrend hat Infratest Dimap vom 29. Juni bis 1. Juli 1317 wahlberechtigte B\u00fcrger in 785 Telefon- und 532 Online-Interviews befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/johannes-wiedemann\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/johannes-wiedemann\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Johannes Wiedemann<\/b><\/a><b> ist Leitender Redakteur Politik Deutschland.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine riesige Mehrheit der Deutschen zeigt sich unzufrieden mit der Arbeit des Kanzlers. 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