{"id":1138257,"date":"2026-07-02T20:21:14","date_gmt":"2026-07-02T20:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138257\/"},"modified":"2026-07-02T20:21:14","modified_gmt":"2026-07-02T20:21:14","slug":"wie-hessens-streuobstwiesen-aufbluehen-sollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138257\/","title":{"rendered":"Wie Hessens Streuobstwiesen aufbl\u00fchen sollen"},"content":{"rendered":"<p class=\"ar-p\"><strong>Darmstadt\/Fl\u00f6rsheim am Main.<\/strong> Sie verzaubern im Fr\u00fchling als bl\u00fchende Hingucker, leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und liefern schmackhafte Fr\u00fcchte: Streuobstwiesen pr\u00e4gen Hessens Landschaften und sollen jetzt durch eine neue Richtlinie des Landwirtschaftsministeriums gest\u00e4rkt werden. Wie geht es dem hessischen Kulturgut Streuobstwiese? Und wie kann jeder B\u00fcrger und jede B\u00fcrgerin dazu beitragen, sie zu bewahren?<\/p>\n<p>AdUnit Mobile_Pos2<\/p>\n<p>AdUnit Content_1<\/p>\n<p>Was macht Streuobstwiesen so wertvoll?<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Insekten, Flederm\u00e4use, V\u00f6gel: Dank ihrer zumeist extensiven Bewirtschaftung mit seltener Mahd bieten Streuobstwiesen den perfekten Lebensraum f\u00fcr viele Tierarten. Die teils \u00fcber 100 Jahre alten B\u00e4ume bieten nat\u00fcrliche H\u00f6hlen als Nistpl\u00e4tze und grobe Rindenstrukturen als Verstecke, etwa f\u00fcr Steink\u00e4uze und Zwergflederm\u00e4use, wie Nicola Boeye vom Landschaftspflegeverband Main-Taunus sagt.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Auch Totholz-B\u00e4ume werden zu Wohnst\u00e4tten &#8211; hier zimmern Spechte ihre H\u00f6hlen, die auch von Garten- und Siebenschl\u00e4fern, Meisen und Staren bewohnt werden. Je nach Bodenbeschaffenheit finden sich auch selten gewordene Pflanzenarten auf Streuobstwiesen. Und nicht zuletzt reifen hier alte Obstsorten heran wie die Berliner Schafsnase und Gravensteiner &#8211; beides aromatische Apfelsorten, die andernorts kaum noch zu finden sind.<\/p>\n<p>Wie geht es Hessens Streuobstwiesen?<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Viele dieser wertvollen Biotope haben in den vergangenen Jahrzehnten arg gelitten. Manche sind sogar ganz verschwunden. J\u00fcngsten Erhebungen zufolge gibt es laut Streuobstwiesenzentrum Hessen noch rund 17.500 dieser Biotope auf einer Fl\u00e4che von insgesamt rund 9.100 Hektar.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Teils unklare Besitzverh\u00e4ltnisse sorgten daf\u00fcr, dass zahlreichen Streuobstwiesen jahrelang zu wenig Pflege zukam. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels, die sich ganz aktuell auch w\u00e4hrend der gerade zur\u00fcckliegenden Hitzewelle zeigten: Die B\u00e4ume h\u00e4tten nicht nur Trockenstress, auch ihre Bl\u00e4tter seien f\u00fcr Temperaturen von 30 bis 40 Grad nicht ausgelegt, sagt Boeye.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Ihre Rinde k\u00f6nne aufplatzen, Sch\u00e4dlinge vermehrten sich schneller als fr\u00fcher. So macht dem Landschaftspflegeverband auf den 20 zugeh\u00f6rigen Streuobstwiesen der Schmetterling Blausieb zu schaffen, dessen Raupen am Holz der B\u00e4ume fressen und sie so auch zum Absterben bringen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Wie steht es um das Engagement? <\/p>\n<p class=\"ar-p\">Aber es gibt auch gute Nachrichten: Wieder mehr Menschen als noch vor einigen Jahren engagieren sich f\u00fcr den Fortbestand und lassen sich beispielsweise als Baumwarte ausbilden, erlernen also alles rund um Obstbaumschnitt und Pflege der Streuobstwiese.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Die Nachfrage nach solchen Lehrg\u00e4ngen sei derzeit stabil, sagt Boeye. Auch beim Streuobstwiesenzentrum Hessen melden sich laut Projektleiter Andreas Baumann immer wieder Menschen, die etwa Streuobstgrundst\u00fccke von den Gro\u00dfeltern geerbt haben, diese gerne erhalten und sich dazu beraten lassen m\u00f6chten &#8211; eine erfreuliche Entwicklung, wie Baumann findet. Einen besseren und aktiveren Beitrag zum Artenschutz k\u00f6nne man kaum leisten.<\/p>\n<p>Welches sind die Kernelemente der neuen Richtlinie? <\/p>\n<p class=\"ar-p\">Die Richtlinie zielt auf mehrere Punkte ab: Neben der Neu- und Nachpflanzung hochst\u00e4mmiger Obstb\u00e4ume wird die langfristige Pflege bestehender Streuobstwiesen unterst\u00fctzt mit einer an das Alter der B\u00e4ume angepassten F\u00f6rderung. Je neu gepflanztem Streuobstbaum etwa betr\u00e4gt der F\u00f6rdersatz 105 Euro.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Auch die Pflanzung aus Direktsaaten und sogenannten S\u00e4mlingsunterlagen wird gef\u00f6rdert. Bei letzterem handelt es sich um die Wurzeln und den unteren Stamm von Obstb\u00e4umen, die aus Samen herangezogen werden. Unterst\u00fctzung gibt es au\u00dferdem f\u00fcr Erntearbeiten und f\u00fcr die Einrichtung regionaler Streuobst-Annahmestellen.<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Baumann vom Streuobstzentrum Hessen lobt die neue Richtlinie. Vielversprechende Formen der Neupflanzung w\u00fcrden damit unterst\u00fctzt und die F\u00f6rderung komme allen zugute, die sich um Streuobstwiesen k\u00fcmmern &#8211; von der Privatperson bis zur Waldbesitzervereinigung und zum kleinen bis mittleren Landwirtschaftsbetrieb.<\/p>\n<p>Was kann jeder zur Bewahrung beitragen?<\/p>\n<p class=\"ar-p\">Bei der Pflege und Ernte helfen, sich in Naturschutzvereinen und Streuobstinitiativen engagieren: Das sind Wege, zum Schutz der Biotope beizutragen. Wer dabei beispielsweise \u00c4pfel, Birnen oder Kirschen auf Streuobstwiesen erntet, sollte aber auf einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit diesen sensiblen Fl\u00e4chen achten. Zu beachten ist: Die B\u00e4ume oder Fl\u00e4chen m\u00fcssen ausdr\u00fccklich f\u00fcr das Pfl\u00fccken freigegeben sein &#8211; wildes Abernten hingegen ist Diebstahl. dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Darmstadt\/Fl\u00f6rsheim am Main. 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