{"id":1138304,"date":"2026-07-02T20:48:19","date_gmt":"2026-07-02T20:48:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138304\/"},"modified":"2026-07-02T20:48:19","modified_gmt":"2026-07-02T20:48:19","slug":"vatikan-schliesst-piusbrueder-aus-der-kirche-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138304\/","title":{"rendered":"Vatikan schlie\u00dft Piusbr\u00fcder aus der Kirche aus"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/bischoefe-pius-100.jpg\" alt=\"Bisch\u00f6fe der Piusbruderschaft \" title=\"Bisch\u00f6fe der Piusbruderschaft  | AP Photo\/Baz Ratner\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 02.07.2026 \u2022 21:31 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt zwischen den Piusbr\u00fcdern und dem Vatikan. Sie lehnen zentrale kirchliche Reformen ab. Doch nun spricht der Papst ein Machtwort und schlie\u00dft sie aus der Kirche aus.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/giordano-anna-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Anna Giordano\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/giordano-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die offizielle Mitteilung aus der Glaubensbeh\u00f6rde des Vatikans kommt nur einen Tag nach der Zeremonie im schweizerischen \u00c9c\u00f4ne. In dem Schreiben werden die F\u00fchrung der Piusbruderschaft und ihre formellen Mitglieder exkommuniziert. Und nicht nur das, wenn von Priestern der Bruderschaft die Beichte abgenommen oder eine Ehe geschlossen wird, dann ist das in Zukunft nicht mehr g\u00fcltig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist eine scharfe Linie, die Papst Leo XIV. hier zieht. Denn Papst Benedikt XVI. war noch auf die Piusbr\u00fcder zugegangen, hatte 2009 die Exkommunikation von vier Bisch\u00f6fen aufgehoben. Sein Nachfolger, Papst Franziskus, hatte den Priestern der Gemeinschaft die Vollmacht f\u00fcr die Ehe und die Beichte erteilt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Papst Leo XIV. dagegen bleibt hart, auch wenn Kardinalstaatssekret\u00e4r Pietro Parolin betont: &#8222;Zun\u00e4chst einmal empfinde ich einen gro\u00dfen Schmerz. Es ist ein gro\u00dfer Schmerz, weil hier zutiefst die Einheit der Kirche verletzt wird.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Papst wird gedem\u00fctigt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trotz dieser Verletzung hoffe er, so Parolin weiter, dass man mit der Piusbruderschaft in einen Dialog treten k\u00f6nne, dass eine L\u00f6sung gefunden werden k\u00f6nne. \u00c4hnlich hatte sich der Papst einige Tage zuvor ausgedr\u00fcckt. In einem Brief an die Leitung der Piusbruderschaft hatte er diese aufgerufen, umzukehren und von der geplanten Bischofsweihe abzusehen. Noch sei die Kirche offen f\u00fcr einen Weg des Dialogs.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch der Appell verhalte. Man sehe sich in der Pflicht, Bisch\u00f6fe in der wahren Gesinnung zu weihen, sagte der Generalobere der Piusbruderschaft, Davide Pagliarani, zu Beginn der vom Vatikan nicht genehmigten Bischofsweihe im schweizerischen \u00c9c\u00f4ne. Die r\u00f6mischen Institutionen seien seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren von einem Geist beseelt, der der wahren Tradition der Kirche entgegenstehe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und in seiner Predigt betonte er, ihnen werde vorgeworfen, den Papst nicht zu lieben, ihn nicht zu respektieren. &#8222;Doch gerade weil wir den Papst aufrichtig lieben, als Stellvertreter Christi, als Oberhaupt der Kirche, wollen wir nicht l\u00e4nger mit ansehen, wie er neben falschen Hirten, Vertretern falscher Religionen gedem\u00fctigt wird. Wie oft haben wir das in all den Jahren schon erlebt.&#8220;<\/p>\n<p>    Traditionalisten lehnen Reformen ab<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Fronten bleiben damit verh\u00e4rtet. Die Traditionalisten lehnen seit ihrer Gr\u00fcndung nicht nur die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab, die sie erst k\u00fcrzlich wieder als &#8222;moderne Irrt\u00fcmer&#8220; bezeichnet haben, sondern auch jede Form der \u00d6kumene und der Religionsfreiheit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass Papst Leo XIV. f\u00fcr diese Haltung kein Verst\u00e4ndnis hat, hat er schon zu Beginn der Woche am Hochfest Peter und Paul angedeutet. In seiner Predigt hatte er die Sorge um die Einheit der Kirche mit einem Schl\u00fcssel verglichen. Ein Schl\u00fcssel rei\u00dfe keine T\u00fcre nieder, sondern \u00f6ffne und schlie\u00dfe sie, sodass die R\u00e4ume miteinander verbunden werden &#8211; und aus vielen isolierten Zimmern ein einziges einladendes Haus entstehe.<\/p>\n<p>    M\u00f6glicher Dialog in weiter Ferne<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Weiter sagte er: &#8222;Auf die gleiche Weise entsteht die Gemeinschaft in der Kirche nicht dadurch, dass man sich auf seine eigene Position versteift, sondern indem man in den Herzen aller die Ber\u00fchrungspunkte in der Wahrheit sucht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch diese Ber\u00fchrungspunkte wollen die Traditionalisten der Piusbruderschaft ihren Aussagen zufolge nicht finden. Der Vatikan hat sie nun exkommuniziert, damit ist ein m\u00f6glicher Dialog in weite Ferne ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Was steckt hinter dem Konflikt?<\/p>\n<p>            Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. &#8211; so der offizielle Name der Glaubensgemeinschaft &#8211; und dem Vatikan. Die Gemeinschaft wurde 1970 vom franz\u00f6sischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegr\u00fcndet und lehnt Reformen in der Kirche generell ab, auch die des Zweiten Vatikanischen Konzils vor mehr als 60 Jahren. Dieses Konzil ver\u00e4nderte etwa die Beziehungen zu anderen Christen, Juden und weiteren Religionen sowie zur Laienwelt grundlegend und erlaubte die Messe in Landessprachen statt auf Latein. Doch die Piusbr\u00fcder lehnen die Religionsfreiheit und den Dialog mit anderen Kirchen und Religionen ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.07.2026 \u2022 21:31 Uhr Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt zwischen den Piusbr\u00fcdern und dem Vatikan. 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