{"id":1138407,"date":"2026-07-02T21:51:18","date_gmt":"2026-07-02T21:51:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138407\/"},"modified":"2026-07-02T21:51:18","modified_gmt":"2026-07-02T21:51:18","slug":"nanotechnologie-hochdurchsatz-screening-fuer-nanokrist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1138407\/","title":{"rendered":"Nanotechnologie: Hochdurchsatz-Screening f\u00fcr Nanokrist \u2026"},"content":{"rendered":"\n<p>Nanokristalle werden bereits heute millionenfach in Fernsehern, Laptops und Displays eingesetzt und gelten als Schl\u00fcsselmaterialien f\u00fcr die n\u00e4chste Generation von Quanten-, Sensor- und Solartechnologien. Ihr volles Potenzial k\u00f6nnen sie bislang jedoch noch nicht entfalten. Ein zentraler Grund: Die winzigen Partikel sind uneinheitlich. In einer einzigen L\u00f6sung befinden sich Milliarden Nanokristalle mit teils stark unterschiedlichen Eigenschaften. Obwohl sich die Partikel charakterisieren lassen, sind wichtige Qualit\u00e4tsparameter nur als Durchschnittswert \u00fcber alle Partikel zug\u00e4nglich. \u201eF\u00fcr ihre Funktion in Bauteilen sind diese Durchschnittswerte jedoch unzureichend\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.physik.lmu.de\/de\/ueber-die-fakultaet-fuer-physik\/personen\/kontaktseite\/emiliano-cortes-44dbb055.html\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Professor Emiliano Cort\u00e9s<\/a>, der am Nano-Institut der LMU forscht, \u201edenn jedes einzelne Nanoteilchen kann sich unterschiedlich verhalten \u2013 zum Beispiel in seiner Gr\u00f6\u00dfe oder darin, wie gut es Licht emittiert, also aufgenommene Energie wieder als Licht abgibt.\u201d<\/p>\n<p>\tEine neue Methodik basierend auf Licht<\/p>\n<p>Wie sich diese L\u00fccke schlie\u00dfen l\u00e4sst, stellt Cort\u00e9s gemeinsam mit seinem Team in einer aktuellen Publikation im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41563-026-02607-5\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Nature Materials<\/a> vor. Darin bestimmen die Forschenden erstmals die Gr\u00f6\u00dfe und Quantenausbeute von Tausenden einzelnen Perowskit-Nanow\u00fcrfeln direkt in L\u00f6sung und zeitlich hochaufgel\u00f6st. \u201eWir haben eine Hochdurchsatz-Methode basierend auf Licht entwickelt, mit der wir eine Qualit\u00e4tskontrolle auf Einzelpartikelebene abbilden k\u00f6nnen\u201d, erkl\u00e4rt LMU-Nanophysiker Dr. Christoph Gruber, Erstautor der Studie. \u201eF\u00fcr die zuverl\u00e4ssige Produktion der Materialien und der darauf aufbauenden Ger\u00e4te ist das von entscheidender Bedeutung. Milliarden Nanopartikel ergeben die Gesamtleistung. Wir k\u00f6nnen jetzt statt gemittelter Werte differenzieren, wie stark einzelne Teilchen beitragen und wie stark diese in der Probe variieren.\u201c<\/p>\n<p>Ein Erfolgsfaktor der Studie war die enge Zusammenarbeit mit weiteren LMU-Forschenden: dem Team um <a href=\"https:\/\/www.physik.lmu.de\/nanospec\/de\/personen\/kontaktseite\/alexander-urban-b797fa38.html\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Professor Alexander Urban<\/a>. Die Gruppe hat sich auf die Synthese von Perowskit-Nanokristallen spezialisiert und stellt die Nanow\u00fcrfel her. Die untersuchten Perowskit-Nanow\u00fcrfel sind kleiner als 20 Nanometer und unterscheiden sich teils stark in ihrer optischen Leistung, auch wenn es scheinbar einheitliche Proben sind. Urban: \u201eWir k\u00f6nnen jetzt gezielt auf einzelne Teilchen schauen und klare Tendenzen erkennen: Kleinere Nanokristalle weisen beispielsweise eine h\u00f6here Quantenausbeute auf \u2013 sie emittieren also effizienter Licht \u2013 als gr\u00f6\u00dfere. Dieses Verst\u00e4ndnis ist entscheidend, um das gro\u00dfe Potenzial von Perowskiten f\u00fcr leistungsf\u00e4hige und skalierbare optoelektronische Bauteile tats\u00e4chlich auszusch\u00f6pfen.\u201c<\/p>\n<p>\tNanow\u00fcrfel im Qualit\u00e4tscheck<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"picture__image lazyload\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/nanocubes-analysis_cortes_gruber_1_1_format_s.jpg\" alt=\"Emiliano Cort\u00e9s, Christoph Gruber, Alexander Urban, Andrea Mancini am LMU Nanoinstitut\" title=\"Emiliano Cort\u00e9s, Christoph Gruber, Alexander Urban, Andrea Mancini am LMU Nanoinstitut | \u00a9 LMU\" data-\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tVergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p class=\"figure__caption-content\">Teamarbeit: Die LMU-Nanowissenschaftler Emiliano Cort\u00e9s, Christoph Gruber, Alexander Urban, Andrea Mancini am LMU Nanoinstitut | \u00a9 LMU <\/p>\n<p>Der Weg zum Hochdurchsatz-Screening war jedoch anspruchsvoll, denn dazu m\u00fcssen tausende Partikel schnell, pr\u00e4zise und reproduzierbar erfasst werden. \u201eEine gro\u00dfe Herausforderung war es, die gro\u00dfen Datenmengen zu bew\u00e4ltigen und eine verl\u00e4ssliche Auswertungspipeline aufzubauen\u201d, erkl\u00e4rt LMU-Nanophysiker Dr. Andrea Mancini, Co-Erstautor der Studie. Zudem sind Perowskit-Nanokristalle empfindlich, reagieren sensibel auf starke Lichteinstrahlung, Sauerstoff oder Feuchtigkeit und k\u00f6nnen sich w\u00e4hrend der Messung ver\u00e4ndern. \u201eWir mussten sicherstellen, dass wir wirklich das Material messen und nicht ein Zersetzungsprodukt\u201c, erkl\u00e4rt Cort\u00e9s. \u201eDass wir stabile in-situ-Messungen erreicht haben, war ein wichtiger Durchbruch.\u201d<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\tEIC Transition: Millionenf\u00f6rderung f\u00fcr Team des LMU-Nanoinstituts\n\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t<a class=\"teaser-single__link is-internal\" href=\"https:\/\/www.lmu.de\/de\/newsroom\/newsuebersicht\/news\/eic-transition-millionenfoerderung-fuer-team-des-lmu-nanoinstituts-eb026581.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\tWeiterlesen<br \/>\n\t\t<\/a><br \/>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.lmu.de\/de\/newsroom\/newsuebersicht\/news\/eic-transition-millionenfoerderung-fuer-team-des-lmu-nanoinstituts-eb026581.html\" class=\"teaser-single__a11y-clickarea\" aria-hidden=\"true\" tabindex=\"-1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Mit der neuen Methode verkn\u00fcpfen die Forschenden erstmals systematisch Gr\u00f6\u00dfe und Funktion einzelner Nanopartikel \u2013 und machen diese Beziehung f\u00fcr die Materialentwicklung nutzbar. \u201eHochdurchsatz-Qualit\u00e4tskontrolle auf dem Niveau einzelner Nanoteilchen \u2013 das war es bisher so nicht machbar\u201c, betont Gruber. \u201eEs wird m\u00f6glich, die Materialqualit\u00e4t bereits vor der Integration in ein Bauteil gezielt zu bewerten und zu optimieren.\u201d Das Potenzial der Technologie hat auch der European Innovation Council erkannt: Die Weiterentwicklung und \u00dcberf\u00fchrung der patentierten Methode in die praktische Anwendung wird mit einem EIC Transition Grant in H\u00f6he von 2,45 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Im Rahmen des <a href=\"https:\/\/www.e-conversion.de\/de\/eic-transition-lmu-nanoinstitut-de\/\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">iNSyT One-Projekts<\/a> wird Dr. Christoph Gruber daran arbeiten, die Technologie in ein marktf\u00e4higes Produkt zu \u00fcberf\u00fchren. Ziel ist es, damit eine schnelle und pr\u00e4zise Qualit\u00e4tskontrolle von Nanopartikeln zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Christoph G. Gruber, Andrea Mancini, Nina A. Henke, Carola Lampe, Olivier Henrotte, Michael F. Lichtenegger, Franz Gr\u00f6bmeyer, Andreas Singldinger, Yi Li, Stefan A. Maier, Alexander S. Urban, Emiliano Cort\u00e9s. <b><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41563-026-02607-5\" class=\"is-external\" title=\"Link \u00f6ffnet in neuem Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">High-throughput in situ sizing and quantum yield determination of individual perovskite nanocrystals<\/a>.<\/b> In<b>: <\/b>Nature Materials, 2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nanokristalle werden bereits heute millionenfach in Fernsehern, Laptops und Displays eingesetzt und gelten als Schl\u00fcsselmaterialien f\u00fcr die n\u00e4chste&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1138408,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1827],"tags":[772,29,597,30,20294,20295,20293,1268,5162],"class_list":["post-1138407","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-muenchen","tag-bayern","tag-deutschland","tag-forschung","tag-germany","tag-lehrangebot","tag-lmu","tag-ludwig-maximilians-universitaet","tag-muenchen","tag-universitaet"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116852602395873903","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1138407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1138407"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1138407\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1138408"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1138407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1138407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1138407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}