{"id":11400,"date":"2025-04-06T21:19:22","date_gmt":"2025-04-06T21:19:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/11400\/"},"modified":"2025-04-06T21:19:22","modified_gmt":"2025-04-06T21:19:22","slug":"einsamkeit-im-alter-die-kassiererinnen-waren-jahrelang-mein-einziger-kontakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/11400\/","title":{"rendered":"Einsamkeit im Alter: &#8222;Die Kassiererinnen waren jahrelang mein einziger Kontakt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/hamburg\/2025-03\/einsamkeit-im-alter-gesellschaft-problem-ruhestand\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen    <\/a><\/p>\n<p>                        Inhalt<\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 1&#8243;Die Kassiererinnen waren jahrelang mein einziger Kontakt&#8220;<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/hamburg\/2025-03\/einsamkeit-im-alter-gesellschaft-problem-ruhestand\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2Sieglinde, 72, ging in die Disko<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"paragraph article__item\">Es ist Fr\u00fchling, die Stadt erwacht zum Leben, die Menschen str\u00f6men nach drau\u00dfen. Doch was, wenn man niemanden hat, der einen begleitet, nie? Gerade unter \u00e4lteren Menschen in der Gro\u00dfstadt ist Einsamkeit eine Gefahr. 22 Prozent der \u00fcber 75-J\u00e4hrigen f\u00fchlen sich hin und wieder einsam, unter Alleinlebenden sind es 35 Prozent. Was kann man dagegen tun? Hier erz\u00e4hlen zwei Menschen aus Hamburg, was ihnen hilft.<\/p>\n<p>                &#8222;F\u00fcr ein paar Jahre waren die Kassiererinnen im Supermarkt mein einziger Kontakt&#8220;: Rolf, 76, wohnt in Wilhelmsburg        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Schon das Wort Einsamkeit macht mich emotional. Manchmal muss ich pl\u00f6tzlich weinen, was eigentlich untypisch f\u00fcr mich ist. Als Ausl\u00f6ser gen\u00fcgt die Ansprache eines Politikers zu einem Thema, das mich umtreibt, oder eine sch\u00f6ne Stimme im Radio. Ich war sogar bei einer Neurologin, um rauszukriegen, was mich so aus der Bahn wirft. Nach dem Gespr\u00e4ch mit der \u00c4rztin musste ich mir eingestehen: Ich bin einsam. Ich wei\u00df, das ist nichts, wof\u00fcr ich mich sch\u00e4men muss, trotzdem f\u00e4llt es mir schwer, dar\u00fcber zu sprechen. \u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ich habe vier Kinder und ein Enkelkind, und meine Tochter lebt mit ihrer Familie auch in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/hamburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamburg<\/a>, aber ich f\u00fchle mich trotzdem oft allein. Als junger Mann ging es mir auch schon mal so, zum Beispiel, als ich mit Mitte 20 von Hessen nach Hamburg zog. Aber die Einsamkeit jetzt im Alter, die ist anders, finde ich. \u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Los ging es bei mir, als sich meine Frau von mir scheiden lie\u00df, damals war ich 62. Ich zog aus unserer Wohnung aus und nach Wilhelmsburg, in einen mir bislang fremden Stadtteil. F\u00fcr ein paar Jahre waren die Kassiererinnen im Supermarkt mein einziger Kontakt, die Einzigen, mit denen ich gesprochen habe.\u00a0 <\/p>\n<p>        &#8222;Ohne Milly w\u00fcrde ich vielleicht gar nicht vor die T\u00fcr gehen&#8220;        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vor ein paar Jahren wurde vieles besser. Denn meine Tochter und ihr Mann holten sich einen Hund. &#8222;Ihr seid doch verr\u00fcckt&#8220;, sagte ich damals. So ein Tier braucht ja viel Zeit und Pflege, und die beiden waren voll berufst\u00e4tig. &#8222;Wie wollt ihr das denn schaffen?&#8220;, fragte ich. &#8222;Na, mit dir zusammen&#8220;, sagte meine Tochter. Tja, und dann kam Milly. Milly ist ein schwarzer Zwergschnauzer und sehr brav. Immer dienstags und freitags ist sie bei mir. Einerseits nehme ich Milly, um den Kindern zu helfen, aber genauso sehr helfe ich mir selbst. Ohne Milly w\u00fcrde ich vielleicht gar nicht vor die T\u00fcr gehen. Jetzt komme ich raus und schaffe sogar 9.000 Schritte am Tag.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Seit ich meine Runden mit Milly drehe, habe ich Dutzende Menschen kennengelernt. Eine meiner Hunde-Kumpelinnen \u2013 wie ich meine Bekanntschaften nenne \u2013 treffe ich auch mal so, ohne Hund. Meine Wohnung ist so klein wie eine Studentenbude. Einladen will ich darum niemanden, aber ich bringe uns manchmal einen Coffee to go mit. Unsere Spazierg\u00e4nge dauern bis zu zwei Stunden, wir reden \u00fcber Gott und die Welt.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZON<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    Elbvertiefung \u2013 Der t\u00e4gliche Newsletter f\u00fcr Hamburg<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Erfahren Sie aus der Redaktion der ZEIT, was in Hamburg wichtig ist \u2013 pr\u00e4gnant, pers\u00f6nlich und pointiert, jeden Werktag um 6 Uhr<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><br \/>\n     zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Au\u00dferdem habe ich \u00fcber nebenan.de regelm\u00e4\u00dfig Kontakt mit Menschen. Eine Nachbarin machte mich vor ein paar Jahren auf die Plattform aufmerksam, dort sucht immer jemand Unterst\u00fctzung. Wenn irgendwo in der Nachbarschaft eine T\u00fcr quietscht oder was kaputtgeht, stehe ich als gelernter Tischler und Designer gern parat. Aber Freundschaften sind dadurch leider noch keine entstanden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ich finde es mitunter m\u00fchsam, Kontakte zu kn\u00fcpfen, aus denen dann auch wirklich mehr entsteht. Liegt das an Hamburg? Manchmal kommt es mir so vor. Mit der Einsamkeit w\u00e4re es bei mir schlagartig vorbei, wenn ich wieder eine Partnerin h\u00e4tte, da bin ich mir sicher. Mit der Gesundheit sieht es noch ganz gut aus. Aber ich k\u00f6nnte die Dame nicht st\u00e4ndig zum Essen oder auf St\u00e4dtereisen einladen. Ich bekomme gerade einmal um die 1.300 Euro Rente, ein paar Euro drunter f\u00e4ngt die Armut an. \u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Seit einer Weile versuche ich es mit Onlinedating. Ich habe aber noch nicht den Mut aufgebracht, ein Bild von mir hochzuladen. Meine Kinder sagen: &#8222;Papa, ohne Foto wird das nichts.&#8220; Ich denke dann: Welche Frau will denn einen so alten Kerl wie mich? Mal sehen, vielleicht mach ich&#8217;s eines Tages doch noch. Gen\u00fcgend Zeit h\u00e4tte ich \u2013 ich plane n\u00e4mlich, noch zwei Jahrzehnte zu leben. 20 Jahre sollten f\u00fcr die Suche nach der sp\u00e4ten Liebe doch reichen. Zumindest hoffe ich das.&#8220;\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">*Name von der Redaktion ge\u00e4ndert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1&#8243;Die Kassiererinnen waren jahrelang mein einziger Kontakt&#8220; Seite 2Sieglinde, 72, ging&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11401,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[8434,29,8433,553,30,692,379,8435],"class_list":{"0":"post-11400","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-alter","9":"tag-deutschland","10":"tag-einsamkeit-im-alter","11":"tag-familie","12":"tag-germany","13":"tag-hamburg","14":"tag-rente","15":"tag-ruhestand"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114293110456185408","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11400","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11400"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11400\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11401"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11400"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11400"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11400"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}