{"id":1140756,"date":"2026-07-03T20:43:24","date_gmt":"2026-07-03T20:43:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1140756\/"},"modified":"2026-07-03T20:43:24","modified_gmt":"2026-07-03T20:43:24","slug":"die-wandmalereien-in-rekordgroesse-am-augsburger-peacetower-sind-jetzt-vollstaendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1140756\/","title":{"rendered":"Die Wandmalereien in Rekordgr\u00f6\u00dfe am Augsburger \u201ePeacetower\u201c sind jetzt vollst\u00e4ndig"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Allein die Beine der Frauenfigur erstrecken sich \u00fcber sieben Stockwerke des \u201ePeacetower\u201c getauften Studentenwohnheims an der Lechbr\u00fccke. N\u00e4hert man sich dem 288 m\u00b2 gro\u00dfen Wandbild, wandern die Augen ob der schieren Dimension unweigerlich von unten nach oben \u00fcber das Gem\u00e4lde \u201eWoman with Olive Branch\u201c <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/augsburg-groesstes-mural-schwabens-kuenstler-gestalten-studentenhochhaus-114081860\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">des australischen K\u00fcnstlers Fintan Magee.<\/a> In seinem typischen verwaschenen Stil, als w\u00fcrde das Motiv durch eine Ornamentalglasscheibe hindurch schimmern, zeigt er eine Frau, die sich einen massive Olivenast \u00fcber die Schulter gelegt hat, als w\u00fcrde ein d\u00fcnner \u00d6lzweig angesichts der in Flammen stehenden Welt nicht mehr als Friedenssymbol gen\u00fcgen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Keine halben Sachen also, das haben sich wohl die Organisatoren des Augsburger Friedensfests gedacht, als es an die Planung des mittlerweile seit 2013 zur Tradition gewordenen Fassadengem\u00e4ldes ging. Manche, wie das Wandbild am Geb\u00e4ude des Verbands f\u00fcr soziale Dienste an der Blauen Kappe, sind mittlerweile wieder verschwunden; andere, wie das Motiv \u201eZusammenhalt\u201c am Hauptbahnhof, wurden zum festen Teil des Stadtbilds. Am nun vollst\u00e4ndig enth\u00fcllten Peacetower finden sich nun unter dem Titel \u201eEmpowering Perspectives\u201c ganze sechs verschiedene Murals, verteilt auf eine zumindest schwabenweite Rekordgr\u00f6\u00dfe von \u00fcber 1700 m\u00b2.\n  <\/p>\n<p>            Die Murals des Peacetowers zeigen die Vielfalt dieser Kunstform<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Begriff Mural kommt aus dem Spanischen und bezeichnet Wandmalereien, die in den 1920er Jahren im Zuge der mexikanischen Revolution auftauchten und \u201eTraditionen, die kulturelle Vielfalt des Landes, soziale Missst\u00e4nde durch koloniale Ausbeutung, aber auch eine vermeintlich hoffnungsvolle Zukunft visualisieren sollten. Kunst sollte nun nicht mehr einem eingeschr\u00e4nktem intellektuellem Kreis vorbehalten, sondern dem ganzen Volke zug\u00e4nglich sein und seiner Sozialisierung und politischen Aufkl\u00e4rung dienen\u201c, wie Peggy Goede vom Lateinamerika-Institut der FU Berlin schreibt. Kunst im \u00f6ffentlichen Raum soll gleicherma\u00dfen erfreuen, inspirieren, die Augen \u00f6ffnen und gerne auch eine Botschaft \u00fcbermitteln \u2013 und die \u201eerm\u00e4chtigenden Perspektiven\u201c, die die sechs Peacetower-Murals zeigen, beweisen die Vielf\u00e4ltigkeit dieser Kunstform in un\u00fcbersehbarer Weise &#8211; selbst aus dem z\u00e4hen Berufsverkehr auf Berliner Allee und Lechhauser Stra\u00dfe heraus kann man einen kurzen Blick auf eine der drei bemalten Seiten des Turms erhaschen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Doch m\u00f6chte man die Murals in all ihren Details betrachten, muss man dem Titel gem\u00e4\u00df die richtige Perspektive finden. Magees Wandbild und dessen Nachbar \u201eThe Flow\u201c des Saarbr\u00fccker K\u00fcnstlers Cone the Weird sieht man erst in voller Gr\u00f6\u00dfe, wenn man in der Baustelleneinfahrt an der S\u00fcdseite des Turmes steht. Neun Sanduhren im Pop-Art-Stil zerflie\u00dfen in bester Dal\u00ed-Manier, im unteren Teil der Stundengl\u00e4ser liegt je eine Weltkugel, ein Hinweis auf die internationale Bewohnerschaft im Peacetower, die, so divers sie auch sein mag, die Erfahrung der kleinen Dramen und gro\u00dfen Herausforderungen des Studiums teilt. Das Wissen, in dieser Erfahrung nicht alleine zu sein, ist einer der vielen Aspekte des \u201eEmpowerments\u201c, illustriert auch durch den surrealen, ein wenig an die Ostern-Skulptur vor dem Staatstheater erinnernden Baum, um dessen Stamm das portugiesisch-polnische K\u00fcnstlerduo MOTS sich \u00c4ste schmiegen l\u00e4sst, die sich gegenseitig zu st\u00fctzen scheinen.\n  <\/p>\n<p>            Eine Ode an das kulturell immer bunter werdende Augsburg<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    L\u00e4uft man den Zubringer Richtung Berliner Allee hinunter, zeigt sich anhand \u201eFrieden beginnt mit einem L\u00e4cheln\u201c, welche perspektivischen M\u00f6glichkeiten in diesen gro\u00dfen Fl\u00e4chen stecken. Sieht man hinter die bunten Smiley-Kugeln des Dresdner Experimental-Sprayers Bond Trueluv, die gut gelaunt \u00fcber die Fassade rollen, blickt man von oben in ein steiles Treppenhaus hinab, aus dem die grinsenden B\u00e4lle heraush\u00fcpfen. Man schaut also horizontal in ein vertikales Gem\u00e4lde hinein \u2013 eine verwirrende und dadurch umso unterhaltsamere Optik. In Sachen Farbenrausch stehen <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/schwabens-groesstes-mural-projekt-so-laufen-die-vorbereitungen-am-peace-tower-in-augsburg-113945803\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">die Beitr\u00e4ge der beiden lokalen K\u00fcnstler<\/a> dem Trueluv-Mural in nichts nach. \u201ePeace possible\u201c von Daniel Man ist eine Ode an das \u201ekulturell immer bunter werdende <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a>\u201c, eine Komposition aus Linien, Wellen und Kurven in Anlehnung an traditionelle chinesische Tuschzeichnungen, aus denen sich Wasserwege und Zirbeln\u00fcsse heraussch\u00e4len.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Einen Aspekt der Bedeutung \u00f6ffentlicher Kunst zeigt zu guter Letzt das lokale Kollektiv OTF. Es schenkt einen Moment Ruhe in der Hektik des Alltags, wenn man sich ein paar Minuten nimmt zu \u00fcberlegen, ob das unterste Motiv ihres Gem\u00e4ldes nun eine stilisierte Handgeste mit der Bedeutung \u201eTritt n\u00e4her!\u201c darstellt oder einen depressiven Regenwurm.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Allein die Beine der Frauenfigur erstrecken sich \u00fcber sieben Stockwerke des \u201ePeacetower\u201c getauften Studentenwohnheims an der Lechbr\u00fccke. 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