{"id":1142978,"date":"2026-07-04T19:07:22","date_gmt":"2026-07-04T19:07:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1142978\/"},"modified":"2026-07-04T19:07:22","modified_gmt":"2026-07-04T19:07:22","slug":"studie-warnt-vor-satellitenflut-bis-zu-17-millionen-objekte-koennten-den-nachthimmel-dauerhaft-veraendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1142978\/","title":{"rendered":"Studie warnt vor Satellitenflut: Bis zu 1,7 Millionen Objekte k\u00f6nnten den Nachthimmel dauerhaft ver\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p> <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/studie-warnt-vor-satellitenflut-bis-zu-1-7-millionen-objekte-konnten-den-nachthimmel-dauerhaft-veran.jpeg\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Satelliten w\u00e4hrend einer Stunde \u00fcber der n\u00f6rdlichen Atacamaw\u00fcste in Chile. Bild: F. Kamphues, ESO\/M. Kornmesser\" title=\"Satelliten w\u00e4hrend einer Stunde \u00fcber der n\u00f6rdlichen Atacamaw\u00fcste in Chile.\"\/>Satelliten w\u00e4hrend einer Stunde \u00fcber der n\u00f6rdlichen Atacamaw\u00fcste in Chile. Bild: F. Kamphues, ESO\/M. Kornmesser   <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/lisa-seyde.jpg\" alt=\"Lisa Seyde\" width=\"40\" height=\"40\"\/>    <a class=\"nombre text-hv\" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/autor\/lisa-seyde\/\" title=\"Lisa Seyde\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lisa Seyde<\/a>     04.07.2026 &#8211; 17:53 Uhr   5 min   <\/p>\n<p>Die Zahl der Satelliten im Erdorbit nimmt rasant zu. Seit 2019 ist sie von wenigen Tausend auf mehr als 14.000 gestiegen, vor allem durch Kommunikationsnetzwerke wie Starlink. Nach einer neuen Studie der ESO k\u00f6nnten jedoch die derzeit geplanten Projekte den Weltraum in bisher unvorstellbarem Ma\u00dfe ausf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Insgesamt stehen Pl\u00e4ne f\u00fcr mehr als 1,7 Millionen zus\u00e4tzliche Satelliten im Raum. Nach Einsch\u00e4tzung der Forschenden h\u00e4tte das \u201everheerende Folgen f\u00fcr die Astronomie\u201c. Um wissenschaftliche Beobachtungen dauerhaft zu erm\u00f6glichen, sollte die Zahl lichtschwacher Satelliten im Orbit nach ihren Berechnungen 100.000 nicht \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>\u201eBislang konnten wir die Situation bew\u00e4ltigen, aber es wird immer kritischer\u201c, sagt ESO-Astronom Olivier Hainaut. Trotz Ma\u00dfnahmen einzelner Unternehmen, die Helligkeit ihrer Satelliten zu verringern, sei mit den aktuellen Ausbaupl\u00e4nen \u201edie Grenze dessen \u00fcberschritten\u201c, was die Astronomie verkraften k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Tausende Lichtpunkte statt Sterne<\/p>\n<p>Besonders weit reichen die Pl\u00e4ne von SpaceX: Das Unternehmen m\u00f6chte rund eine Million weitere Satelliten f\u00fcr weltraumgest\u00fctzte Rechenzentren starten. Hinzu kommen Vorhaben anderer Betreiber wie E-Space mit dem Projekt Cinnamon sowie die chinesischen Systeme CTC-1 und CTC-2.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/studie-warnt-vor-satellitenflut-bis-zu-1-7-millionen-objekte-konnten-den-nachthimmel-dauerhaft-veran.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Die Satelliten \u00fcber dem VLT der ESO, falls SpaceX eine Million Satelliten realisiert. Satelliten im Erdschatten sind unsichtbar (grau). Satelliten mit Magnitude 7 (orange, fast 2.000) liegen an der Wahrnehmungsgrenze f\u00fcr das blo\u00dfe Auge unter extrem dunklen Bedingungen. Satelliten (rot, mehr als 200) haben eine Magnitude \u00fcber 5, sichtbar in Vorst\u00e4dten. Bild: ESO\/O. Hainaut\" title=\"Die Satelliten \u00fcber dem VLT der ESO, falls SpaceX eine Million Satelliten realisiert. Satelliten im Erdschatten sind unsichtbar (grau). Satelliten mit Magnitude 7 (orange, fast 2.000) liegen an der Wahrnehmungsgrenze f\u00fcr das blo\u00dfe Auge unter extrem dunklen Bedingungen. Satelliten (rot, mehr als 200) haben eine Magnitude \u00fcber 5, sichtbar in Vorst\u00e4dten.\"\/>Die Satelliten \u00fcber dem VLT der ESO, falls SpaceX eine Million Satelliten realisiert. Satelliten im Erdschatten sind unsichtbar (grau). Satelliten mit Magnitude 7 (orange, fast 2.000) liegen an der Wahrnehmungsgrenze f\u00fcr das blo\u00dfe Auge unter extrem dunklen Bedingungen. Satelliten (rot, mehr als 200) haben eine Magnitude \u00fcber 5, sichtbar in Vorst\u00e4dten. Bild: ESO\/O. Hainaut<\/p>\n<p>Den neuen Simulationen zufolge w\u00e4ren w\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teils jeder Nacht Hunderte, zeitweise sogar mehrere Tausend Satelliten gleichzeitig sichtbar. Damit w\u00fcrden sie zahlenm\u00e4\u00dfig mit den Sternen konkurrieren, die unter optimalen Bedingungen mit blo\u00dfem Auge zu erkennen sind.<\/p>\n<p>Noch negativer wird in der Untersuchung das Konzept des US-Start-ups Reflect Orbital bewertet. Dessen spiegelartige Satelliten sollen Sonnenlicht gezielt auf die Erde lenken und Lichtkegel mit mindestens f\u00fcnf Kilometern Durchmesser erzeugen. Bis 2035 ist eine Flotte von 50.000 Satelliten vorgesehen.<\/p>\n<p>Spiegel, heller als der Vollmond<\/p>\n<p>Hainauts Berechnungen zeigen, dass ein solcher Satellit innerhalb seines Lichtkegels bis zu viermal heller erscheinen w\u00fcrde als der Vollmond. Selbst au\u00dferhalb des Lichtkegels w\u00e4re jedes einzelne Objekt etwa so hell wie die Venus. In stark lichtverschmutzten St\u00e4dten w\u00e4ren diese Satelliten mitunter die einzigen deutlich sichtbaren Lichtpunkte am Himmel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1783192041_443_studie-warnt-vor-satellitenflut-bis-zu-1-7-millionen-objekte-konnten-den-nachthimmel-dauerhaft-veran.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"Das linke Bild wurde in einer mondlosen Nacht am 16. Mai 2026 aufgenommen. Das rechte Bild ist eine Simulation, die zeigt, um wie viel heller der Himmel mit der vollst\u00e4ndigen Konstellation von 50.000 Spiegeln von Reflect Orbital w\u00e4re. Bild: ESO\/O. Hainaut\" title=\"Das linke Bild wurde in einer mondlosen Nacht am 16. Mai 2026 aufgenommen. Das rechte Bild ist eine Simulation, die zeigt, um wie viel heller der Himmel mit der vollst\u00e4ndigen Konstellation von 50.000 Spiegeln von Reflect Orbital w\u00e4re.\"\/>Das linke Bild wurde in einer mondlosen Nacht am 16. Mai 2026 aufgenommen. Das rechte Bild ist eine Simulation, die zeigt, um wie viel heller der Himmel mit der vollst\u00e4ndigen Konstellation von 50.000 Spiegeln von Reflect Orbital w\u00e4re. Bild: ESO\/O. Hainaut<\/p>\n<p>F\u00fcr die Forschung h\u00e4tte das gravierende Folgen. \u201eVon der Sonne beleuchtete Satelliten sind um ein Vielfaches heller als ferne Galaxien\u201c, erkl\u00e4rt Hainaut. \u201eWenn ein Satellit unser Beobachtungsfeld kreuzt, hinterl\u00e4sst er einen hellen Streifen auf der Aufnahme und \u00fcberdeckt alles, was sich dahinter befindet.\u201c<\/p>\n<p>Simulationen zeigen, dass am Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile auf nahezu jeder Aufnahme zahlreiche Satellitenspuren erscheinen w\u00fcrden. Bei besonders empfindlichen Weitwinkelkameras k\u00f6nnten w\u00e4hrend mehrerer Stunden pro Nacht sogar die meisten Bilder unbrauchbar werden.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/aktuelles\/auf-dem-weg-zu-einer-riesigen-satellitenkonstellation-spacex-konnte-eine-million-satelliten-in-die-umlaufbahn-bringen.html\" title=\"Auf dem Weg zu einer riesigen Satellitenkonstellation: SpaceX k\u00f6nnte eine Million Satelliten in die Umlaufbahn bringen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/mega-megaconstelacion-de-satelites-spacex-1779948369600_320.jpg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a><\/p>\n<p>Neben den sichtbaren Spuren verschlechtern Satelliten auch die allgemeine Qualit\u00e4t des Nachthimmels. Schwach leuchtende Objekte erzeugen einen diffusen Lichtschleier, w\u00e4hrend hellere Satelliten ihr Licht \u00fcber die Atmosph\u00e4re streuen. Dadurch steigt die Hintergrundhelligkeit deutlich an und erschwert die Beobachtung lichtschwacher Galaxien, erd\u00e4hnlicher Exoplaneten oder potenziell gef\u00e4hrlicher Asteroiden.<\/p>\n<p>Die Forschenden fordern deshalb eine Begrenzung der Satellitenzahl und m\u00f6glichst lichtschwache Konstruktionen. \u201eDie niedrige Erdumlaufbahn ist eine kosmische K\u00fcstenlinie\u201c, fasst Hainaut zusammen. \u201eWir m\u00fcssen den \u00f6kologischen und visuellen Fu\u00dfabdruck dieser Megakonstellationen jedoch regulieren.\u201c<\/p>\n<p>Artikelreferenz<\/p>\n<p class=\"article-reference__body\">O. R. Hainaut. (2026). <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/archives\/releases\/sciencepapers\/eso2607\/eso2607a.pdf\" target=\"_blank\" data-mrf-recirculation=\"end_article_citation\" rel=\"nofollow noopener\">Large or bright satellite constellations Effects on observations, including on the background sky brightness<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Satelliten w\u00e4hrend einer Stunde \u00fcber der n\u00f6rdlichen Atacamaw\u00fcste in Chile. Bild: F. Kamphues, ESO\/M. 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