{"id":1144191,"date":"2026-07-05T08:30:17","date_gmt":"2026-07-05T08:30:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1144191\/"},"modified":"2026-07-05T08:30:17","modified_gmt":"2026-07-05T08:30:17","slug":"bemerkenswert-beilaeufig-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1144191\/","title":{"rendered":"Bemerkenswert beil\u00e4ufig \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>In den Vorbereitungen f\u00fcr ihren Auftritt in einer Talenteshow f\u00fcrs Fernsehen wird Lea (Frida Hornemann) gefragt, warum sie glaubt, etwas ganz Besonderes zu sein. Eine Antwort darauf hat sie nicht. Ihre Eltern sind getrennt. W\u00e4hrend ihr Vater Matze (Max Riemelt) sie bei ihrem Traum einer B\u00fchnenkarriere unterst\u00fctzt, kommt es mit ihrer Mutter Rieke (Gina Henkel) regelm\u00e4\u00dfig zu Konflikten. Lea lebt bei ihren Gro\u00dfeltern Christel (Rahel Ohm) und Friedrich (Peter Ren\u00e9 L\u00fcdicke), die auf ihrem Hof in der th\u00fcringischen Idylle eine Pension betreiben. Die G\u00e4ste bleiben aus \u2013 aber die rechtspopulistische Partei will sich f\u00fcr eine Tagung einmieten, was insbesondere Leas aufm\u00fcpfigem Cousin missf\u00e4llt. Die einzige wirklich Vertraute der 16-J\u00e4hrigen ist ihre Tante Kati (Eva L\u00f6bau), die aus dem Westen zur\u00fcck in die Heimat gezogen ist, um das frisch sanierte Stadtschloss von Greiz als DDR-Museum zu betreiben.<\/p>\n<p>Wenn Kati mit ihrer Mutter im Schlepptau des F\u00f6rdergremiums durch die Ausstellung wandelt und Christel ihr Leben ausgestellt sieht, ist das eine der st\u00e4rksten Szenen des Films. Wie kann es sein, dass f\u00fcr diese Vergangenheit, die sie am liebsten vergessen w\u00fcrde, Millionen ausgegeben werden, w\u00e4hrend sie kurz vor dem Bankrott steht? Unvereinbarkeiten wie diese erz\u00e4hlt \u00bbEtwas ganz Besonderes\u00ab in seinem Kaleidoskop aus Figuren einer ostdeutschen Familie. Regisseurin und Autorin Eva Trobisch (\u00bbAlles ist gut\u00ab) wollte immer einen Ensemblefilm drehen, der alle Figuren gleichberechtigt repr\u00e4sentiert. In den Mittelpunkt spielt sich trotzdem die junge Lea, gerade weil sie eher beobachtet als agiert. F\u00fcr die Leipziger Schauspielerin Frida Hornemann ein willkommener Ansatz f\u00fcr ihre Deb\u00fctrolle: \u00bbIch denke, dass Lea eine sehr schlaue Person ist, weil sie so viel auswirkt, einfach nur mit ihrem Dasein. Sie sagt ja gar nicht so viel und ist auch eher zur\u00fcckhaltend. Aber sie besch\u00e4ftigt trotzdem die ganze Familie mit der Frage: Was macht mich aus?\u00ab Die Frage nach der eigenen Identit\u00e4t zieht sich durch den Film.<\/p>\n<p>Eine Herausforderung f\u00fcr die 19-J\u00e4hrige war der Auftritt in der Casting-Show, wo sie Coldplays \u00bbFix you\u00ab singt \u2013 und das gleich am ersten Tag der Dreharbeiten. \u00bbDas war \u00fcberw\u00e4ltigend. Ich habe vorher schon gesungen und in einer Band gespielt, also hatte ich ein bisschen Auftritterfahrung, nur nicht in dem Rahmen. Aber ich w\u00fcrde sagen, dass ich gar nicht so viel dazu schauspielern musste, weil ich einfach wirklich in dem Gem\u00fctszustand war. Ich bin da neu reingekommen. Pl\u00f6tzlich waren Leute um mich herum, die ganzen Komparsen, die auch die Kandidatinnen gespielt haben. Das war auch irgendwie \u00fcberfordernd und ich bin da eher so wie Lea: Ich beobachte mal alle. Und vor allen Dingen nat\u00fcrlich war ich total aufgeregt, so wie Lea halt auch.\u00ab<\/p>\n<p>Regisseurin Eva Trobisch habe au\u00dferdem f\u00fcr ein gutes Umfeld gesorgt bei den Dreharbeiten, sagt Hornemann. Oft haben Trobisch und Adrian Campean die Kamera einfach laufen lassen, um eine organische Situation zu schaffen. Die Filmfamilie war zudem vor dem Dreh f\u00fcr einige Wochen gemeinsam auf dem Hof, um sich kennenzulernen und als Ensemble aus Film- und Theaterschauspielern eine gemeinsame Sprache zu entwickeln.<\/p>\n<p>Die gefeierte Premiere im Rahmen der Berlinale war dann ein weiterer \u00fcberw\u00e4ltigender Moment f\u00fcr die junge Schauspielerin: \u00bbDas ist jetzt auch schon fast drei Monate her, aber ich glaub, ich hab\u2019s immer noch nicht ganz verarbeitet\u00ab, sagt Hornemann. \u00bbIch war da, ich hab\u2019s gemacht, ich hab\u2019s \u00fcberlebt, den ganzen Trubel und so. Aber so richtig einordnen kann ich das, glaub ich, immer noch nicht.\u00ab<\/p>\n<p>Von der Kritik gab es viel Applaus f\u00fcr den Film und seine junge Hauptdarstellerin. Regisseurin und Autorin Eva Trobisch, geboren und aufgewachsen im Osten Berlins, ordnet ihre Figurenkonstellation sorgsam an, um die Konflikte zwischen den Generationen auszuspielen. Genau beobachtet und mit spitzen Dialogen schildert sie deutsch-deutsche Befindlichkeiten. Vor zwei Jahren pr\u00e4sentierte Trobisch ihr bemerkenswertes Pflegedrama \u00bbIvo\u00ab in der Sektion Encounters der Berlinale. In diesem Jahr ist sie im Wettbewerb des Festivals angekommen \u2013 zu Recht, erz\u00e4hlt ihr Film doch fast beil\u00e4ufig vom Alltag, von Ost und West, Jung und Alt, verpackt darin allerdings so viel, dass daraus, nun ja, etwas ganz Besonderes wird.\u00a0<\/p>\n<p>&gt; \u00bbEtwas ganz Besonderes\u00ab (D 2026, R: Eva Trobisch, D: Frida Hornemann, Eva L\u00f6bau, Max Riemelt, 116 min) ab 9.7., Passage-Kinos \u2013 Premiere: 9.7., 20 Uhr in Anwesenheit von Eva Trobisch, Frida Hornemann, Gina Henkel, Florian Gei\u00dfelmann und Trini G\u00f6tze<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In den Vorbereitungen f\u00fcr ihren Auftritt in einer Talenteshow f\u00fcrs Fernsehen wird Lea (Frida Hornemann) gefragt, warum sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1144192,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[129,3364,29,13859,30,95,72373,1905,5039,71,15597,4200,859],"class_list":["post-1144191","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-ddr","tag-de","tag-deutschland","tag-filmdreh","tag-germany","tag-kino","tag-kinos","tag-kinostart","tag-kinostarts","tag-leipzig","tag-ostdeutsch","tag-ostdeutschland","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116866438843719810","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1144191","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1144191"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1144191\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1144192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1144191"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1144191"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1144191"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}