{"id":1144584,"date":"2026-07-05T12:24:34","date_gmt":"2026-07-05T12:24:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1144584\/"},"modified":"2026-07-05T12:24:34","modified_gmt":"2026-07-05T12:24:34","slug":"russland-unter-putin-im-ukraine-krieg-das-ist-putins-groesste-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1144584\/","title":{"rendered":"Russland unter Putin im Ukraine-Krieg: &#8222;Das ist Putins gr\u00f6\u00dfte Angst&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\"><strong class=\"font-bold\">Putin will also nicht als Nikolaus II. enden, mit dem einst die Herrschaft der Zaren unterging?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Diesem Zaren eifert Putin sicher nicht nach. Wir versuchen, Putins Wandlung anhand seiner Reden \u2013 und in Zusammenhang mit den Ereignissen in Russland \u2013 zu analysieren. Daraus folgt, dass es eindeutige Phasen gibt, in denen Putin sich immer einen Schritt weiter und offensiver zur Geschichte \u00e4u\u00dfert. Wichtig ist: Diese Analyse ist nur eine unter mehreren M\u00f6glichkeiten, Putins Werdegang zu deuten, es ist keine &#8222;Single Unifying Putin Theory&#8220;, sondern ein zus\u00e4tzliches Puzzle-St\u00fcck. Das eben nach unserem Erachten noch zu wenig beachtet wurde. Aber diese Analyse ist wichtig, um Putins Prozess von Radikalisierung, hin zum \u00dcbergriff auf die Ukraine, zu deuten.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\"><strong class=\"font-bold\">Kritiker und Oppositionelle, die diesen Pl\u00e4nen im Wege standen, bekamen Putins Zorn bald zu sp\u00fcren.<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Die Journalistin Anna Politkowskaja ist eines der bekanntesten Beispiele: Sie wurde 2006 in <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/moskau\/\" class=\"transition-colors cursor-pointer no-underline md:hover:text-magenta md:focus:text-magenta border-b border-solid border-current text-salemsfur md:hover:border-magenta\" data-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;category&quot;:&quot;intextLink&quot;,&quot;label&quot;:&quot;\/themen\/moskau\/&quot;}\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Moskau<\/a> ermordet. Damit wollte der Kreml deutlich machen, dass die Gesellschaft nicht ihren eigenen Kurs fahren d\u00fcrfe. Putin spricht \u00fcbrigens nicht von Repression, sondern von &#8222;Ordnung&#8220;. Es folgte eine zweite Phase innerhalb der Radikalisierung Putins, die sich als die R\u00fcckkehr Byzanz&#8216; beschreiben l\u00e4sst. Denn Moskau gilt ihm und anderen nach dem Untergang Roms und Konstantinopels als das &#8222;Dritte Rom&#8220;.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\"><strong class=\"font-bold\">Sah Putin dieses &#8222;dritte&#8220; und innerhalb dieser Ideologie auch &#8222;letzte&#8220; <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/rom\/\" class=\"transition-colors cursor-pointer no-underline md:hover:text-magenta md:focus:text-magenta border-b border-solid border-current text-salemsfur md:hover:border-magenta\" data-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;category&quot;:&quot;intextLink&quot;,&quot;label&quot;:&quot;\/themen\/rom\/&quot;}\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rom<\/a> durch die Massendemonstrationen von 2011 infolge von Wahlf\u00e4lschungen bedroht?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Diese Demonstrationen spielen ebenso wie die &#8222;Farbenrevolutionen&#8220; in anderen L\u00e4ndern eine zentrale Rolle bei Putins Radikalisierung. Putin f\u00fcrchtete wirklich seinen Sturz \u2013 und er ergriff entsprechende Gegenma\u00dfnahmen. Oppositionelle wurden st\u00e4rker verfolgt und auch get\u00f6tet. Dem schloss sich eine dritte Phase an: die D\u00e4monisierung von Feinden. Die Ukraine, aber auch die westlichen Staaten, sind dabei Hauptgegner. Putins Rhetorik wurde immer radikaler, er begann vom &#8222;B\u00f6sen&#8220; zu sprechen. Russland hingegen ist f\u00fcr ihn ein &#8222;Leuchtfeuer&#8220;, das die Welt vor dem B\u00f6sen retten muss.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\"><strong class=\"font-bold\">Sieht Putin sich wirklich selbst so? Oder ist er m\u00f6glicherweise ein Zyniker der Macht, der Religion und Nationalismus f\u00fcr seine Zwecke nutzt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Ich besch\u00e4ftige mich seit Jahrzehnten mit Terrorismus- und Radikalisierungsforschung. Dabei spielt die First-Person-Perspektive, bei der die Akteure den Mittelpunkt einnehmen, eine zentrale Rolle: Sie belegt, dass wir Extremisten, ihre Handlungen und Aussagen, ernst nehmen m\u00fcssen. Die First-Person-Perspektive wird in der Radikalisierungsforschung vor allem auf nicht staatliche, terroristische Gruppen angewendet, aber sie kann mehr leisten. Gerade auch f\u00fcr die Analyse von Staatsf\u00fchrern: Das ganze 20. Jahrhundert ist doch ein Labor der Radikalisierung von Staatsf\u00fchrern gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Putin will also nicht als Nikolaus II. enden, mit dem einst die Herrschaft der Zaren unterging? 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