{"id":1144801,"date":"2026-07-05T14:43:17","date_gmt":"2026-07-05T14:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1144801\/"},"modified":"2026-07-05T14:43:17","modified_gmt":"2026-07-05T14:43:17","slug":"klassik-spannungsreiche-urauffuehrung-in-der-elbphilharmonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1144801\/","title":{"rendered":"Klassik: Spannungsreiche Urauff\u00fchrung in der Elbphilharmonie"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Mit einer so spannenden wie gelungenen Urauff\u00fchrung er\u00f6ffneten die Robert-Schumann-Philharmonie bei ihrem Deb\u00fct in der Elbphilharmonie und Ksenija Sidorova am Samstag das Hamburger Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF), das bis Ende August eine ganze Reihe weiterer Konzerte auch in der Hansestadt umfasst. Zum ersten Mal gespielt wurde das \u201eKonzert f\u00fcr Akkordeon und Orchester\u201c, dass der t\u00fcrkische Pianist und Komponist Fazil Say f\u00fcr die lettische Akkordeonistin geschrieben hat. Das war schon deshalb ein Gl\u00fccksfall, weil nur wenige Spitzensolisten technisch \u00fcberhaupt in der Lage w\u00e4ren, dieses Werk zum Klingen zu bringen.<\/p>\n<p>Die Grenzen des Instruments auslotend<\/p>\n<p>Says Konzert, im Grunde eine kleine Sinfonie, spiegelt nicht weniger als den Zustand der Welt. Der st\u00e4ndigen Sehnsucht nach Frieden und Harmonie kommen in diesem aktuellen Werk der Klassik mit weltmusikalischen Einfl\u00fcssen zum Ausdruck, mal \u00fcberlagert von, immer wieder durchbrochen durch Dissonanzen und rhythmische St\u00f6rungen. Dann wieder gelingt es \u00fcber ungew\u00f6hnliche Instrumentierungen im Orchester, das streckenweise an eine Bigband erinnert, deren Sound weit mehr umfasst als Swing, v\u00f6llig neue H\u00f6rwelten zu erschlie\u00dfen. Mindestens ebenso ungew\u00f6hnlich: Sidorova schl\u00e4gt zwischendrin den Takt mit beiden H\u00e4nden auf dem Blasebalg \u2013 wobei der sich als nicht so richtig geeignet erweist.<\/p>\n<p>Mit einem \u201eModerato cantabile quasi Allegro\u201c st\u00fcrzt sich das Akkordeon \u00fcber eine mehrmin\u00fctige Einstiegssequenz allein ins St\u00fcck. Sidorova lotet die Grenzen des Instruments dabei vom Tonumfang bis zur Klangvielfalt aus. Das Orchester stimmt schlie\u00dflich ein und l\u00e4sst das Publikum im zweiten Satz, dem \u201eAndante con moto\u201c, kurz durchatmen, bevor sich der Dialog mit dem Akkordeon \u2013 das mitunter wirkt wie ein ganzes Gegenorchester \u2013 wieder intensiviert, im \u201eScherzo. Allegro vivace \u2013 Trio\u201c, bevor dann beide im \u201eFinale\u201c den Tanz auf dem Vulkan beschw\u00f6ren. <\/p>\n<p>Von Wilhelm Stenhammar bis zu Sergei Voitenko<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Urauff\u00fchrung spielte Sidorova als Solo-Zugabe das Akkordeon-St\u00fcck \u201eRevelation\u201c von Sergei Voitenko. Der russische Komponist verbindet in seinen Arbeiten traditionelle Folklore-Elemente mit modernen Kl\u00e4ngen. Seine \u201eRevelation\u201c (\u201eOffenbarung\u201c) ist ein gef\u00fchlvoll und zauberhaft Zuversicht verbreitendes Lied ohne Worte, das f\u00fcnf Minuten w\u00e4hrt und tagelang in der Seele nachklingt.<\/p>\n<p>Zuvor hatte die Robert-Schumann-Philharmonie unter ihrem Chefdirigenten Benjamin Reiners, der das Orchester mithilfe ganz gro\u00dfer Gesten tanzend leitet, mit der Konzertouvert\u00fcre \u201eExcelsior\u201c von Wilhelm Stenhammar das Konzert eingeleitet und damit passend auf die Urauff\u00fchrung eingestimmt. Das vor 130 Jahren komponierte, st\u00fcrmische Werk liegt Reimers, ehemals Generalmusikdirektor am Theater Kiel und nun am Theater Chemnitz. Bei Says Konzert kamen der Dirigent und die Robert-Schumann-Philharmonie dann an ihre Grenzen. <\/p>\n<p>\u201eDie Gro\u00dfe\u201c von Franz Schubert zum Abschluss<\/p>\n<p>Zum Abschluss des Elbphilharmonie-Konzerts f\u00fchrte das Orchester dann unter Reimers Leitung souver\u00e4n die Sinfonie Nr. 8 C-Dur von Franz Schubert auf, \u201eDie Gro\u00dfe\u201c, die auch im gro\u00dfen Saal des Hamburger Wahrzeichens an der Elbe gro\u00df wurde, ein rundum gelungener Abschluss, der ein erf\u00fclltes Publikum in ein Kontrastprogramm entlie\u00df, die Nacht des Hamburger Schlagermoves mit ihren unvermeidlichen \u201eHossa\u201c-Rufen und allerlei Schlagerges\u00e4ngen gut gelaunter, zum Teil offenbar leicht angeheiterter Schlagerfans.<\/p>\n<p>Derweil Sidorova am ersten Wochenende des SHMF in der Elbphilharmonie gl\u00e4nzte, spielte die Cellistin Anastasia Kobekina gemeinsam mit dem Residenzorchester des Hamburger Konzethauses, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, in der Musik- und Kongresshalle zu L\u00fcbeck das erste offizielle Er\u00f6ffnungskonzert. Unter Leitung von Karina Canellakis erklangen das Cellokonzert h-Moll von Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k  und die Sinfonie Nr. 1 D-Dur \u201eTitan\u201c von Gustav Mahler. Das Programm wird am 5. Juli um 20 Uhr erneut gespielt. <\/p>\n<p>Sidorova als Portr\u00e4tk\u00fcnstlerin beim SHMF <\/p>\n<p>Sidorovas Programme haben auch nach dem Auftakt in der Elbphilharmonie beim SHMF, wo sie als Portr\u00e4tk\u00fcnstlerin in 18 Konzerten ihr breites Repertoire voll ausspielen kann, darunter Transkriptionen bekannter Werke, die sie zum Beispiel mit dem Mandolinisten Avi Avital auff\u00fchrt, der den Part der Geige \u00fcbernimmt. Sidorova ersetzt das Klavier. Auch die Programme \u201eKsenija Sidorova &amp; Friends\u201c und \u201eVoller Seele\u201c, die sie gemeinsam mit dem Signum Saxophone Quartet bestreitet, sind bereits ausverkauft. F\u00fcr den Abend \u201eAkkordeon sinfonisch\u201c am 20. Juli in der Musik- und Kongresshalle (MUK) in L\u00fcbeck, gemeinsam mit dem Estonian Festival Orchestra unter Leitung von Paavo J\u00e4rvi, gibt es noch Restkarten. <\/p>\n<p>Neben Sidorova treten beim SHMF viele international gefeierte K\u00fcnstler auf, darunter Jan Lisiecki, Yo-Yo Ma, Benjamin Appl, Daniel Hope, Hilary Hahn, Daniil Trifonov, Rolando Villaz\u00f3n, Midori und Grigory Sokolov sind mit von der Landpartie. Im Zentrum des Programms steht neben Sidorova die schwedische Hauptstadt Stockholm. Das SHMF pr\u00e4sentiert bis zum 30. August insgesamt 205 Konzerte in Schleswig-Holstein, D\u00e4nemark, Hamburg und n\u00f6rdlichen Niedersachsen. Das Budget betr\u00e4gt 2026 rund 14 Millionen Euro, inklusive einer F\u00f6rderung durch das Land Schleswig-Holstein in H\u00f6he von knapp 1,2 Millionen Euro. <\/p>\n<p>Prominente Solisten und namhafte Klangk\u00f6rper<\/p>\n<p>Neben den prominenten Solisten ist eine Reihe namhafter Klangk\u00f6rper zu Gast, darunter neben dem NDR Elbphilharmonie Orchester die NDR Radiophilharmonie sowie das NDR Vokalensemble, das West-Eastern Divan Orchestra, das Swedish Radio Symphony Orchestra, das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, die Badische Staatskapelle, das Z\u00fcrcher Kammerorchester sowie das Mahler Chamber Orchestra und das Aurora Orchestra.<\/p>\n<p>Die Br\u00fccke zu Pop, Jazz, Folk, Literatur sowie Theater schl\u00e4gt das SHMF unter anderem mit G\u00e4sten wie Nils Landgren, Michael Wollny, Martina Gedeck, der Jazzrausch Bigband, der Familie Fl\u00f6z und Sl\u00e4pstick. Als prominentes Festival-Highlight bereichert die schwedische Band Roxette am 18. Juli in der Merkur Ostseehalle in Kiel das Programm.<\/p>\n<p>Das volle Programm: shmf.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einer so spannenden wie gelungenen Urauff\u00fchrung er\u00f6ffneten die Robert-Schumann-Philharmonie bei ihrem Deb\u00fct in der Elbphilharmonie und Ksenija&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1144802,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[29,9166,30,10926,692,229504,2858,62950,45],"class_list":["post-1144801","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-deutschland","tag-elbphilharmonie","tag-germany","tag-grund-stefan","tag-hamburg","tag-klassik-ks","tag-luebeck","tag-schleswig-holstein-musik-festival","tag-texttospeech"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116867904716903461","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1144801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1144801"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1144801\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1144802"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1144801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1144801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1144801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}